Laserangriff auf das galaktische Zentrum

Mitten im Bild steht ein Observatorium mit geöffneter Kuppel. Nach oben schießt ein Laserstrahl ins Zentrum der Milchstraße, die von links unten aufsteigt. Der dunkle Himmel ist von Sternen übersät.

Credit: Yuri Beletsky (ESO)

Beschreibung: Warum schießen diese Leute einen mächtigen Laserstrahl ins Zentrum unserer Galaxis? Zum Glück ist das nicht der Erstschlag eines galaktischen Krieges. Astronomen* am Very Large Telescope (VLT) in Chile versuchen die Verzerrung der veränderlichen Erdatmosphäre zu messen.

In großer Höhe werden Atome von einem Laserstrahl angeregt und regelmäßig abgebildet. Das erschtint wie ein künstlicher Stern, der Forschenden die sofortige Messung der atmosphärischen Unschärfe erlaubt. Diese Information wird in einen VLT-Teleskopspiegel eingespeist, der daraufhin ganz leicht deformiert wird, um diese Unschärfe auszugleichen.

Hier beobachtete das VLT unser galaktisches Zentrum, daher wurden Messungen der atmosphärischen Unschärfe in dieser Richtung benötigt. Was einen intergalktischen Krieg betrifft: Im galaktischen Zentrum sind keine Opfer zu befürchten. Der Strahl dieses mächtigen Lasers wäre mit dem Licht unserer Sonne kombiniert und erscheint mit ihr zusammen nur so hell und zart wie ein weit entfernter Stern.

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GRO J1655-40: Hinweis auf ein rotierendes schwarzes Loch

Ein rot-schwarzer Strudel führt hinab zu einem weißen, hellen Kern, aus dem ein Strahl nach oben strömt.

Credit: April Hobart, CXC

Beschreibung: Mitten in einem Strudel aus heißem Gas steckt wahrscheinlich ein Ungeheuer, das noch nie direkt gesehen wurde: ein schwarzes Loch. Untersuchungen des hellen Lichtes, das von dem wirbelnden Gas ausgeht, weisen häufig nicht nur auf ein schwarzes Loch hin, sondern auch auf dessen wahrscheinliche Eigenschaften.

Das Gas zum Beispiel, das GRO J1655-40 umgibt, weist ein ungewöhnliches Flackern mit einer Frequenz von 450 Mal pro Sekunde auf. Bei einer vorherigen Masse des Zentralobjektes von schätzungsweise sieben Sonnenmassen kann die Frequenz des schnellen Flackerns durch ein schwarzes Loch erklärt werden, das sehr schnell rotiert.

Welche physikalischen Wirkmechanismen das Flackern sowie eine langsamere, quasi-periodische Schwingung (QPO) in Akkretionsscheiben schlussendlich verursachen, ist noch nicht bekannt – Schwarze Löcher und Neutronensterne werden weiterhin erforscht.

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Junge Sonnen in NGC 7129

Mitten in einem Sternenfeld leuchtet ein blauer Nebel mit einigen hellen Flecken. Beschreibung im Text.

Credit und Bildrechte: Ken Crawford (Rancho Del Sol Obs.)

Beschreibung: Das staubhaltige Objekt NGC 7129 ist an die 3000 Lichtjahre entfernt und befindet sich im königlichen Sternbild Kepheus. Es enthält junge Sonnen. Diese Sterne sind in einem relativ zartem Alter, sie sind nur wenige Millionen Jahre alt. Wahrscheinlich ist unsere Sonne vor einigen Milliarden Jahren in einem ähnlichen Sternbildungsgebiet entstanden.

Sehr interessant im scharfen, vergrößerbaren Bild sind die hübschen bläulichen Staubwolken, die das junge Sternenlicht reflektieren. Die kleineren, tiefroten sichelförmigen Formen sind Hinweise auf energiereiche junge stellare Objekte. Sie sind als Herbig-Haro-Objekte bekannt. Ihre Formen und Farben sind charakteristisch für leuchtenden Wasserstoff, der von den Strahlen junger Sterne zusammengedrückt wurde.

Am Ende werden der Staub und das Gas, die von der Sternbildung in der Region übrig sind, zerstreut, und die Sterne treiben auseinander, während der losen Haufen um das Zentrum der Galaxis kreist.

In der geschätzten Entfernung von NGC 7129 ist die Teleskopansicht etwa 40 Lichtjahre breit.

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Magellans kleine Wolke

Rechts ist die Kleine Magellansche Wolke, links in de Mitte der sehr kompakte große Kugelsternhaufen 47 Tuc.

Credit und Bildrechte: Bogdan Jarzyna

Als portugiesische Seefahrer Ferdinand Magellan mit seiner Besatzung als erste Menschen die Welt umsegelten, hatten sie reichlich Zeit. Daher beobachteten sie den südlichen Himmel. Zwei Himmelsschätze wurden daher Magellansche Wolken genannt. Auf der Südhalbkugel sieht man sie leicht. Die kosmischen Wolken sind irreguläre Zwerggalaxien. Sie begleiten unsere große Spiralgalaxie, der Milchstraße.

Die Kleine Magellansche Wolke (KMW) ist etwa 15.000 Lichtjahre breit. Sie enthält mehrere hundert Millionen Sterne und ist 210.000 Lichtjahre entfernt. Wir finden sie im Sternbild Tukan. Die KMW ist weiter entfernt als andere bekannte Begleitgalaxien der Milchstraße, zum Beispiel die Canis-Major– und die Sagittarius-Zwerggalaxie oder die Große Magellansche Wolke.

Das scharfe Bild zeigt auch die beiden Kugelsternhaufen NGC 362 (rechts unten) und 47 Tucanae im Vordergrund. Der eindrucksvolle 47 Tucanae ist ungefähr 13.000 Lichtjahre entfernt. Hier leuchtet er links neben der Kleinen Magellanschen Wolke.

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Der Blasennebel

Umgeben von Sternen und bräunlichen, schwach leuchtenden Nebeln leuchtet in der Mitte vor einem bläulichen Nebel eine blasenförmige Struktur.

Credit und Bildrechte: Dave Jurasevich (Mount-Wilson-Observatorium)

Beschreibung: Diese interstellare Erscheinung wurde vom Wind eines massereichen Sterns aufgeblasen und besitzt eine überraschend vertraute Form. Sie ist als NGC 7635 katalogisiert und auch als Blasennebel bekannt.

Obwohl sie filigran wirkt, liefert die 10 Lichtjahre große Blase Hinweise, dass gewaltige Prozesse im Gang sind. Rechts über der Mitte der Blase steht ein heißer O-Stern, der mehrere hundert Mal leuchtstärker und annähernd 45 Mal massereicher ist als die Sonne. Heftige Sternwinde und die intensive Strahlung dieses Sterns haben das dichtere Material der Molekülwolke, die ihn umgibt, ausgehöhlt. So entstand die Blase aus leuchtendem Gas.

Der faszinierende Blasennebel ist ungefähr 11.000 Lichtjahre entfernt und befindet sich im überheblichen Sternbild Kassiopeia. Für dieses scharfe Bild wurde die Falschfarben-Hubble-Farbskala verwendet, die Emissionen von Schwefel, Wasserstoff und Sauerstoff in roten, grünen und blauen Farbtönen abbildet. Die Bilddaten wurden mit einem kleinen Teleskop bei klarem Himmel am Mount-Wilson-Observatorium aufgenommen.

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MESSENGER zeigt Erde und Mond

Zwei helle Lichtpunkte leuchten im Bild, es ist die Erde und ihr relativ großer Mond, wie die Raumsonde MESSENGER sie von Merkur aus sah.

Credit: NASA/JHU APL/CIW

Beschreibung: Wie sieht die Erde aus, wenn man sie vom Planeten Merkur aus betrachtet? Die Raumsonde MESSENGER zeigte das, als sie vor zirka drei Monaten bei ihrer größten Annäherung an die Sonne zur Erde blickte. Erde und Mond sind der Doppelpunkt links im Bild. Allerdings war MESSENGER nicht bei Merkur, als sie das Bild fotografierte, sondern an einem Ort, wo die Aussicht ähnlich war.

Vom Merkur aus erscheinen die Erde und ihr relativ großer Mond immer als kleine Kreise, die Sonnenlicht reflektieren, sie zeigen niemals eine Sichelphase. MESSENGER ist seit seinem Start im Jahr 2004 bereits dreimal an Merkur vorbeigeschwirrt und schwenkt planmäßig im März 2011 in den Orbit des innersten Planeten ein.

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