Was umgibt den berühmten Adlernebel? Im Inneren des Adlernebels liegen „Eier“ (EGGs). Sie sind verdampfende gasförmige Globulen. Diese Globulen befinden sich meist in gewaltigen Säulen aus Gas und Staub, in denen Sterne entstehen. Dieses Bild zeigt jedoch den eindrucksvollen Bereich um den Adlernebel, und zwar nicht nur die ganze Adlerform, sondern auch das riesige Volumen an leuchtendem Gas und dunklem Staub.
Dieses reiche Sternfeld liegt am Himmel in den nördlichen Sternbildern Kassiopeia und Perseus. Es ist fast 10 Grad breit. Links sind die herzförmigen kosmischen Wolken IC 1805 und IC 1848. Sie sind als Herz- und Seelennebel bekannt. Rechts sind die Sternhaufen NGC 869 und NGC 884. Man kann sie leicht erkennen. Sie heißen h und χ Persei oder einfach „der Doppelsternhaufen im Perseus“.
In Herz und Seele sind junge Sternhaufen eingebettet. Sie sind etwa eine Million Jahre alt. Beide sind größer als 200 Lichtjahre. Sie sind sechs- bis siebentausend Lichtjahre entfernt. Die Nebel gehören zu einem großen aktiven Gebiet, in dem Sterne entstehen. Es liegt im Perseus-Spiralarm unserer Milchstraße.
Der Doppelhaufen ist etwa gleich weit entfernt wie Herz- und Seelennebel. h und χ Persei sind nur wenige Hundert Lichtjahre voneinander entfernt. Sie liegen also physisch nahe beisammen und sind zirka 13 Millionen Jahre alt. Weil die Haufen so nahe beisammen liegen und ihre Sterne ähnlich alt sind, vermutet man, dass sie wahrscheinlich in derselben Sternbildungsregion entstanden sind.
Kürzlich entdeckte man, dass dieser Sternhaufen nicht nur Sterne aus den frühen Tagen unserer Milchstraße enthält, sondern zur großen Überraschung auch welche, die 7 Milliarden Jahre später bei einem Ausbruch an Sternbildung entstanden sind.
Im kleinen nördlichen Sternbild Dreieck liegt die prächtige Spiralgalaxie M33, die wir von oben sehen. Landläufig heißt sie auch Feuerradgalaxie oder einfach Dreiecksgalaxie. M33 ist mehr als 50.000 Lichtjahre groß. Nach der Andromedagalaxie (M31) und unserer Milchstraße ist sie die drittgrößte Galaxie in der Lolalen Gruppe.
M33 ist ungefähr drei Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt. Vermutlich ist sie eine Begleiterin der Andromedagalaxie. Wenn es in den beiden Galaxien Sternforschende gibt, hätten sie wohl einen tollen Blick auf das jeweils andere riesige Sternsystem.
In M31 gibt es eine Population gut vermessener veränderlicher Sterne. Solche gibt es auch in M33. Diese Veränderlichen halfen, diese nahe Spirale zu einer kosmischen Messlatte zu machen, wenn es um die Definition der Entfernungsskala im Universum geht.
Viele Spiralgalaxien haben einen Balken in der Mitte. Auch unsere Milchstraße hat vermutlich einen kleinen zentralen Balken. Hier ist die Spiralgalaxie NGC 1672 abgebildet, die einen mächtigen Balken hat. Das detailreiche Bild wurde mit dem Weltraumteleskop Hubble im Orbit aufgenommen. Es zeigt dunkle, faserartige Staubbahnen, junge Haufen aus hellen blauen Sternen, rote Emissionsnebel aus leuchtendem Wasserstoff, einen langen Balken aus Sternen in der Mitte und einen hellen aktiven Kern. Er enthält wahrscheinlich ein sehr massereiches Schwarzes Loch.
Das Licht von NGC 1672 braucht ungefähr 60 Millionen Jahre bis zu uns. NGC 1672 ist etwa 75.000 Lichtjahre breit. Wir sehen sie im Sternbild Schwertfisch (Dorado). Indem man die Galaxie untersucht, will man herausfinden, wie ein Balken in der Zentralregion zur Sternbildung in einer Galaxie beiträgt.
Wülste aus leuchtendem interstellarem Gas und dunklen Staubwolken bevölkern die turbulenten Tiefen im Lagunennebel. Die helle Sternbildungsregion ist auch als Messier 8 bekannt. Sie ist etwa 5000 Lichtjahre von uns entfernt. Die Lagune ist ein beliebter Halt bei Teleskopreisen im Sternbild Schütze. Dort liegt auch das Zentrum unserer Milchstraße.
Die detailreiche Ansicht der Lagune ist fast 100 Lichtjahre breit. Das vielsagende rote Leuchten im Bild stammt von ionisierten Atomen von Wasserstoff, die sich mit abgestreiften Elektronen vereinen.
Die helle, kompakte Sanduhrform rechts neben der Mitte besteht aus Gas. Es wurde von der energiereichen Strahlung und den extremen Sternwinden eines massereichen jungen Sterns ionisiert und geformt. Die hellen Sterne im offenen Haufen NGC 6530 sind vor wenigen Millionen Jahren in der Lagune entstanden.
Im staubigen NGC 7129 befinden sich noch junge Sonnen. Der Nebel ist etwa 3000 Lichtjahre entfernt und liegt im königlichen Sternbild Kepheus. Die Sterne sind wenige Millionen Jahre jung, das ist ein relativ zartes Alter. Es ist wahrscheinlich, dass auch unsere Sonne in so einer Sterngruppe entstand, aber vor etwa fünf Milliarden Jahren.
Im scharfen Bild sind auffällige hübsche bläuliche Staubwolken verteilt. Sie reflektieren das Licht der jungen Sterne. Auch die kompakten, tiefroten Sichelformen markieren energiereiche junge stellare Objekte. Es sind sogenannte Herbig-Haro-Objekte. Ihre Form und Farbe sind charakteristisch für leuchtenden Wasserstoff, der durch Strahlströme komprimiert wird. Die Strahlen strömen von jungen Sternen aus.
Blassere, ausgedehnte Farben mischen sich mit rötlichen Emissionen. Sie stammen von Staubkörnchen, die unsichtbares UV-Sternlicht durch Photolumineszenz in rotes, sichtbares Licht umwandeln. Am Ende werden Gas und Staub, in denen Sterne entstanden sind, in der Region verteilt. Die Sterne treiben auseinander, während der lose Haufen das Zentrum der Galaxis umkreist.
Die Bearbeitung des beachtlichen Kompositbildes zeigte rechts oben blasse, rot leuchtende Stränge. Kürzlich erkannte man, dass sie wahrscheinlich ein Supernovaüberrest sind. Derzeit untersucht sie Bo Reipurth an der Universität von Hawaii. Er erfasste die Bilddaten mit Subaruteleskop. In der geschätzten Entfernung von NGC 7129 ist diese Teleskopsicht mehr als 40 Lichtjahre breit.
Bleibt eine dieser Galaxien übrig? Die beiden Spiralen von NGC 7318 kollidieren. Es ist quasi ein Halbfinale in einem galaktischen Ausscheidungskampf. Das Bild entstand aus Aufnahmen des Weltraumteleskops Hubble. Wenn Galaxien kollidieren, können viele Dinge passieren: Sie werden durch die Gravitation verzerrt. Gas wird verdichtet. Das führt zu Sternbildungsschüben. Am Ende verschmelzen die beiden Galaxien zu einer einzigen.
Beide Galaxien gehören zu Stephans Quintett. Daher gibt es in den nächsten Milliarden Jahren eine Schlussrunde mit kämpfenden Galaxien. Wahrscheinlich führt das zu vielen verstreuten Sternen und einer riesigen Galaxie. Gut möglich, dass man die übrig bleibende Galaxie nicht leicht als eine der ursprünglichen galaktischen Bestandteile erkennt.
Stephans Quintett war die erste Galaxiengruppe, die als solche erkannt wurde. Sie ist zirka 300 Millionen Lichtjahre entfernt. Mit einem mittelgroßen Teleskop sieht man sie im Sternbild des geflügelten Pferdes Pegasus.
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