Wolken wie Zuckerwatte um Rho Ophiuchi

Die Nebel um den Stern Rho Ophiuchi im Sternbild Schlangenträger sind bunt wie Zuckerwatte. Dieses Bild zeigt Reflexionsnebel, Emissionsnebel, Dunkelnebel und den Kugelsternhaufen M4.
Bildcredit und Bildrechte: Ángel Molina; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Diese Wolken sehen aus wie Zuckerwatte, doch man kann sie nicht essen! Das Bild entstand im spanischen Cádiz und zeigt den Komplex um den Stern Rho Ophiuchi. Es ist ein Gobelin mit jungen und alten astronomischen Phänomenen. Der bunte Wolkenkomplex ist eine Region mit Sternbildung in unserer Nähe. Dort gibt es Hunderte junger stellarer Objekte wie Protosterne und T-Tauri-Sterne.

Kleine Staubkörnchen reflektieren das Licht des Dreifach-Sternsystems im Zentrum. So entstehen die blauen Reflexionsnebel. Das ultraviolette Licht der heißen Sterne ionisiert den Wasserstoff, der sie umgibt. Das erzeugt die roten Emissionsnebel. Der rote Überriese Antares ist so groß, dass er den ganzen Asteroidengürtel im Sonnensystem umschließen könnte. Er beleuchtet die gelbe Region. Der dunkle interstellare Staub verdeckt einige Farben im Komplex.

Auch das JWST beobachtete die Region und zeigt, wie verborgene protoplanetare Scheiben um junge Sterne Schatten werfen. Protoplanetare Scheiben nennt man auch Proplyden, sie sind frühe Stadien bei der Entstehung von Planeten. Rechts unten sitzt der Kugelsternhaufen Messier 4. Er ist fast so alt wie das Universum und ist Zeuge eines weiteren chaotischen Ausbruch an Sternbildung in der Milchstraße.

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