M42: Der große Nebel in Orion

Wie eine von innen beleuchtete offene Höhle wirkt hier der Orionnebel. Das Bild zeigt dichte Schwaden aus rosarot und lila leuchtendem Gas. Rechts gleißen zwei Sterne mit langen Strahlen.
Bildcredit und Bildrechte: Roberto Palaia

Der Orionnebel ist einer der berühmtesten astronomischen Nebel. In dem riesigen Gebiet entstehen Sterne. Der Nebel ist nur 1500 Lichtjahre entfernt. Leuchtendes Gas umgibt junge, heiße Sterne am Rand einer weiten interstellaren Molekülwolke. Die Farben im Bild wurden wissenschaftlich zugewiesen. Besonders auffällig ist das Leuchten von Wasserstoff. Zarte Strukturen aus Staub und Gas zeichnen sich deutlich ab.

Den Orionnebel erkennt man sogar mit freiem Auge. Er liegt nahe bei einem Gürtel aus drei Sternen im Sternbild Orion, den leicht erkennt. Im Nebelkomplex liegt auch ein heller offener Sternhaufen, das sogenannte Trapez, sowie viele Sternbildungsgebiete. In diesen Sternschmieden gibt es viel Wasserstoff sowie junge, heiße Sterne und protoplanetare Scheiben. Manche Sterne stoßen Materie mit hoher Geschwindigkeit aus.

Der Orionnebel wird auch als M42 bezeichnet. Er misst mehr als 40 Lichtjahre und liegt im selben Spiralarm unserer Galaxis wie die Sonne.

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Neue „Geister“ in Kassiopeia

Der Himmel ist von Sternen übersät. Helle Flecken von Emissionsnebeln ziehen sich über den Äquator des Bildes. Auch Bögen und Flecken aus ionisiertem Sauerstoff sind zu sehen.

Bildcredit und Bildrechte: Louis Leroux-Géré, Thibault Rouillée, Vincent Martin, Cédric de Decker (Starfront Observatories)

Schaut euch all diese Geister an! 100 Stunden Belichtungszeit und ein spezieller Sauerstoff-Filter waren nötig, um die drei schwachen Nebel auf diesem Bild einzufangen. Sie sind im Sternbild Kassiopeia verborgen. IC 59 und IC 63 sind die ursprünglichen Geister der Kassiopeia. Sie spuken in der Region nahe dem Mehrfachsternsystem γ Cassiopeiae. Das energiereiche Licht, das γ Cassiopeiae ausstrahlt, lässt den Wasserstoff in IC 59 und IC 63 rot leuchten. Ihr Staub reflektiert und streut einen Teil des bläulich-weißen Sternlichts.

Die neu entdeckten Objekte 1, 2 und 3 erscheinen als blaue Phantome. Sie verraten, dass es dort ionisierten Sauerstoff gibt. Doch was hat ihn ionisiert? Vielleicht sammelt sich bei γ Cassiopeiae Material an, während sich das System durch interstellares Gas und Staub bewegt. Der Effekt ist ähnlich wie am Bug eines Motorboots.

Das Objekt 3 ist vielleicht der komprimierte und erhitzte Sauerstoff so einer Bugwelle. Objekt 1 ist eventuell ein planetarischer Nebel. Dazu sucht man allerdings noch nach einem zentralen Weißen Zwerg. Die Ursprünge dieser astronomischen Erscheinungen bleiben ein Rätsel, das es noch zu lösen gilt.

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Der gesamte Sharpless-Katalog: 313 Nebel

Das Mosaik zeigt alle 313 Objekte des Sharpless-Katalogs. Die Bilder wurden im Osten von China und in der inneren Mongolei fotografiert.
Bildcredit: Bing Xin; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Was braucht es, um Hunderte Nebel zu fotografieren? Dieses Bild zeigt den ganzen Sharpless-Katalog der H-II-Regionen mit insgesamt 313 Objekten. Vergrößere es und mach eine Entdeckungsreise! Vielleicht findest du beliebte Klassiker wie den Adlernebel (Sh2-49), den Herznebel (Sh2-190) oder den Orionnebel (Sh2-281).

Trotz des Namens enthält dieser Katalog mehr als nur das Leuchten von ionisiertem Wasserstoff, aus dem typische H-II-Regionen bestehen. Auch planetarische Nebel sind gelistet, etwa den Medusa-Nebel Sh2-274. Schließlich finden sich auch Überreste von Supernovae wie den Spaghetti-Nebel Sh2-240 im Katalog.

Der Astrofotograf Bing Xin reiste zum dunklen Nachthimmel im Osten von China und der Inneren Mongolei. Dort fotografierte er alle Nebel. Dazu verwendete er Schmalbandfilter, die durchlässig sind für das Licht von ionisiertem Wasserstoff und Sauerstoff, sowie Rot-Grün-Blau-Filter (RGB). Jedes Objekt wurde zwei bis sechs Stunden belichtet. Für den ganzen Katalog brauchte der Fotograf rund 800 Stunden! Welches Objekt ist dein Favorit?

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Der Kokonnebel im Weitwinkelbild

Rechts unten leuchtet ein heller, rosaroter Nebel mit einem schmalen zartblauen Rand mitten in Nebeln, die zart grau und rot leuchten. Die grauen Nebel ziehen sich nach links oben. Dadurch erinnert der helle Nebel an einen Kometen mit Schweif.
Bildcredit und Bildrechte: Piotr Czerski

Wann sieht ein Nebel wie ein Komet aus? Das dichte Sternfeld im Sternbild Schwan (Cygnus), das hoch am Himmel steht, ist mehr als zwei Grad breit. Darin zieht der kosmische Kokon-Nebel den Blick auf sich. Rechts unten setzt er einen Akzent im kompakten Sternbildungsgebiet. Sein Nebel leuchtet hell in Emission und Reflexion. Doch nach links zieht sich ein langer Schweif aus interstellaren Staubwolken. Dadurch wirkt der gesamte Komplex beinahe wie ein Komet.

Der helle zentrale Kopf des Nebels ist als IC 5146 katalogisiert. Er misst etwa 10 Lichtjahre. Der dunkle, staubige Schweif ist fast 100 Lichtjahre lang. Beide sind rund 2.500 Lichtjahre von uns entfernt. Ein heller Stern nahe beim Zentrum des farbigen Nebels liefert wahrscheinlich die Energie für das Leuchten und trägt dazu bei, ihn auszuhöhlen.

Die Aufnahme wurde im sichtbaren Licht fotografiert. Darauf sind die langen, staubigen Filamente im Schweif dunkel. Doch sie verbergen Sterne, die gerade eben entstehen. Das Bild entstand im Juli im Death Valley in Kalifornien (USA).

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Der Pelikannebel: Gas, Staub und Sterne

Der Pelikannebel wirkt hier dunkler als auf anderen Bildern, weil die dunklen Staubfasern, die ihn gestalten, sehr detailreich abgebildet sind. Er leuchtet blau und wird von dunklen Umrissen gezeichnet. Rechts oben bildet eine orangerot leuchtende Wolke die Grenze.
Bildcredit und Bildrechte: Mark Killion

Der Pelikannebel verändert sich langsam. Offiziell nennt man ihn IC 5070. Eine Molekülwolke, die mit dunklem Staub gefüllt ist, trennt ihn vom größeren Nordamerikanebel. Dieses Bild mit vielen Details entstand in Utah in den USA. Die Aufnahmen dafür wurden insgesamt 25 Stunden belichtet. Dadurch treten prachtvolle Details in den Fasern des Staubs hervor.

Der Pelikannebel bekommt viel Aufmerksamkeit. Er ist nämlich eine besonders aktive Mischung aus Sternbildung und Gaswolken, die sich entwickeln. Das Licht junger Sterne mit viel Energie verwandelt das kalte Gas langsam in heißes Gas. Die Grenze dazwischen rückt langsam vor. Man bezeichnet sie als Ionisationsfront. Sie leuchtet rechts oben hell in Orange. Besonders dichte Ranken aus kaltem Gas bleiben übrig.

Der Dunkelnebel LDN 935 bildet die Grenze für den Pelikannebel. In Millionen Jahren kennt man ihn vielleicht nicht mehr als Pelikan. Denn das Verhältnis und die Platzierung von Sternen und Gas lässt sicherlich etwas zurück, das ganz anders aussieht.

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Webb zeigt den Löwenkopfnebel NGC 2392

Der planetarische Nebel im Bild erinnert an einen Löwenkopf. In der Mitte sitzt sein Gesicht, umgeben von einer strähnigen Mähne aus leuchtendem Gas, das früher abgestoßen wurde. Im Zentrum leuchtet ein Weißer Zwerg, der Überrest eines sonnenähnlichen Sterns.
Bildcredit: NASA, ESA, CSA, STScI; Bildbearbeitung: Alyssa Pagan (STScI); Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Sehen wir hier die Zukunft unserer Sonne? Das Bild zeigt den Löwenkopfnebel. Es stammt vom Weltraumteleskop James Webb und entstand aus Aufnahmen der Instrumente NIRCam und MIRI. Der Löwenkopfnebel ist auch als NGC 2392 bekannt. Er ist das Überbleibsel eines sonnenähnlichen Sterns, der die Kernfusion in seinem Inneren nicht mehr aufrecht halten konnte. Dadurch wurde er instabil. Er begann, seine äußeren Schichten aus Gas und Staub in den Weltraum zu schleudern. Dabei entstand dieser planetarische Nebel.

Zurück blieb der extrem heiße Kern des Sterns, nämlich ein Weißer Zwerg. Er sitzt in der Nase des Löwen. Bitte die Nase nicht anstupsen! Die starke Strahlung des Weißen Zwergs bringt das Gas zum Leuchten. Es dehnt sich aus und erzeugt so die unregelmäßigen Blasen im Gesicht des Löwen. Eine leuchtende Gaswolke und dichte Staubklumpen haben die Strahlung des Weißen Zwergs überdauert. Sie bilden die Löwenmähne. Dieser neue und sehr detaillierte Blick auf den Nebel hilft uns, ihn besser zu verstehen. Wir lernen daraus, wie das Gas und der Staub miteinander und mit dem Licht des Weißen Zwergs wechselwirken.

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Perseïden über einem kleinen Planeten

Ein kleiner Planet ist von einem hellen Leuchten umgeben. Oben wölbt sich die Milchstraße, und Tausende Meteore blitzen über den Himmel. Die Bahnen der Meteore sind gekrümmt, wegen der Projektion.
Bildcredit und Bildrechte: Marcin Rosadziński; Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Es sieht aus wie ein Blick vom Planeten des Kleinen Prinzen. Das Bild ist eine Rückschau auf den Meteorschauer der Perseïden von 2024. Auf dieser Projektion umrahmen ihn die Bieszczady, ein Gebirgszug der Karpaten in Polen. Am Himmel wölbt sich der Bogen der Milchstraße mit mehreren roten Nebeln und über hundert Meteoren. Sie zeigen zum Radianten im Sternbild Perseus.

Die Perseïden sieht man im Sommer auf der Nordhalbkugel gut. Sie sind sehr beliebt. Meteorströme im Winter zu beobachten ist weniger angenehm. Dieses Jahr bieten sie wohl ein noch beeindruckenderes Spektakel als sonst, denn der Höhepunkt fällt auf den Neumond.

Der Meteorschauer der Perseïden 2026 erreicht heute Nacht seinen Höhepunkt. Wir erwarten 50 bis 100 Meteore pro Stunde. Die Erde durchquert dann auf ihrer Bahn die Staubspur, die der Komet Swift-Tuttle hinterlässt. Die beste Zeit, um die Meteore zu beobachten, ist in der Regel zwischen Mitternacht und dem Morgengrauen. Um die Meteore zu beobachten, braucht man kein Fernglas. Doch ein Liegestuhl und ein Ort mit dunklem Himmel sind sehr hilfreich.

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Meteor verdampft und zieht eine Spur im Eidechsen-Nebel

Eine helle Spur zischt quer durchs Bild. Dahinter leuchten blasse rote Nebelwolken am sternklaren Himmel im Sternbild Eidechse.
Bildcredit und Bildrechte: Tom Burnett

Was passiert mit diesem Meteor? Die helle Meteorspur tauchte blitzschnell auf und verschwand wieder, während eine lang belichteten Aufnahme des großen Eidechsen-Nebels entstand. Der Eidechsen-Nebel leuchtet mitten im Bild in blassem Rot. Er liegt nahe beim Zentrum der Milchstraße.

Der Meteoroid war vermutlich ein kleiner Stein. Er leuchtete auf, weil er die umgebende Luft der Erdatmosphäre aufheizte und anregte. Dabei verdampfte er und hinterließ Gas und Staub, das der Wind verwehte. Die Farben des Nebels liefern Hinweise, woraus er bestand. Das Bild entstand letzten Monat an den Death-Valley-Observatorien in Nevada (USA).

Dieser Monat eignet sich besonders gut, um Meteore zu sehen. Aktuell sind drei Meteorströme aktiv, doch sie wetteifern derzeit mit dem Licht des hellen Dreiviertelmondes um Sichtbarkeit. Die Perseïden sind der aktivste dieser Ströme. Sie erreichen den Höhepunkt in etwa 10 Tagen. Dann ist der Mond sehr viel dunkler. Dieses Jahr fällt der Höhepunkt der Perseïden nämlich nicht nur fast genau auf Neumond. An manchen Orten gibt es sogar eine totale Sonnenfinsternis.

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