Tulpe und Cygnus X-1

Der Tulpennebel als Sh2-101 im Sternbild Schwan.

Bildcredit und Bildrechte: Carlos Uriarte

Beschreibung: Dieses große Teleskopsichtfeld blickt im nebelreichen Sternbild Schwan (Cygnus) in die Ebene unserer Milchstraße. Die helle Wolke aus leuchtendem Gas und Staub in der Bildmitte wird landläufig Tulpennebel genannt, er ist auch als Sh2-101 im Katalog des Astronomen Stewart Sharpless von 1959 verzeichnet.

Der komplexe, schöne Tulpennebel ist fast 70 Lichtjahre groß und blüht in einer Entfernung von ungefähr 8000 Lichtjahren. Das Bild wurde mit der Hubblepalette erstellt, die das Leuchten von Schwefel-, Wasserstoff- und Sauerstoff-Ionen in roten, grünen und blauen Farben darstellt. Die Ultraviolettstrahlung junger, energiereicher Sterne am Rand der Cygnus-OB3-Assoziation, zu der auch der O-Stern HDE 227018 zählt, ionisiert die Atome und sorgt für die Emissionen im Tulpennebel.

Im Blickfeld befindet sich auch der Mikroquasar Cygnus X-1, eine der stärksten Röntgenquellen am Himmel des Planeten Erde. Er wird von mächtigen Strahlen aus der Akkretionsscheibe eines Schwarzen Lochs angetrieben. Seine blassere, bläulich gekrümmte Stoßfront ist jedoch kaum sichtbar, und zwar direkt über den Staubgefäßen der kosmischen Tulpe beim oberen Bildrand.

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Flemings dreieckiges Büschel

Im Schleiernebel, der auch als Cygnusschleife oder NGC 6979 bekannt ist, befindet sich Flemings dreieckiges Büschel.

Bildcredit und Bildrechte: Anthony Saab

Beschreibung: Diese verworrenen Fasern aus erschüttertem leuchtendem Gas wirken chaotisch. Sie sind Teil des Schleiernebels im Sternbild Schwan am Erdhimmel. Der Schleiernebel ist ein großer Supernovaüberrest, das ist eine sich ausdehnende Wolke, die bei der Explosion eines massereichen Sterns entstand. Das Licht der ursprünglichen Supernovaexplosion erreichte die Erde wahrscheinlich vor mehr als 5000 Jahren.

Die leuchtenden Fasern sind eigentlich lange Wellen in einer Hülle, die wir fast von der Seite sehen. Bemerkenswert deutlich getrennt ist das Leuchten ionisierter Wasserstoff- (blau) und Sauerstoffatome (rot). Der Schleiernebel ist auch als Cygnusschleife bekannt und als NGC 6979 katalogisiert, er umfasst inzwischen etwa 6 Vollmonddurchmesser. Die Länge der Büschel beträgt ungefähr 30 Lichtjahre, seine Entfernung wird auf 2400 Lichtjahre geschätzt.

Der Nebel wird häufig als Pickerings Dreieck bezeichnet, nach dem Direktor des Harvard-Collegeobservatoriums. Doch man nennt ihn nach seiner Entdeckerin, der Astronomin Williamina Fleming, auch Flemings dreieckiges Büschel.

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Elefant, Fledermaus und Tintenfisch

Im königlichen Sternbild Kepheus befinden sich der Elefantenrüsselnebel, der Fliegende Fledermausnebel und der Tintenfischnebel.

Bildcredit und Bildrechte: Patrick Hsieh

Beschreibung: In den ausgedehnten Emissionsnebeln IC 1396 und SH2-129 auf diesem 10 Grad weiten Sichtfeld im nördlichen Sternbild Kepheus, dem König, mischen sich leuchtendes interstellares Gas und dunkle Staubwolken.

IC 1396 (links) ist Hunderte Lichtjahre groß und an die 3000 Lichtjahre entfernt, sein bläulicher Zentralstern regt ihn zum Leuchten an. Zu den eindrucksvollen dunklen Formen im Nebel zählt eine gewundene dunkle Wolke rechts unter der Mitte, die landläufig Elefantenrüssel genannt wird. Die Dutzende Lichtjahre lange Wolke enthält das Rohmaterial für Sternbildung und, wie wir nun wissen, Protosterne.

Die hellen Knoten und zurückgefegten Ränder der Emissionen von Sh2-129 rechts sind ähnlich weit vom Planeten Erde entfernt, ihre Form erinnert an den beliebten Namen Fliegender Fledermausnebel. Die jüngste Ergänzung des königlichen kosmischen Zoos in der Fliegenden Fledermaus ist die blassbläuliche Emission von Ou4, dem riesigen Tintenfischnebel.

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Farben: Ringnebel im Vergleich mit Sternen

Das Licht von M57, dem Ringnebel in der Leier, und der Sterne in seiner Umgebung wurden hier mit einem Beugungsgitter in die Spektralfarben zerlegt.

Bildcredit und Bildrechte: Robert Vanderbei (Princeton U.)

Beschreibung: Was wäre, wenn ihr alle Farben des Rings einzeln sehen könntet? Und die der umgebenden Sterne? Dafür gibt es eine Technik. Dieses Bild zeigt die Farben des Ringnebels (M57) und die der Sterne in seiner Nähe mit so einer Technik, in diesem Fall ein prisma-artiges Beugungsgitter.

Der Ringnebel ist nur wenige Male zu sehen, weil er vorwiegend Licht in nur wenigen Farben abstrahlt. Die beiden hellsten abgestrahlten Farben sind die von Wasserstoff (rot) und Sauerstoff (blau), sie erscheinen als fast überlappende Bilder links neben der Bildmitte. Rechts neben der Mitte seht ihr das farbkombinierte Bild, das man normalerweise sieht.

Die Sterne wiederum strahlen den Großteil ihres Lichtes in allen Farben des sichtbaren Spektrums ab. Wenn man diese Farben kombiniert, ergibt das einen fast kontinuierlichen Streifen, daher seht ihr neben den Sternen vielfarbige Balken.

Das Licht von Objekten in seine Spektralfarben aufzuspalten ist wissenschaftlich nützlich. Dadurch erfahren wir, aus welchen Elementen ein Objekt besteht, wie schnell es sich bewegt oder wie weit es von uns entfernt ist.

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Thors Helm

NGC 2359 wird landläufig Thors Helm, er misst etwa 30 Lichtjahre und liegt im Sternbild Großer Hund.

Bildcredit und Bildrechte: Bernard Miller

Beschreibung: Thor hat nicht nur einen eigenen Tag (Donnerstag), sondern auch einen Helm am Himmel. NGC 2359 wird landläufig Thors Helm genannt, es ist eine hutförmige kosmische Wolke mit flügelartigen Fortsätzen. Thors Helm hat heroische Ausmaße, selbst für einen nordischen Gott, er ist etwa 30 Lichtjahre groß.

Eigentlich ist die kosmische Kopfbedeckung eher eine interstellare Blase, die vom schnellen Wind des hellen, massereichen Sterns nahe dem Zentrum der Blase aufgebläht wird. Der Zentralstern ist ein Wolf-Rayet-Stern, ein extrem heißer Riese, der sich vermutlich in einem kurzen Entwicklungsstadium vor einer Supernova befindet.

NGC 2359 liegt ungefähr 15.000 Lichtjahre entfernt im Sternbild Großer Hund. Dieses bemerkenswert scharfe Bild ist ein Cocktail aus Daten, die mit Breitband- und Schmalbandfiltern aufgenommen wurden. Es erfasst nicht nur natürlich aussehende Sterne, sondern auch Details der faserartigen Strukturen im Nebel. Der Stern im Zentrum von Thors Helm explodiert voraussichtlich innerhalb der nächsten paar Tausend Jahre als spektakuläre Supernova.

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Der Dunkle Turm im Skorpion

Der dunkle Turm NGC 6231 liegt 5000 Lichtjahre entfernt im Sternbild Skorpion.

Bildcredit und Bildrechte: DatenMartin Pugh; BearbeitungRocco Sung

Beschreibung: Diese staubige kosmische Wolke, die sich am Hinterteil des arachnologischen Sternbildes Skorpion vor einem überfüllten Sternenfeld abzeichnet, erinnert manche an einen unheimlichen dunklen Turm. Tatsächlich lauern im Inneren des Nebels Klumpen aus Staub und molekularem Gas, die kollabieren und Sterne bilden.

Die Struktur auf diesem prächtigen Teleskopporträt ist fast 40 Lichtjahre groß. Die zusammengefegte Wolke wird als kometare Globule bezeichnet. Geformt wird sie durch die intensive Ultraviolettstrahlung der OB-Assoziation sehr heißer Sterne in NGC 6231 außerhalb des oberen Bildrandes. Ihr energiereiches Ultraviolettlicht liefert auch die Energie für das rötliche Wasserstoffleuchten am Rand der Globule. Heiße, in den Staub eingebettete Sterne sind als bläuliche Reflexionsnebel erkennbar.

Der dunkle Turm NGC 6231 und die mit ihm verbundenen Nebel sind ungefähr 5000 Lichtjahre entfernt.

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Der Sichelnebel NGC 6888

Der Sichelnebel NGC 6888, der von einem Wolf-Rayet-Stern aufgebläht wird, liegt ungefähr 5000 Lichtjahre entfernt im nebelreichen Sternbild Schwan.

Bildcredit und Bildrechte: Joe Navara, Glenn Clouder, Russell Discombe

Beschreibung: NGC 6888 ist auch als Sichelnebel bekannt. Er ist etwa 25 Lichtjahre groß und wurde von den Winden seines hellen, massereichen Zentralsterns aufgebläht. Ein Dreigespann aus Astrofotografen (Joe, Glenn, Russell) schuf dieses scharfe Porträt der kosmischen Blase.

Im Rahmen ihrer Teleskop-Zusammenarbeit wurden mehr als 30 Stunden an Schmalband-Bilddaten gesammelt, die Licht von Wasserstoff und Sauerstoffatomen getrennt erfasst. Die Sauerstoffatome strahlen den blaugrünen Farbton ab, der die detailreichen Falten und Fasern scheinbar einhüllt.

Im Nebel ist der Zentralstern von NGC 6888 sichtbar, er wurde als Wolf-Rayet-Stern (WR 136) klassifiziert. Der Stern stößt seine äußere Hülle in einem starken Sternwind ab, der alle 10.000 Jahre so viel Masse ausstößt wie die unserer Sonne. Die komplexen Strukturen im Nebel sind wahrscheinlich das Ergebnis dieses starken Windes, der mit Materie wechselwirkt, die in einer früheren Phase ausgestoßen wurde.

Der Stern verbrennt seinen Treibstoff mit einer enormen Geschwindigkeit und steht kurz vor dem Ende seines Sternenlebens, voraussichtlich endet er als spektakuläre Supernovaexplosion. NGC 6888 liegt ungefähr 5000 Lichtjahre entfernt im nebelreichen Sternbild Schwan.

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Skorpion optimiert

Diese 17 Stunden belichtete Aufnahme zeigt die Milchstraße mit Stern- und Staubwolken um das Sternbild Skorpion und den Stern Antares.

Bildcredit und Bildrechte: Stefan Lenz

Beschreibung: Wenn der Skorpion mit bloßem Auge so fantastisch aussehen würde, könnten sich die Menschen besser an ihn erinnern. Der Skorpion ist eher bekannt als ein paar helle Sterne in einem berühmten, aber selten beachteten TierkreisSternbild.

Für ein so spektakuläres Bild wie dieses braucht man allerdings eine gute Kamera, einen dunklen Himmel und eine ausgeklügelte Bildbearbeitung. Das entstandene, digital optimierte Bild zeigt viele atemberaubende Details.

Rechts verläuft ein Teil der Ebene unserer Milchstraße diagonal durch das Bild. Darin seht ihr riesige Wolken aus hellen Sternen und lange Fasern aus dunklem, komplexem Staub. Links im Bild steigen dunkle Staubbänder senkrecht auf, sie sind als der Dunkle Fluss bekannt. Mehrere der hellen Sterne links sind Teil des Kopfes und der Krallen im Skorpion, einer von ihnen ist der helle Stern Antares.

Während das detailreiche, 17 Stunden belichtete Bild entstand, wurden zahlreiche rote Emissionsnebel, blaue Reflexionsnebel und dunkle Fasern sichtbar. Am südlichen Himmel wirkt der Skorpion nach Sonnenuntergang um die Jahresmitte sehr prominent.

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Strahlen aus dem Halskettennebel

Dieses Hubble-Bild zeigt den Halskettennebel, ein Planetarischer Nebel im Sternbild Pfeil (Sagitta).

Bildcredit und Bildrechte: ESA, Hubble, NASA; Bearbeitung: K. Noll

Beschreibung: Welcher Himmelskörper trägt den Halskettennebel? Analysen deuten darauf hin, dass die Halskette ein Planetarischer Nebel ist, das ist eine Gaswolke, die von einem Stern an seinem Lebensende ausgestoßen wurde. Was wie Diamanten an der Halskette aussieht, sind helle Knoten aus leuchtendem Gas.

Im Zentrum des Halskettennebels sind wahrscheinlich zwei Sterne, die so eng umeinander kreisen, dass sie eine gemeinsame Atmosphäre besitzen und auf diesem Bild des Weltraumteleskops Hubble wie ein einziger erscheinen. Die rot leuchtenden Gaswolken links oben und rechts unten sind das Ergebnis von Strahlen aus dem Zentrum. Wann und wie diese hellen Strahlen entstanden sind, wird weiterhin erforscht.

Der Halskettennebel ist nur ungefähr 5000 Jahre alt und fünf Lichtjahre groß. Am besten findet ihr ihn mit einem großen Teleskop im Sternbild Pfeil (Sagitta).

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NGC 602 und Umgebung

Der fünf Millionen Jahre junge Sternhaufen NGC 602 liegt am Rand der Kleinen Magellanschen Wolke, einer etwa 200.000 Lichtjahre entfernten Begleitgalaxie der Milchstraße.

Bildcredit: NASA, ESA und das Hubble Heritage Team (STScI/AURA) – ESA/Hubble-Arbeitsgemeinschaft

Beschreibung: Die Wolken sehen aus wie eine Auster und die Sterne wie Perlen, doch seht einmal genauer hin. Am Rand der Kleinen Magellanschen Wolke, einer etwa 200.000 Lichtjahre entfernten Begleitgalaxie der Milchstraße, liegt NGC 602, ein fünf Millionen Jahre junger Sternhaufen.

Dieses atemberaubende Hubble-Bild zeigt NGC 602, umgeben von Gas und Staub in der Region, in dem er entstanden ist. Fantastische Grate und zurückgefegte Formen zeigen, dass energetiereiche Strahlung und Stoßwellen der massereichen jungen Sterne in NGC 602 das staubige Material forterodierten und eine fortschreitende Sternbildung ausgelöst haben, die vom Zentrum des Haufens nach außen verläuft.

In der geschätzten Entfernung der Kleinen Magellanschen Wolke umfasst dieses Bild ungefähr 200 Lichtjahre, doch diese scharfe vielfarbige Ansicht zeigt auch eine hübsche Auswahl an Hintergrundgalaxien. Diese Hintergrundgalaxien befinden sich Hunderte Millionen Lichtjahre oder mehr hinter NGC 602.

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Pferdekopf- und Orionnebel

Der dunkle Pferdekopfnebel und der leuchtende Orionnebel sind kontrastreiche Gegensätze im Sternbild Orion.

Bildcredit und Bildrechte: Roberto Colombari und Federico Pelliccia

Beschreibung: Der dunkle Pferdekopfnebel und der leuchtende Orionnebel sind kontrastreiche kosmische Ansichten. Sie befinden sich 1500 Lichtjahre entfernt in einem der auffälligsten Sternbilder am Nachthimmel, in diesem fantastischen Mosaik liegen sie in gegenüberliegenden Ecken.

Der vertraute Pferdekopfnebel erscheint als dunkle Wolke, eine kleine Silhouette, die in das lange rote Leuchten links unten gekerbt ist. Alnitak ist der östlichste Stern in Orions Gürtel und der hellste Stern links neben dem Pferdekopf. Unter Alnitak ist der Flammennebel mit Wolken heller Emission und dramatischen Staubbahnen.

Die prächtige Emissionsregion des Orionnebels (alias M42) liegt rechts oben. Links daneben befindet sich ein markanter Reflextionsnebel, der manchmal Laufender Mann genannt wird. Die ganze Region ist von Ranken aus leuchtendem Wasserstoff durchzogen, die leicht erkennbar sind.

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