Pferdekopf- und Orionnebel

Der dunkle Pferdekopfnebel und der leuchtende Orionnebel sind kontrastreiche Gegensätze im Sternbild Orion.

Bildcredit und Bildrechte: Roberto Colombari und Federico Pelliccia

Beschreibung: Der dunkle Pferdekopfnebel und der leuchtende Orionnebel sind kontrastreiche kosmische Ansichten. Sie befinden sich 1500 Lichtjahre entfernt in einem der auffälligsten Sternbilder am Nachthimmel, in diesem fantastischen Mosaik liegen sie in gegenüberliegenden Ecken.

Der vertraute Pferdekopfnebel erscheint als dunkle Wolke, eine kleine Silhouette, die in das lange rote Leuchten links unten gekerbt ist. Alnitak ist der östlichste Stern in Orions Gürtel und der hellste Stern links neben dem Pferdekopf. Unter Alnitak ist der Flammennebel mit Wolken heller Emission und dramatischen Staubbahnen.

Die prächtige Emissionsregion des Orionnebels (alias M42) liegt rechts oben. Links daneben befindet sich ein markanter Reflextionsnebel, der manchmal Laufender Mann genannt wird. Die ganze Region ist von Ranken aus leuchtendem Wasserstoff durchzogen, die leicht erkennbar sind.

Astrophysik: Stöbert in 2500+ Codes der Astrophysik-Quellcode-Bibliothek

Zur Originalseite

NGC 3199, vom Wind geformt

NGC 3199 ist ein etwa 12.000 Lichtjahre entfernte leuchtender Nebel im nautischen südlichen Sternbild Schiffskiel (Carina).

Bildcredit und Bildrechte: Mike Selby und Roberto Colombari

Beschreibung: NGC 3199 ist eine etwa 12.000 Lichtjahre entfernte leuchtende kosmische Wolke im nautischen südlichen Sternbild Schiffskiel (Carina). Auf dieser Schmalband-Falschfarbenansicht ist der Nebel ungefähr 75 Lichtjahre breit.

Das detailreiche Bild zeigt zwar eine mehr oder weniger vollständige Blasenform, doch diese wirkt einseitig, da der obere Rand viel breiter ist. In der Nähe des Zentrums befindet sich ein Wolf-Rayet-Stern, das ist ein heißer, massereicher, kurzlebiger Stern, der einen starken Sternwind erzeugt. Wolf-Rayet-Sterne sind dafür bekannt, Nebel mit interessanten Formen zu bilden, da ihre mächtigen Winde das umgebende interstellare Material auffegen.

In diesem Fall dachte man, der helle Rand wäre eine Bugwelle, die entstand, indem der Stern durch einheitliches Medium pflügte wie ein Boot durch Wasser. Doch Messungen zeigten, dass sich der Stern nicht direkt auf den hellen Rand zubewegt. Eine wahrscheinlichere Erklärung lautet also, dass die Materie, die den Stern umgibt, nicht einheitlich ist, sondern am hellen Rand des vom Wind geformten NGC 3199 dichter und klumpig ist.

Zur Originalseite

Die Wolken im Carinanebel

Der Carinanebel ist als NGC 3372 katalogisiert, er umfasst mehr als 300 Lichtjahre und liegt etwa 7500 Lichtjahre entfernt im Sternbild Schiffskiel.

Bildcredit und Bildrechte: John Ebersole

Beschreibung: Welche Formen lauern im Carinanebel? Die dunklen, bedrohlichen Formen sind eigentlich Molekülwolken, also Knoten aus molekularem Gas und Staub, die so dicht sind, dass sie undurchsichtig wurden. Im Vergleich sind diese Wolken jedoch typischerweise viel weniger dicht als die Erdatmosphäre.

Hier seht ihr ein detailreiches Bild vom Zentrum des Carinanebels. In diesem Teil sind sowohl dunkle als auch farbige Wolken aus Gas und Staub besonders markant. Das Bild wurde Mitte 2016 am Siding Spring Observatory in Australien fotografiert. Der Nebel besteht vorwiegend aus Wasserstoff, der hier grün gefärbt wurde. Dem Bild wurden Farben zugewiesen, sodass Licht, das von Schwefel– und Sauerstoffspuren abgestrahlt wird, rot beziehungsweise blau abgebildet ist.

Der ganze Carinanebel ist als NGC 3372 katalogisiert, er umfasst mehr als 300 Lichtjahre und liegt etwa 7500 Lichtjahre entfernt im Sternbild Schiffskiel. Eta Carinae, der energiereichste Stern im Nebel, war in den 1830er-Jahren einer der hellsten Sterne am Himmel, verblasste dann aber dramatisch.

Zur Originalseite

Dreiergruppe im Schützen

Lagunennebel (M8), Trifidnebel (M20) und NGC 6559, drei markante Nebel im Sternbild Schütze.

Bildcredit und Bildrechte: Gabriel Rodrigues Santos

Beschreibung: Diese drei hellen Nebel werden häufig bei Teleskopreisen im Sternbild Schütze und den überfüllten Sternfeldern der zentralen Milchstraße besucht. Charles Messier, ein kosmischer Tourist des 18. Jahrhunderts, katalogisierte zwei davon: Der große Nebel rechts unter der Mitte ist M8, der andere am oberen Bildrand ist der farbenprächtige M20. Die dritte Emissionsregion enthält NGC 6559 links neben M8, diese ist vom größeren Nebel durch eine dunkle Staubbahn getrennt.

Alle drei sind Sternentstehungsgebiete und etwa fünftausend Lichtjahre entfernt. Der über hundert Lichtjahre ausgedehnte M8 heißt auch Lagunennebel. Der landläufige Name von M20 lautet Trifid. Leuchtender Wasserstoff liefert die markante rote Farbe der Emissionsnebel. Doch die blauen Farbtöne, die einen starken Kontrast im Trifid bilden, stammen von Sternenlicht, das an Staub reflektiert wird. Die weite Sternenlandschaft umfasst am Himmel fast 4 Grad oder 8 Vollmonde.

Zur Originalseite

Supernova-Stoßwelle im Bleistiftnebel

Der Nebel NGC 2736, auch Bleistiftnebel genannt, ist ein Teil des Vela-Supernovaüberrestes.

Bildcredit und Bildrechte: Greg Turgeon und Utkarsh Mishra

Beschreibung: Diese Supernova-Stoßwelle pflügt mit mehr als 500.000 Kilometern pro Stunde durch den interstellaren Raum. Die dünnen, hellen, verflochtenen Fasern, die auf diesem Farbkomposit mit scharfen Details von der Mitte aufwärts verlaufen, sind eigentlich lang gezogene Wellen in einer kosmischen Hülle aus leuchtendem Gas, die fast von der Seite sichtbar ist.

Der Nebel ist als NGC 2736 katalogisiert, seine längliche Erscheinung führte zu seinem landläufigen Namen: Bleistiftnebel. Er ist ungefähr fünf Lichtjahre lang und 800 Lichtjahre entfernt, und er ist nur ein kleiner Teil des Vela-Supernovaüberrestes. Der ganze Vela-Überrest hat einen Durchmesser von ungefähr 100 Lichtjahren. Er ist die wachsende Trümmerwolke eines Sterns, dessen Explosion vor ungefähr 11.000 Jahren zu sehen war. Ursprünglich breitete sich die Stoßwelle mit Millionen Kilometern pro Stunde aus, doch sie wurde inzwischen deutlich langsamer und fegte die interstellare Materie in ihrer Umgebung auf.

Auf diesem Schmalband-Weitwinkelbild markieren rote und blaue Farben das charakteristische Leuchten ionisierter Wasserstoff– und Sauerstoffatome.

Portal ins Universum: APOD-Zufallsgenerator

Zur Originalseite

Alnitak und der Flammennebel

Der Flammennebels (NGC 2024) liegt 1500 Lichtjahre entfernt im Sternbild Orion.

Bildcredit und Bildrechte: Team ARO

Beschreibung: Was beleuchtet den Flammennebel? 1500 Lichtjahre entfernt liegt ein Nebel im Sternbild Orion, der wegen seines Leuchtens und der dunklen Staubbahnen wie ein loderndes Feuer wirkt (links).

Doch Feuer – die rasante Aufnahme von Sauerstoff – ist nicht das, was diese Flamme zum Leuchten bringt, sondern der helle Stern Alnitak, der östlichste Stern im Gürtel des Orion. Er steht ganz links und strahlt energiereiches Licht in die Flamme. Dabei werden Elektronen aus den großen Wasserstoffwolken geschlagen, die sich dort befinden. Ein Großteil des Leuchtens entsteht, wenn die Elektronen und der ionisierte Wasserstoff rekombinieren.

Dieses Bild des Flammennebels (NGC 2024) wurde in drei sichtbaren Farbbereichen fotografiert und durch Details ergänzt, die von einer Langzeitbelichtung stammen. Letztere wurde in Licht fotografiert, das nur von Wasserstoff abgestrahlt wird. Der Flammennebel ist Teil des Orion-Molekülwolkenkomplexes. Diese Sternentstehungsregion enthält auch den berühmten Pferdekopfnebel.

Zur Originalseite

Schleiernebel: Strähnen eines explodierten Sterns

Der Schleiernebel im Sternbild Schwan (Cygnus) ist 1400 Lichtjahre entfernt und entstand aus einer Supernova vor 7000 Jahren.

Bildcredit: ESA/Hubble und NASA, Z. Levay

Beschreibung: Strähnen wie diese sind alles, was von einem Milchstraßenstern sichtbar bleibt. Vor ungefähr 7000 Jahren explodierte dieser Stern als Supernova und hinterließ den Schleiernebel. Zu dieser Zeit war die expandierende Wolke wahrscheinlich so hell wie eine Mondsichel und war wochenlang sichtbar für die Menschen, die am Beginn der Menschheitsgeschichte lebten.

Der entstandene Supernovaüberrest ist auch als Cygnusschleife bekannt. Er ist inzwischen verblasst und nur noch mit einem kleinen Teleskop in Richtung des Sternbildes Schwan (Cygnus) sichtbar. Doch der Schleiernebel ist physikalisch gesehen riesig. Obwohl er ungefähr 1400 Lichtjahre entfernt ist, ist er mehr als fünfmal so groß wie der Vollmond.

Dieses Bild ist ein Mosaik aus sechs Bildern des Weltraumteleskops Hubble, die zusammen nur zirka zwei Lichtjahre abdecken, das ist ein kleiner Teil des ausladenden Supernovaüberrestes. Auf Bildern des ganzen Schleiernebels, können sogar erfahrene Leser*innen nicht alle abgebildeten Fasern bestimmen.

Samstag, 10. April, 19h: Frühlingssternbilder – online via Zoom – Eintritt frei!

Zur Originalseite

Der Medusanebel

Der Medusanebel, auch Abell 21, ist ein planetarischer Nebel im Sternbild Zwillinge.

Bildcredit und Bildrechte: Josep Drudis

Beschreibung: Verschlungene, verworrene Fasern aus leuchtendem Gas führten zum landläufigen Namen des Nebels: Medusanebel. Diese Medusa ist auch als Abell 21 bekannt. Sie ist ein alter, etwa 1500 Lichtjahre entfernter planetarischer Nebel im Sternbild Zwillinge (Gemini).

Wie der mythologische Namensvetter steht auch der Nebel für eine dramatische Transformation. Die Phase eines planetarischen Nebels ist ein Endstadium in der Evolution massearmer Sterne wie der Sonne, wenn sie sich von Roten Riesen in heiße weiße Zwergsterne verwandeln und dabei ihre äußeren Schichten abstoßen.

Die ultraviolette Strahlung des heißen Sterns liefert die Energie für das Leuchten des Nebels. Der transformierende Stern der Medusa ist der blasse Stern nahe der Mitte der hellen, sichelförmigen Form. Auf dieser detailreichen Teleskopansicht reichen die blasseren Fasern rechts über die helle, sichelförmige Region hinaus. Die Größe des Medusanebels wird auf mehr als vier Lichtjahre geschätzt.

Zur Originalseite

IC 1318: Der Schmetterlingsnebel in Gas und Staub

Der Schmetterlingsnebel mit der Bezeichnung IC 1318 im Schwan in hoher Auflösung.

Bildcredit und Bildrechte: Alan Pham

Beschreibung: Im Sternbild Schwan liegt in der Nähe des Pelikannebels die Gaswolke des Schmetterlings neben einem Stern, der als Henne bekannt ist. Dieser Stern mit dem passenden Namen Sadr liegt rechts außerhalb des Bildes, doch das Zentrum des Schmetterlingsnebels mit der Bezeichnung IC 1318 ist in hoher Auflösung abgebildet.

Die komplexen Muster im hellen Gas und dunklen Staub entstehen durch komplexe Wechselwirkungen zwischen interstellaren Winden, Strahlungsdruck, Magnetfelder und Gravitation. Diese Teleskopansicht von IC 1318 zeigt die charakteristischen Emissionen von ionisierten Schwefel-, Wasserstoff– und Sauerstoffatomen, die in den roten, grünen und blauen Farbtönen der beliebten Hubble-Palette abgebildet sind.

Der hier abgebildete Teil des Schmetterlingsnebels ist ungefähr 100 Lichtjahre breit und 4000 Lichtjahre entfernt.

Zur Originalseite

NGC 1499: Der Kaliforniennebel

Der Kaliforniennebel NGC 1499 ist am Himmel nicht weit von den Plejaden entfernt, er wird von Xi Persei zum Leuchten angeregt.

Bildcredit und Bildrechte: Yannick Akar

Beschreibung: Existiert die mythische Insel der Königin Calafia im All? Das vielleicht nicht, doch zufällig hat der Umriss dieser Molekülwolke im Weltraum die gleiche Kontur wie der Staat Kalifornien in den USA.

Die Heimat unserer Sonne liegt im Orionarm der Milchstraße, nur etwa 1000 Lichtjahre vom Kaliforniennebel entfernt. Der klassische Emissionsnebel ist auch als NGC 1499 bekannt und an die 100 Lichtjahre lang.

Auf diesem Bild ist das markanteste Leuchten des Kaliforniennebels rotes Licht, es ist charakteristisch für Wasserstoffatome, die mit lange verloren gegangenen Elektronen rekombinieren, nachdem sie von energiereichem Sternenlicht abgestreift (ionisiert) wurden. Der Stern, der sehr wahrscheinlich das energiereiche Sternenlicht liefert, das einen Großteil des Nebelgases ionisiert, ist der helle, heiße, bläuliche Xi Persei rechts neben dem Nebel.

Der Kaliforniennebel ist ein regelmäßiges Ziel für Astrofotograf:innen, ihr seht ihn mit einem Weitwinkel-Teleskop bei dunklem Himmel im Sternbild Perseus, nicht weit entfernt von den Plejaden.

Neu: Arabische APOD-Übersetzung aus Syrien
Zur Originalseite

Der Pelikannebel in Rot und Blau

Der Pelikannebel IC 5070 liegt im Sternbild Schwan neben dem Nordamerikanebel.

Bildcredit und Bildrechte: M. Petrasko, M. Evenden, U. Mishra (Insight Obs.)

Beschreibung: Der Pelikannebel verändert sich. Der ganze Nebel, der offiziell als IC 5070 bezeichnet wird, ist durch eine dunkle, staubgefüllte Molekülwolke vom größeren Nordamerikanebel getrennt. Der Pelikan ist insofern sehr interessant, weil er eine ungewöhnlich aktive Mischung ist aus Sternbildung und sich entwickelnden Gaswolken ist.

Dieses Bild wurde so bearbeitet, dass zwei Hauptfarben – rot und blau – zur Geltung kommen. Rot stammt dabei vorwiegend von Licht, das der interstellare Wasserstoff abstrahlt. Das ultraviolette Licht von jungen, energiereichen Sternen verwandelt kaltes Gas im Nebel langsam in heißes Gas. Die vorrückende Grenze zwischen den beiden Bereichen wird als Ionisationsfront bezeichnet, sie verläuft in hellem Rot über die Bildmitte. Übrig bleiben besonders dichte Tentakel aus kaltem Gas.

In einigen Millionen Jahren ist dieser Nebel vielleicht nicht mehr als Pelikan bekannt, weil das Verhältnis und die Anordnung von Sternen und Gas sicherlich etwas zurücklassen, das ganz anders aussieht.

APOD in Weltsprachen: arabisch, bulgarisch, katalanisch, chinesisch (Peking), chinesisch (Taiwan), kroatisch, tschechisch, niederländisch, Farsi, französisch, deutsch, hebräisch, Indonesisch, koreanisch, montenegrinisch, polnisch, russisch, serbisch, slowenisch, spanisch, taiwanesisch, türkisch, türkisch und ukrainisch
Zur Originalseite