Schatten am Südpol des Mondes

Der Südpol des Mondes ist nach Beleuchtungszeiten im Lauf von 6 Monaten dargestellt.

Credit: NASA / GSFC / Arizona State Univ. / Lunar Reconnaissance Orbiter

Was ist das? Diese Karte zeigt den Südpol des Mondes. Sie visualisiert seine Beleuchtung zu verschiedenen Zeiten. Dafür sammelte die Weitwinkel-Kamera der Raumsonde Lunar Reconnaissance Orbiter LRO im Lauf von 6 Mondtagen (das sind 6 Monate auf der Erde) 1700 Bilder von einem Gebiet um den Südpol des Mondes. Die Bilder wurden in Binärwerte umgewandelt. Das bedeutet: Bildpunkte im Schatten wurden auf 0 gesetzt, beleuchtete Bildpunkte auf 1. Dann wurden die Bilder zusammengerechnet. So entstand eine Karte, die den Zeitanteil der Beleuchtung durch die Sonne an jeder Stelle der Oberfläche zeigt.

In der Kartenmitte liegt der Shackleton-Krater. Er ist 19 Kilometer groß. Sein Boden bleibt immer im Schatten. Der Südpol des Mondes liegt am Kraterrand bei etwa 9 Uhr. Weil die Rotationsachse des Mondes fast senkrecht auf die Ebene der Ekliptik steht, können Kraterböden beim Südpol und beim Nordpol ständig im Schatten liegen. Gleichzeitig können Bergspitzen durchgehend von der Sonne beschienen werden. Die schattigen Kraterböden sind nützlich für künftige Außenposten, weil dort Speicher für Wassereis liegen könnten. Die Bergspitzen, die ständig im Sonnenlicht sind, wären ideale Orte für Solarkraftwerke.

Zur Originalseite

Morgendlicher Monduntergang in Rio

Neben einem Berg geht der Vollmond im Nebel an einem violetten Himmel unter.

Bildcredit und Bildrechte: Babak Tafreshi (TWAN)

Beschreibung: Bei Sonnenaufgang ging ein fast voller Mond über dieser ruhigen Küstenlandschaft unter. Das Bild wurde letzten Montag im brasilianischen Rio de Janeiro fotografiert. Vorne beleuchtet das rötliche Sonnenlicht am Morgen einen Abschnitt der südatlantischen Küstenlinie. Im Westen liegt die Favela Vidigal unter den Zwillingsgipfeln des Morro Dois Irmãos (Zwei-Brüder-Berg). Diese Szene ist Strandbesuchern von Ipanema in Rio vertraut.

Dieses gut komponierte, mehrfach belichtete Bild zeigt den Fortschritt des malerischen Monduntergangs. Die Zeit zwischen den einzelnen Aufnahmen beträgt 6,5 Minuten. Meeresvögel, die bei Tagesanbruch aus ihren Nestern fliegen, sind nur auf der letzten Einzelaufnahme zu sehen.

Zur Originalseite

Aufgang der Centaurus-Radio-Strahlen

Hinter vier Radioteleskopen steigt violetter Rauch am schwarzen Nachthimmel auf. Links leuchtet der Vollmond.

Credit: Ilana Feain, Tim Cornwell und Ron Ekers (CSIRO/ATNF); ATCA nördlich gerichteter mittlerer Lappen: Dank an R. Morganti (ASTRON); Parkes-Daten: Dank an N. Junkes (MPIfR); ATCA; Mondfoto: Shaun Amy, CSIRO

Beschreibung: Wie sieht es aus, wenn die riesigen Radioemissionen von Centaurus A aufgehen? Die Radiowellen von Cen A sind länger als eine Million Lichtjahre. Ihre Winkelbreite hätte am Himmel der Erde einen Durchmesser von 200 Vollmonden.

Die gerichteten, stark beschleunigten Materieströme werden von einem schwarzen Loch ausgestoßen, das mehrere Millionen Sonnenmassen besitzt. Es liegt tief im Zentrum der nahe gelegenen aktiven Galaxie Cen A. Das schwarze Loch stößt die schnell bewegten Ströme aus, während Materie hineinfällt.

Das Bild zeigt Radioteleskope des Australian Telescope Compact Array (ATCA) in der Nähe von Narrabri (NSW, Australien). Sie wurden vor dem Vollmond fotografiert, dahinter wurde ein Radiobild von Cen A in der echten Winkelgröße gelegt. Es ist die detailreichste Karte, die je von den Radiowellen einer beliebigen Galaxienklasse im Universum gemacht wurde. Für die Erstellung wurden mehrere Jahre und mehr als 1000 Stunden Belichtungszeit aufgewendet.

Details im Bild enthalten Hinweise, wie die Radiowellen mit Sternen und intergalaktischem Staub wechselwirken. Die Lichtpunkte im Bild sind keine Sterne, sondern andere Galaxien im fernen Universum, die im Radio-Spektralbereich leuchten.

Zur Originalseite

Rückseite des Mondes

Das Bild zeigt den Mond von hinten, wie wir ihn von der Erde aus nie sehen. Die Oberfläche ist hell und voller Krater, nur links oben befindet sich ein dunkler Fleck, der von Lava überflutet wurde, das Mare Moscoviense.

Credit: NASA / GSFC / Arizona State Univ. / Lunar Reconnaissance Orbiter

Beschreibung: Der Mond zeigt den Bewohnerinnen* des Planeten Erde immer seine vertraute, erdzugewandte Seite. Seine Rotation ist durch die Gezeiten gebunden. Doch in der Mondumlaufbahn ist auch die Rückseite des Mondes zu sehen.

Dieses scharfe Bild ist ein Mosaik aus Aufnahmen der Weitwinkelkamera des Lunar Reconnaissance Orbiter. Es zeigt die Rückseite des Mondes. Die am höchsten aufgelöste Version des Bildes ist Teil eines Mosaiks, das den ganzen Mond abbildet. Es entstand aus mehr als 15.000 Bildern, die zwischen November 2009 und Februar 2011 aufgenommen wurden. Die Strukturen sind in einem Maßstab von 100 Metern pro Bildpunkt dargestellt.

Die raue, zernarbte Oberfläche auf der Rückseite sieht ganz anders als die Seite, die zur Erde zeigt, die mit ebenen, dunklen Mondmeeren bedeckt ist. Die wahrscheinliche Erklärung dafür ist, dass die Kruste auf der Rückseite dicker ist. Das erschwerte das Durchdringen und Ausfließen von geschmolzenem Material aus dem Mondinneren zur Oberfläche und die Entstehung flacher Meere.

Zur Originalseite

Polarlichter über Norwegen in Zeitraffer

Credit und Bildrechte: Terje Sørgjerd; Musik: Gladiator-Filmmusik: Now we are Free

Beschreibung: Wenn sich eure Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben, erscheint manchmal ein spektakulärer Himmel. Das geschah zu Beginn dieses Monats, als im Norden eines der größten Polarlichter der letzten Jahre auftrat, zum Beispiel an der Grenze zwischen Norwegen und Russland.

Dieses Zeitraffervideo zeigt fließende Polarlichter über schneebedeckten Landschaften, Bäumen, Wolken, Bergen und Seen in der Nähe von Kirkenes in Norwegen. Häufig sind Polarlichter grün, wenn energiereiche Teilchen auf die Erdatmosphäre treffen. Sie bringen die Luft zum Leuchten, wenn die Elektronen mit ihren Sauerstoffionen rekombinieren. Wenn der Stickstoff in der Atmosphäre betroffen ist, treten gelegentlich auch andere Farben auf. In späteren Abschnitten des Videos sieht man auch den Mond und aufgehende Sterne.

Da die Sonne in den nächsten Jahren voraussichtlich noch aktiver wird, gibt es wohl viele Gelegenheiten, ähnlich spektakuläre Polarlichter zu sehen, sogar in Regionen, die viel näher am Äquator liegen.

Zur Originalseite

Mondaufgang über Boston

Hinter einer Stadt mit Wolkenkratzern geht der dunkelorange gefärbte Vollmond am nachtbluen Himmel auf. Er wirkt leicht verzerrt und wellig.

Bildcredit und Bildrechte: Dennis Di Cicco (TWAN)

Beschreibung: Den Vollmond letzte Woche konnte man kaum verpassen. Als er am 19. März aufging, erreichte er innerhalb einer Stunde die exakt volle Phase und das Perigäum. Das Perigäum ist der Punkt auf der Mondbahn, welcher der Erde am nächsten liegt. Daher erschien der Mond etwa 14 Prozent größer und 30 Prozent heller als ein Vollmond beim Apogäum, dem erdfernsten Punkt der elliptischen Mondbahn.

Hier steht der Vollmond kurz vor dem Perigäum noch am Horizont, als er über Boston im US-Bundesstaat Massachusetts aufging. Er ist durch die Lichtbrechung der Atmosphäre verzerrt. Diese nächtliche Himmelslandschaft wurde mit einem Teleskop fotografiert. Sie entstand auf dem Prospect Hill in Waltham in Massachusetts, etwa 10 Meilen vom Horizont von Boston entfernt.

Links neben der orangefarbenen Mondscheibe ragt der markante Kontrollturm des Logan International Airport in Boston auf. Die Szenerie zeigt auch die großen Zwillingstürme der Zakim-Schrägseilbrücke über den Charles River mit Lichtern an der Spitze.

Wenn ihr diesen Perigäum-Vollmond verpasst habt, macht eine Notiz im Kalender. Die nächste Gelegenheit, den Mond bei voller Phase nahe dem Mondperigäum so groß und hell zu sehen, kommt nächstes Jahr am 6. Mai.

Zur Originalseite

Mare Orientale

In der Bildmitte ist ein riesiger Krater mit mehreren Ringstrukturen, der von mehreren kleineren Kratern überlagert ist. In der Mitte ist eine dunkle Lavafläche.

Credit: NASA / GSFC / Arizona State Univ. / Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO)

Beschreibung: Das Mare Orientale ist wie das Auge einer Zielscheibe geformt. Es ist eine der auffallendsten großflächigen Mondstrukturen. Weil es am äußersten westlichen Mondrand liegt, ist es leider von der Erde aus schwierig zu beobachten. Das mehrfach beringte Einschlagsbecken ist das jüngste der großen Mondbecken. Dieses Mosaik zeigt faszinierende Details.

Hier seht ihr ein voll aufgelöstes Mosaik. Es entstand aus Bildern der Weitwinkelkamera des Lunar Reconnaissance Orbiter. Das 950 Kilometer große Mare Orientale wurde nur teilweise von Lava überflutet. Es ist älter als 3 Milliarden Jahre und entstand beim Einschlag eines Objekts, das so groß war wie ein Asteroid. Die Kollision verursachte Wellen in der Mondkruste, das führte zu den konzentrischen Ringstrukturen.

Auch wenn es für Leute im Raumfahrtzeitalter ein bisschen ironisch wirkt, die den Mond als trockene, luftlose Welt kennen, wird eine dunkle, ebene Mondregion als Mare (plural: Maria) bezeichnet, das ist die lateinische Bezeichnung für Meer, weil Astronominnen und Astronomen solche Regionen einst tatsächlich für Meere gehalten haben.

Zur Originalseite

Discovery in der Dämmerung

Über einem ruhigen See breitet sich ein dunkelblauer Himmel mit Strichspuren von Sternen aus, die sich im Wasser spiegeln. Hinten am Ufer stehen die Silhouetten von nackten Bäumen. Am Himmel verläuft eine helle gekrümmte Spur von links oben nach rechts unten. das hellste Licht am Himmel ist der Mond.

Credit und Bildrechte: Tamas Ladanyi (TWAN)

Beschreibung: Als am 7. März die Abenddämmerung verblasste, bewunderten Leute auf der ganzen Welt ein hübsches Paar aus jungem Sichelmond und dem gleißenden Planeten Jupiter. Die beiden Himmelslichter – Mond und Jupiter darunter – zogen zusammen mit den Sternen auf dieser gut geplanten Langzeit-Aufnahme kurze Spuren. Das Bild ist ein Komposit aus 54 Einzelaufnahmen, die je 4 Sekunden belichtet wurden.

Die zweite nahe Begegnung auf dieser nächtlichen Himmelslandschaft bildeten die Raumfähre Discovery auf ihrem letzten Flug und die Internationale Raumstation ISS. Im niedrigen Erdorbit waren sie noch vom Sonnenlicht beleuchtet und zogen grazile Bögen von rechts unten nach links oben, die einander überlappten.

Mond, Jupiter, Discovery und ISS spiegelten sich im ruhigen Wasser eines Sees bei Bakonybél in Ungarn. Hier seht ihr die Bildfolge als kurzes Youtube-Video. Darin ist zu sehen, wie sich die Spuren von ISS und Discovery trennen, während das Paar über dem Mond vorbeifliegt.

Zur Originalseite