Der Pelikannebel in Gas, Staub und Sternen

Das farbige Bild leuchtet in der Mitte blau, umgeben von dunklen Nebeln, unten sind einige orange leuchtende Wolken zu sehen. Das ganze Bild ist von markanten dunklen Staubwolken durchzogen.

Bildcredit und Bildrechte: Roberto Colombari

Der Pelikannebel wird langsam transformiert. Er wird offiziell als IC 5070 bezeichnet. Eine Molekülwolke aus dunklem Staub trennt ihn vom größeren Nordamerikanebel. Der Pelikan wird genau erforscht, weil er eine besonders aktive Mischung aus Sternbildung und veränderlichen Gaswolken ist.

Das Bild entstand in drei spezifischen Farben: im Licht von Schwefel, Wasserstoff und Sauerstoff. Dadurch verstehen wir die Wechselwirkungen besser. Das Licht junger energiereicher Sterne verwandelt kaltes Gas langsam in heißes. Die vorrückende Grenze zwischen den beiden wird als Ionisierungsfront bezeichnet. Sie leuchtet rechts in hellem Orange. Besonders dichte Tentakel aus kaltem Gas bleiben übrig.

In Millionen Jahren wird dieser Nebel vielleicht nicht mehr Pelikan genannt, weil die Anordnung von Sternen und Gas bestimmt ganz anders aussehen.

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Die Kaulquappen von of IC 410

Die magentafarben leuchtende Staubwolke im Bild erinnert an einen Tümpel, in dem rechts unten zwei Kaulquappen schwimmen, die etwas heller leuchten als der Hintergrund. Rechts und in der Mitte sind helle Sterne verteilt.

Bildcredit und Bildrechte: Steven Coates

Diese Nahaufnahme wurde mit einem Teleskop aufgenommen. Sie zeigt den an sich blassen Emissionsnebel IC 410. Rechts unten schwimmen zwei Bewohner des kosmischen Teichs, sie bestehen aus Gas und Staub. Es sind die Kaulquappen von IC 410. Der Nebel ist teilweise von Staub verdeckt, der sich im Vordergrund befindet. Er umgibt den jungen galaktischen Sternhaufen NGC 1893.

Die sehr heißen, hellen Haufensterne entstanden vor etwa vier Millionen Jahren in der interstellaren Wolke. Sie bringen das Gas zum Leuchten. Die Kaulquappen bestehen aus dichterem, kühlem Gas und Staub. Sie sind etwa 10 Lichtjahre lang. Wahrscheinlich findet darin fortschreitende Sternbildung statt. Ihre Köpfe wurden von den Winden und der Strahlung der Haufensterne geformt. Sie haben helle Ränder aus ionisiertem Gas. Ihre Schweife laufen von der Zentralregion fort.

IC 410 ist etwa 10.000 Lichtjahre entfernt. Er liegt im nebelreichen Sternbild Fuhrmann.

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Erde und Milchstraße im Weltraum

Über der Internationalen Raumstation breitet sich die Milchstraße mit hellen Sternfeldern und Dunkelwolken aus, von oben ragt die Erde ins Bild.

Bildcredit: NASA, Scott Kelly

Seit November 2000 leben ständig Menschen auf der Internationalen Raumstation ISS. Der Schnappschuss aus dem Weltraum entstand zur Feier des 15. Jahrestags, seit die Menschheit einen Außenposten im Orbit über dem Planeten Erde betreibt. Hinten leuchten die Galaxis und unsere Heimat.

Die Milchstraße verläuft unter der Krümmung des Erdrandes waagrecht durchs Bild. Am Erdrand schimmert ein zartes, ausgedehntes Nachthimmellicht. Die zentrale Wölbung der Galaxis ist voller Sternenfelder. Sie sind von dunklen Rissen aus dunklem interstellarem Staub durchzogen. Der Astronaut Scott Kelly fotografierte das Bild am 9. August 2015. Es war der 135. Tag seiner einjährigen Weltraummission.

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Helles Licht im Herznebel

Mitten im Herznebel im Sternbild Kassiopeia leuchtet der offene Sternhaufen Melotte 15. Rechts oben ist der Fischkopfnebel, er ist vom Bildrand angecshnitten.

Bildrechte: Simon Addis

Was ist im Inneren des Herznebels? Der große Emissionsnebel IC 1805 sieht so ähnlich aus wie ein menschliches Herz. Er leuchtet hell in rotem Licht, das vom häufigsten Element abgestrahlt wird: von Wasserstoff. Das rote Leuchten und die Gesamtform sind durch eine kleine Sterngruppe mitten im Herznebel entstanden. Dort liegen die jungen Sterne des offenen Sternhaufens Melotte 15. Sie erodieren mit energiereichem Licht und Sternwinden einige malerische Staubsäulen.

Der offene Sternhaufen enthält einige sehr helle Sterne mit fast 50 Sonnenmassen, dazu viele blasse Sterne, die nur den Bruchteil einer Sonnenmasse haben. Außerdem fehlt ein Mikroquasar, der vor Millionen Jahren aus dem Haufen geschleudert wurde. Der Herznebel ist etwa 7500 Lichtjahre entfernt. Er liegt im Sternbild Kassiopeia. Rechts oben befindet sich der Fischkopfnebel.

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Das Kreuz des Südens am Südhimmel

Über dem Horizont steht das Sternbild Kreuz des Südens. Die Milchstraße mit vielen roten und dunklen Nebeln steigt senkrecht auf. Oben in der Mitte leuchtet der Carinanebel.

Bildcredit und Bildrechte: Carlos Fairbairn

Habt ihr schon einmal das Kreuz des Südens gesehen? Das berühmte Sternbild sieht man am besten auf der Südhalbkugel der Erde. Die vier hellen Sterne, die das Kreuz des Südens markieren, wurden in brasilianischen Rio de Janeiro fotografiert. Sie stehen im Bild tief über dem Horizont. Der orangefarbene Stern links im Sternbild Kreuz des Südens ist Gamma Crucis.

Mitten im Bildmosaik steigt ein Band aus Sternen, Staub und Gas auf. Es ist ein Teil unserer Milchstraße. Rechts neben dem Kreuz des Südens liegt der dunkle Kohlensacknebel. Der helle Nebel oben ist der Carinanebel. Das Sternbild Kreuz des Südens ist so berühmt, dass es auf der australischen Nationalflagge abgebildet ist.

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Der Elefantenrüssel in IC 1396

Ein Feld mit blauen Nebeln ist von dunklen Fasern durchzogen. Der Emissionsnebel im Sternbild Kepheus ist als IC 1396 katalogisiert. Von unten ragt eine dunkle Säule hoch, deren Form an einen Elefantenrüssel erinnert.

Bildcredit und Bildrechte: J.C. Canonne, P. Bernhard, D. Chaplain und L. Bourgon

Der Elefantenrüsselnebel windet sich wie die Illustration einer galaktischen Nur-So-Geschichte. Dahinter liegt der Emissionsnebel IC 1396. Ein junger Sternhaufen ist darin eingebettet. Die Szene liegt im Sternbild Kepheus. Der kosmische Elefantenrüssel ist mehr als 20 Lichtjahre lang. Das Kompositbild entstand mit Schmalbandfiltern, die für das Licht ionisierter Atome von Wasserstoff, Schwefel und Sauerstoff in der Region durchlässig sind.

Das Ergebnis betont die hellen, zurückgefegten Grate. Sie umranden die Taschen aus kühlem interstellarem Staub und Gas. Solche eingebetteten dunklen, rankenförmigen Wolken enthalten das Rohmaterial für Sternbildung und verstecken Protosterne im undurchsichtigen kosmischen Staub. Der relativ blasse Komplex IC1396 ist fast 3000 Lichtjahre entfernt. Er bedeckt am Himmel einen großen Bereich von mehr als 5 Grad.

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Im Zentrum des Trifidnebels

Das Innere des Nebels leuchtet hier blau, es wird von kräftigen Staubranken dreigeteilt. Außen um das blaue Innere verläuft ein orangeroter Nebel mit Fasern, der nach außen hin dunkler wird.

Bildcredit: Subaru-Teleskop (NAOJ), Weltraumteleskop Hubble, Martin Pugh; Bearbeitung: Robert Gendler

Der Trifidnebel ist ein Sternentstehungsgebiet im Sternbild Schütze (Sagittarius). Darin mischen sich Wolken aus leuchtendem Gas mit Staubbahnen. Drei markante Staublinien gaben Trifid seinen Namen. Sie laufen im Zentrum zusammen. Rechts liegen Berge aus undurchsichtigem Staub. Weitere dunkle Staubfasern durchziehen den ganzen Nebel. Ein einzelner massereicher Stern in der Mitte bringt einen Großteil des Trifidnebels zum Leuchten.

Trifid ist auch als M20 bekannt. Er ist nur ungefähr 300.000 Jahre alt und gehört damit zu den jüngsten Emissionsnebeln, die wir kennen. Der Nebel ist etwa 9000 Lichtjahre entfernt. Der Teil, der hier abgebildet ist, ist ungefähr 10 Lichtjahre breit.

Das Bild ist ein Komposit. Seine Leuchtdichte stammt von einer Aufnahme des erdgebundenen 8,2-Meter-Subaru-Teleskops. Die Details wurden vom 2,4-Meter-Hubble-Weltraumteleskop aufgenommen. Die Farbdaten stellte Martin Pugh zur Verfügung. Das Ergebnis wurde von Robert Gendler montiert und bearbeitet.

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LDN 988 und Freunde

Vor einem dicht mit Sternen gespickten Hintergrund verlaufen dunkle Wolken, die an Strichmännchen erinnern, davor leuchten einige hellere Sterne.

Bildcredit und Bildrechte: Rafael Rodríguez Morales

In der dunklen, staubhaltigen Molekülwolke LDN 988 entstehen Sterne. Die Molekülwolke mitten im Bild ist etwa 2000 Lichtjahre entfernt. LDN 988 und andere dunkle Nebel in der Nähe wurden 1962 von Beverly T. Lynds auf den Himmelsdurchmusterungsplatten des Palomar-Observatoriums katalogisiert.

Der dunkle Nebel wurde mit Schmalbandfiltern im Nahinfrarot untersucht. Dabei zeigen sich energiereiche Erschütterungen und Ausflüsse. Sie sind Lichtjahre lang und gehen mit Dutzenden neuer Sterne einher.

Diese scharfe Teleskopansicht im sichtbaren Licht zeigt die unregelmäßigen Umrisse von LDN 988 und seinen Begleitern als tanzende Strichmännchen. Diese verfinstern die reichen Sternenfelder im Sternbild Schwan (Cygnus). An dunklen Orten ist die Region mit bloßem Auge erkennbar. Sie gehört zur großen Teilung aus Dunkelwolken in der Ebene der Milchstraße. Man nennt sie auch Nördlicher Kohlensack.

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