Wellen auf Titan

Videocredit: Una Schneck; Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Wolltet ihr schon einmal auf einer fremden Welt surfen? Die Suche nach der perfekten Welle können wir nun von der Erde auf das ganze Sonnensystem ausweiten und sogar darüber hinaus. Forschende entwickelten ein neues Modell, das Wellen auf fremden Planeten simuliert.

Titan ist einer von 274 bestätigten Monden bei Saturn. Er ist auch das einzige Objekt im Sonnensystem neben der Erde, von dem wir wissen, dass es auf seiner Oberfläche flüssige Seen und Ozeane gibt. Dieses Video zeigt zwei Simulationen von Wellen auf der Erde und auf Titan nebeneinander. Für beide Himmelskörper sind die Bedingungen gleich. Die Markierung misst in Metern. Wenn eine leichte Brise weht, erzeugt sie auf Titan viel höhere Wellen als auf der Erde, weil die Seen dort mit flüssigen Kohlenwasserstoffen gefüllt sind.

In ein paar Jahren startet die Mission Dragonfly laut Plan der NASA. Sie soll 6 Jahre lang reisen. Um Titan zu erforschen, führt einen Drehflügler mit sich. Die Mission soll auch prüfen, ob der Mond für Mikroben bewohnbar wäre.

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Mond, Venus und die Plejaden

Sieben Bilder des Mondes sind diagonal im Bild angeordnet, darunter glitzern die "sieben Schwestern". Wir nennen sie auch Plejaden oder M45, und so gut wie nie sieht man dort genau sieben Sterne. Das helle Licht rechts ist der Planet Venus.
Bildcredit und Bildrechte: Gianni Tumino; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Nein, die Erde hat nicht vor Kurzem sechs neue Monde bekommen! Heute zeigt APOD ein Weltraumbild, das aus mehreren Aufnahmen kombiniert wurde. Es ist der Abendhimmel vom 19. April über dem südlichen Sizilien. Wir folgen Mond, Venus und den Plejaden, während die Dämmerung in den Abend übergeht.

Zwischen 2023 und 2029 „besucht“ der Mond die Plejaden einmal im Monat, denn sie lieben in der Ekliptik. Sie ist die Ebene des Sonnensystems. Im April 2026 kam auch noch die Venus zur himmlischen Begegnung. Die Plejaden werden auch Messier 45 genannt. Normalerweise sieht man sechs ihrer Sterne mit freiem Auge, und zwar überall auf der Welt. Daher ranken sich zahlreiche Mythen und Legenden in vielen Kulturen um sie.

In Nordamerika lebt zum Beispiel der Stamm der Haudenosaunee. Sie sehen in den Plejaden sechs Buben. Diese tanzten so begeistert, dass sie in den Himmel abhoben. Forschende der Astronomie fanden kürzlich Tausende weitere Sterne in den Plejaden. Obwohl wir schon Jahrtausende zu ihm hinaufblicken, können wir also immer noch mehr über diesen Sternhaufen lernen.

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CG 30: Kometenartige Globulen

Diese dunklen Globulen aus Staub strömen vom Vela-Supernovaüberrest fort. Sie sind dunkel und von rot leuchtendem Gas umgeben. Der Hintergrund ist von Sternen gesprenkelt.
Bildcredit und Bildrechte: Marcelo Salemme

Sie erinnern an Bergspitzen, doch sie bilden gerade Sterne. Das Gebiet ist reich an Sternen. Es liegt am Rand der südlichen Sternbilder Segel und Achterdeck des Schiffs. Helle, fließende Formen mit roten Rändern sammeln sich in der Mitte. Diese Ansammlung aus interstellarem Gas und Staub besteht aus kometenartigen Globulen. Alle sind etwa ein Lichtjahr groß und ungefähr 1300 Lichtjahre von uns entfernt.

Das energiereiche ultraviolette Licht heißer Sterne in der Nähe formt diese Globulen. Es ionisiert ihre Ränder und bringt sie zum Leuchten. Gleichzeitig strömen die Globulen vom Vela-Supernova-Überrest weg. Das führte möglicherweise zu ihren zurückgefegten Formen. In ihrem Inneren stürzen wahrscheinlich kalte Gas- und Staubkerne zusammen. Dabei entstehen Sterne mit geringer Masse. Wenn diese Sterne zu leuchten beginnen, lösen sie schließlich die Globulen auf.

Die kometenartige Globule CG 30 liegt in der Gruppe rechts oben. In ihrem Kopf ist ein kleines rötliches Leuchten. Es ist ein typisches Zeichen für die energiereichen Strahlströme eines Sterns, der gerade erst entsteht.

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Komet C/2025 R3 (PANSTARRS) hinter Spuren von Satelliten

Über einem Horizont, auf dem ein rot beleuchteter Mast steht, ziehen Satelliten und Flugzeuge kreuz und quer helle Striche. Der Komet schimmert mittendrin, doch hinter den Spuren ist er kaum erkennbar. Rechts über der grünlichen Koma ragt sein schmaler Schweif leicht nach rechts.
Bildcredit und Bildrechte: Uli Fehr

Findet ihr den Kometen in diesem Netz aus Spuren von Satelliten? Mittendrin versteckt sich der Komet C/2025 R3 (PANSTARRS). Er besucht gerade das innere Sonnensystem.

Während Satelliten um die Erde kreisen, ziehen sie im Bild lange Streifen. Dafür sorgt die lange Belichtungszeit der Kamera. Hier waren es über 10 Minuten. Mit dem bloßen Auge sehen wir Satelliten als Lichtpunkte, die im Sonnenlicht glänzen. Sie ziehen langsam über den Nachthimmel. Kurz nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang sehen wir sie besonders gut.

Dieses Foto entstand vor zwei Wochen in Bayern in Deutschland, kurz bevor Sonne aufging. Derzeit sehen wir den Kometen C/2025 R3 (PANSTARRS) aus einem anderen Grund nur schwer: Der Winkel zwischen ihm und der Sonne ist sehr klein.

Auf seiner Bahn um die Sonne sieht man ihn in den kommenden Wochen am besten auf der Südhalbkugel der Erde. Dann macht er sich auf den Weg in den interstellaren Raum und verblasst. Kein Grund zur Verzweiflung, falls ihr den Kometen im Bild noch nicht entdeckt habt: Schaut einfach etwas genauer direkt über der Mitte hin!

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Das Ungeheuer vom unheimlichen Berg zerfällt

Aus dem Kopf und an mehreren Teilen des Körpers verströmen unsichtbare Sterne Strahlen. Man nennt sie Herbig-Haro-Objekte. Die neuen Sterne zerstören zugleich das Staubmonster, das hier vom Weltraumteleskop Hubble abgebildet wurde.
Bildnachweis: Hubble, NASA, ESA; Bearbeitung und Lizenz: Judy Schmidt

Im Kopf dieses interstellaren Monsters ist ein Stern, der es langsam zerstört. Das große Ungeheuer ist eigentlich eine unbeseelte Sammlung an Säulen aus Staub und Gas. Es ist Lichtjahre lang. Im Kopf ist ein Stern, den man durch den opaken interstellaren Staub nicht direkt sieht. Doch er bricht teilweise aus. An gegenüber liegenden Seiten stößt er Strahlen aus energiereichen Teilchen aus. Man bezeichnet sie als Herbig-Haro-Strahlen.

Diese Säulen sind etwa 7.500 Lichtjahre entfernt und liegen im Carina Nebel. Umgangssprachlich nennt man sie „Mystic Mountain“ (Geheimnisvoller Berg). Optisch werden sie von dunklem Staub geprägt. Doch sie bestehen größtenteils aus klarem Wasserstoff.

Dieses Bild stammt vom Weltraumteleskop Hubble. Überall an diesen Säulen sind massereiche, neue Sterne verteilt. Sie verströmen energiereiches Licht und Sternwinde. Damit verdampfen und zerstreuen sie die staubigen Gebiete, in denen sie entstanden sind. In ein paar Millionen Jahre ist der Kopf dieses Riesen und der größte Teil seines Körpers vollständig verdampft. Dafür sorgen die Sterne im Inneren und in seiner Umgebung.

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Die Beständigkeit des Sonnenlichts

Die Sonne sinkt langsam zum Horizont. Der Himmel dahinter ist intensiv orange und rot gefärbt und von vielen Kondensstreifen überzogen. Die Sonne wirkt stark verzerrt und erinnert an Dalís schmelzende Uhren.
Bildcredit und Bildrechte: Lorenzo Busilacchi

Dieser Sonnenuntergang wirkt surreal. Die Landschaft mit Himmel und Meer entstand an der Westküste von Sardinien. Das ist eine Insel auf dem Planeten Erde, die zu Italien gehört. Die Szene wirkt daliesk. Sie entstand aus mehreren Aufnahmen, die mit einem langen Teleobjektiv fotografiert wurden.

Doch die Sonne schmilzt nicht. Ihre flüssige, verschobene Erscheinung tritt auf, als sie sich dem Horizont nähert. Wir beobachten das, wenn sich die Brechung in der langen Sichtlinie verändert. Die veränderliche Brechung in der Atmosphäre entsteht durch Luftschichten, die eine verschiedene Dichte und Temperatur haben. So kommt es zu den verzerrten Bildern und Luftspiegelungen der rötlichen Sonnenscheibe.

Ein anderer berühmter, aber flüchtiger Effekt entsteht ebenfalls durch die atmosphärische Brechung entlang einer langen Sichtlinie zur Sonne. Wir sehen ihn, wenn die Sonne auf- oder untergeht. Es ist der Grüne Blitz.

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Junger Mond und Schwestersterne

Der Sichelmond wird von der Erde beschienen. Wolken dämpfen das helle Licht. Dadurch sieht man die Sterne der Plejaden besser unter dem Erdtrabanten. Durch die Wolkenschleier entsteht eine leichte Mondkorona.
Bildcredit und Bildrechte: Giorgia Hofer

Es scheint, als umarmte die Mondsichel die blasse Nachtseite des Mondes. Die dramatische Himmelsszene stammt vom Planeten Erde. Die Aufnahme entstand mit einem Teleobjektiv, das dem Himmel nachgeführt wurde. Sie entstand in der Nacht des 19. April, als der zwei Tage alte Mond auf seiner elliptischen Bahn nahe beim Perigäum stand. An dem Tag kam der junge Mond am Himmel dem Sternhaufen der Plejaden recht nahe.

Wolken dämpften das Mondlicht. Die Schwestersterne der Plejaden sammeln sich unter der hellen Mondsichel, die man hinter einer blassen, farbigen Mondkorona sieht. Erdschein beleuchtet die Nachtseite des Mondes, denn die Erde reflektiert das Sonnenlicht.

Manche nennen das aschfahle Mondlicht den „alten Mond in den Armen des jungen Mondes“. Es wirkt auf der Nordhalbkugel im Frühling heller. In der nächsten Zeit nähert sich der Mond auf seiner Bahn jeden Monat am Himmel der Erde den Plejaden. Die engen Begegnungen sieht man am besten bei Sichelmond.

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Das Universum im großen Maßstab

Diese Karte des Dark Energy Spectroscopic Instrument (DESI) zeigt die Struktur des Universums in großem Maßstab. In der Mitte ist die Erde. Die schwarzen Keile zeigen den Bereich, wo die Galaxis die Sicht versperrt.
Bildcredit: Claire Lamman/DESI collaboration; Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Diese Karte zeigt das Universum. Sie entstand mit dem Dark Energy Spectroscopic Instrument (DESI). DESI führt astronomische Durchmusterungen mit Spektrographen an weit entfernten Galaxien durch. Es befindet sich am Nationalobservatorium auf dem Kitt Peak in Arizona. Nun schloss DESI seine geplante Durchmusterung des Himmels ab. Sie dauerte fünf Jahre. DESI beobachtete dabei mehr als 47 Millionen Galaxien und Quasare. Mitten in der 3D-Karte liegt die Erde.

Das Bild zeigt einen Querschnitt durch die Daten über und unter der Ebene unserer Galaxis. Die schwarzen Keile markieren Bereiche, wo unsere Milchstraße den Blick auf ferne Objekte verdeckt. Das federartige Netz im Einschub zeigt die großräumige Struktur des Universums. Das Licht der Galaxien, die hier am weitesten entfernt sind, war 11 Milliarden Jahre lang unterwegs, bis es die Erde erreichte. (Das Universum ist fast 14 Milliarden Jahre alt.)

Galaxien bilden im Laufe der kosmischen Geschichte Gruppen. Dafür sorgen die Einflüsse von Gravitation und Dunkler Energie, die miteinander konkurrieren. Die Dunkle Energie ist für die beschleunigte Expansion des Universums verantwortlich. Albert Einstein beschrieb die sie als kosmologische Konstante. Erste Ergebnisse von DESI deuteten an, dass die Dunkle Energie vielleicht doch keine Konstante ist. Ihre Natur ist derzeit das größte Rätsel der Kosmologie.

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