Die Galaxie in einer Kristallkugel

Hinter einer Kristallkugel ist ein verschwommener Sternenhimmel. In der Glaskugel schimmert ein gekrümmtes Bild unserer Milchstraße.
Bildcredit und Bildrechte: Juan Carlos Munoz

Dieser kreative Schnappschuss zeigt eine kleine Kristallkugel. Sie enthält scheinbar eine ganze Galaxie, nämlich unsere Milchstraße. Grate und Risse aus interstellarem Staub ziehen durch ihre leuchtende zentrale Wölbung. Sie ist Tausende Lichtjahre groß. In der langen Nacht auf der Südhalbkugel wölbt sie sich am dunklen chilenischen Himmel über dem Observatorium auf dem Paranal.

Für das Einzelbild brauchte der Fotograf kein Very Large Telescope. Das Porträt zeigt unsere Heimatgalaxie in einer Kristallkugel. Es entstand bei Versuchen mit einer Digitalkamera auf Stativ. Die Kristallkugel schmückt einen Handlauf im ESO-Hotel.

Zur Originalseite

Urzeitliches im Meer und am Himmel

Die Milchstraße wölbt sich über runden Gebilden, die im seichten Wasser liegen. Diese sehen aus wie Steine, doch es sind so ziemlich die ältesten Lebewesen der Erde. In der Urzeit reicherten sie die Atmosphäre mit Sauerstoff an.
Bildcredit und Bildrechte: Jingyi Zhang

Stromatolithen sehen zwar wie runde Steine aus, doch sie leben. Sie sind sogar moderne Versionen einer der ältesten Lebensformen, die wir kennen. Aus fossilen Funden vermuten wir, dass Stromatolithen vor etwa 3,7 Milliarden Jahren auf der Erde entstanden sind. Das war, bevor viele der vertrauten Sterne am heutigen Nachthimmel auftauchten.

Dieses Bild entstand in Westaustralien. Nur der urzeitliche Bogen der zentralen Milchstraße ist älter als die Stromatolithen, die vorne wachsen. Sogar die Magellanschen Wolken unter dem Bogen der Milchstraße gab es nicht in ihrer heutigen Form. Sie sind Begleitgalaxien der Milchstraße.

Stromatolithen nehmen Biofilme von Milliarden Mikroorganismen auf. Diese wandern langsam zum Licht. Mit diesem Licht setzten Stromatolithen in der Urzeit Sauerstoff in der Luft frei. So machten sie die Erde für andere Lebensformen bewohnbar, zum Beispiel am Ende auch für Menschen.

Zur Originalseite

Sechs Planeten von Yosemite

Über dem See Tenaya im Yosemite-Nationalpark leuchten fünf Planeten am Nachthimmel hinter dem Leuchten am Horizont. Links steigt die Milchstraße senkrecht auf.
Bildcredit und Bildrechte: Rogelio Bernal Andreo (Deep Sky Colors)

Seit der Antike beobachten Menschen, wie die fünf Planeten Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn, die man mit bloßem Auge sieht, über den Nachthimmel des Planeten Erde wandern. Daher überrascht es vielleicht, dass man in dieser Nacht an einem klaren, ruhigen See sechs Planeten mit bloßem Auge sehen konnte. Seht mal!

Links steht der sehr helle gelbliche Mars neben der blassen Milchstraße, man sieht ihn gut. Saturn ist in das diffuse Sternenlicht der Milchstraße gehüllt. Jupiter steht rechts tief über dem Horizont. Er leuchtet hinter den Bäumen vor dem Schein der fernen Stadtlichter. Letztes Wochenende sah der aufmerksame Beobachter noch drei weitere Planeten, als er diese nächtliche Szene bewunderte. Sie breitete sich über dem schönen, hoch gelegenen See Tenaya im Yosemite-Nationalpark aus.

Zur Originalseite

Landschaft mit Mars und Milchstraße

Hinter fernen Hügeln leuchtet Mars, der Rote Planet. Die Milchstraße wölbt einen Bogen vom Horizont nach rechts.
Bildcredit und Bildrechte: Jose Luis Hernandez Verdejo

Der Planet Mars leuchtet gerade hell am Himmel der Erde. Er hat einen gelblichen Farbton. Hier geht er hinter den fernen Hügeln einer ruhigen Landschaft mit Nachthimmel auf. Dieses Panorama wurde letzten Monat in Spanien im Nationalpark Cabañeros fotografiert.

Auch die Milchstraße steigt hinter den Hügeln zum sternklaren Himmel auf. Ihre blassen, rosaroten Nebel, die kosmischen Gräben und Staubflüsse mischen sich mit dem blassen, diffusen Leuchten des Sternenlichtes. Der helle Stern Antares imitiert den gelblichen Farbton des Mars. Er leuchtet rechts neben den Sternwolken der zentralen Milchstraße. CubeSats von der Erde sind auf dem Weg zum Roten Planeten.

Zur Originalseite

Jupitersaison, hawaiianischer Himmel

Der Blick reicht zum Kīlauea und dem Krater Halemaʻumaʻu im Hawaiʻi-Volcanoes-Nationalpark. Aus neu entstandenen Schloten steigt eine feurig leuchtende Schwade auf, die nach links zieht. Am sternklaren Himmel strahlt der Planet Jupiter.
Bildcredit und Bildrechte: Tunç Tezel (TWAN)

Diese Nachtlandschaft auf Hawaii entstand Anfang des Jahres. Seither nahm die vulkanische Aktivität dort zu. Das Panorama blickt auf die Caldera des Kīlauea und den Krater Halemaʻumaʻu. Sie befinden sich im Nationalpark Hawaiʻi-Volcanoes. Etwa 30 Kilometer östlich von den ziehenden Schwaden aus Rauch und Dampf liegen neue Schlote und Lavaströme.

Heuer im späten Frühling und zu Beginn des Sommers strahlt Jupiter hell am Himmel. Er ist das gleißende Himmelslicht hoch im Süden der Szene. Dort geht die Wölbung der Milchstraße über Dämpfen und Wolken auf. Antares ist der gelbliche, helle Stern am Ende der dunklen Staubflüsse beim Zentrum unserer Galaxis. Nahe am Horizont leuchten die Sterne Alpha und Beta Centauri sowie das kompakte Kreuz des Südens hinter dem Vulkanrauch, der fast zu hell ist.

Zur Originalseite

Milchstraße und Nachthimmellicht

Der ganze Himmel über der chilenischen Atacama ist von orange gefärbtem Nachthimmellicht geflutet. Links verläuft die Milchstraße nach oben. Unten steht das Las-Campanas-Observatorium. Der helle Planet Jupiter leuchtet oben. Links sind die Magellanschen Wolken.

Bildcredit und Bildrechte: Yuri Beletsky (Carnegie Las-Campanas-Observatorium, TWAN)

Das Nachthimmellicht war eindrucksvoll. Letzte Woche flutete es nach Sonnenuntergang den ganzen Himmel von Horizont zu Horizont. Es bedeckte in einer Herbstnacht den Himmel über dem Las-Campanas-Observatorium in der chilenischen Atacamawüste. Das Leuchten war so intensiv, dass es sogar Teile der Milchstraße abschwächte.

Nachthimmellicht (Airglow) entsteht, wenn die UV-Strahlung der Sonne Atome in der Luft ionisiert. Es schimmert in ähnlicher Höhe wie Polarlichter. Meist fotografiert man Nachthimmellicht mit empfindlichen Digitalkameras in Farbe. Hier wirkt es fast feurig. Der größte Teil stammt von Sauerstoffatomen, die extrem dünn verteilt sind. In den letzten Jahren trat es häufig nachts auf der Südhalbkugel auf.

In dieser dunklen Nacht sah man außer der Milchstraße auch das starke Nachthimmellicht mit bloßem Auge, nur ohne Farbe. Doch das hellste Himmelslicht ist Jupiter. Er steht gegenüber der Sonne nahe bei der zentralen Wölbung der Milchstraße. Hier strahlt er über dem östlichen Horizont (oben). Die Große und Kleine Magellansche Wolke glänzen links unter der galaktischen Ebene am südlichen Horizont.

Zur Originalseite

Galaxis, Meteore und Flugzeuge über dem Bryce Canyon

Über dem malerischen Bryce Canyoun mit seinen urzeitlichen Hoodoos aus Sandstein wölbt sich die Milchstraße wie ein Bogen. Lichtstreifen von Meteoren blitzen über den Himmel.

Bildcredit und Bildrechte: Dave Lane

Manchmal sind Land und Himmel lebhaft und schön zugleich. Die Landschaft ist der Bryce Canyon in Utah in den USA. Er ist für seine vielen interessanten Felsformen bekannt, die im Lauf von Jahrmillionen erodiert sind. In der fotogenen Landschaft am Himmel wölbt sich die zentrale Scheibe unserer Milchstraße. Flugzeuge ziehen am Horizont drei kurze Streifen. Mindestens vier lange Streifen stammen wahrscheinlich von Meteoren der Eta Aquariiden. Zu den vielen Sternen zählen auch die drei hellen Sterne des Sommerdreiecks.

Das digitale Panorama entstand 2014 aus 12 kleineren Bildern des heutigen Datums. Gestern und heute erreicht der Meteorstrom der Eta Aquariiden, der jedes Jahr wiederkehrt, seinen Höhepunkt. Wenn der Himmel dunkel ist und die Augen an die Dunkelheit angepasst sind, sieht man mit etwas Geduld vielleicht alle paar Minuten einen Meteor.

Zur Originalseite

Gaias Milchstraße

Die ovale Abbildung zeigt unsere ganze Milchstraße. Sie entstand, indem der Satellit Gaia die Helligkeit, Farbe, Position und Distanz von 1,3 Milliarden Sternen präzise vermaß. Rechts unten sind die Magellanschen Wolken.

Bildcredit und Bildrechte: ESA, Gaia, DPAC

Dieses prachtvolle Panorama zeigt unsere Milchstraße und Galaxien in ihrer Nähe. Es ist kein Foto, sondern eine Karte. Dafür wurden fast 1,7 Milliarden Sterne einzeln vermessen. So entstand ein großer astronomischer Datensatz. Er ist die zweite Veröffentlichung von Daten des Satelliten Gaia, der den Himmel abtastet. Der Datensatz enthält präzise Angaben zu Position, Helligkeit, Farbe und parallaktischer Distanz für 1,3 Milliarden Sterne. Das sind etwa ein Prozent der Sterne in der Milchstraße.

Die Ebene der Milchstraße liegt flach im Sichtfeld von Gaias Karte der Sterndaten. Die meisten Sterne der Galaxis befinden sich in dieser Scheibe. Hohlräume und Risse in der galaktischen Ebene zeigen Staubwolken zwischen den Sternen und verdecken ihr Licht. Rechts unten schimmern die Große und Kleine Magellansche Wolke. Die beiden Nachbargalaxien liegen etwas unter der Milchstraße.

Zur Originalseite