Wolken der Erde und des Himmels

Aus wabernden weißen Wolken ragen die Gipfel der Dolomiten in Italien. Oben füllt die Milchstraße mit ihren rot leuchtenden und dunklen Nebeln den Himmel.
Bildcredit und Bildrechte: Angelo Perrone

Vielleicht findet ihr hoch in den Bergen einen Hochsitz, der euch einen malerischen Blick auf die Wasserwolken der Erde und die Sternwolken der Milchstraße bietet. Das passierte letzten Monat einem Bergsteiger und Astrofotografen. Vorne ragen die Gipfel der Dolomiten aus den weißen Wolken. Sie stehen im Norden Italiens. Das Bild entstand aus mehreren Aufnahmen, die auf dem Lagazuoi in den Dolomiten fotografiert wurden.

Vor Hunderten Millionen Jahren waren die Dolomiten keine Berge, sondern Inseln. Tektonische Platten kollidierenden und hoben sie aus einem urzeitlichen Meer. Die Dolomiten haben eine wechselvolle Geschichte. Das erklärt die vielfältige Landschaft mit zerklüfteten Bergrücken und urzeitliche Fossilien aus dem Meer.

Über den Dolomiten kreuzt dunkler Staub die Ebene unserer Milchstraße. Helle rote Wolken aus leuchtendem Wasserstoff sprenkeln Sterne und Staub. Eine davon ist der Lagunennebel links über der Mitte.

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Ringe um den Ringnebel M57

In der Mitte leuchtet der bekannte Ringnebel mit blauem Inneren, umgeben von einem gelblichen Staubring. Außen herum sind rosettenartige Staubringe angeordnet, die man normalerweise auf Bildern des Ringnebels nicht sieht.
Bildcredit: Hubble, Large Binocular Telescope LBT, Subaru-Teleskop; Komposition und Bildrechte: Robert Gendler

Im vertrauten Ringnebel (M57) gibt es viel mehr, als man mit einem kleinen Teleskop sieht. Der gut erkennbare zentrale Ring ist etwa ein Lichtjahr groß. Doch diese detailreiche Aufnahme erforscht die ausschweifenden Fasern aus leuchtendem Gas, die sich viel weiter vom Zentralstern des Nebels ausdehnen.

Das Bild ist ein gemeinsames Projekt. Es kombiniert die Daten von drei großen Teleskopen. Die Basis ist eine Schmalband-Aufnahme im Licht von Wasserstoff. Sie wurde mit Emissionen im sichtbaren Licht und in Infrarot überlagert.

Der planetarische Nebel ist gut erforscht. Sein leuchtendes Material stammt natürlich nicht von Planeten. Vielmehr entsteht die gasförmige Hülle, wenn ein sonnenähnlicher Stern vergeht. Dabei stößt er seine äußeren Schichten ab. Der Ringnebel ist etwa 2000 Lichtjahre entfernt. Er steht im musikalischen Sternbild Leier.

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Von der galaktischen Ebene zu Antares

Die Himmelsregion um Rho Ophiuchi gehört zu den fotogensten am Himmel. Dort versammeln sich bunte Nebel, Kugelsternhaufen und Dunkelnebel neben der Milchstraße. Das Bild zeigt eine große Region in den Sternbildern Schlange, Schlangenträger, Skorpion und Schütze.

Bildcredit und Lizenz: Rogelio Bernal Andreo (Deep Sky Colors)

Hier seht ihr eine der fotogensten Regionen am Nachthimmel. Sie wurde hier eindrucksvoll abgebildet. Ganz links verläuft diagonal das Band unserer Milchstraße. Rechts neben der Mitte seht ihr die farbenprächtige Rho-Ophiuchi-Region mit dem hellen orangefarbenen Stern Antares. Der Nebel Sharpless 1 (Sh2-1) befindet sich ganz rechts. Vor dem Band der Milchstraße liegen mehrere berühmte Nebel. Dazu gehören der Adlernebel (M16), der Trifidnebel (M21) und der Lagunennebel (M8). Weitere namhafte Nebel sind die Pfeife und der blaue Pferdekopf.

Allgemein stammt Rot von Nebeln, in denen das Licht von angeregtem Wasserstoff stammt. Blau markiert interstellaren Staub, der bevorzugt das Licht heller junger Sterne reflektiert. Dichter Staub erscheint dunkelbraun, wenn er nicht beleuchtet wird. Auch große Sternkugeln sind zu sehen. Dazu gehören die Kugelsternhaufen M4, M9, M19, M28 und M80. Jeder davon ist auf dem beschrifteten Begleitbild markiert.

Dieses sehr breite Feld misst etwa 50 Grad. Es umfasst die Sternbilder Schütze links unten, Schlange links oben, Schlangenträger in der Mitte und rechts den Skorpion. Um dieses Bild zu erstellen, brauchte es mehr als 100 Stunden Himmelsfotografie, kombiniert mit minutiöser Planung und digitaler Bildbearbeitung.

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Messier 24 – die Sagittarius-Sternwolke

Das Sternenfeld M24 ist eine Lücke in den Staubwolken im Schützen. Es bietet einen Blick auf die Sterne im Sagittarius-Spiralarm. Das Bild ist so breit wie 8 Vollmonde. Oben ist eine rötliche Emission.
Bildcredit und Bildrechte: Roberto Colombari

M24 ist anders als die meisten Einträge in Charles Messiers berühmtem Katalog für ferne Objekte am Himmel. M24 ist keine helle Galaxie, kein Sternhaufen und auch kein Nebel. Es ist eine Lücke in den nahen Staubwolken zwischen den Sternen. Durch diese Lücke sehen wir die fernen Sterne im Sagittarius-Spiralarm unserer Milchstraße.

Wenn ihr die Sternwolke mit Fernglas oder einem kleinen Teleskop sucht, seht ihr durch ein Fenster, das breiter ist als 300 Lichtjahre. Der Blick fällt auf Sterne, die mindestens 10.000 Lichtjahre von der Erde entfernt sind. Manche nennen M24 die „kleine Sagittarius-Sternwolke“. Ihre hellen Sterne füllen die linke Seite dieser prächtigen Landschaft am Himmel.

Das Bild entstand mit einem Teleskop und ist etwa 4 Grad breit. Das sind 8 Vollmonde nebeneinander. Es liegt im Sternbild Schütze und zeigt viele kleine, dichte Staubwolken und Nebel im Zentrum der Milchstraße. Dazu gehört auch die rötliche Emission von IC 1284 beim oberen Bildrand.

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Die Säulen des Adlernebels in Infrarot

Die berühmten Säulen der Schöpfung wirken hier transparent. Nur ein Teil der Staubwolken ist dunkel. Sie sind von einem blauen Schimmer umgeben. Davor und dahinter sind Sterne dicht gedrängt.
Bildcredit: NASA, ESA, Hubble, HLA; Bearbeitung: Lluís Romero

Im Adlernebel entstehen neue Sterne. Sie kollabieren unter der Last der Gravitation in den Säulen aus dichtem Gas und Staub. Die intensive Strahlung dieser hellen Sterne, die neu entstanden sind, verdampfen die Materie in ihrer Umgebung.

Dieses Bild entstand mit dem Weltraumteleskop Hubble in nahem Infrarotlicht. Damit können wir einen Blick durch einen Großteil des dichten Staubs werfen, der die Säulen im sichtbaren Licht undurchsichtig macht. Die gewaltigen Strukturen sind Lichtjahre lang. Man nennt sie informell Säulen der Schöpfung oder Säulen der Sternbildung.

Der Adlernebel und der offene Sternhaufen M16 gehören zusammen. Sie sind ungefähr 6500 Lichtjahre entfernt. Man findet sie leicht mit kleinen Teleskopen. M16 liegt im geteilten Sternbild Serpens Cauda (Schwanz der Schlange), einem nebelreichen Teil des Himmels.

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Der Blick auf M101

Die Galaxie M101 links oben wird von der Zwerggalaxie NGC 5474 begleitet. Ihre Spiralstruktur wurde mit dem Leviathan von Parsonstown von Lord Rosse erfasst.

Bildcredit und Bildrechte: Joonhwa Lee

Die große Spiralgalaxie M101 ist einer der letzten Einträge in Charles Messiers berühmtem Katalog, aber sicher nicht der unwichtigste. Die Galaxie ist riesig. Sie misst ungefähr 170.000 Lichtjahre. Damit ist sie fast doppelt so groß wie unsere Milchstraße. M101 war einer der ursprünglichen Spiralnebel, die im 19. Jahrhundert mit Lord Rosses großem Teleskop beobachtet wurden. Das riesige Fernrohr wurde auch Leviathan von Parsonstown genannt.

Rechts unten zeigt das aktuelle Teleskopbild von M101 eine Begleiterin. Es ist die Zwerggalaxie NGC 5474. Die gezackten Sterne liegen vorne in der Milchstraße. Ihre Farben finden wir auch im Sternenlicht der großen Universumsinsel. Kühle, gelbliche Sterne prägen den Kern. Die stattlichen Spiralarme sind von blauen, heißen jungen Sternen gesäumt. Undurchsichtige Staubbahnen und rosarote Regionen mit Sternbildung mischen sich in die Arme.

M101 hat auch den Namen Feuerradgalaxie. Sie ist etwa 23 Millionen Lichtjahre entfernt und liegt am Rand des nördlichen Sternbildes Große Bärin (Ursa Major). NGC 5474 wurde wahrscheinlich bei früheren Begegnungen durch die Gravitation der größeren Galaxie verzerrt.

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Mond in den Hyaden

Vom Mond sieht man sowohl die nach unten zeigende Sichel als auch seine Nachtseite, die von der Erde beschienen wird. Dahinter sind die Sterne der Hyaden.

Bildcredit und Bildrechte: Jerry Lodriguss (Catching the Light)

Habt ihr kürzlich den Mond gesehen? Am 18. April wanderte seine zunehmende Sichel, die von der Sonne beleuchtet war, am Nachthimmel vor den Sternen der Hyaden vorbei. Dieses Telefoto zeigt die ganze Mondkugel und dahinter den nahen Sternhaufen. Er ist v-förmig und am hellen Stern Aldebaran verankert.

Das faszinierende Himmelsbild entstand aus einer Serie an Bildern, die unterschiedlich belichtet und digital kombiniert wurden. Am kürzesten wurde ein Bild mit 1/60stel Sekunde belichtet. Es zeigt scharfe Details der hellen Mondsichel. Länger belichtete Aufnahmen mit bis zu 15 Sekunden Belichtungszeit zeigen die blasseren Sterne dahinter und den Erdschein. Das ist die Nachtseite des Mondes, die von der Erde beschienen wird. Man sieht sie mit bloßem Auge.

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M57: Der Ringnebel

Der Ringnebel M57 ist einer der bekanntesten Ringe am Himmel. Vermutlich ist er ein relativ dichter Torus, den wir von oben sehen.

Bildcredit: NASA, ESA, Hubble-Vermächtnisarchiv; Komposition: Giuseppe Donatiello

Nach den Saturnringen ist der Ringnebel M57 der wohl berühmteste Himmelsreifen. Seine klassische Erscheinung ist vermutlich der Perspektive geschuldet. Die jüngste Kartierung der 3-D-Struktur des expandierenden Nebels basiert zum Teil auf diesem scharfen Hubblebild. Sie zeigt, dass der Nebel ein relativ dichter Ring ist, ähnlich wie ein Lochkrapfen, der um eine Wolke in Form eines Footballs aus leuchtendem Gas geschlungen ist. Von der Erde aus sehen wir die Längsachse des Football entlang und von oben auf den Ring.

Dieser planetarische Nebel ist gut untersucht. Das leuchtende Material stammt natürlich nicht von Planeten. Vielmehr ist er die gasförmige Hülle eines vergehenden Sterns, der einst ähnlich war wie die Sonne und der seine äußere Schicht abgestoßen hat. Jetzt ist er ein winziger Lichtpunkt mitten im Nebel. Das intensive ultraviolette Licht des heißen Zentralsterns ionisiert die Gasatome.

Der Ringnebel ist etwa ein Lichtjahr lang und 2000 Lichtjahre entfernt.

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