Diese Nebel sind ein Herz und eine Seele

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Bildcredit und Bildrechte: Mario Zauner

Beschreibung: Liegen Herz und Seele unserer Galaxis in der Kassiopeia? Vielleicht nicht, aber dort liegen zwei helle Emissionsnebel mit den Spitznamen Herz und Seele.

Der Herznebel wird offiziell als IC 1805 bezeichnet und liegt rechts unten. Seine Form erinnert an ein klassisches Herzsymbol. Der Seelennebel wird offiziell als IC 1871 bezeichnet und ist links oben zu sehen. Beide Nebel leuchten hell im roten Licht von angeregtem Wasserstoff. Diese Montage in drei Farben zeigt auch Licht, das von Schwefel abgestrahlt wird, in Gelb sowie Licht von Sauerstoff in Blau. Nahe den Nebelmitten sind mehrere junge offene Sternhaufen sichtbar.

Licht braucht etwa 6000 Jahre von diesen Nebeln bis zu uns, die Nebel umfassen zusammen ungefähr 300 Lichtjahre. Forschung an Sternen und Haufen wie jenen im Herz– und Seelenebel konzentrieren sich darauf, wie massereiche Sterne entstehen, und wie sie ihre Umgebung beeinflussen.

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Komet 21P/Giacobini-Zinner, Herz und Seele

Das Sternenfeld in lila-rosa Tönen zeigt in der Mitte den Herz-und-Seele-Nebel. Links daneben ragt der blasse Schweif eines Kometen von einer grünlichen Koma nach oben, er ist leicht nach rechts geneigt.
Bildcredit und Bildrechte: Juan Carlos Casado (TWAN, Earth and Stars)

Der Komet 21P/Giacobini-Zinner hat eine grünliche Koma. Er steht hier vor einer Landschaft am Himmel in den nördlichen Sternbildern Kassiopeia und Perseus, die am 17. August mit Teleobjektiv fotografiert wurde. Sie ist mehr als 10 Grad breit. Der periodische Komet ist der Ursprung des Meteorstroms der Draconiden, der bald kommt. Nächsten Monat erreicht der Komet, der hier vor einem dichten Sternfeld liegt, seine größte Helligkeit. Im Bild ist er nur vier Lichtminuten von der Erde entfernt.

Giacobini-Zinner bleibt wohl zu blass, um ihn mit bloßem Auge zu sehen. Auch der Herz-und-Seele-Nebel, der mitten im Sichtfeld der Digitalkamera liegt, leuchtet zu schwach für einen direkten Blick. Rechts ist ein Paar offener Sternhaufen, h und χ Perseï. Diese sieht man an dunklen Orten mit bloßem Auge.

In Herz und Seele sind Haufen junger Sterne eingebettet. Sie sind etwa eine Million Jahre alt. Jeder davon ist größer als 200 Lichtjahre. Sie sind 60007000 Lichtjahre entfernt und gehören zu einem großen aktiven Komplex mit Sternbildung, der sich im Perseus-Spiralarm der Milchstraße ausbreitet. h und χ Perseï sind ein bekannter Doppelsternhaufen. Beide Haufen sind ungefähr gleich weit von uns entfernt.

Der Komet Giacobini-Zinner ist periodisch. Das bedeutet, er kehrt regelmäßig an den Himmel zurück. Eine irdische Raumsonde, nämlich der International Cometary Explorer, wurde umfunktioniert. Die Sonde besuchte den Kometen im September 1985. Dabei durchquerte sie seinen Schweif.

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Im Herzen des Herznebels

Durch eine dunkelrot leuchtende Höhlung sieht man auf blau leuchtende Nebel. Die Öffnung ist herzförmig.

Bildcredit und Bildrechte: Alan Erickson

Was ist da im Herznebel? Der große Emissionsnebel mit der Bezeichnung IC 1805 sieht wie ein menschliches Herz aus. Seine Form passt vielleicht zum Valentinstag. Dieses Herz leuchtet in hellem rotem Licht, das von seinem häufigsten Element abgestrahlt wird: Wasserstoff.

Für das rote Leuchten und den Umriss sorgt eine kleine Sterngruppe nahe dem Zentrum des Nebels. Mitten im Herznebel liegen die jungen Sterne des offenen Haufens Melotte 15. Mit ihrem energiereichen Licht und ihren Sternwinden tragen sie mehrere pittoreske Staubsäulen ab.

Der offene Sternhaufen enthält einige helle Sterne mit der fast 50-fachen Masse der Sonne. Viele weitere blasse Sterne haben weniger als eine Sonnenmasse. Schließlich fehlt ein Mikroquasar. Er wurde vor Millionen Jahren ausgestoßen. Der Herznebel ist etwa 7500 Lichtjahre entfernt. Er steht im Sternbild Kassiopeia, der mythologischen Königin von Aithiopia.

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Der Herznebel in Wasserstoff, Sauerstoff und Schwefel

Der Nebel im Bild erinnert an ein Herz. Außen sind orange-braune Nebel, im Inneren leuchtet ein blauer Hintergrund. Der Herznebel liegt im Sternbild Kassiopeia.

Bildcredit und Bildrechte: Peter Jenkins

Woher bekommt der Herznebel seine Energie? Der große Emissionsnebel ist als IC 1805 katalogisiert und erinnert als Ganzes an ein Herz. Die Energie für das Leuchten im Nebel stammt von Sternwinden und der Strahlung massereicher, heißer Sterne, die sich im jungen Sternhaufen Melotte 15 befinden. Sie sorgen auch für die Form der Gas- und Staubwolken.

Das detailreiche Teleskopbild kartiert das Leuchten der schmalen Emissionslinien der Atome von Wasserstoff, Sauerstoff und Schwefel. Sie sind im Nebel überall vorhanden. Das Sichtfeld ist am Himmel etwas breiter als zwei Grad. Es ist somit größer als vier Vollmonde nebeneinander. Das kosmische Herz schlägt im Sternbild Kassiopeia. Sie ist die stolze mythische Königin von Aithiopia.

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Melotte 15 im Herz

Dunkle Staubwolken liegen vor blau leuchtenden Emissionsnebeln. Dazwischen sind massereiche junge Sterne verteilt.

Bildcredit und Bildrechte: Steve Cooper

Mitten im Emissionsnebel IC 1805 bilden kosmische Wolken fantastische Formen. Im Nebel entstand ein neuer Sternhaufen, nämlich Melotte 15. Seine Sterne sind etwa 1,5 Millionen Jahre jung. Deren Sternwinde und die Strahlung der heißen, massereichen Sterne formen die Wolken in der farbigen Himmelslandschaft. Vor dem leuchtenden atomarem Gas breiten sich die Silhouetten dunkler Staubwolken aus.

Das Kompositbild ist ungefähr 15 Lichtjahre breit. Es entstand aus Teleskopaufnahmen, die mit Schmalband- und Breitbandfiltern gewonnen wurden. Die Emissionen ionisierter Atome von Wasserstoff, Schwefel und Sauerstoff sind in grünen, roten und blauen Farbtönen kartiert. Das entspricht der bekannten Hubble-Palette.

Weitwinkelbilder zeigen den Umriss von IC 1805, der zu seinem gängigen Namen Herznebel führte. IC 1805 ist ungefähr 7500 Lichtjahre entfernt. Er leuchtet im stolzen Sternbild Kassiopeia.

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Herz- und Seelennebel

Die beiden hellen Nebel im Bild sind der Herznebel (links) und der Seelenebel (rechts) im Sternbild Cassiopeia. Hier sind sie orangerot umrandet, ihr Inneres leuchtet blau.

Bildcredit und Bildrechte: David Lindemann

Liegen Herz und Seele unserer Galaxis in der Kassiopeia? Das vielleicht nicht, aber dort leuchten zwei helle Emissionsnebel mit den Spitznamen Herz und Seele. Der Herznebel hat die offizielle Bezeichnung IC 1805. Er liegt rechts im Bild. Seine Form erinnert an ein klassisches Herzsymbol. Beide Nebel leuchten hell im roten Licht von ionisiertem Wasserstoff.

Mehrere junge offene Sternhaufen besiedeln das Bild. Sie sind hier in Blau abgebildet, wie auch die Nebelzentren. Licht braucht zirka 6000 Jahre, um uns von diesen Nebeln aus zu erreichen. Zusammen sind sie ungefähr 300 Lichtjahre breit. Untersuchungen von Sternen und Haufen wie solchen, die man in Herz– und Seelennebel findet, sollen herausfinden, wie massereiche Sterne entstehen und wie sie ihre Umgebung beeinflussen.

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Herz, Seele und Doppelhaufen

Links sind zwei rot leuchtende Nebel, sie sind als Herz- und Seelennebel bekannt. Rechts ist der Doppelsternhaufen h und χ Persei.

Bildcredit und Bildrechte: Adrien Klamerius

Dieses reiche Sternfeld liegt am Himmel in den nördlichen Sternbildern Kassiopeia und Perseus. Es ist fast 10 Grad breit. Links sind die herzförmigen kosmischen Wolken IC 1805 und IC 1848. Sie sind als Herz- und Seelennebel bekannt. Rechts sind die Sternhaufen NGC 869 und NGC 884. Man kann sie leicht erkennen. Sie heißen h und χ Persei oder einfach „der Doppelsternhaufen im Perseus“.

In Herz und Seele sind junge Sternhaufen eingebettet. Sie sind etwa eine Million Jahre alt. Beide sind größer als 200 Lichtjahre. Sie sind sechs- bis siebentausend Lichtjahre entfernt. Die Nebel gehören zu einem großen aktiven Gebiet, in dem Sterne entstehen. Es liegt im Perseus-Spiralarm unserer Milchstraße.

Der Doppelhaufen ist etwa gleich weit entfernt wie Herz- und Seelennebel. h und χ Persei sind nur wenige Hundert Lichtjahre voneinander entfernt. Sie liegen also physisch nahe beisammen und sind zirka 13 Millionen Jahre alt. Weil die Haufen so nahe beisammen liegen und ihre Sterne ähnlich alt sind, vermutet man, dass sie wahrscheinlich in derselben Sternbildungsregion entstanden sind.

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Meteor-Pfeil trifft den Herznebel

Zwischen dichten Sternwolken zeichnet sich eine tiefrot leuchtende Nebelstruktur ab, die an ein Herz erinnert. Sie wird im von einem Pfeil getroffen. Der Pfeil ist ein grün leuchtender Meteor.

Bildcredit und Bildrechte: Roger N. Clark

Was macht dieser Meteor? Dynamisch gesehen ist die asymmetrische Bahn untypisch kurz. Der Pfad verläuft leicht spiralförmig. Das ist ein Hinweis, dass das Sandkörnchen mitten im Aufleuchten einen Augenblick lang rotiert, während es verdampft. Geografisch trifft der Meteor scheinbar den Herznebel. In Wirklichkeit verglüht er in der Erdatmosphäre. Er ist also etwa eine Quadrillion Mal näher.

Der Meteor wurde letzten Monat in der Nacht fotografiert, als die Perseïden den Höhepunkt erreichten. Er gehört wahrscheinlich zu diesem Meteorstrom. Der Radiant der Perseïden liegt im Sternbild Perseus, das rechts oben außerhalb des Bildes liegt. Dorthin zeigt der Meteorpfeil.

Der Herznebel wurde auf 18 Aufnahmen fotografiert, die je 1 min belichtet sind. Der ungewöhnliche Meteorpfeil war auf nur einer Aufnahme zu sehen. Die Meteorbahn leuchtet in mehreren Farben, diese werden von verschiedenen Elementen im aufgeheizten Gas abgestrahlt.

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