Der innere Ring der Spiralgalaxie NGC 1512

Die Galaxie NGC 1512 hat keine ausgeprägten Spiralarme, sondern markante Ringe. Der Kernring umgibt das innerste Zentrum und leuchtet sehr hell, weiter außen verläuft ein strukturierter Ring. Dazwischen gibt es einen diffusen Balken.

Bildcredit: NASA, ESA, Weltraumteleskop Hubble

Die meisten Galaxien haben keine Ringe. Warum hat diese gleich zwei? Beginnen wir beim hellen Band um die Mitte von NGC 1512. Es ist ein Kernring. Er umgibt das Zentrum der Galaxie und leuchtet hell, weil er viele neue Sterne enthält. Doch die meisten Sterne und begleitendes Gas und Staub umkreisen das galaktische Zentrum in einem Ring, der weiter außen liegt. Er liegt hier am Bildrand. Dieser Ring wird „innerer Ring“ genannt, was manche überrascht.

Wenn ihr genau hinseht, erkennt ihr, dass der innere Ring die Enden eines diffusen Zentralbalkens verbindet. Er verläuft waagrecht über die Galaxie. Diese Ringstrukturen entstehen vermutlich durch eine Asymmetrie in NGC 1512. Sie ist ein schleppender Prozess, der sich über Jahrhunderte hinzieht. Durch die Gravitation dieser Asymmetrie von Galaxie und Sternbalken fallen Gas und Staub vom inneren Ring zum Kernring. So steigern sie die Sternbildungsrate im Kernring.

Manche Spiralgalaxien haben noch einen dritten Ring. Das ist ein äußerer Ring, der noch weiter entfernt um die Galaxie kreist.

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Das Grinsen der Gravitation

Mitten im Bild leuchten Galaxien, die von einem violett leuchtenden Nebel umgeben sind. Weitere Galaxien, die zu Bögen verzerrt sind, umgeben den Nebel. Alles zusammen lässt das Gebilde wie ein lächelndes Gesicht erscheinen.

Bildcredit: Röntgen – NASA / CXC / J. Irwin et al.; Optisch – NASA/STScI

Albert Einstein publizierte die Allgemeine Relativitätstheorie vor mehr als 100 Jahren. Sie sagte den Effekt der Gravitationslinsen vorher. Dieser verleiht fernen Galaxien so eine wunderliche Erscheinung, wenn man sie auf Bildern betrachtet, die mit den Spiegeln der Weltraumteleskope Chandra und Hubble aufgenommen wurden. Sie zeigen eine Galaxiengruppe in Röntgen- und sichtbarem Licht.

Die Gruppe hat den Spitznamen Grinsekatzen-Galaxiengruppe. Vielsagende Bögen rahmen die beiden großen elliptischen Galaxien der Gruppe. Die Bögen sind Bilder ferner Galaxien im Hintergrund. Die Verteilung der Gravitationsmasse in der vorderen Gruppe krümmt sie. Diese Masse besteht vorwiegend aus Dunkler Materie.

Die beiden großen elliptischen „Augen“-Galaxien sind die hellsten in der Gruppe, die verschmelzen. Die relative Geschwindigkeit der Kollision beträgt fast 1350 km/s. Sie erhitzt das Gas auf Millionen Grad. Dabei entsteht das violett gezeigte Leuchten in Röntgenlicht. Neugierig auf die Verschmelzung der Galaxiengruppe? Die Grinsekatze lächelt im Sternbild Große Bärin. Sie ist etwa 4,6 Milliarden Lichtjahre entfernt.

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NGC 4449: Nahaufnahme einer kleinen Galaxie

Die irreguläre Galaxie im Bild ist von vielen rötlich und bläulich leuchtenden Sternhaufen überzogen.

Bildcredit und Bildrechte: DatenHubble-Vermächtnisarchiv, ESA, NASA; BearbeitungDomingo Pestana Galvan, Raul Villaverde Fraile

Am Himmel gibt es viele prächtige Spiralgalaxien. Sie bekommen oft mehr Aufmerksamkeit. An ihren geschwungenen Spiralarmen findet man häufig auffällige junge blaue Sternhaufen und rötliche Regionen mit Sternbildung. Doch auch kleine, irreguläre Galaxien wie NGC 4449 bilden Sterne.

NGC 4449 ist etwa 12 Millionen Lichtjahre entfernt. Das kleine Inseluniversum misst weniger als 20.000 Lichtjahre. Sein Durchmesser ist ähnlich wie die Große Magellansche Wolke (GMW), eine Begleitgalaxie der Milchstraße. Die beiden werden oft verglichen.

Diese Nahaufnahme stammt vom Weltraumteleskops Hubble. Sie zeigt die gut erforschte Galaxie. Das Bild wurde überarbeitet, es betont nun das verräterische rötliche Leuchten von Wasserstoff. Weite Regionen mit Sternbildung in NGC 4449 treten markant hervor. Manche davon sind sogar größer als jene in der GMW. Sie enthalten riesige interstellare Bögen und Blasen, die von kurzlebigen massereichen Sternen ausgehöhlt wurden.

NGC 4449 gehört zu einer Gruppe von Galaxien im Sternbild Jagdhunde (Canes Venatici). Sie ist die erste Zwerggalaxie, bei der ein Gezeitenstrom aus Sternen entdeckt wurde.

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Messier 63: Die Sonnenblumengalaxie

Die Galaxie, die mitten im Bild schwebt, wirkt ein wenig verschwommen. Sie besitzt gleichmäßig gewundene Spiralarme mit vielen Sternhaufen und Sternbildungsregionen. Das Zentrum leuchtet gelblich.

Bildcredit und Bildrechte: DatenHubble-Vermächtnisarchiv, Subaru-Teleskop (NAOJ), Don Goldman; BearbeitungRobert Gendler, Roberto Colombari, Don Goldman

Messier 63 ist eine helle Spiralgalaxie am nördlichen Himmel. Sie ist etwa 25 Millionen Lichtjahre entfernt und liegt im treuen Sternbild Jagdhunde. Das majestätische Inseluniversum ist auch als NGC 5055 katalogisiert. Es misst 100.000 Lichtjahre. Damit ist es etwa so groß wie unsere Milchstraße.

M63 ist landläufig als Sonnenblumengalaxie bekannt. Dieses scharfe Kompositbild entstand aus Teleskopbildern aus dem Weltraum und auf der Erde. Darauf hat sie einen hellen, gelblichen Kern und ausladende blaue Spiralarme. Sie sind von kosmischen Staubbahnen durchzogen und mit rosaroten Regionen mit Sternbildung gesprenkelt.

M63 ist ein markantes Mitglied einer bekannten Galaxiengruppe. Sie hat blasse, ausgedehnte Strukturen. Es sind wohl Sternströme von Begleitgalaxien, die von Gezeiten zerrissen wurden. M63 leuchtet im ganzen elektromagnetischen Spektrum. Vermutlich gab es in der Galaxie Ausbrüche intensiver Sternbildung.

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Spiralgalaxie NGC 1512: Der Ring um den Kern

Das Bild zeigt das Innere der Galaxie NGC 1512. Es ist von einem leuchtenden Ring aus Sternbildungsregionen und dunklem Staub umgeben. Nach oben und unten laufen dunkle Staubarme hinaus. Das Bild stammt vom Weltraumteleskop Hubble.

Bildcredit: NASA, ESA, Hubble, LEGUS; Danksagung: Judy Schmidt

Was geschieht um das Zentrum dieser Spiralgalaxie? Als Ganzes gesehen ist NGC 1512 eine Balkenspiralgalaxie. Das ist eine Spiralgalaxie mit einem geraden Balken aus Sternen in der Mitte. Dieser Balken kreuzt einen äußeren Ring, den man nicht sieht, weil er die abgebildete Region umgibt.

Dieses Bild stammt vom Weltraumteleskops Hubble. Darauf umgibt ein innerer Ring den Kern der Spirale. Die beiden Ringe sind nicht nur durch einen Balken aus hellen Sternen verbunden, sondern auch durch dunkle Staubbahnen. Im Inneren dieses inneren Rings schraubt sich ständig Staub hinein. Vielleicht ist dort ein großes Schwarzes Loch. Die Ringe leuchten hell wegen der neu entstandenen Sterne, die durch die Kollision von NGC 1512 mit ihrer galaktischen Nachbarin NGC 1510 entstanden sein könnten.

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Verborgene Galaxie IC 342

Die Spiralgalaxie IC 342 ist von oben ausgebreitet sichtbar. Die dichten Spiralarme sind von rötlichen Sternbildungsregionen gesäumt. Der Kern leuchtet gelb. IC 342 ist von unterschiedlich hellen Sternen umgeben.

Bildcredit und Bildrechte: T. Rector (U. Alaska in Anchorage), H. Schweiker, WIYN, NOAO, AURA, NSF

IC 342 ist ähnlich groß wie helle Spiralgalaxien in unserer Nachbarschaft. Sie ist ungefähr 10 Millionen Lichtjahre entfernt. Wir finden sie im langhalsigen nördlichen Sternbild Giraffe. IC 342 ist ein ausuferndes Inseluniversum. Es am Nachthimmel sehr markant, wenn es nicht vor direktem Blick verborgen wäre. Man erspäht es nur durch einen Schleier aus Sternen, Gas- und Staubwolken, der in der Ebene unserer Milchstraße liegt.

Das Licht von IC 342 wird zwar durch kosmische Wolken gedämpft, die dazwischen liegen. Doch dieses scharfe Teleskopbild zeigt den undurchsichtigen Staub, die blauen Sternhaufen und die rötlichen Regionen mit Sternbildung in den Spiralarmen der Galaxie, die sich weit vom Kern der Galaxie entfernt winden.

IC 342 erlebte wohl in jüngerer Zeit einen Ausbruch an Sternbildungsaktivität. Die Galaxie ist nahe genug, dass sie die Entwicklung der Lokalen Gruppe und die Milchstraße gravitativ beeinflusst haben könnte.

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Blick auf M106

Zwischen Sternen im Sternbild Jagdhunde sind eine große und viele kleine Galaxien verteilt. Die große Galaxie ist M106. Rechts darunter ist die kleinere Galaxie NGC 4217.

Bildcredit und Bildrechte: Peter Feltoti

Die große, helle, schöne Spirale Messier 106 prägt diese kosmische Aussicht. Das Teleskopsichtfeld ist zwei Grad breit und blickt zum folgsamen Sternbild Jagdhunde (Canes Venatici). Es liegt bei der Deichsel des Großen Wagens. M106 ist auch als NGC 4258 bekannt. Sie ist ungefähr 80.000 Lichtjahre groß und 23,5 Millionen Lichtjahre entfernt. Die Galaxie ist das größte Mitglied der Galaxiengruppe Canes II.

Für eine ferne Galaxie ist die Entfernung zu M106 gut bekannt. Das liegt zum Teil daran, dass sie durch Messung der auffälligen Maser-Emission (Mikrowellen-Laser-Emission) der Galaxie direkt bestimmt werden kann. Die Maser-Emission ist ein sehr seltenes, aber natürliches Phänomen. Sie entsteht durch Wassermoleküle in Molekülwolken, die ihren aktiven Galaxienkern umkreisen.

Eine weitere markante Spiralgalaxie in der Szene ist die NGC 4217 rechts unter M106. Wir sehen sie fast genau von der Seite. Die Entfernung zu NGC 4217 ist viel weniger gut bekannt. Sie wird auf etwa 60 Millionen Lichtjahre geschätzt.

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NGC 7814: Der kleine Sombrero in Pegasus

Diese Galaxie erinnert an die Sombrerogalaxie M104, sie wirkt jedoch kleiner, weil sie weiter entfernt ist. Der diffuse Hof wird von einer markanten Staubbahn geteilt.

Bildcredit und Bildrechte: CHART32 Team, BearbeitungJohannes Schedler

Richtet euer Teleskop auf das hoch fliegende Sternbild Pegasus. Dort findet ihr diese Weite an Sternen in der Milchstraße und fernen Galaxien. Das hübsche Sichtfeld ist etwa so groß wie ein Vollmond. Darin liegt NGC 7814 markant in der Mitte.

NGC 7814 wird manchmal Kleiner Sombrero genannt, weil sie der berühmteren Sombrerogalaxie M104 ähnlich sieht. Sombrero und Kleiner Sombrero sind Spiralgalaxien, die wir von der Seite sehen. Beide haben ausgedehnte Höfe und zentrale Wölbungen, die von den Silhouetten dünner Scheiben mit noch dünneren Staubbahnen geteilt werden.

NGC 7814 ist etwa 40 Millionen Lichtjahre entfernt und ungefähr 60.000 Lichtjahre groß. Damit ist die Kleine Sombrerogalaxie physisch gesehen etwa gleich groß die bekanntere Namenscousine. Sie erscheint aber kleiner und blasser, weil sie weiter entfernt ist. Auf detailreichen Aufnahmen des Kleinen Sombrero entdeckte man sehr blasse Zwerggalaxien. Sie sind möglicherweise Begleiterinnen von NGC 7814.

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