NGC 4372 und das Dunkle Dingsbums

Ein dunkler Nebelstreif zieht vor einem Himmel voller Sterne von links unten diagonal nach oben. Rechts schimmert ein Kugelsternhaufen, der aber viel weiter entfernt ist als das dunkle Dingsbums.
Bildcredit und Bildrechte: Alessandro Cipolat Bares

Der Dark-Doodad-Nebel treibt am Südhimmel. Frei übersetzt würde man sagen, der Dunkle Dingsbums-Nebel. Er ist eine große Wolke aus interstellarem Staub im kleinen Sternbild Fliege (Musca). Wenn man mit einem Fernglas beobachtet, ist er ein interessantes Ziel. Der Nebel zeichnet sich deutlich vor dichten Sternfeldern ab, die südlich vom Kohlensacknebel und dem Kreuz des Südens liegen. Dark Doodad reicht über etwa 3 Grad.

Bei seiner südlichen Spitze, die rechts oben liegt, leuchtet der gelbliche Kugelsternhaufen NGC 4372. Dieser Sternhaufen gehört zum Halo unserer Milchstraße und ist etwa 20.000 Lichtjahre von uns entfernt. Er liegt nur zufällig in derselben Blickrichtung wie das Dunkle Dingsbums. Dark Doodad ist etwa 700 Lichtjahren entfernt und mehr als 30 Lichtjahre lang. Die markante dunkle Form gehört zur Musca-Molekülwolke. Das ist eine Region, in der neue Sterne entstehen können.

1986 erhielt Dark Doodad, das dunkle Dingsbums, seinen ungewöhnlichen Namen. Der Astrofotograf und Autor Dennis di Cicco prägte ihn, als er den Halleyschen Kometen in der australischen Wüste beobachtete.

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Rote Sonne hinter dem Rauch der Waldbrände

Die Szene wirkt wie die Animation eines roten Zwergsterns, den man auf einem fiktiven Exoplaneten sieht. Doch der Stern ist unsere Sonne. Sie leuchtet rot, weil die Rauchwolken eines Waldbrandes sie verdunkeln.
Bildcredit und Bildrechte: Debra Ceravolo; Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Das könnte die Aussicht auf einem Exoplaneten sein, der um einen roten Zwergstern kreist. Doch es ist unsere Sonne. Dieses Bild entstand am 22. Juli 2026 in der Region Okanagan. Sie liegt in der Provinz British Columbia in Kanada. Der Rauch der Waldbrände im pazifischen Nordwesten wirkt wie ein Sonnenfilter. So konnte die Fotografin die Sonne direkt fotografieren.

Das schaurige Bild zeigt mehrere Sonnenflecken. Der Rauch besteht aus winzigen Teilchen, die Licht mit kurzer Wellenlänge blockieren und streuen. Daher ist das Licht, das von der Sonne kommt, dunkler und röter als sonst. Doch es ist niemals sicher, direkt zur Sonne zu blicken! Der Rauch macht die Auf- und Untergänge der Sonne farbiger.

In etwa ungefähr 6 Milliarden Jahren wird die Sonne tatsächlich röter. Sie erreicht dann die Phase eines Roten Riesen.

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Mars gibt Psyche einen Gravitationsschub

Videocredit: NASA/JPL-Caltech/ASU/True Story Films; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Körper im Sonnensystem helfen, bei der Forschung in den Tiefen des Alls Treibstoff zu sparen! Dieses Video zeigt, wie die Raumsonde Psyche an Fahrt gewinnt. Sie änderte ihre Flugbahn mit sehr wenig Treibstoff, indem sie sich im Mai 2026 beim Mars einen Gravitationsschub holte. Der Mars zieht im Schnitt mit fast 87.000 km/h auf seiner Bahn um die Sonne. Seine Bewegung entlang der Bahn und seine Gravitation führten dazu, dass Mars die Sonde Psyche mitzog, sodass sie schneller wurde.

Gravitationsmanöver gibt es seit der Mission Luna 3 im Jahr 1959. Mit solchen Manövern gelangen Raumsonden (z. B. Voyager oder Cassini) weiter hinaus als nur mit Treibstoff alleine. Die Unterstützung durch Gravitation hilft der Raumsonde Psyche auf ihrer Reise zum Asteroiden Psyche, den sie 2029 erreicht.

Als die Sonde den Mars passierte, testete sie ihre Instrumente. Diese sollen die Zusammensetzung und das Magnetfeld des Asteroiden untersuchen. Die Mission Psyche ist die erste zu einem Asteroiden, der großteils aus Metall besteht. Metalle sind ein wichtigerer Bestandteil von Planeten als Gestein oder Eis.

Tipp: Sucht einen dunklen Himmel und beobachtet diesen August die Perseïden-Meteore ohne Mond!

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Die Barnardschleife über den Zwillingsvulkanen

In der Ferne stehen zwei schneebedeckte Vulkane. Dahinter breitet sich ein sternenklarer Himmel aus, an dem sich eine rote Nebelschleife wölbt. Sie verbindet scheinbar die beiden Vulkangipfel miteinander.

Bildcredit und Bildrechte: Gonzalo Laserna Vargas

Was verbindet diese beiden Vulkane? In alten Volkssagen stehen die beiden Vulkane Parinacota (links) und Pomerape (rechts) für einen mythischen Prinzen und eine Prinzessin, die eine verbotene Liebesbeziehung führten. Die beiden Gipfel sind aber offenbar nicht unterirdisch durch eine gemeinsame Kammer mit heißem Magma verbunden. Keiner der beiden Vulkane brach in den letzten 1000 Jahren aus.

Normalerweise verbindet die beiden auch am Himmel nichts miteinander – es sei denn, man wählt den richtigen Zeitpunkt und beobachtet an einem bestimmten Standort. Dieses Bild wurde sorgfältig geplant. Es entstand Mitte April in Bolivien und entstand aus einer Reihe von Einzelaufnahmen, die am selben Tag und am selben Standort fotografiert wurden. Darauf verbindet die Barnardschleife scheinbar die Vulkangipfel.

Das Bild zeigt auch den Orionnebel in der Mitte, rechts den Stern Beteigeuze und rechts oben den Rosettennebel.

Himmlische Überraschung: Was zeigte APOD zum Geburtstag? (ab 1995, deutsch ab 2007)

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Der Blasen-Nebel NGC 7635

Umgeben von rot leuchtenden Rändern dunkler Wolken schimmert in der Mitte eine Blase. Sie wirkt sehr zart, doch sie entstand durch gewaltige Prozesse.
Bildcredit und Bildrechte: Paweł Piechnik

Wie entstand diese riesige Blase im All? Der Wind eines Sterns hat die reizende Erscheinung geblasen. Sie erinnert an einen Kopf. Katalogisiert ist sie als NGC 7635, doch man kennt sie simpel als Blasennebel.

Diese Ansicht entstand in Krakau in Polen. Eine lang belichtete Aufnahme brachte die faszinierenden Details der kosmischen Blase und ihrer Umgebung zum Vorschein. Die Blase ist 10 Lichtjahre groß. Sie wirkt sehr zart, doch es gibt Hinweise auf gewaltsame Prozesse, die dort im Gange sind.

Rechts neben dem Zentrum der Blase ist ein heller, heißer Stern in den reflektierenden Staub des Nebels gehüllt. Er besitzt wahrscheinlich die 10- bis 20-fache Masse der Sonne. Sein heftiger Sternwind und seine intensive Strahlung höhlten die Struktur aus leuchtendem Gas in das dichtere Material der Molekülwolke, die ihn umgibt.

Der faszinierende Blasennebel ist an die 11.000 Lichtjahre entfernt und liegt im stolzen Sternbild Kassiopeia.

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Simulation TNG50: Ein Galaxienhaufen entsteht

Videocredit: IllustrisTNG Project; Visualisierung: Dylan Nelson (Max Planck Institute for Astrophysics) et al.; Music: Symphony No. 5 (Ludwig van Beethoven), via YouTube-Audio-Bibliothek

Wie entstehen Haufen aus Galaxien? Das Universum bewegt sich zu langsam, um das zu beobachten. Also erstellte man mit Computern schnellere Simulationen. Ein bekanntes Projekt ist TNG50 von IllustrisTNG. Es ist eine verbesserte Version der bekannten Illustris-Simulation.

Der erste Teil des Videos folgt der Spur von kosmischem Gas, es ist großteils Wasserstoff, während es sich zu Galaxien und Galaxienhaufen entwickelt. Die Simulation beginnt beim frühen Universum und läuft bis heute. Helle Farben markieren schnelleres Gas. Während sich das Universum entwickelt, fällt Gas in Gravitationssenken. Wir sehen, wie Galaxien entstehen. Diese Galaxien drehen sich, stoßen zusammen und verschmelzen. Und die ganze Zeit entstehen Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien. Sie stoßen das umgebende Gas mit hoher Geschwindigkeit aus.

Die zweite Hälfte des Videos folgt den Sternen. Wir sehen, wie sich ein Galaxienhaufen formiert. Sternströme begleiten diesen Prozess. Der Ausfluss aus Schwarzen Löchern ist in der Simulation TNG50 überraschend komplex. Am Ende folgt ein Vergleich der Details mit unserem realen Universum.

Wir untersuchen immer noch, wie Gas im frühen Universum verschmolzen ist. So verstehen wir besser, wie unsere Erde, die Sonne und das Sonnensystem einst entstanden sind.

Portal ins Universum: APOD-Zufallsgenerator

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Tranquillitatis und Serenitatis

Siehe Beschreibung. XXX Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.
Bildcredit und Bildrechte: Nyêrdson Ferreira

Die Meere der Ruhe und der Heiterkeit sind tatsächlich ruhig. Das sind sie allerdings fast immer, da es sich bei ihnen um Mondmeere handelt – basaltische Lavaströme, die große Einschlagbecken auf dem Mond aufgefüllt haben.

Die glatten, dunklen „Meere“, die auch unter den lateinischen Namen Mare Tranquillitatis (rechts) und Mare Serenitatis bekannt sind, stehen in dieser Teleskopaufnahme in starkem Kontrast zu den hellen, von Kratern übersäten Mondhochländern, die sie umgeben.

Natürlich basieren ihre Namen auf den historischen, vor der Erfindung des Teleskops verwendeten Bezeichnungen für die Mondmeere. Da diese weitläufigen Strukturen auf der Vorderseite des Mondes mit bloßem Auge gut zu erkennen sind, stellte man sie sich ähnlich wie die ausgedehnten Ozeane der Erde vor.

Am 20. Juli 1969 landete die Mondlandefähre „Eagle“ der Apollo-11-Mission auf dem Mare Tranquillitatis (unten rechts) und errichtete dort die Tranquility-Basis – die erste menschliche Präsenz auf dem Mond.

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RCW 86, ein historischer Supernova-Überrest

Die rötlich leuchtenden Fasern vor dicht verteilten Sternen gehören vielleicht zum Überrest der ältesten Supernova, von der je berichtet wurde. Die Berichte stammen aus China. Sie liegt im Sternbild Zentaur.
Bildcredit und Bildrechte: David Cowland

Im Jahr 185 n. Chr. berichteten chinesische Astronomen, dass in der Sterngruppe Nanmen ein neuer Stern aufleuchtete. Auf heutigen Sternkarten liegt dieser Teil des Himmels im südlichen Sternbild Zentaur. Monatelang sah man den neuen Stern mit bloßem Auge, ehe er verblasste und verschwand – so die Aufzeichnungen. Heute hält man ihn für die früheste Supernova der berichtet wurde.

Dieses Bild aus dem 21. Jh. entstand mit einem Teleskop. Es zeigt die feinen Umrisse des blassen Emissionsnebels vor dem Hintergrund aus Sternen. Man fand heraus, dass er der Überrest dieser historischen Sternexplosion ist. Der Nebel ist als RCW 86 katalogisiert. Seine rissige Form ist ungefähr kreisförmig und besteht aus interstellarem Gas, das von der Stoßwelle der Supernova ionisiert wird. Die Welle breitet sich immer noch aus.

Bilder aus dem All zeigen, dass RCW 86 große Mengen des Elements Eisen enthält. Doch im Überrest findet man keinen Neutronenstern oder Pulsar. Daher zählte die Supernova vermutlich zum Typ Ia. Bei manchen Supernovae kollabiert der Kern eines massereichen Sterns. Doch eine Supernova vom Typ Ia ist die thermonukleare Detonation eines Weißen Zwergs in einem Binärsystem, welcher zuvor Materie von seinem Begleiter ansammelte.

Der Supernovaüberrest RCW 86 liegt nahe an der Ebene unserer Milchstraße. Er ist am Himmel größer als der Vollmond und zu blass, als dass man ihn mit bloßem Auge sehen könnte. RCW 86 ist etwa 8000 Lichtjahre entfernt und an die 100 Lichtjahre groß.

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