M104: Die Gezeitenströme der Sombrero-Galaxie

Die Sombrerogalaxie im Bild ist schwer erkennbar, weil so viele blasse Sternströme und der Halo um die Galaxie abgebildet wurden. Doch der markante Staubring am Rand der zentralen Scheibe ist klar in der Mitte erkennbar. Außen ist die Galaxie von Sternen und kleineren Galaxien umgeben.
Bildcredit und Bildrechte: Engelbert Vollmer

Ein detailreiches Bild der Sombrero-Galaxie ist immer für eine Überraschung gut. M104 heißt auch Sombrero-Galaxie, denn auf kurz belichteten Bildern erinnert sie an einen Hut. Ein markantes Merkmal dieser riesigen Galaxie ist eine dunkle Krempe aus Staub, die um das Zentrum ihrer Scheibe läuft.

Doch wenn man die Galaxie viel längere belichtet, kommt ihre stürmische Vergangenheit zum Vorschein, denn sie besitzt einen hellen, dunstigen Hof. Dieser reicht weit über die zentrale Scheibe hinaus und enthält viele Sterne, die man nicht einzeln erkennt. In diesem Dunst aus Sternen verlaufen überraschende Strukturen. Eine davon ist ein diagonaler Ring. Diese Strukturen und Gezeitenströme sind neue Hinweise auf die turbulente Vergangenheit von M104. Sie entstanden, indem die Galaxie mit kleineren Galaxien kollidierte und verschmolz.

Die Sombrero-Galaxie ist insgesamt etwa 150.000 Lichtjahre breit. Ihr Licht braucht etwa 30 Millionen Jahre, um uns von dort zu erreichen. Dieses Bild wurde Mitte 2026 in sieben Tagen in Namibia fotografiert.

Himmlische Überraschung: Was zeigte APOD zum Geburtstag? (ab 1995, deutsch ab 2007)

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Arp 78, eine ungewöhnliche Galaxie im Sternbild Widder

Mitten im Bild schimmert eine verzerrte Spiralgalaxie. Ihre Arme sind von blau leuchtenden Sternhaufen gesäumt. Ein markanter Spiralarm reicht aus der Galaxie hinaus. Er entsteht durch Gezeiten. Das detailreiche Bild zeigt viele Stern- und Staubströme sowie kleinere Galaxien. Die Sterne im Bild gehören zu unserer Milchstraße.
Bildcredit und Bildrechte: Robert Eder

Die seltsame Spiralgalaxie Arp 78 liegt im eigensinnigen Sternbild Wider (Aries). Sie ist an die 100 Millionen Lichtjahre entfernt und liegt hinter den Sternen und Nebeln in unserer Milchstraße. Das Inseluniversum ist gewaltige 200.000 Lichtjahre breit. Arp 78 ist auch als NGC 772 gelistet.

Das kosmische Porträt zeigt viele Details. Arp 78 präsentiert hier einen markanten Spiralarm, der über die Galaxie hinausreicht. Der Spiralarm ist überladen und läuft breite Staubbahnen entlang. Junge, blaue Sternhaufen säumen ihn. Er wird von Gezeiten in galaktischem Maßstab aufgebläht. Wahrscheinlich führen Wechselwirkungen mit ihrer hellsten Begleitgalaxie NGC 770 zu dieser Erscheinung.

Die kompakte Spirale NGC 770 liegt im Teleskopbild darunter. Sie wirkt im Bild elliptisch und verschwommen und bildet einen Kontrast zu den gezackten Sternen in der Milchstraße, die davor liegen. Im Bild ist sie in blasse Sternströme gehüllt.

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Kosmisch-Latte: Durchschnittsfarbe des Universums

Eine einzige Farbe bedeckt das Bild. Sie erinnert an einen Becher Kaffee Latte. Im Text steht, dass apod.nasa.gov zu science.nasa.gov/apod umzieht.

Credit Bildfarbe: Karl Glazebrook und Ivan Baldry (JHU)

Welche Farbe hat das Universum? Oder genauer gefragt: Wenn man den ganzen Himmel verschmieren würde, welche Farbe hätte die Mischung am Ende? Diese skurrile Frage stellte sich, als man wissen wollte, welche Sterne in nahe gelegenen Galaxien am häufigsten vorkommen.

Die Antwort seht ihr hier. Es ist ein Farbton, der – je nachdem – als Beige wahrgenommen wird. Der Farbcode lautet #FFF8E7. Dafür berechneten Forschende der Astronomie den Durchschnitt des Lichtes, das von einer größeren Auswahl an gut untersuchten Galaxien abgestrahlt wird. Die Auswahl waren die 200.000 Galaxien der 2dF-Durchmusterung. Man untersuchte die Rotverschiebung dieser Galaxien. Dabei kam ein kosmisches Spektrum heraus, das Emissionen in so gut wie allen Teilen des elektromagnetischen Spektrums enthält.

Doch Farben, die aus mehreren Tönen zusammengesetzt sind, werden als eine einzige Farbe wahrgenommen. Diese Farbe verlor in den letzten 10 Milliarden Jahren viel von ihrem blauen Anteil. Daher vermutet man, dass rötlichere Sterne immer mehr überwiegen. Ein Wettbewerb sollte einen Namen für diese Farbe finden. Es gab interessante Einträge wie „himmlisches Elfenbein“ (skyvory) oder „universales Beige“ (univeige). Doch der Sieger war Kosmisch-Latte.

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Messier 33: Die Dreiecksgalaxie

Die flauschige Spiralgalaxie M33 im Sternbild Dreieck liegt mitten im Bild. Rötliche Sternbildungsregionen und blaue Sternhaufen sprenkeln ihre losen Spiralarme. Um sie herum sind Sterne der Milchstraße verteilt. Am rechten unteren Rand leuchtet eine große rötliche Region.
Bildcredit und Bildrechte: George Chatzifrantzis

Im kleinen nördlichen Sternbild Dreieck (Triangulum) liegt Messier 33. Wir sehen die prächtige Spiralgalaxie von oben. Man nennt sie landläufig auch Windradgalaxie oder einfach Dreiecksgalaxie. M33 ist mehr als 50.000 Lichtjahre breit. Sie ist die drittgrößte Galaxie in der Lokalen Gruppe, nach der Andromedagalaxie M31 und unserer Milchstraße.

M33 ist etwa 3 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Die Galaxie ist vermutlich eine Begleiterin der Andromeda-Galaxie. Forschende der Astronomie in den beiden Galaxien hätten wohl eine tolle Aussicht auf die Sternsysteme der jeweils anderen Spirale.

Dieses scharfe Teleskopbild zeigt die Aussicht von der Milchstraße aus auf M33. In den lose gewundenen Spiralarmen leuchten blaue Sternhaufen und rötliche Regionen, in denen Sterne entstehen. Die hellste Sternbildungsregion ist die löchrige Region NGC 604. Sie liegt von der Mitte der Galaxie aus gesehen auf der 5-Uhr-Position.

In M33 gibt es eine Population gut vermessener veränderlicher Sterne. Sie machten die nahe Spiralgalaxie zu einem kosmischen Vermessungspunkt, als es darum ging, eine Entfernungsskala des Universums zu etablieren. Das gelang auch bei M31.

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Webbs Blick auf M64

Hubble- und JWST-Aufnahme von M64. Eine massereiche Spiralgalaxie leuchtet mit einem gelben Kern, der von Armen voller orange-braunem Staub und rosa-blauen Gebieten mit Sternbildung umgeben ist. Die Galaxie ist von einem Schleier aus dunklem Staub umgeben. Sie schimmert vor dem schwarzen Weltraum, der hier und da mit wenigen Sternen übersät ist.

Bildcredit: NASA, CSA, ESA, F. Belfiore (ESO), J. Lee (STScI), A. Leroy (OSU), and D. Thilker (JHU);
Bildbearbeitung: G. Kober (NASA/Katholische Universität); Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Manchmal zeigt das James-Webb-Teleskop Licht, wo Hubble nur Dunkelheit sah. Ein Beispiel dafür zeigt dieses Bild der Galaxie Messier 64. Die nahe gelegene Spiralgalaxie M64 hat viele Namen. Weil ein dunkler Staubstreifen teilweise ihren hellen Kern verdeckt, nennt man sie unter anderem „Blaues-Auge-Galaxie„.

Das Weltraumteleskop James Webb zeigt mit seinem Infrarot-Instrument MIRI auch den dunklen Staub. Im Bild leuchtet er rötlich, denn er absorbiert das Licht junger Sterne und strahlt es dann wieder ab. Die jungen Sterne liegen in der rosa leuchtenden Region im zweiten Hubble-Bild. Dort entstehen Sterne.

Die inneren und äußeren Regionen aus Staub drehen sich in entgegengesetzte Richtung um das Zentrum. An den Schnittpunkten entstehen sehr viele neue Sterne. Diese Bewegung entstand wahrscheinlich, als M64 mit einer kleineren Galaxie zusammenstieß. Das war vor langer Zeit. Im Großen und Ganzen erfahren Spiralgalaxien wenig solcher Begegnungen. Doch Beispiele wie M64 zeigen, dass Kollisionen mit anderen Galaxien auch friedliebende Spiralgalaxien verformen. Zu diesen gehört auch unsere Milchstraße.

In der Astronomie untersucht man mit Aufnahmen des Weltraumteleskops James Webb die Struktur und Bewegung des Staubs in M64. So will man herausfinden, wie er zusammengesetzt ist. Dadurch erfahren wir mehr über die Geschichte und die Entwicklung der Galaxie.

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M83, das südliche Feuerrad

Siehe Beschreibung. XXX Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.
Bildcredit und Bildrechte: Aldo Zanetti

Die helle Spiralgalaxie M83 ist etwa zwölf Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Sie befindet sich nahe des südöstlichen Endes des langgestreckten Sternbilds Wasserschlange. Markante Spiralarme, die durch dunkle Staubstreifen und blaue Sternhaufen nachgezeichnet werden, verleihen dieser Galaxie ihren populären Namen „Südliches Feuerrad“.

Die rötlichen Sternentstehungsgebiete, die die Spiralarme dieser kosmischen Spirale übersäen, haben aber noch zu einem weiteren Spitznamen geführt: die Tausend-Rubin-Galaxie. M83 hat einem Durchmesser von nur 40.000 Lichtjahren und ist damit kleiner als die Milchstraße.

Sie gehört zu derselben Galaxiengruppe wie die aktive Galaxie Centaurus A. Auch der Kern von M83 strahlt hell im Röntgenbereich, da er eine hohe Konzentration an Neutronensternen und Schwarzen Löchern aufweist, die von einer intensiven Phase der Sternentstehung übriggeblieben sind.

Diese scharfe Aufnahme, die mit einem bodengebundenen Teleskop aufgenommen wurde, zeigt außerdem Sterne der Milchstraße im Vordergrund und ferne Galaxien im Hintergrund.

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Nā ʻUhane Māhoe Huki Pū i ke Ola

Zwei Galaxien kollidieren mitten im Bild. Ihre Spiralstruktur ist verzerrt, an den rötlichen Fasern erkennt man heftige Sternbildung. Sie erhielten den hawaiianischen Namen "Nā ʻUhane Māhoe Huki Pū i ke Ola".
Bildcredit: Internationales Gemini-Observatorium / NOIRLab/NSF/AURA; Bildbearbeitung: J. Miller und M. Rodriguez (Internationales Gemini-Observatorium/NSF NOIRLab), T.A. Rector (Universität von Alaska Anchorage/NSF NOIRLab), D. de Martin und M. Zamani (NSF NOIRLab)

Dieses Pärchen von Spiralgalaxien trägt den hawaiianischen Namen Nā ʻUhane Māhoe Huki Pū i ke Ola. Die beiden Galaxien umarmen einander durch Gravitation. Sie sind etwa 200 Millionen Lichtjahre entfernt und stehen als NGC 7253 und Arp 278 in den Katalogen. Wir finden sie im Sternbild Pegasus.

Das Bild zeigt ihre spektakuläre Verschmelzung im galaktischen Maßstab gestochen scharf. Es stammt vom Teleskop Gemini Nord auf dem Maunakea auf Hawaii, das einen Durchmesser von 8,1 Metern hat. Schüler*innen wählten die beiden Galaxien im Rahmen von „Project Hōkūlani“ als Ziel ihrer Beobachtung aus, erforschten sie und gaben ihnen einen hawaiianischen Namen. Project Hōkūlani ist ein Praktikumsprogramm des Gemini-Observatoriums und der Universität von Hawaii.

Der Name bedeutet übersetzt „Die Zwillingsgeister ziehen an einem Strang und erschaffen gemeinsam Leben“. Das passt sowohl kulturell als auch astronomisch. Wenn Galaxien kollidieren, führt das zu einem kosmischen Strudel an Sternbildung. Daran sind die galaktischen Reserven an elementaren Bausteinen für Leben beteiligt. Die beiden Galaxien verschmelzen in einem Bereich im Sternbild Pegasus, der dem hawaiianischen Navigations-Sternbild Ka Lupe o Kawelo entspricht.

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M74, eine prachtvolle Spiralgalaxie

Ausschnitt einer Spiralgalaxie, die direkt von oben auf die Ebene fotografiert ist. Links der Mitte der Kernbereich, von dem zwei helle Spiralarme abgehen. In den Armen leuchten dunkle Staubstreifen, bläuliche Sternhaufen und rote Wasserstoffwolken.
Bildcredit: NASA, ESA und das Hubble-Vermächtnis (STScI / AURA)- ESA / Hubble-Arbeitsgemeinschaft; Danksagung: R. Chandar (U. Toledo) und J. Miller (U. Michigan)

Auch wenn sie nicht die beeindruckendste ist, so gehört diese Spiralgalaxie zu den fotogensten. Die Welteninsel besteht aus rund 100 Milliarden Sternen. Sie ist rund 32 Millionen Lichtjahre entfernt und liegt im Sternbild Fische. M74 bietet einen atemberaubenden Anblick von vorne. Sie ist als Sc-Galaxie klassifiziert. Helle blaue Sternhaufen und dunkle Streifen kosmischen Staubs unterstreichen die typische Form der anmutigen Spiralarme von M74. Dieses scharfe Bild ist aus Archivaufnahmen des Weltraumteleskops Hubble zusammengesetzt. Es zeigt einen rund 30.000 Lichtjahre großen Ausschnitt von M74. Es enthält Bilder, die das Leuchten von Wasserstoffatomen zeigen. Sie betonen den rötlichen Schein der größten Bereiche in der Galaxie, in denen Sterne entstehen.

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