Lynds Dunkelnebel 183

Eine braune Wolke verdeckt Sterne. Es ist Lynds Dunkelnebel 183. Rechts daneben leuchten helle blaue Sterne. Der Hintergrund ist von kleineren Sternen übersät.

Bildcredit und Bildrechte: Fabian Neyer

Beverly Lynds Dunkelnebel 183 ist an die 325 Lichtjahre entfernt. Er treibt hoch über der Ebene unserer Milchstraße. Die dunkle, staubige Molekülwolke wirkt, als wäre sie sternenlos. Sie verdeckt das Licht der Sterne, die dahinter liegen, wenn man sie in sichtbaren Wellenlängen betrachtet. Doch im fernen Infrarot zeigen sich dichte Klumpen im Inneren. Wahrscheinlich sind es Sterne im frühen Stadium der Entstehung. Größere Regionen in der Wolke erfahren einen Kollaps durch Gravitation.

LDN 183 ist eine der nächstliegenden Molekülwolken. Sie liegt im Sternbild Kopf der Schlange (Serpens Caput). Das scharfe kosmische Porträt der Wolke ist am Himmel etwa ½ Grad breit. Das entspricht in der Distanz von Lynds Dunkelnebel 183 etwa 3 Lichtjahren.

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Ein schöner Trifid

Diese Bildkombination zeigt den Größenvergleich zwischen Trifidnebel und dem Vollmond.

Bildcredit und Bildrechte: Chamaeleon Team – Franz Hofmann, Wolfgang Paech

Der schöne Trifidnebel ist eine kosmische Kontraststudie. Er ist auch als M20 bekannt und ungefähr 5000 Lichtjahre entfernt. Man findet ihn im nebelreichen Sternbild Schütze. Der Trifid ist eine Region mit Sternbildung in der Ebene unserer Galaxis. Er vereint drei verschiedene Arten astronomischer Nebel:

Das Licht der Atome von Wasserstoff prägt die roten Emissionsnebel. Blaue Reflexionsnebel bestehen aus Staub, der Sternenlicht reflektiert. Dunkle Nebel sind dichte Staubwolken, sie zeichnen sich als Silhouetten ab. Die rote Emissionsregion wird von dunklen Staubbahnen grob in drei Teile gespalten. Sie gab Trifid seinen bekannten Namen.

Neu entstandene Sterne formten die Säulen und Strahlen links unter der Mitte. Das Weltraumteleskop Hubble machte von dieser Regionen berühmte Nahaufnahmen. Der Trifidnebel ist etwa 40 Lichtjahre groß. Er ist etwas zu blass für das bloße Auge. Am Himmel ist er fast gleich groß wie der Mond.

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M51: Die Strudelgalaxie

Siehe Erklärung. Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit und Bildrechte: Kerry-Ann Lecky Hepburn (Weather and Sky Photography)

Suche den großen Wagen. Dann folge vom Kasten aus der Deichsel bis zum letzten hellen Stern. Schiebe das Teleskop ein Stück nach Südwesten. Dort findest du dieses faszinierende Paar wechselwirkender Galaxien. Es ist der 51. Eintrag in Charles Messiers berühmtem Katalog.

Die große Galaxie hat eine gut definierte Spiralstruktur. Sie ist vielleicht der ursprüngliche Spiralnebel und auch als NGC 5194 katalogisiert. Ihre Spiralarme und Staubbahnen ziehen klar über ihre Begleitgalaxie NGC 5195 (unten). Das Paar ist etwa 31 Millionen Lichtjahre entfernt und liegt offiziell im kleinen Sternbild Jagdhunde.

M51 wirkt blass und verschwommen, wenn man sie mit dem Auge betrachtet. Doch auf so detailreichen Bildern sieht man plakative Farben und blasse Ablagerungen um die kleine Galaxie, die durch Gezeiten entstanden sind.

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Sterne und Staub in der Südlichen Krone

Blaue, gefaserte Staubnebel umgeben helle Sterne. Manche Nebel biegen sich um junge Sterne. An den Rändern, wohin das Sternenlicht nicht leuchtet, sind dunkle Nebel.

Bildcredit und Bildrechte: Eric Coles und Martin Pugh

Blaue Staubwolken und junge, energiereiche Sterne sind in dieser Landschaft verteilt, die mit Teleskop fotografiert wurde. Sie ist weniger als 500 Lichtjahre entfernt und liegt an der nördlichen Grenze der Südlichen Krone (Corona Australis). Die Staubwolken verdecken das Licht der weiter entfernten Sterne im Hintergrund in der Milchstraße.

Der auffällige Komplex aus Reflexionsnebeln hat eine markante blaue Farbe. Sie entsteht, wenn das Licht der hellen, blauen Sterne in der Region von kosmischem Staub reflektiert wird. Die Nebel sind als NGC 6726, NGC 6727 und IC 4812 katalogisiert. Ihr Staub verdeckt auch Sterne, die gerade erst entstehen.

Links biegt sich der kleinere, gelbliche Nebel NGC 6729 um den jungen, veränderlichen Stern R Coronae Australis. Die Ausflüsse neu entstandener, eingebetteter Sterne komprimieren die leuchtenden Bögen und Schlingen darunter. Es sind sogenannte Herbig-Haro-Objekte. Am Himmel ist dieses Sichtfeld etwa ein Grad breit. Das entspricht in der ermittelten Entfernung der nahen Sternbildungsregion fast neun Lichtjahren.

Portal ins Universum: APOD-Zufallsgenerator

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Haumea im äußeren Sonnensystem

Die unregelmäßig geformte Haumea ist von Kratern übersät und hat einen Ring.

Illustrationscredit: Andalusisches Institut für Astrophysik

Hier ist eines der seltsamsten Objekte im äußeren Sonnensystem. Bei diesem wurde kürzlich ein Ring entdeckt. Das Objekt hat die Bezeichnung Haumea. Es ist der fünfte anerkannte Zwergplanet nach Pluto, Ceres, Eris und Makemake. Haumea hat eine längliche Form, was ziemlich ungewöhnlich ist. In einer Dimension ist Haumea deutlich länger als Pluto, in der zweiten ist sie ähnlich groß wie Pluto und in der dritten viel kleiner. Haumeas Bahn läuft manchmal näher an der Sonne als Pluto. Doch meist ist die ungewöhnliche Haumea weiter entfernt.

Oben visualisierte ein Künstler Haumea als ein Ellipsoid, das mit Kratern übersät ist. Es ist von einem einheitlichen Ring umgeben. Haumea wurde 2003 entdeckt. Sie erhielt die vorläufige Bezeichnung 2003 EL61. 2008 benannte die IAU sie nach einer hawaiianischen Göttin. Neben dem dieses Jahr entdeckten Ring besitzt Haumea zwei kleine Monde – die 2005 entdeckten und nach den Töchtern der Gottheit benannten Hi’iaka und Namaka.

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GW170817: Spektakuläre Verschmelzung in mehreren Wellenlängen entdeckt

Erklärungsvideo-Credit: Bildgebungslabor der NASA

Bei einer explosiven Verschmelzung wurden erstmals kurz nacheinander Gravitationswellen und elektromagnetische Strahlung gemessen. Die Daten des Ausbruchs passen zu einer Spirale, auf der zwei Neutronensterne in einem Binärsystem am Ende verschmelzen. Der Vorgang ähnelte einer Explosion. Er wurde am 17. August in der elliptischen Galaxie NGC 4993 beobachtet, die nur 130 Millionen Lichtjahre entfernt ist.

Erst kamen die Gravitationswellen an. Die Observatorien LIGO und Virgo auf der Erde wurden gemeinsam eingesetzt, um sie zu messen. Sekunden später sah das Fermi-Teleskop im Orbit Gammastrahlen. Ein paar Stunden später beobachteten Hubble und andere Observatorien ihr Licht im ganzen elektromagnetischen Spektrum.

Dieses Erklärvideo zeigt den wahrscheinlichen Ablauf. Heiße Neutronensterne nähern sich auf spiralförmigen Bahnen. Dabei senden sie Gravitationswellen aus. Als sie verschmelzen, bricht ein mächtiger Strahl hervor. Es ist ein kurzer Gammablitz. Dann werden Wolken ausgeworfen. Später folgt eine optische Art von Supernovae, die als Kilonova bezeichnet wird.

Erstmals passen die Entdeckungen zusammen. Sie bestätigen, dass bei LIGO-Ereignissen kurze Gammablitze auftreten. Wenn große Neutronensterne verschmelzen, verteilen sie vermutlich viele schwere Atomkerne im Universum. Dazu gehört Jod, das für Leben notwendig ist. Uran und Plutonium brauchen wir für Kernspaltung. Vielleicht habt auch ihr ein Andenken solcher Explosionen. Sie sind vermutlich die ursprüngliche Quelle von Gold.

Artikel von LIGO und LCO

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An der Quelle des Goldes

Zwei Himmelskörper sind vor einem dunklen Sternenhimmel dargestellt. Der obere ist dunkel mit goldenen Schlieren, der untere ist von einer strahlenden blauen Korona umgeben.

Illustrationscredit: Dana Berry, NASA

Woher kommt das Gold in eurem Schmuck? Das wissen wir nicht genau. Die durchschnittliche Menge an Gold im Sonnensystem ist anscheinend höher, als dass sie im frühen Universum, in Sternen und sogar bei typischen Supernovaexplosionen entstanden sein könnte.

Schwere Elemente wie Gold enthalten viele Neutronen. Viele glauben, dass sie am ehesten bei seltenen Explosionen entstanden sind, an denen viele Neutronen beteiligt sind. So ein Ereignis wäre, wenn Neutronensterne kollidieren.

Die Illustration zeigt, wie sich zwei Neutronensterne auf einer spiralförmigen Bahn einander näher kommen. Kurz danach kollidieren sie. Wenn Neutronensterne kollidieren, entstehen dabei vielleicht kurze Ausbrüche von Gammastrahlen. Vielleicht habt ihr schon ein Andenken an eine der mächtigsten Explosionen im Universum – in Form von Gold.

Hinweis: Das nächste APOD kommt während der Bekanntgabe einer NSF-Entdeckung mit Pressekonferenz am Montag.

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Der ganze Himmel mit STEVE

Das kreisrunde Himmelsbild entstand mit einem Fischauge. Am oberen Rand leuchtet grünes Polarlicht. Die Milchstraße läuft diagonal durchs Bild. Ein STEVE bildet einen nach unten gewölbten Bogen. Der STEVE verläuft quer über den ganzen Himmel und leuchtet purpurfarben.

Bildcredit und Bildrechte: Alan Dyer, Amazingsky.com, TWAN

Vertraute grüne und rote Polarlichter fluten den Himmel oben am nördlichen Horizont. Das Fischaugen-Panorama entstand am 27. September. Am milden, klaren Abend wölbt sich die Milchstraße über den Zenit am Himmel im Süden von Alberta. Sie endet dort, wo der sechs Tage alte Mond im Südwesten untergeht.

Im Süden ist ein seltsamer isolierter Bogen im Süden in Rosa und Weiß. Es ist ein sogenannter STEVE. Der Name für das Phänomen entstand in einer Facebook-Gruppe von Polarlichtjägern in Alberta. Leute in dieser Gruppe zeichneten Gebilde auf, die an Polarlichter erinnern.

Manche vermuteten hinter den rätselhaften Bögen der STEVEs ein Protonen-Polarlicht oder einen Protonenbogen. Er hing scheinbar mit Polarlichtern zusammen. Doch er lag näher am Äquator als die Schleier von Polarlichtern. In vielen Regionen wurden Bögen von STEVEs fotografiert. Kürzlich erforschte ein Satellit der Mission Swarm einen STEVE direkt.

Messungen zeigen, dass Bögen von STEVEs nicht durch die Strahlung angeregter Elektronen entstehen. Sie sind eher die Wärme-Emission von strömendem Gas. Das Akronym STEVE passt zufällig zur Bezeichnung Strong Thermal Emission from Velocity Enhancement. Übersetzt heißt das ungefähr „Starke thermische Strahlung durch Beschleunigung“. Ihr Ursprung bleibt rätselhaft.

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