Die Säulen des Adlernebels in Infrarot

Die berühmten Säulen der Schöpfung wirken hier transparent. Nur ein Teil der Staubwolken ist dunkel. Sie sind von einem blauen Schimmer umgeben. Davor und dahinter sind Sterne dicht gedrängt.
Bildcredit: NASA, ESA, Hubble, HLA; Bearbeitung: Lluís Romero

Im Adlernebel entstehen neue Sterne. Sie kollabieren unter der Last der Gravitation in den Säulen aus dichtem Gas und Staub. Die intensive Strahlung dieser hellen Sterne, die neu entstanden sind, verdampfen die Materie in ihrer Umgebung.

Dieses Bild entstand mit dem Weltraumteleskop Hubble in nahem Infrarotlicht. Damit können wir einen Blick durch einen Großteil des dichten Staubs werfen, der die Säulen im sichtbaren Licht undurchsichtig macht. Die gewaltigen Strukturen sind Lichtjahre lang. Man nennt sie informell Säulen der Schöpfung oder Säulen der Sternbildung.

Der Adlernebel und der offene Sternhaufen M16 gehören zusammen. Sie sind ungefähr 6500 Lichtjahre entfernt. Man findet sie leicht mit kleinen Teleskopen. M16 liegt im geteilten Sternbild Serpens Cauda (Schwanz der Schlange), einem nebelreichen Teil des Himmels.

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Katalogeintrag Nummer 1

Sechs Bildfelder zeigen erste Einträge in bekannten astronomischen Katalogen. Die Reihenfolge ist chronologisch. Links oben ist der bekannte Krebsnebel M1.

Bildcredit und Bildrechte: Bernhard Hubl (CEDIC)

Jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt und jeder Katalog hat einen ersten Eintrag. Die Bildfelder sind – von links oben nach rechts unten – chronologisch nach der Erstveröffentlichung sortiert. Sie zeigen die ersten Einträge sechs bekannter Deep-Sky-Kataloge.

Der erste Eintrag in Charles Messiers Katalog aus dem Jahr 1774 ist das berühmte kosmische Krustentier M1, der Krebsnebel. Er ist ein bekannter Supernovaüberrest. J.L.E. Dreyers (nicht so neuer) New General Catalog (NGC) wurde 1888 veröffentlicht. NGC 1 ist eine Spiralgalaxie im Pegasus. Sie ist im nächsten Bildfeld gezeigt. Im selben Bild befindet sich darunter eine weitere Spiralgalaxie. Sie ist als NGC 2 katalogisiert. IC 1 in Dreyers nachfolgendem Index Catalog (IC, nächstes Bildfeld) ist jedoch ein blasser Doppelstern.

Der Dunkelnebel Barnard 1 liegt im Perseus-Molekülwolkenkomplex. Er eröffnet die untere Reihe mit einem Katalog dunkler Markierungen am Himmel, den E.E. Barnard 1919 veröffentlichte. Abell 1 ist ein ferner Galaxienhaufen in Pegasus aus George Abells Catalog of Rich Clusters of Galaxies aus dem Jahr 1958. Das letzte Bild zeigt vdB 1 aus Sidney van den Berghs Studien im Jahr 1966. Der hübsche blaue galaktische Reflexionsnebel liegt im Sternbild Kassiopeia.

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Duale Teilchenströme in Herbig-Haro 24

Hinter einem dicken Staubwulst ist ein Protostern verborgen. Doch zwei Strahlen, die er in entgegengesetzte Richtungen in seiner Rotationsachse ausstößt, verraten ihn. Die Ströme erinnern an ein Laserschwert mit zwei Strahlen.

Bildcredit: NASA, ESA, Hubble-Vermächtnis (STScI/AURA)/Hubble-Europe-Kollaboration; Danksagung: D. Padgett (NASA’s GSFC), T. Megeath (U. Toledo), B. Reipurth (U. Hawaii)

Diese beiden kosmischen Strahlen erinnern an ein Lichtschwert mit Doppelklinge. Doch sie strömen aus einem neu entstandenen Stern in einer Galaxie in unserer Nähe. Die faszinierende Szene entstand aus Bilddaten des Weltraumteleskops Hubble. Sie zeigt einen Ausschnitt des Objekts Herbig-Haro 24 (HH 24), der ungefähr ein halbes Lichtjahr lang ist. HH 24 ist etwa 1300 Lichtjahre entfernt und liegt im Orion-B-Molekülwolkenkomplex, in dem Sterne entstehen.

Den zentralen Protostern in HH 24 sehen wir nicht direkt. Er ist von kaltem Staub und Gas in einer flachen, rotierenden Akkretionsscheibe umgeben. Wenn Materie aus der Scheibe auf das junge stellare Objekt fällt, wird sie aufgeheizt. Die schmalen, energiereichen Strahlen werden in der Rotationsachse des Systems ausgestoßen und liegen einander gegenüber. Sie dringen durch die interstellare Materie in der Region. Dabei bilden sie eine Serie leuchtender Stoßfronten.

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Der Pferdekopf: Ein weites Feld

Die Nebellandschaft wirkt fremd und vertraut zugleich. Sie zeigt eine bekannte Landschaft in Infrarot. Der Pferdekopfnebel rechts oben leuchtet rosarot. Normalerweise ist er eine dunkle Silhouette vor einem roten Emissionsnebel. Hier sind hinter dem Pferd nur Sterne verteilt. Links unten ist der helle Reflexionsnebel NGC 2023.

Gestaltung und Bearbeitung: Robert Gendler; Bilddaten: ESO, VISTA, HLA, Hubble-Vermächtnisteam (STScI/AURA)

Das weite Feld zeigt die interstellare Landschaft um den berühmten Pferdekopfnebel. Dafür wurden Bilder kombiniert, die vom großen VISTA-Teleskop auf der Erde und dem Weltraumteleskop Hubble stammen. Die staubigen Molekülwolken wurden im Licht von nahem Infrarot fotografiert.

Die Szene ist am Himmel etwa so breit wie zwei Drittel des Vollmondes. Der Pferdekopf ist ungefähr 1600 Lichtjahre entfernt. Daher ist das Bild in seiner geschätzten Entfernung von links nach rechts etwas mehr als 10 Lichtjahre breit.

Rechts oben ist der Pferdekopfnebel zu sehen. Er ist auch als Barnard 33 bekannt. In nahem Infrarot ist er eine leuchtende Staubsäule mit neuen Sternen. Der helle Reflexionsnebel NGC 2023 links unten umgibt einen heißen, jungen Stern und wird von ihm beleuchtet. Unter der Basis des Pferdekopfes liegen undurchsichtige Wolken am Rand von NGC 2023. Sie zeigen die verräterische, tiefrote Emission energiereicher Strahlen, die man als Herbig-Haro-Objekte bezeichnet. HH-Objekte werden von neuen Sternen ausgestoßen.

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Bögen, Strahlen und Stoßwellen um NGC 1999

Zwischen einem Gewirr rot leuchtender Staubwolken strahlen einige helle blaue Sterne mit Zacken. Einige wenige blaue Reflexionsnebel blitzen durch die Lücken der roten Nebel.

Bildcredit und Bildrechte: Mark Hanson

Diese Ansammlung von Nebeln und Sternen liegt etwa zwei Grad südlich des berühmten Orionnebels, in dem Sterne entstehen. Die Region ist voller energiereicher junger Sterne. Sie erzeugen Strahlen und Ausflüsse, die mit Hunderten Kilometern pro Sekunde in das Material dringen, das sie umgibt. Durch die Wechselwirkung entstehen leuchtende Stoßwellen. Sie sind als Herbig-Haro-Objekte (HH) bekannt.

Der anmutige fließende Bogen rechts neben der Mitte ist als HH 222 katalogisiert. Man nennt ihn auch Wasserfallnebel. Das Objekt HH 401 liegt unter dem Wasserfall. Es hat die auffällige Form eines Kegels. Der helle bläuliche Nebel links unter der Mitte ist NGC 1999. Er ist eine staubige Wolke, die das Licht eines veränderlichen Sterns reflektiert, der darin eingebettet ist.

Das ganze kosmische Panorama ist mehr als 30 Lichtjahre breit. Es verläuft am Rand des Orion-Molekülwolkenkomplexes, der etwa 1500 Lichtjahre entfernt ist.

Offene Forschung: 1600+ Codes in der Quellcode-Bibliothek für Astrophysik

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NGC 7635: Der Blasennebel dehnt sich aus

Eine rote Blase liegt mitten im Bild. Rechts daneben ist eine rot leuchtende Wolke, doch das ganze Bild ist von einem Nebel durchzogen.

Bildcredit: Göran Nilsson und The Liverpool Telescope

Es heißt Blase gegen Wolke. Der Blasennebel ist als NGC 7635 katalogisiert. Er wird vom Sternenwind des massereichen Sterns BD+602522 ausgestoßen. Dieser leuchtet rechts im Nebel in Blau. Doch daneben liegt eine riesige Molekülwolke. Sie ist rechts in Rot abgebildet. Dort trifft eine stetige Kraft auf ein unbewegtes Objekt. Das macht die Sache interessant.

Die Wolke ist groß genug, um das Gas der Blase zu umfassen. Doch sie wird von der heißen Strahlung des Zentralsterns fortgeweht. Die Strahlung erwärmt die dichte Region der Molekülwolke und bringt sie zum Leuchten. Der Blasennebel ist etwa 10 Lichtjahre groß. Er gehört zu einem viel größeren Komplexes aus Sternen und Hüllen. Mit einem kleinen Teleskop sieht man den Blasennebel im Sternbild Kassiopeia, der Königin von Aithiopia.

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Die Kaulquappen in IC 410

In einem blau schimmernden Teich, der von braunen und dunklen Staubwolken umgeben ist, schwimmen unten zwei Gebilde, die an Kaulquappen erinnern.

Bildcredit: Juan Ignacio Jimenez

Diese Nahaufnahme entstand mit Teleskop. Sie zeigt den blassen Emissionsnebel IC 410. Links unter der Mitte schwimmen zwei interessante Bewohner im kosmischen Teich aus Gas und Staub: Es sind die Kaulquappen von IC 410. Der Nebel ist teilweise von Staub im Vordergrund verdeckt. Er umgibt NGC 1893, einen jungen galaktischen Sternhaufen.

Der ungemein heiße, helle Sternhaufen ist vor etwa vier Millionen Jahren in einer interstellaren Wolke entstanden. Er regt das Gas an und bringt es zum Leuchten. Die Kaulquappen bestehen aus dichterem, kühlerem Gas und Staub. Sie sind ungefähr 10 Lichtjahre lang. Wahrscheinlich sind es Orte, an denen Sternbildung beginnt. Ihre Köpfe wurden von den Winden und der Strahlung der Haufensterne geformt. Die Kaulquappen sind von hellen Rändern aus ionisiertem Gas umgeben. Ihre Schweife zeigen von der Zentralregion fort.

IC 410 liegt etwa 10.000 Lichtjahre entfernt im nebelreichen Sternbild Fuhrmann.

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Im Tal des Orion

Vorne blicken wir über roten Nebel, in den in der Mitte ein Tal gegraben ist. Es endet in einem Hohlraum, der von hellen Sternen in der Mitte geschaffen wurde. Oben über dem Hebel, der einen scharfen Rand hat, ist der Himmel dunkel.

Visualisierungscredit: NASA, ESA, F. Summers, G. Bacon, Z. Levay, J. DePasquale, L. Frattare, M. Robberto, M. Gennaro (STScI) und R. Hurt (Caltech/IPAC)

Diese Darstellung zeigt einen ungewohnten Blick auf den Orionnebel. Sie basiert auf astronomischen Daten und Techniken, um Filme zu erstellen. Das digital modellierte Bild zeigt das berühmte Gebiet mit Sternbildung aus nächster Nähe. Normalerweise sehen wir es aus einer Entfernung von 1500 Lichtjahren. Die Darstellung links basiert auf Daten von Hubble im sichtbaren Licht. Rechts geht es zu Infrarotdaten des Weltraumteleskops Spitzer über.

In der Mitte blicken wir über ein Tal in der Wand der riesigen Molekülwolke in der Region. Es ist etwa ein Lichtjahr breit. Das Tal endet in einem Hohlraum, den die energiereichen Winde und die Strahlung der massereichen Zentralsterne im Trapezhaufen gegraben haben. Das Bild stammt aus einem 3D-Video. Es entstand in mehreren Wellenlängen und zeigt uns einen weiten Flug durch den großen Nebel im Orion, der drei Minuten dauert.

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