Der Höhlennebel in Wasserstoff, Sauerstoff und Schwefel

Von einem blauen Schimmer umgeben ragt eine dunkle Wolke in die Höhe, die von oben beleuchtet ist. Außen herum sind dunkle Nebel verteilt.

Bildcredit und Bildrechte: Chuck Ayoub

Was ist in dieser kosmischen Höhle? Eine 10 Lichtjahre große Region, in der Sterne entstehen. Der staubige Nebel Sh2-155 markiert diese Landschaft am Nachthimmel – es ist der Höhlennebel. Die Daten für dieses Teleskopbild entstanden mit Schmalbandfiltern, die das Leuchten von Wasserstoff, Sauerstoff und Schwefel im Nebel aufzeichnen. Diese Farben bilden die Hubble-Palette.

Die Szene ist etwa 2400 Lichtjahre entfernt. Sie liegt in der Ebene der Milchstraße im nördlichen Sternbild des Königs Kepheus. Als man die Region astronomisch erforschte, zeigte sich, dass sie am Rand der massereichen Molekülwolke Kepheus B entstand. Dort befinden sich die heißen jungen Sternen der Kepheus-OB3-Assoziation.

Die Strahlung der Sterne, allen voran des hellen Sterns links beim Höhleneingang, liefert die Energie für den hellen Grat aus ionisiertem Wasserstoff. Die Strahlung führt zu ionisierten Fronten. Dabei kollabieren wahrscheinlich Kerne, die neue Sternbildung auslösen.

Zu Gast in der Ö1-Sendung „Sternderl schauen – dem Himmel so nah“

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NGC 6188: Die Drachen von Ara

Vor einem blau schimmenrnden Nebel sind viele zarte Sterne und Ranken von Dunkelebeln verteilt.

Bildcredit und Bildrechte:  Tian Lee

Beschreibung: Die dunklen Formen mit hellen Rändern, die ihren Weg durch den staubigen NGC 6188 finden, sind zig Lichtjahre lang. Der Emissionsnebel liegt nahe dem Rand der sonst dunklen, großen Molekülwolke im südlichen Sternbild Altar, ungefähr 4000 Lichtjahre entfernt.

Die massereichen jungen Sterne der eingebetteten Ara-OB1-Assoziation, die erst vor wenigen Millionen Jahren in dieser Region geboren wurden, bilden die fantastischen Formen und befeuern das Leuchten des Nebels mit Sternenwinden und intensive Ultraviolettstrahlung. Die aktuelle Sternbildung selbst wurde wahrscheinlich von Winden und Supernovaexplosionen früherer Generationen massereicher Sterne ausgelöst, die das Molekülgas auffegten und komprimierten.

Für die Bilddaten des Chilescope-Observatoriums wurde eine Hubble-Falschfarbenpalette verwendet, um dieses prächtige Weitwinkelbild herzustellen, es zeigt Emissionen von Schwefel, Wasserstoff und Sauerstoffatomen in roten, grünen und blauen Farbtönen. Das Sichtfeld umfasst ungefähr vier Vollmonde, was in der geschätzten Entfernung von NGC 6188 ungefähr 150 Lichtjahren entspricht.

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Das Helle, das Dunkle und das Staubige

Rote Emissionsnebel und dunkle Staubwolken prägen diesen Bildausschnitt. Dazwischen sind Sterne dicht verteilt. Der Ausschnitt liegt im Sternbild Kepheus.
Bildcredit und Bildrechte: Tasos Liampos

Diese farbige Landschaft liegt am Himmel im königlichen Sternbild Kepheus. Der Ausschnitt im Bild ist ungefähr so breit wie zwei Vollmonde. Die nebelreichen Sternfelder liegen in der Ebene unserer Milchstraße am Rand einer massereichen Molekülwolke. Die Region ist ungefähr 2400 Lichtjahre von uns entfernt.

Rechts unter der Mitte glimmt die hellrote Emissionsregion Sharpless (Sh) 155. Man kennt sie auch als den Höhlennebel, der ungefähr 10 Lichtjahre breit ist. Heiße, junge Sterne in der Umgebung ionisieren mit ihrem ultravioletten Licht die hellen Gasränder der kosmischen Höhle. Auf der interstellaren Leinwand gibt es auch viele staubige blaue Reflexionsnebel wie vdB 155 links oben sowie dichte Staubwolken. Die astronomische Forschung brachte noch mehr dramatische Anzeichen für Sternbildung zum Vorschein. Eins davon ist der helle rote Fleck von Herbig-Haro (HH) 168. Der energiereiche Strahl eines neuen Sterns erzeugt das Herbig-Haro-Objekt oben in der Mitte.

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Der Kokonnebel in einem detailreichen Feld

Das Sternfeld im Bild wirkt leicht vernebelt. Rechts oben schimmert ein zarter blau-rosa Nebel mit dunklen Schlieren.
Bildcredit und Bildrechte: Marcel Drechsler (Mediendesign)

Im Kokonnebel entsteht ein neuer Sternhaufen. Der kosmische Kokon rechts oben durchbricht außerdem eine lange Spur aus undurchsichtigen interstellaren Staubwolken, die links daneben verläuft.

Der Kokonnebel ist als IC 5146 katalogisiert. Er ist fast 15 Lichtjahre groß und ungefähr 3300 Lichtjahre entfernt. Wir finden ihn im nördlichen Sternbild Schwan (Cygnus). Wie auch andere Regionen mit Sternbildung wird sie von rot leuchtendem Wasserstoff markiert, der von jungen, heißen Sternen angeregt wird, und blauem Staub, der Sternenlicht reflektiert. Der Staub liegt am Rand einer Molekülwolke, die man kaum sieht.

Der helle Stern mitten im Nebel ist wahrscheinlich nur ein paar Hunderttausend Jahre alt. Er liefert die Energie für das Leuchten des Nebels, während er langsam einen Raum im Staub und Gas der Molekülwolke aushöhlt. Diese farbige Ansicht des Kokonnebels ist außergewöhnlich detailreich. Sie folgt den Strukturen in und um das staubige Gebiet mit Sternbildung.

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Barnard 228, der Wolf-Dunkelnebel in Lupus

Im Sternbild Wolf verdecken dunkle Staubwolken die hellen Sterne dahinter. In ihrem Inneren entstehen neue Sterne mit geringer Masse, die wir nur in Infrarot sehen.
Bildcredit und Bildrechte: Gabriel Rodrigues Santos

Am Himmel sind dunkle Markierungen. Es sind Silhouetten, die sich vor einem dichten, leuchtenden Hintergrund aus Sternen abzeichnen. Hier sehen wir die undurchsichtigen Staubwolken im südlichen Sternbild Wolf (Lupus). Sie gehören zur Lupus-Molekülwolke, die ungefähr 500 Lichtjahre entfernt ist.

Innen kollabieren Kerne, aus denen innen Rudel an Sternen mit geringer Masse entstehen. Wir sehen sie nur in langen Wellenlängen von Infrarot. Bunte Sterne im Sternbild Wolf ergänzen die hübsche galaktische Landschaft am Himmel. Sie ist ungefähr 8 Grad breit und liegt nahe bei der zentralen Milchstraße.

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Die Säulen des Adlernebels in Infrarot

Die berühmten Säulen der Schöpfung wirken hier transparent. Nur ein Teil der Staubwolken ist dunkel. Sie sind von einem blauen Schimmer umgeben. Davor und dahinter sind Sterne dicht gedrängt.
Bildcredit: NASA, ESA, Hubble, HLA; Bearbeitung: Lluís Romero

Im Adlernebel entstehen neue Sterne. Sie kollabieren unter der Last der Gravitation in den Säulen aus dichtem Gas und Staub. Die intensive Strahlung dieser hellen Sterne, die neu entstanden sind, verdampfen die Materie in ihrer Umgebung.

Dieses Bild entstand mit dem Weltraumteleskop Hubble in nahem Infrarotlicht. Damit können wir einen Blick durch einen Großteil des dichten Staubs werfen, der die Säulen im sichtbaren Licht undurchsichtig macht. Die gewaltigen Strukturen sind Lichtjahre lang. Man nennt sie informell Säulen der Schöpfung oder Säulen der Sternbildung.

Der Adlernebel und der offene Sternhaufen M16 gehören zusammen. Sie sind ungefähr 6500 Lichtjahre entfernt. Man findet sie leicht mit kleinen Teleskopen. M16 liegt im geteilten Sternbild Serpens Cauda (Schwanz der Schlange), einem nebelreichen Teil des Himmels.

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Katalogeintrag Nummer 1

Sechs Bildfelder zeigen erste Einträge in bekannten astronomischen Katalogen. Die Reihenfolge ist chronologisch. Links oben ist der bekannte Krebsnebel M1.

Bildcredit und Bildrechte: Bernhard Hubl (CEDIC)

Jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt und jeder Katalog hat einen ersten Eintrag. Die Bildfelder sind – von links oben nach rechts unten – chronologisch nach der Erstveröffentlichung sortiert. Sie zeigen die ersten Einträge sechs bekannter Deep-Sky-Kataloge.

Der erste Eintrag in Charles Messiers Katalog aus dem Jahr 1774 ist das berühmte kosmische Krustentier M1, der Krebsnebel. Er ist ein bekannter Supernovaüberrest. J.L.E. Dreyers (nicht so neuer) New General Catalog (NGC) wurde 1888 veröffentlicht. NGC 1 ist eine Spiralgalaxie im Pegasus. Sie ist im nächsten Bildfeld gezeigt. Im selben Bild befindet sich darunter eine weitere Spiralgalaxie. Sie ist als NGC 2 katalogisiert. IC 1 in Dreyers nachfolgendem Index Catalog (IC, nächstes Bildfeld) ist jedoch ein blasser Doppelstern.

Der Dunkelnebel Barnard 1 liegt im Perseus-Molekülwolkenkomplex. Er eröffnet die untere Reihe mit einem Katalog dunkler Markierungen am Himmel, den E.E. Barnard 1919 veröffentlichte. Abell 1 ist ein ferner Galaxienhaufen in Pegasus aus George Abells Catalog of Rich Clusters of Galaxies aus dem Jahr 1958. Das letzte Bild zeigt vdB 1 aus Sidney van den Berghs Studien im Jahr 1966. Der hübsche blaue galaktische Reflexionsnebel liegt im Sternbild Kassiopeia.

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Duale Teilchenströme in Herbig-Haro 24

Hinter einem dicken Staubwulst ist ein Protostern verborgen. Doch zwei Strahlen, die er in entgegengesetzte Richtungen in seiner Rotationsachse ausstößt, verraten ihn. Die Ströme erinnern an ein Laserschwert mit zwei Strahlen.

Bildcredit: NASA, ESA, Hubble-Vermächtnis (STScI/AURA)/Hubble-Europe-Kollaboration; Danksagung: D. Padgett (NASA’s GSFC), T. Megeath (U. Toledo), B. Reipurth (U. Hawaii)

Diese beiden kosmischen Strahlen erinnern an ein Lichtschwert mit Doppelklinge. Doch sie strömen aus einem neu entstandenen Stern in einer Galaxie in unserer Nähe. Die faszinierende Szene entstand aus Bilddaten des Weltraumteleskops Hubble. Sie zeigt einen Ausschnitt des Objekts Herbig-Haro 24 (HH 24), der ungefähr ein halbes Lichtjahr lang ist. HH 24 ist etwa 1300 Lichtjahre entfernt und liegt im Orion-B-Molekülwolkenkomplex, in dem Sterne entstehen.

Den zentralen Protostern in HH 24 sehen wir nicht direkt. Er ist von kaltem Staub und Gas in einer flachen, rotierenden Akkretionsscheibe umgeben. Wenn Materie aus der Scheibe auf das junge stellare Objekt fällt, wird sie aufgeheizt. Die schmalen, energiereichen Strahlen werden in der Rotationsachse des Systems ausgestoßen und liegen einander gegenüber. Sie dringen durch die interstellare Materie in der Region. Dabei bilden sie eine Serie leuchtender Stoßfronten.

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