Die Sombrero-Galaxie von Hale

Zwischen lose verteilten Sternen schwebt die Galaxie M104. Sie liegt schräg im Raum und zeigt fast mit der Kante auf uns. Ihr Aussehen erinnert an einen Sombrero.

Bildcredit und Bildrechte: Caltech/Palomar Observatory/Paul Gardner, Salvatore Grasso und Ryan Hannahoe

Was geschieht im Zentrum dieser Spiralgalaxie? M104 wurde wegen ihrer Ähnlichkeit mit einem Hut Sombrero-Galaxie genannt. Sie hat einen markanten Staubstreifen und einen hellen Hof aus Sternen und Kugelsternhaufen. Gründe für die hutähnliche Erscheinung des Sombreros sind eine ungewöhnlich große, ausgedehnte zentrale Wölbung aus Sternen sowie dunkle markante Staubstreifen in einer Scheibe. Die Scheibe zeigt fast mit der Kante zu uns.

Milliarden alter Sterne verursachen das diffuse Leuchten der ausgedehnten Zentralwölbung. Sie ist auf dem Bild des 200-Zoll-Hale-Teleskops zu sehen. Eine genaue Untersuchung der Zentralwölbung zeigt auch viele Lichtpunkte. Es sind Kugelsternhaufen. Die spektakulären Staubringe von M104 enthalten viele junge helle Sterne. Sie zeigen komplexe Details, die Astronomen noch nicht vollständig verstehen.

Das Zentrum des Sombreros leuchtet im gesamten elektromagnetischen Spektrum. Es enthält wahrscheinlich ein großes Schwarzes Loch. Das Licht der Sombrero-Galaxie ist fünfzig Millionen Jahre alt. Die Galaxie ist mit einem kleinen Teleskop im Sternbild Jungfrau zu sehen.

Zur Originalseite

Die Säulen des Adlerschlosses

Vor einem leuchtenden Nebelhintergrund, der oben blau und unten gelblich-braun leuchtet, ragt eine dunkle, zerfranste Staubwolke hoch. Es sind die berühmten Säulen der Sternbildung, die auf dem kultigen Hubble-Bild aus dem Jahr 1995 abgelichtet wurden.

Bildcredit und Bildrechte: Emanuele Colognato und Jim Wood

Was beleuchtet dieses Sternbildungsschloss? Der bekannte Adlernebel leuchtet in vielen Farben zugleich. Dieses Bild ist ein Komposit aus drei dieser Farben von leuchtendem Gas. Zu den dichteren SternbildungsTürmen zählen die Säulen aus dunklem Staub.

Energiereiches Licht von jungen, massereichen Sternen bringt das Gas zum Leuchten und verdampft Teile des Staubs und Gases in den Entstehungssäulen. Viele dieser Sterne explodieren nach mehreren Millionen Jahren und geben den Großteil ihrer Elemente an den Nebel zurück, in dem sie entstanden sind. Dabei entsteht ein offener Sternhaufen, der als M16 bekannt ist.

Heute, 14 Uhr in Wien: Surprisetour Blick in die Sterne (Fotos)

Zur Originalseite

„Messiers Elf“

Messiers Elf sind Objekte im Sternbild Schütze, die Charles Messier in seinen Katalog aufnahm.

Bildcredit und Bildrechte: Fernando Cabrerizo

Dieses fünfzehn Grad große Sichtfeld reicht über die dicht gedrängten Sternfelder im Schützen zum Zentrum der Galaxis hin. Das Zentrum der Milchstraße liegt am rechten Rand der reichhaltigen Sternenlandschaft. Nahe der Bildmitte sind elf helle Sternhaufen und Nebel. Alle elf sind nummerierte Einträge in einem Katalog, den der kosmische Tourist Charles Messier im 18. Jahrhundert zusammenstellte.

M8 (Lagune), M16 (Adler), M17 (Omega) und M20 (Trifid) haben Kultstatus. Sie zeigen die verräterischen rötlichen Farbtöne von Emissionsnebeln, die bei Sternbildungsregionen auftreten. Wenn man sie durch ein kleines Teleskop betrachtet, fallen in der dicht gedrängten Region auch Sternhaufen auf: M18, M21, M22, M23, M25 und M28.

M24 ist größer als die Sternhaufen. Er ist eine tausend Lichtjahre lange Wolke aus Milchstraßensternen, die durch eine Lücke im Schleier der undurchsichtigen Staubwolken der Galaxis schimmern.

Wenn ihr den Mauspfeil über das Bild schiebt (oder hier klickt), sind „Messiers Elf“ leichter zu erkennen.

Zur Originalseite

M82: Sternbildungsgalaxie mit Superwind

Die zigarrenförmige Galaxie M82 im Sternbild Ursa Major ist von einem rötlichen Sternenwind umgeben. In der Galaxie findet heftige Sternbildung statt.

Bildcredit und Bildrechte: Ken Crawford (Rancho Del Sol Obs.)

M82 heißt wegen ihrer länglichen Erscheinung auch Zigarrengalaxie. Diese Sternbildungsgalaxie besitzt einen Superwind. Der Ausbruch an Sternbildung in M82 führt durch nachfolgende Supernovaexplosionen und mächtige Winde von massereichen Sternen zu einem gewaltigen Materieausfluss.

Dieses scharfe Teleskopbild zeigt klare Hinweise auf den Superwind. Er strömt aus der Zentralregion der Galaxie. Die Emissionen der langen Ausflussranken aus atomarem Wasserstoff leuchten in rötlichen Farbtönen. Das Gas im Superwind ist mit schweren Elementen angereichert. Diese sind in massereichen Sternen entstanden. Ein Teil des Gases entweicht wohl in den intergalaktischen Raum.

In das detailreiche Bild wurden Daten eingefügt, die mit Schmalbandfiltern gewonnen wurden. Sie zeigen eine zarte Struktur, die als Kappe bezeichnet wird. Diese Kappe schwebt links oben etwa 35.000 Lichtjahre über der Galaxie. Anscheinend ist sie ein galaktischer Halo aus Materie, die vom Superwind-Aufprall oder durch intensive ultraviolette Strahlung der jungen, massereichen Sterne im Galaxienkern ionisiert wurde.

Die gewaltige Sternbildung in M82 wurde durch eine enge Begegnung mit der nahen großen Galaxie M81 ausgelöst. Diese dauert noch etwa 100 Millionen Jahre. M82 ist zwölf Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Sie befindet sich nahe der nördlichen Grenze des Sternbildes Ursa Major.

Zur Originalseite

Die Andromedagalaxie M31

Die Andromedagalaxie M31 füllt das Bild. Auch ihre Begleitgalaxien M32 und M110 sind abgebildet. Ihre Scheibe wirkt leicht gekrümmt, sie ist von dunklen Staubranken durchzogen. Das Innere leuchtet eher gelblich, das Äußere bläulich.

Bildcredit und Bildrechte: Lorenzo Comolli

Die Andromedagalaxie ist die unserer Milchstraße nächstgelegene große Galaxie. Unsere Galaxis sieht Andromeda vermutlich sehr ähnlich. Die beiden Galaxien sind die größten in der Lokalen Gruppe.

Das diffuse Licht der Andromedagalaxie stammt von den Hunderten Milliarden Sternen, aus denen sie besteht. Einige Einzelsterne rund um die Andromedagalaxie befinden sich in unserer Galaxis. Sie sind weit von der Galaxie im Hintergrund entfernt. Andromeda wird häufig als M31 bezeichnet, weil sie das 31. Objekt auf Messiers Liste nebeliger Himmelsobjekte ist.

M31 ist so weit entfernt, dass ihr Licht etwa zwei Millionen Jahre braucht, bis es von dort zu uns kommt. Die Andromedagalaxie ist zwar ohne optische Hilfe sichtbar, doch dieses Bild von M31 wurde mit einem kleinen Teleskop fotografiert. Vieles an M31 bleibt rätselhaft, etwa wie es zu ihrem ungewöhnlichen doppelten Zentrum kam.

Zur Originalseite

Die Messier-Krater in Stereo

Mitten im Bild ragen zwei längliche Krater mit hohem Kraterwall auf. Rechts unten ist der ganze Mond, auf dem die Position der Krater eingezeichnet ist.

Bildcredit: Apollo 11, NASA; Stereobild von Patrick Vantuyne

Am Himmel des Planeten Erde gibt es viele helle Nebel und Sternhaufen. Etliche davon werden mit dem Astronomen Charles Messier und seinem berühmten Katalog aus dem 18. Jahrhundert in Verbindung gebracht. Auch diese beiden großen interessanten Mondkrater tragen seinen Namen.

Messier (links) und Messier A ragen aus dem dunklen, glatten Meer der Fruchtbarkeit oder Mare Fecunditatis hoch. Sie messen 15 mal 8 beziehungsweise 16 mal 11 Kilometer. Der Einschlagskörper, der die Krater schlug, folgte vermutlich einer extrem flachen Flugbahn von links nach rechts. Das erklärt ihre längliche Form. Durch den flachen Einschlag entstanden auch zwei helle Materiestrahlen. Sie verlaufen außerhalb des Bildes über die Oberfläche nach rechts.

Das beeindruckende Stereobild des Kraterpaares, das mit rotblauen Brillen (rot beim linken Auge) betrachtet werden sollte, wurde kürzlich aus den hoch aufgelösten Scans zweier Bilder (AS11-42-6304, AS11-42-6305) erstellt, die bei der Mondmission Apollo 11 fotografiert wurden.

Zur Originalseite

Der Ringnebel M57

Bildfüllend ist der Ringnebel in der Leier dargestellt. Der Ring ist außen leicht oval, das Innere ist rund. Sein Inneres leuchtet blau, der äußere Rand ist rot. Mitten im Nebel ist der Stern, aus dem der Nebel entstand, er ist ein winziger Lichtpunkt.

Bildcredit: NASA, ESA und Hubble-Vermächtnis (STScI / AURA)- ESA / Hubble-Arbeitsgemeinschaft

Nach den Saturnringen ist der Ringnebel (M57) in der Leier der vielleicht berühmteste Himmelskreis. Seine klassische Erscheinung ist nach heutigem Verständnis der Perspektive geschuldet.

Die neueste Kartierung der wachsenden 3-D-Struktur im Nebel basiert zum Teil auf diesem klaren Hubblebild. Sie lässt vermuten, dass der Nebel ein relativ dichter, krapfenähnlicher Ring ist. Um die Mitte ist er in eine Wolke aus leuchtendem Gas gehüllt. Sie hat die Form eines Footballs. Von der Erde aus blickt man die Längsachse des Footballs entlang. Der Blick fällt von oben auf den Ring.

Die leuchtende Materie dieses gut untersuchten planetarischen Nebels stammt nicht von Planeten, sondern die gasförmige Hülle besteht aus den abgestoßenen äußeren Schichten eines vergehenden sonnenähnlichen Sterns. Es ist der winzige Nadelstich aus Licht in der Mitte des Nebels.

Das intensive Ultraviolettlicht des heißen Zentralsterns ionisiert die Atome im Gas. Die blaue Farbe in der Bildmitte stammt von ionisiertem Helium. Der Farbton Cyan am inneren Ringrand ist das Licht von angeregtem Wasserstoff und Sauerstoff. Die rötliche Farbe des äußeren Rings stammt von Stickstoff und Schwefel.

Der Ringnebel ist etwa ein Lichtjahr groß und 2000 Lichtjahre entfernt.

Zur Originalseite

Der Adler und der Schwan

Links oben leuchtet der rote Adlernebel, rechts unten der Schwanennebel. Das rote Licht stammt von angeregtem Wasserstoff (H-alpha). Die Nebel wurden von Charles Messier als M16 und M17 katalogisiert.

Bildcredit und Bildrechte: Dieter Willasch (Astro-Cabinet)

Der Adlernebel und der Schwanennebel breiten sich über diese weite Sternenlandschaft aus. Die Teleskopansicht zeigt den Blick zum Sagittarius-Spiralarm. Er liegt in Richtung des galaktischen Zentrums.

Der Adler ist auch als M16 bekannt. Er leuchtet links über der Mitte. Der Schwan oder M17 ist links unten. Das detailreiche Weitwinkelbild zeigt die kosmischen Wolken als helle Regionen mit aktiver Sternbildung.

Rötliche Emissionen sind charakteristisch für angeregten atomaren Wasserstoff. Diese Emissionen und staubhaltige Dunkelnebel durchziehen die Wolken. Die Zentren beider Nebel sind Motive bekannter Nahaufnahmen des Weltraumteleskops Hubble mit Sternbildung.

M17 wird auch Omeganebel genannt. Er ist etwa 5500 Lichtjahre entfernt. Die Distanz zu M16 beträgt an die 6500 Lichtjahre. Das Bildfeld umfasst am Himmel 3 Grad. Die ausladenden Flügel des Adlernebels sind mehr als 120 Lichtjahre breit.

Zur Originalseite