Betrachte das Universum

Vorne sind rund geschliffene Felsen, rechts oben steht eine Person und hält ein Licht in der Hand, links ist die Silhouette eines Nadelbaums. Dazwischen steigt die Milchstraße nach links auf. In der Mitte verlaufe mächtige dunkle Staubwolken. Über der Person schimmern die bunten Nebel beim Stern Rho Ophiuchi.

Bildcredit und Bildrechte: A. Garrett Evans; Beschriftung: Judy Schmidt

Kann man auf einen Felsen klettern und das Universum entdecken? Ja. Es gibt zwar viele Aufzeichnungen. Trotzdem könnt ihr für euch Sterne, Planeten und die Ebene unserer Milchstraße orten. Alles, was ihr braucht, ist ein dunkler, klarer Himmel. Der Felsen ist optional. Wenn ihr eine Kamera habt, könnt ihr außerdem blasse Nebel, Galaxien und lange Fasern aus interstellarem Staub fotografieren.

Wenn ihr digitale Bilder bearbeitet, könnt ihr blasse Strukturen herausarbeiten, wissenschaftliche Farben aufzeigen sowie Bilder von Vordergrund und Hintergrund verschmelzen. Ein Astrofotograf erstellte dieses Bild und nützte dazu alle Möglichkeiten. Die Einzelbilder wurden Anfang des letzten Monats in einer Nacht in Abständen von wenigen Metern fotografiert. Das malerische Umfeld war Sand Beach in Stonington im US-Bundesstaat Maine. Die Kamera zeigte nach Süden zur Penobscot Bay.

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Die farbigen Wolken um Rho Ophiuchi

Um die Sterne Antares und Rho Ophiuchi sind viele Nebel verteilt, die in allen Farben leuchten. Nur der Kugelsternhaufen M4 rechts oben gehört nicht zu der Gruppe, er ist viel weiter entfernt.

Bildcredit und Bildrechte: Tom Masterson, DSS der ESO

Die vielen prachtvollen Farben in den Wolken um Rho Ophiuchi zeigen Prozesse, die dort stattfinden. Die blauen Regionen leuchten, indem sie Licht reflektieren. Das blaue Licht des Sterns Rho Ophiuchi und von Sternen in der Nähe wird von diesem Teil des Nebels stärker reflektiert als rotes Licht. Aus dem gleichen Grund erscheint der Tageshimmel der Erde blau.

Die roten und gelben Regionen leuchten hauptsächlich, weil atomares und molekulares Gas Licht abstrahlt. Die blauen Sterne in der Nähe sind energiereicher als der helle Stern Antares. Ihre Strahlung stößt Elektronen aus dem Gas. Später beginnt es zu leuchen, wenn sich die Elektronen wieder mit dem Gas verbinden. Die dunkelbraunen Regionen entstehen durch Staubkörnchen, die in jungen Sternatmosphären entstanden sind. Sie verdecken Licht, das dahinter abgestrahlt wird.

Die Wolken um Rho Ophiuchi sind viel näher als der Kugelsternhaufen M4. Er leuchtet rechts oben. Die Wolken sind hier bunter dargestellt, als Menschen sie sehen können. Sie strahlen Licht jeder Wellenlänge ab, von Radiowellen bis Gammastrahlen.

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Sagittarius-Sonnenblumen

Helle Emissionsnebel leuchten dramatisch in dieser dunklen Himmelslandschaft. Die Färbung wurde von van Goghs Sonnenblumen inspiriert.

Bildcredit und Bildrechte: Andrew Campbell

Die drei hellen Nebel und die überfüllten Sternfelder der zentralen Milchstraße liegen im Sternbild Schütze (Sagittarius). Sie werden häufig bei Sternabenden mit einem Teleskop gezeigt. Der kosmische Reisende Charles Messier katalogisierte im 18. Jahrhundert zwei davon: M8 – er ist der große Nebel mittig links – und den farbigen M20 ganz unten. Der dritte Nebel ist NGC 6559. Er liegt rechts neben M8 und ist durch dunkle Staubbahnen vom größeren Nebel getrennt.

In allen drei Nebeln entstehen. Sie sind ungefähr 5000 Lichtjahre von uns entfernt. Der ausgedehnte M8 ist mehr als hundert Lichtjahre groß. Er ist auch als Lagunennebel bekannt. Der landläufige Name von M20 lautet Trifid.

Die ionisierten Atome von Wasserstoff, Sauerstoff und Schwefel leuchten in sichtbarem Licht. Für das Kompositbild wurden Schmalbandfiltern verwendet. Die Farbkartierung und der Helligkeitsumfang für das kosmische Stillleben sind von Van Goghs berühmten Sonnenblumen inspiriert. Rechts neben Trifid liegt M21 im Sichtfeld des Teleskops. Er ist einer von Messiers offenen Sternhaufen.

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Langlebige Kiefern mit der Galaxis und Planeten

Hinter knorrigen Wurzeln und Zweigen leuchten die Planeten Mars und Saturn. Diagonal steigt die Milchstraße mit markanten dunklen Staubwolken auf.

Bildcredit und Bildrechte: Brad Goldpaint (Goldpaint Photography)

Was ist älter als diese urzeitlichen Bäume? Niemand, den ihr kennt – doch fast alles im Hintergrund des Bildes. Die Bäume sind beeindruckend alt – wie jeder Teil im Wald der Langlebigen Kiefern. Er liegt im Osten von Kalifornien in den USA. Dort befinden sich viele der ältesten Bäume, die wir kennen. Manche sind ganze 5000 Jahre alt.

Die hellen Himmelskörper Saturn (links) und Mars hängen scheinbar im Geäst. Sie sind jedoch viel weiter entfernt. Diese Planeten entstanden viel früher, zusammen mit der Erde und dem jungen Sonnensystem, und zwar vor ungefähr 4,5 Milliarden Jahren. Von links oben läuft die älteste Struktur im Bild diagonal abwärts. Es ist das Zentralband unserer Milchstraße, die vor ungefähr 9 Milliarden Jahren entstand. Das Bild entstand aus mehreren Aufnahmen, die alle am selben Ort fotografiert wurden – doch erst vor wenigen Wochen.

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Nordamerika- und Pelikannebel im Schwan

Links leuchtet ein Emissionsnebel, dessen Form an den Kontinent Nordamerika erinnert. Rechts daneben ist eine Wolke, die aussieht wie ein Pelikan. Beide Nebel sind von dunklen Staubwolken umgeben. Sie liegen im Sternbild Schwan.

Bildcredit und Bildrechte: Ezequiel Etcheverry

Hier leuchten vertraute Formen an ungewohnten Orten. Links ist der Emissionsnebel NGC 7000. Er ist für seine Ähnlichkeit mit dem Kontinent Nordamerika auf der Erde berühmt. Die Emissionsregion, die rechts neben dem Nordamerikanebel liegt, ist IC 5070. Ihr Umriss, der an einen großen Vogel erinnert, führte zu dem Namen Pelikannebel. Zwischen den beiden hellen Nebel liegt eine dunkle Wolke aus undurchsichtigem Staub.

Die Nebel sind etwa 1500 Lichtjahre entfernt. Dort ist das 4 Grad große Sichtfeld 100 Lichtjahre breit. Das kosmische Porträt kombiniert Bilder, die mit Schmalbandfiltern aufgenommen wurden. Das betont die hellen Ionisierungsfronten und die Silhouetten in den dunklen, staubigen Formen mit feinen Details. Die Emissionen von atomarem Wasserstoff, Schwefel und Sauerstoff wurden in wissenschaftlich zugeordneten Farben abgebildet. An dunklen Orten sieht man die Nebel mit einem Fernglas.

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Hubble zeigt den Pferdekopfnebel in Infrarot

Der Pferdekopfnebel leuchtet in Infrarotlicht. Hier wurde er in Falschfarben dargestellt, die Aufnahme stammt vom Weltraumteleskop Hubble.

Bildcredit: NASA, ESA und das Hubble-Vermächtnisteam (STScI/AURA)

Diese prächtige interstellare Staubwolke treibt durch den Kosmos. Dabei wurde sie von Sternwinden und Strahlung geformt, bis sie eine erkennbare Form bekam. Man nennt sie passenderweise Pferdekopfnebel.

Die Wolke liegt im gewaltigen, komplexen Orionnebel M42. Wenn man sie mit einem kleinen Teleskop direkt beobachtet, ist sie ein vielleicht lohnendes, aber schwieriges Objekt. Dieses prächtige detailreiche Bild wurde 2013 vom Weltraumteleskop Hubble in Infrarot fotografiert. Der Anlass war der 23. Jahrestag seines Starts.

Die dunkle Molekülwolke ist ungefähr 1500 Lichtjahre von uns entfernt. Sie als Barnard 33 katalogisiert. Man sieht sie nur deshalb, weil der massereiche Stern Sigma Orionis sie von hinten beleuchtet. Der Pferdekopfnebel verändert in den nächsten Millionen Jahren langsam seine Form. Vielleicht zerstört ihn eines Tages das sehr energiereiche Sternenlicht.

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Die Milchstraße im Mondlicht über der Schlucht

Über der Schlucht von Dschabal Schams auf der arabischen Halbinsel leuchten der abnehmende Mond und die Milchstraße am Morgenhimmel. Die Schlucht wirkt nebelig, dadurch wirkt das Bild wie eine Traumlandschaft.

Bildcredit und Bildrechte: Babak Tafreshi (TWAN)

Der abnehmende Mond, die Dämmerung und die Stadtlichter von Al Hamra am Horizont leuchten auf dieser himmlischen Landschaft vom Planeten Erde. Doch sie können die zentrale Milchstraße nicht überstrahlen.

Die traumartige Szenerie wurde auf einer einzigen Aufnahme fotografiert. Sie blickt nach Süden über die die große Schlucht von Dschabal Schams, den Sonnenberg. Das Tal liegt nahe beim höchsten Gipfel im Oman auf der arabischen Halbinsel. Noch ziehen Dunst, Mondlicht und Schatten die steilen Wände der Schlucht entlang.

Die dunklen Risse im leuchtenden Band der Milchstraße sind kosmische Staubwolken in der Galaxis. Sie sind Hunderte Lichtjahre entfernt und verdecken das Sternenlicht in der galaktischen Ebene. Wir sehen die Galaxis vom Sonnensystem aus von der Seite.

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NGC 6188 und NGC 6164

Mitten im Bild leuchtet ein blauer Hintergrund, über den dunkle Staubwolken verlaufen. das Blau ist von dunklen Nebeln umgeben, die teilweise in orange leuchtende Wolken übergehen.

Bildcredit und Bildrechte: Martin Pugh und Rick Stevenson

NGC 6188 ist eine riesige Sternbildungsregion. In den Wolken lauern fantastische Formen aus leuchtendem Gas. Der Emissionsnebel ist etwa 4000 Lichtjahre entfernt. Er liegt am Rand einer riesigen Molekülwolke im südlichen Sternbild Altar. Die Molekülwolke ist in sichtbaren Wellenlängen des Lichts unsichtbar.

In der eingebetteten Ara-OB1-Assoziation befinden sich massereiche junge Sterne. Sie sind vor nur wenigen Millionen Jahren in der Region entstanden. Die Sterne formen die dunklen Gestalten mit ihren Sternwinden. Außerdem bringen sie durch intensive UV-Strahlung den Nebel zum Leuchten. Der Auslöser für die aktuelle Sternbildung waren wahrscheinlich Winde und Supernovae, bei denen frühere Generationen massereicher Sterne explodierten. Sie fegten das Molekülgas auf und komprimierten es.

Die kosmische Leinwand zeigt auch den ungewöhnlichen Emissionsnebel NGC 6164. Er leuchtet rechts unter NGC 6188. Auch er entstand durch einen massereichen OStern in der Region. Die Gashülle von NGC 6164 ist auffallend symmetrisch. Sie hat einen blassen Halo, der ähnlich aussieht wie viele planetarische Nebel. Der Halo umgibt den hellen Zentralstern.

Das eindrucksvoll große Sichtfeld ist mehr als 3 Grad breit, das ist so viel wie sechs Vollmonde nebeneinander. In der geschätzten Entfernung von NGC 6188 entspricht das mehr als 200 Lichtjahren. Das Komposit entstand aus drei Bildreihen, die kombiniert wurden.

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