Der letzte Vollmond

Über einem Gebirge ragt ein gelblicher Mond mit dunklen Meeren auf, er wirkt durch die Atmosphäre über dem Horizont verzerrt. Unten sind Wolken vor dem Mond.

Bildcredit und Bildrechte: Giacomo Venturin

Der letzte Vollmond im Jahr 2023 geht auf dieser surrealen Landschaft mit Bergen am Himmel auf. Auf der Nordhalbkugel heißt er auch „Kalter Mond im Dezember“ oder „Mond der Langen Nacht„. Die dalieske Szene entstand als Einzelaufnahme mit einer Kamera und einem langen Teleobjektiv. Sie wurde nahe bei Monte Grappa in Italien fotografiert. Der Vollmond schmilzt jedoch nicht. Seine breite, verzerrte Erscheinung nahe am Horizont entsteht durch die veränderte Brechung in der langen Sichtlinie. Sie führt zu wechselnden Bildern oder Luftspiegelungen der hellen Mondscheibe.

Die veränderte Brechung entstand durch Schichten in der Atmosphäre, in denen Temperatur und Dichte sehr unterschiedlich waren. Weitere Effekte der Brechung entstehen durch die lange Sichtlinie zum aufgehenden Vollmond, die durch die Atmosphäre verläuft. Dadurch entsteht der dünne rote Rand, der am verzerrten unteren Rand des Mondes schwach zu sehen ist. Am oberen Rand ist ein dünner grüner Rand.

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Kathedrale, Berg, Mond

Auf einem Berg steht eine beleuchtete Kathedrale, dahinter ragt ein Berg auf, hinter dem der Mond aufgeht.

Bildcredit und Bildrechte: Valerio Minato

Solche Einzelaufnahmen wollen geplant sein. Zuerst muss man erkennen, dass eine so bemerkenswerte dreifache Überlagerung in der Fluchtlinie tatsächlich stattfindet. Der nächste Schritt ist, den besten Ort zu finden, um das zu fotografieren. Doch der dritte Schritt war der schwierigste: genau zur richtigen Zeit vor Ort zu sein und das bei klarem Himmel.

Bei fünf Versuchen in den letzten sechs Jahren hatte der Fotograf schlechtes Wetter. Aber vor zehn Tagen war das Wetter endlich perfekt. Ein fotografischer Traum konnte Wirklichkeit werden. Die Aufnahme zeigt im Vordergrund die Basilika von Superga im italienischen Piemont. Der Berg dahinter ist der Monviso und ihr wisst sicherlich, welcher Mond den Hintergrund bildet.

Der aufgehende Mond wurde in einer Sichelphase aufgenommen. Doch die Belichtungszeit war lang genug, dass der doppelt reflektierten Erdschein, der auch Da-Vinci-Licht genannt wird, den ganzen obere Teil des Mondes beleuchten konnte.

Himmlische Überraschung: Welches Bild zeigte APOD zum Geburtstag? (ab 1995, deutsch ab 2007)

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Orion und der Ozean der Stürme

Unten ist ein Teil der Raumsonde Orion, im Hintergrund ist der Mond mit glatten Flächen, in denen einige Krater verteilt sind. Links unten sind mehr Krater, rechts oben ist der Strahlenkrater Kepler.

Bildcredit: NASA, Artemis 1

Am 05. Dezember 2022 machte eine Kamera an Board der besatzungslosen Raumsonde Orion dieses Bild. Sie war schon auf dem Rückweg, als sie beim Mond vorbeikam.

Hinter einem von Orions Sonnensegel liegt die dunkle, glatte Oberfläche am westlichen Ausläufer des Ozeans der Stürme (Oceanus Procellarum). Das markante Meer der Stürme liegt auf der Seite des Mondes, die zu uns zeigt. Es ist eines der größeren Meere auf dem Mond, die von Lava geflutet wurden.

Am linken Rand verläuft der Terminator. Er ist die Grenze zwischen Licht und Schatten – oder Tag und Nacht. Der Krater Marius befindet sich oben in der Mitte. Er ist 41 Kilometer groß. Am rechten Rand sieht man gerade noch den Strahlenkrater Kepler. Die hellen Strahlen des Kraters ragen nach Westen und Nordwesten in den Ozean der Stürme.

Am 11. Dezember 2022 kehrte die Raumsonde Orion zu ihrer Heimatwelt zurück. Die historische Mission Artemis 1 endete erfolgreich mit einer Wasserlandung im Pazifischen Ozean.

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Flugzeug kreuzt die Mondsichel

Am noch hellen Abendhimmel leuchtet eine orangefarbene Mondsichel, quer darüber verlläuft der orangefarbene Kondensstreifen. Das Flugzeug, das den Kondensstreifen zieht, fliegt nach links unten. Im Vordergrund sind einige dunkle Blätter zu sehen.

Bildcredit und Bildrechte: Juned Patel

Nein, der Mond ist kein Bogen, und nein, er schießt kein Flugzeug wie einen Pfeil. Das Bild zeigt eine zufällige Überlagerung. Der Kondensstreifen eines Flugzeugs ist normalerweise weiß, doch das große Luftvolumen zur aufgehenden Sonne streut bevorzugt blaues Licht. Daher erscheint einerseits der Himmel blau. Andererseits erhält der reflektierende Streifen einen leuchtend roten Farbton. Der Sichelmond, der weit hinter dem Flugzeug liegt, wirkt ebenfalls leicht rötlich.

Das Bild entstand Anfang letzten Monats in Bolton in Großbritannien. Es war so kurz nach Sonnenaufgang, dass die Sonne Flugzeug und Kondensstreifen von unten beleuchtete. Nur ein paar Minuten später war die improvisierte Himmelsschau schon wieder vorbei. Das Flugzeug flog aus dem Blickfeld. Der Mond ging auf, aber am heller werdenden Himmel war er schwieriger zu sehen. Der Kondensstreifen löste sich langsam auf.

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Der Mond geht hinter dem Vulkan Teide unter

Videocredit und -rechte: Daniel López (El Cielo de Canarias); Musik: Piano della Moon (Dan Silva)

Diese Menschen sind nicht in Gefahr. Was da links herunterkommt, ist nur der Mond. Er ist weit entfernt. Luna wirkt hier so groß, weil sie durch ein Teleskop fotografiert wurde. Die Bewegung stammt von der Erde. Ihre Rotation bewirkt, dass der Mond langsam hinter dem Vulkan Teide auf den Kanarischen Inseln verschwindet. Die Inseln liegen nordwestlich vor der Küste von Afrika.

Die Personen im Video sind ca. 16 Kilometer entfernt. Einige schauen zur Kamera, weil sie beobachten, wie die Sonne hinter dem Fotografen aufging. Es ist kein Widerspruch, dass ein Vollmond untergeht, wenn die Sonne aufgeht, denn die Sonne steht am Himmel immer genau gegenüber dem Vollmond.

Dieses Video entstand im Mai 2018 beim Milchmond. Es ist kein Zeitraffer. Der Mond geht wirklich so schnell unter. Der Vollmond im Mai wird manchmal Blumenmond, Wonnemond oder eben Milchmond genannt.

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Artemis 1: Flugtag 13

Links unten in der Ecke ist eine Raumkapsel mit einem riesigen NASA-Schriftzug und NASA-Logo, rechts oben sind der Mond und rechts daneben die Erde zu sehen, beide aus beträchtlicher Entfernung nebeneinander.

Bildcredit: NASA, Artemis I

Am 13. Flugtag (28. November 2022) der Mission Artemis I erreichte das Raumschiff Orion seine maximale Entfernung von seiner Heimatwelt.

Mit einer Entfernung von über 430.000 Kilometern von der Erde in einer retrograden Umlaufbahn übertraf Orion den Rekord für das am weitesten entfernte Raumfahrzeug, das für den Transport von Menschen entwickelt wurde. Dieser Rekord wurde 1970 während der Apollo-13-Mission zum Mond aufgestellt.

In diesem Videobild von Orion am 13. Flugtag der Mission Artemis I sind Erde und Mond im selben Blickfeld. Der Planet und sein großer natürlicher Satellit erscheinen aus der Perspektive des unbesetzten Raumschiffs sogar etwa gleich groß.

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Mond am Tageshimmel trifft Morgenstern

Acht Mondsicheln sind nebeneinander abgebildet, von links nach rechts verschwindet die Venus schrittweise dahinter.

Bildcredit und Bildrechte: Katarzyna Kaczmarczyk

Momentan erscheint Venus für uns als heller Morgenstern, der in der Morgendämmerung über dem Horizont im Südosten strahlt. Am Dienstag, 9. November, konnten Frühaufsteher*innen noch vor der Dämmerung das silberne Leuchtfeuer der Venus in enger Paarung mit der abnehmenden Mondsichel aufgehen sehen.

Doch von einigen Gebieten der Nordhalbkugel aus war zu sehen, wie sich der Mond vor die Venus schiebt und sie bedeckt. Von einem großen Teil Europas aus konnte die Bedeckung bei Tageslicht beobachtet werden.

Die hier abgebildete Serie folgt der Annäherung des Mondes an den Morgenstern am blauen Taghimmel über Warschau, Polen. Die Zeitserie (von links nach rechts) von acht scharfen Schnappschüssen, aufgenommen mit dem Teleskop vormittags zwischen 10.56 und 10.58 Lokalzeit, zeigt Venus beim Verschwinden hinter dem hellen Mondrand.

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Drei-Planeten-Fels

Eine Meereslandschaft umgibt einen großen Hügel, auf dem Bäume wachsen. Um den Hügel herum leuchten am Nachthimmel drei helle Punkte. Es sind die Planeten Jupiter und Venus sowie eine Mondsichel.

Bildcredit und Bildrechte: Giovanni Passalacqua; Text: Liz Coelho (Pikes Peak)

Die Dunkelheit verschwand schon in der Dämmerung. Ein schräges Dreieck balancierte scheinbar auf einer Felsspitze am südlichen Ende Siziliens. Drei der vier hellsten Objekte, die wir am irdischen Himmel sehen, bilden die Ecken des Dreiecks. Es waren Jupiter, Venus und der Mond.

Das Bild entstand am 27. April 2022. Der Mond war eine schmale, abnehmende Sichel. Doch dank des Erdscheins sah man einen Großteil der Scheibe. Venus (Mitte) und Jupiter (links) waren ungefähr drei Grad voneinander entfernt. Sie näherten sich später bei einer engen Konjunktion.

Konjunktionen von Venus und Jupiter gibt es etwa einmal pro Jahr. Dann stehen die beiden entweder vor Sonnenaufgang im Osten oder nach Sonnenuntergang im Westen. Dieses Bild entstand etwa eine Stunde, bevor das hellste Objekt am Himmel der Erde aufging – nämlich die Sonne.

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