Hubble zeigt den Sternhaufen NGC 362

Der Kugelsternhaufen NGC 362 im Sternbild Tukan füllt das Bild. Die Sterne darin haben unterschiedliche Farben. Das Zentrum ist so dicht, dass es nicht aufgelöst werden kann.

Bildcredit: Hubble WFC3, NASA, ESA, J. Heyl und I. Caiazzo und Javiera Parada (UBC)

Wäre unsere Sonne im Zentrum von NGC 362, dann würde der Nachthimmel wie ein Schatzkästchen voller heller Sterne funkeln. Hunderte Sterne in vielen Farben wären heller als Sirius. Diese Sterne könnten zwar faszinierende Sternbilder und komplexe Sternsagen bilden. Doch es wäre dort für Bewohner von Planeten schwierig, das größere Universum dahinter zu sehen und zu verstehen.

NGC 362 ist einer von nur etwa 170 Kugelsternhaufen in der Milchstraße. Er ist einer der jüngeren Kugelsternhaufen und entstand wahrscheinlich viel später als unsere Galaxis. Wir sehen NGC 362 mit bloßem Auge. Er liegt fast vor der Kleinen Magellanschen Wolke und nahe beim zweithellsten Kugelsternhaufen, den wir kennen, nämlich 47 Tucanae. Dieses Bild entstand mit dem Weltraumteleskop Hubble. Es soll besser erklären, wie massereiche Sterne nahe dem Zentrum mancher Kugelsternhaufen enden.

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Eisring um den nahen Stern Fomalhaut

Mitten im Bild leuchtet ein gelber Stern. Er ist von einem blauen Kranz aus Strahlen umgeben. Ein gelb-rosaroter Ring läuft als Ellipse ebenfalls um den Stern.

Bildcredit: ALMA (ESO/NAOJ/NRAO), M. MacGregor; NASA/ESA Hubble, P. Kalas; B. Saxton (NRAO/AUI/NSF)

Warum läuft um Fomalhaut ein großer Eisring? Dieser interessante Stern ist am Nachthimmel leicht sichtbar. Er ist nur etwa 25 Lichtjahre entfernt. Mindestens ein Planet – Dagon – und mehrere innere Staubscheiben kreisen um ihn. Vor etwa 20 Jahren entdeckte man einen äußeren Ring, der vielleicht noch faszinierender ist. Er besitzt eine ungewöhnlich scharfe Innengrenze.

Dieses aktuelle Bild entstand mit dem Atacama Large Millimeter Array (ALMA). Es zeigt den ganzen äußeren Ring in Rosarot beispiellos detailreich. Der Ring liegt über einem Hubble-Bild des Systems um Fomalhaut. Es ist blau dargestellt. Eine führende Theorie besagt, dass dieser Ring durch viele gewaltige Kollisionen entstand. Daran waren eisige Kometen und Planetesimale (Bauteile für Planeten) beteiligt.

Die Grenzen des Rings werden durch die Gravitation eines Planeten gezogen, der noch unsichtbar ist. Falls das stimmt, fallen wahrscheinlich ständig große Meteore und Kometen auf die inneren Planeten im System von Fomalhaut. So ein Ansturm fand vor vier Milliarden Jahren auch im Sonnensystem statt. Diese Periode wird als spätes schweres Bombardement bezeichnet.

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Schleiernebel: Strähnen eines explodierten Sterns

Grüngelbe und violette Fasern ziehen diagonal durchs Bild. Sie sind ein Teil des Schleiernebels im Sternbild Schwan.

Bildcredit: NASA, ESA und das Hubble-Nachlass-Team (STScI/AURA)

Diese Büschel sind alles, was von einem Stern in der Milchstraße noch übrig ist. Vor etwa 7000 Jahren explodierte der Stern als Supernova. Er hinterließ den Schleiernebel. Damals wurde die expandierende Wolke wahrscheinlich so hell wie der Sichelmond.

Menschen, die am Beginn der aufgezeichneten Geschichte lebten, sahen ihn wochenlang. Dabei entstand ein Supernovaüberrest, der inzwischen als Cygnusbogen bekannt ist. Er verblasst und ist nur noch mit kleinen Teleskopen im Sternbild Schwan (Cygnus) sichtbar. Doch der verbliebene Schleiernebel ist physisch riesig. Er ist ungefähr 1400 Lichtjahre entfernt und trotzdem mehr als fünf Vollmonde breit.

Das Bild ist ein Mosaik aus sechs Bildern des Weltraumteleskops Hubble. Sie sind zusammen nur ungefähr zwei Lichtjahre breit. Es ist ein kleiner Teil des weiten Supernovaüberrestes. Sogar kundige Leute erkennen auf Bildern des ganzen Schleiernebels diese Fasern vielleicht nicht.

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Die helle Spiralgalaxie M81

Die prachtvolle Spiralgalaxie M81 ist schräg von oben zu sehen, sie besitzt ausgeprägte Spiralarme mit blauen Sternhaufen und roten Sternbildungsregionen. In der Mitte leuchtet sie gelblich.

Bildcredit: Subaru-Teleskop (NAOJ), Weltraumteleskop Hubble; Bearbeitung und Bildrechte: Roberto Colombari und Robert Gendler

Die große, schöne M81 ist eine der hellsten Galaxien am Himmel des Planeten Erde. Sie ist ähnlich groß wie unsere Galaxis, die Milchstraße. Die prächtige Spiralgalaxie liegt im nördlichen Sternbild Große Bärin (Ursa Major). Die detailreiche Ansicht von M81 zeigt den hellen, gelblichen Kern, blaue Spiralarme und kosmische Staubbahnen.

Links neben der Mitte der Galaxie ist ein Hinweis auf eine unordentliche Vergangenheit. Eine markante Staubbahn läuft gegen die anderen markanten Spiralstrukturen in M81 mitten über die Scheibe. Die fehlgeleitete Staubbahn ist vielleicht die Folge einer engen Begegnung von M81 mit M82, das ist ihre kleinere Begleitgalaxie.

Die veränderlichen Sterne in M81 wurden untersucht. Dabei erhielt man eine der besten Distanzen zu einer fremden Galaxie, die je ermittelt wurden. Sie beträgt 11,8 Millionen Lichtjahre.

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NGC 2442: Galaxie im Fliegenden Fisch

Die Galaxie NGC 2442 liegt schräg im Bild. Links ist der gelbliche Kern, nach rechts verläuft ein Spiralarm mit bauschigen blauen Sternbildungsregionen.

Bildcredit und Bildrechte: Bearbeitung – Robert Gendler, Roberto Colombari; Daten – Hubble-Vermächtnisarchive, Europäische Südsternwarte ESO

Die verzerrte Galaxie NGC 2442 liegt im südlichen Sternbild Fliegender Fisch (Piscis Volans). Sie ist etwa 50 Millionen Lichtjahre entfernt. Die beiden Spiralarme der Galaxie beginnen beim ausgeprägten Zentralbalken. Sie wirken auf Weitwinkelbildern hakenförmig.

Diese Nahaufnahme ist ein Mosaik. Es entstand aus Daten des Weltraumteleskops Hubble und der Europäischen Südsternwarte ESO. Das Bild zeigt die Struktur der Galaxie äußerst detailreich. Der Kern leuchtet im gelblichen Licht einer älteren Sternpopulation. Er ist von undurchsichtigen Staubbahnen, jungen blauen Sternhaufen und rötlichen Sternbildungsregionen umgeben.

Die scharfen Bilddaten zeigen auch fernere Galaxien im Hintergrund. Man sieht sie direkt durch die Nebel und Sternhaufen in NGC 2442. In der geschätzten Entfernung von NGC 2442 ist das Bild etwa 75.000 Lichtjahre breit.

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Der innere Ring der Spiralgalaxie NGC 1512

Die Galaxie NGC 1512 hat keine ausgeprägten Spiralarme, sondern markante Ringe. Der Kernring umgibt das innerste Zentrum und leuchtet sehr hell, weiter außen verläuft ein strukturierter Ring. Dazwischen gibt es einen diffusen Balken.

Bildcredit: NASA, ESA, Weltraumteleskop Hubble

Die meisten Galaxien haben keine Ringe. Warum hat diese gleich zwei? Beginnen wir beim hellen Band um die Mitte von NGC 1512. Es ist ein Kernring. Er umgibt das Zentrum der Galaxie und leuchtet hell, weil er viele neue Sterne enthält. Doch die meisten Sterne und begleitendes Gas und Staub umkreisen das galaktische Zentrum in einem Ring, der weiter außen liegt. Er liegt hier am Bildrand. Dieser Ring wird „innerer Ring“ genannt, was manche überrascht.

Wenn ihr genau hinseht, erkennt ihr, dass der innere Ring die Enden eines diffusen Zentralbalkens verbindet. Er verläuft waagrecht über die Galaxie. Diese Ringstrukturen entstehen vermutlich durch eine Asymmetrie in NGC 1512. Sie ist ein schleppender Prozess, der sich über Jahrhunderte hinzieht. Durch die Gravitation dieser Asymmetrie von Galaxie und Sternbalken fallen Gas und Staub vom inneren Ring zum Kernring. So steigern sie die Sternbildungsrate im Kernring.

Manche Spiralgalaxien haben noch einen dritten Ring. Das ist ein äußerer Ring, der noch weiter entfernt um die Galaxie kreist.

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Phobos: Mond über Mars

Der Planet Mars leuchtet rot. Er füllt fast die rechte Seite des Bildes. Auf seiner Oberfläche sind dunkle und helle Flecken verteilt. Links oben taucht der winzige Marsmond Phobos hinter dem Planeten auf.

Bildcredit: NASA, ESA, Zolt Levay (STScI) – Danksagung: J.Bell (ASU) und M.Wolff (SSI)

Phobos ist ein winziger Mond mit einem gruseligen Namen. Er taucht auf diesem Serienbild hinter dem Roten Planeten auf. Das Bild stammt vom Weltraumteleskop Hubble im Erdorbit. Die 13 einzelnen Bilder wurden 2016 während mehr als 22 Minuten aufgenommen. Es war etwa zur größten Annäherung des Planeten Mars an die Erde. Marsbewohner blicken nach Westen, um zu sehen, wie Phobos aufgeht.

Der kleine Mond ist näher an seinem Heimatplaneten als jeder andere Mond im Sonnensystem. Er kreist nur etwa 6000 Kilometer über der Marsoberfläche. Für einen Umlauf braucht Phobos nur 7 Stunden und 39 Minuten. Er ist damit schneller als eine Marsrotation, die etwa 24 Stunden und 40 Minuten dauert. Daher geht Phobos auf dem Mars dreimal am Tag im Westen auf. Doch Phobos ist dem Untergang geweiht.

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Spiralgalaxie NGC 1512: Der Ring um den Kern

Das Bild zeigt das Innere der Galaxie NGC 1512. Es ist von einem leuchtenden Ring aus Sternbildungsregionen und dunklem Staub umgeben. Nach oben und unten laufen dunkle Staubarme hinaus. Das Bild stammt vom Weltraumteleskop Hubble.

Bildcredit: NASA, ESA, Hubble, LEGUS; Danksagung: Judy Schmidt

Was geschieht um das Zentrum dieser Spiralgalaxie? Als Ganzes gesehen ist NGC 1512 eine Balkenspiralgalaxie. Das ist eine Spiralgalaxie mit einem geraden Balken aus Sternen in der Mitte. Dieser Balken kreuzt einen äußeren Ring, den man nicht sieht, weil er die abgebildete Region umgibt.

Dieses Bild stammt vom Weltraumteleskops Hubble. Darauf umgibt ein innerer Ring den Kern der Spirale. Die beiden Ringe sind nicht nur durch einen Balken aus hellen Sternen verbunden, sondern auch durch dunkle Staubbahnen. Im Inneren dieses inneren Rings schraubt sich ständig Staub hinein. Vielleicht ist dort ein großes Schwarzes Loch. Die Ringe leuchten hell wegen der neu entstandenen Sterne, die durch die Kollision von NGC 1512 mit ihrer galaktischen Nachbarin NGC 1510 entstanden sein könnten.

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