Perseïd: Die Spur einer Feuerkugel leuchtet nach

Ein großer Teil des Nachthimmels mit Milchstraße und Mond wird unten vom Bogen des Horizonts begrenzt. Links oben gleißt eine helle Feuerkugel. Bildeinschübe zeigen, wie sich die nachleuchtende Spur entwickelte.
Bildcredit und Bildrechte: Petr Horálek

Dieser gleißende Perseïd loderte am 12. August vor der lokalen Mitternacht über dem Nationalpark Poloniny in der Slowakei. Er zog seine Spur neben der Sommer-Milchstraße. Seine ursprüngliche Farbe entstand wahrscheinlich durch die typisch hohe Geschwindigkeit der Meteore dieses Stroms. Perseïden rasen mit etwa 60 Kilometern pro Sekunde dahin. Wenn sie in großer Höhe in die dünne Atmosphäre dringen, können sie Atome von Sauerstoff anregen. Dabei entsteht das grüne Leuchten.

Dieser Perseïd zog eine Schliere, die zurückblieb – eine nachleuchtende Spur. Sie verwehte in der oberen Atmosphäre. Das ist typisch für helle Meteore. Die eingefügten Bilder entstanden in Abständen von je einer Minute. Sie haben den gleichen Maßstab wie das Originalbild und zeigen, sie sich die Leuchtspur entwickelte. Verglichen mit dem kurzen Blitz des Meteors war die geisterhafte Spur sehr beständig. Nach einer Stunde erkannte man immer noch zarte Überreste. Sie dehnten sich am Himmel auf über 80 Grad aus.

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Parker versus Perseïd

Am dunklen Nachthimmel steigt eine hell leuchtende parabelförmige Bahn auf. Am Boden sind blaue Strahlen, die fächerförmig schräg nach oben leuchten.
Bildcredit und Bildrechte: Derek Demeter (Emil Buehler Planetarium)

Rechts oben zischt der kurze Blitz eines Perseïden. Am Sonntag früh entstand eine Serie an Aufnahmen, als der jährliche Meteorstrom der Perseïden fast den Höhepunkt erreicht hatte. Die Bilder wurden kombiniert. Der Fotograf war etwa drei Kilometer von der Startrampe 37 der Raumfahrtstation Cape Canaveral entfernt. Er fotografierte vier Minuten lang die Spur einer Delta-IV-Schwerlastrakete. Damit startete die Parker Solar Probe in den dunklen Morgenhimmel.

Die Meteore der Perseïden sind nicht gerade langsam. Die Staubkörnchen des periodischen Kometen Swift-Tuttle pflügen mit etwa 60 Kilometern pro Sekunde durch die obere Erdatmosphäre und verdampfen.

Die Parker Solar Probe ist auf dem Weg zu ihrer Mission, die sieben Jahre dauert. Dabei sind sieben gravitationsgestützte Vorbeiflüge an der Venus geplant. Ihre größte Nähe zur Sonne nimmt kontinuierlich ab, bis sie schließlich eine Entfernung von 6,1 Millionen Kilometern erreicht. Das ist etwa ⅛ der Distanz zwischen Merkur und der Sonne, dorthin reicht schon die Sonnenkorona. Das ist die dünne äußere Atmosphäre der Sonne. Die Sonde hat dann eine Geschwindigkeit von ungefähr 190 Kilometern pro Sekunde. Damit erreicht sie einen Rekord für die schnellste Raumsonde vom Planeten Erde.

Galerie: Beste eingereichte Bilder des PSP-Starts

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Start der Parker Solar Probe

Über einer orangefarben leuchtenden Abgaswolke startet eine Trägerrakete mit der Raumsonde Parker Solar Probe in den Nachthimmel. Rechts ragt ein hoher Turm aus Stahlrohren auf.

Bildcredit und Bildrechte: John Kraus

Wann ist die beste Zeit, um eine Sonde zur Sonne zu starten? Die nun historische Antwort lautet nachts. Das ist kein Witz, weil es letztes Wochenende passiert ist. Einerseits lag Startfenster der Parker Solar Probe (PSP) der NASA zu ihrer geplanten Umlaufbahn teilweise in der Nacht. Andererseits werden die meisten PSP-Instrumente im Schatten ihres Schildes arbeiten. So schaffen sie ihre eigene Nacht in der Nähe der Sonne.

Doch bis dahin vergehen Jahre, in denen die PSP genügend Orbitalenergie abgibt, um sich der Sonne zu nähern. Dafür schwingt sie siebenmal an der Venus vorbei. Schließlich soll die PSP geplanterweise gefährlich nah an der Sonne vorbeiziehen, in einem Abstand von 9 Sonnenradien. Es wird die größte Annäherung aller Zeiten. In dieser Nähe steigt die Temperatur auf der Tagseite des PSP-Sonnenschildes auf 1400 Grad Celsius. Das ist heiß genug, um viele Arten von Glas zu schmelzen. Doch auf der Nachtseite herrscht fast Zimmertemperatur.

Durch die PSP-Mission zur Sonne will die Menschheit die Ausbrüche der Sonne besser verstehen. Sie können sogar irdische Satelliten und Stromnetze stören. Das Bild zeigt den Nachtstart der PSP an Bord einer Delta IV Heavy der United Launch Alliances am frühen Sonntagmorgen.

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M86 mitten im Virgohaufen

Mehrere Galaxien und lose verteilte Sterne füllen das Bild. Die größte Galaxie oben ist M86.

Bildcredit und Bildrechte: Mark Hanson, Stan Watson Obs.

Verläuft zwischen diesen großen Galaxien eine Brücke aus Gas? Gut möglich, aber es ist schwer zu erkennen. Links oben ist M86 beim Zentrum des nahen Virgo-Galaxienhaufens. Sie ist eine riesige elliptische Galaxie. Die Milchstraße fällt zum Virgohaufen, der etwa 50 Millionen Lichtjahre entfernt ist.

Rechts unter M86 liegt die ungewöhnliche Spiralgalaxie NGC 4438. Sie und ihr spitzer Nachbar NGC 4435 bilden zusammen die „Augen der Jungfrau„. Sie sind auch als Arp 120 bekannt. Das Bild ist etwa so breit wie der Vollmond. Es ist eines der detailreicheren, die es von dieser Region gibt. Es deutet an, dass M86 von rot leuchtendem Gas umgeben ist, das sie scheinbar mit NGC 4438 verbindet.

Wir wissen auch, dass vor dem Virgohaufen Cirrusgas liegt, das sich in unserer Galaxis befindet. Die geringe Geschwindigkeit des Gases passt scheinbar besser zu dieser Hypothese des Ursprungs. Das könnte auch erklären, wie die ausgefahrenen blauen Arme von NGC 4435 entstanden sind. Vielleicht liefern künftige Forschungen eine klare Antwort.

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Der Bleistiftnebel in Rot und Blau

Blau leuchtende Fasern mit eingestreutem Rot breiten sich in diesem Bild aus, das dicht von Sternen bedeckt ist.
Bildcredit und Bildrechte: José Joaquín Perez

Diese Stoßwelle pflügt mit mehr als 500.000 km/h durch den interstellaren Raum. Das scharfe, detailreiche Farbkomposit zeigt dünne, geflochtenen Fasern. Sie sind eigentlich lange Wellen in einer kosmischen Schicht aus leuchtendem Gas, das als NGC 2736 katalogisiert ist. Wir sehen die Schicht fast genau von der Seite. Ihre längliche Erscheinung suggeriert den gängigen Namen Bleistiftnebel.

Der Bleistiftnebel ist ungefähr 5 Lichtjahre lang und 800 Lichtjahre entfernt. Er ist nur ein kleiner Teil im Vela-Supernovaüberrest. Der Vela-Überrest ist eine ungefähr 100 Lichtjahre große Wolke, die sich ausdehnt. Sie besteht aus dem Schutt eines Sterns, der vor etwa 11.000 Jahren explodierte. Ursprünglich bewegte sich die Stoßwelle mit Millionen Kilometern pro Stunde. Doch sie wurde stark abgebremst, als sie das umgebende interstellare Material auffegte.

Dieses Weitwinkelbild entstand mit Schmalbandfiltern. Rote und blaue Farben zeigen das typische Leuchten der ionisierten Atome von Wasserstoff und Sauerstoff.

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Meteor vor Galaxie

Vor der Andromedagalaxie M31 zischt ein Meteor vorbei. Er zieht eine grün leuchtende Spur, die an manchen Stellen breiter ist.

Bildcredit und Bildrechte: Fritz Helmut Hemmerich

Ein grüner Streifen blitzt vor der Andromedagalaxie auf – was ist es? Ein Meteor. Die Andromedagalaxie wurde 2016 fotografiert, als der Meteorstrom der Perseïden seinen Höhepunkt erreichte. Dabei zog ein Stein aus dem Weltraum vor der fernen Begleiterin unserer Milchstraße vorbei. Der winzige Meteor war so klein wie ein Sandkorn. Er querte im Bruchteil einer Sekunde dieses 10 Grad breite Feld.

Der Meteor flammte mehrmals auf, als ihn die Erdatmosphäre beim Eintritt stark abbremste. Die grüne Farbe entstand – zumindest zum Teil -, weil Gas leuchtete, als der Meteor verdampfte. Die Aufnahme entstand zeitgleich mit den Perseïden-Meteoren. Doch die Richtung dieser Leuchtspur deutet an, dass der Meteor eher zu den südlichen Delta-Aquariiden gehört. Dieser Meteorstrom erreichte seinen Höhepunkt einige Wochen früher. Nicht zufällig erreichen die Perseïden heute Nacht wieder ihren Höhepunkt.

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Mond, Mars und Milchstraße

Links leuchten der rote Mond und der Planet Mars, rechts steigt die Milchstraße senkrecht auf mit ihren dunklen Staubbahnen, rot leuchtenden Nebeln und Sternhaufen.

Bildcredit und Bildrechte: Taha Ghouchkanlu (TWAN)

Im Nordiran bot der dunkle Himmel über der Wüste vor zwei Wochen diese faszinierende Schau. Das digitale Mosaik wirkt dramatisch. Es zeigt Mond und Mars neben den staubigen Rissen, Sternen und Nebeln in der Milchstraße. Eine Serie an Aufnahmen deckte einen größeren Umfang an Helligkeiten ab.

Der volle Mond tauchte in dieser Nacht in den Erdschatten. Viele beobachteten diese totale Mondfinsternis. Dabei wirkte der Mond sogar blasser und röter als der Rote Planet. Kosmischen Reisenden bietet die Landschaft am Himmel auch den Lagunennebel (M8), den Trifidnebel (M20) und den Planeten Saturn. Sie alle leuchten vor dem blassen Sternenlicht der Milchstraße. Doch der Mond hat noch nicht alle seine Schattenspiele vollbracht. Heute verdeckt der Neumond im Norden der Erde einen Teil der Sonne.

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Spiralgalaxie NGC 6744

Hinter einem Sternteppich wirbelt eine Spiralgalaxie mit gelbem Kern und blauen Spiralarmen, die von rosafarbenen Sternbildungsregionen gesprenkelt sind.
Bildcredit und Bildrechte: Martin Pugh

Die schöne Spiralgalaxie NGC 6744 ist fast 175.000 Lichtjahre groß. Sie ist also breiter als unsere Milchstraße. Ihre Entfernung beträgt 30 Millionen Lichtjahre. Sie liegt im südlichen Sternbild Pfau. In kleinen Teleskopen erscheint sie nur als blasses, ausgedehntes Objekt. Die Scheibe der nahen Universumsinsel liegt schräg in unserer Sichtlinie.

Das Porträt der Galaxie ist sehr detailreich. Ihre Winkelbreite ist etwa gleich wie die des Vollmondes. Im länglichen, gelblichen Kern der riesigen Galaxie leuchtet vor allem das Licht alter, kühler Sterne. Die mächtigen Spiralarme, die um den Kern laufen, sind voller junger, blauer Sternhaufen, die von rötlichen Regionen mit Sternbildung gesäumt sind. Ein längerer Arm zieht links oben an einer kleineren Begleitgalaxie vorbei. Die galaktische Begleiterin von NGC 6744 erinnert an die Große Magellansche Wolke, die eine Begleitgalaxie der Milchstraße ist.

Dieses Wochenende: Meteorströme, der Neumond bedeckt (wieder) die Sonne

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