IC 1805: Der Herznebel

Der Nebel im Bild erinnert an ein Herz, er leuchtet im Sternbild Kassiopeia. Im Inneren ist der offene Sternhaufen Melotte 15, rechts oben befindet sich der Fischkopfnebel.

Bildcredit und Bildrechte: Bray Falls

Was liefert die Energie für den Herznebel? Der große Emissionsnebel, der als IC 1805 bezeichnet wird, erinnert an ein menschliches Herz. Er leuchtet hell in rotem Licht, das von seinem Hauptelement Wasserstoff abgestrahlt wird. Die Energie für das rote Leuchten und die größere Form stammen von einer kleinen Sternengruppe nahe der Nebelmitte. Im Herznebel befinden sich junge Sterne des offenen Sternhaufens Melotte 15. Sie tragen mit ihrem energiereichen Licht und den Winden, die sie verströmen, mehrere malerische Staubsäulen ab.

Der offene Sternhaufen enthält ein paar helle Sterne mit fast 50 Sonnenmassen. Dazu kommen viele blasse Sterne, die nur den Bruchteil einer Sonnenmasse besitzen, und ein fehlender Mikroquasar, der vor Millionen Jahren ausgeschleudert wurde. Der Herznebel ist etwa 7500 Lichtjahre entfernt. Er liegt im Sternbild Kassiopeia. Zufällig wurde beim Fotografieren vorne ein kleiner Meteor erfasst. Man sieht ihn über den Staubsäulen in der Mitte. Rechts oben befindet sich der Fischkopfnebel.

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Pluto in Echtfarben

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Bildcredit: NASA, JHU APL, SwRI, Alex Parker

Beschreibung: Welche Farbe hat Pluto wirklich? Es kostete einige Mühe, das herauszufinden. Trotz der vielen Bilder, die zur Erde geschickt wurden, als die Roboter-Raumsonde New Horizons 2015 an Pluto vorbeiraste, war es schwierig, diese Multispektralbilder ungefähr so zu bearbeiten, wie ein menschliches Auge sie sehen würde. Das Ergebnis sieht man hier, es wurde drei Jahre nach Erfassung der Rohdaten durch New Horizons veröffentlicht und ist das höchstaufgelöste Echtfarbbild von Pluto, das je erstellt wurde.

Das Bild zeigt die helle herzförmige Tombaugh Regio mit der unerwartet glatten Sputnik Planitia aus gefrorenem Stickstoff, die ihren Westlappen füllt. New Horizons fand heraus, dass die Oberfläche des Zwergplaneten überraschend komplex ist und aus vielen Regionen besteht, mit merklich unterschiedlichen Farbtönen. Insgesamt ist Pluto jedoch vorwiegend braun, ein Großteil seiner gedämpften Farben stammen von kleinen Mengen Oberflächenmethan, das vom Ultraviolettlicht  der Sonne angeregt wird.

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M31: Die Andromeda-Galaxie

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Bildcredit und Bildrechte: Amir H. Abolfath (TWAN)

Beschreibung: Wie weit sehen Sie? Das fernste Objekt, das man leicht mit bloßem Auge erkennen kann, ist M31, die große, mehr als zwei Millionen Lichtjahre entfernte Andromedagalaxie. Ohne Teleskop erscheint sogar diese gewaltige Spiralgalaxie als unscheinbare, blasse nebelige Wolke im Sternbild Andromeda. Doch auf diesem faszinierenden, sechs Stunden belichteten Digitalmosaik aus Teleskopaufnahmen unserer nächsten großen galaktischen Nachbarin sind ein heller, gelblicher Kern, dunkle gewundene Staubbahnen, leuchtend blaue Spiralarme und helle rote Emissionsnebel zu sehen.

Heute sind sogar Gelegenheits-Himmelsbeobachter* beeindruckt von dem Wissen, dass es viele ferne Galaxien wie M31 gibt. Doch dieses grundlegende Konzept wurde von Astronomen erst vor 100 Jahren ernsthaft diskutiert. Waren diese „Spiralnebel“ einfach abgelegene Gaswolken in unserer Milchstraße, oder waren es „Inseluniversen“ – ferne Galaxien aus Sternen, vergleichbar mit der Milchstraße selbst? Diese Frage stand im Zentrum der berühmten Shapley-Curtis-Debatte von 1920, die später durch Beobachtungen dahingehend gelöst wurde, dass Andromeda eine Galaxie wie unsere Milchstraße ist – ein Fazit, das den Rest des Universums viel gewaltiger machte, als viele sich je hätten vorstellen können.

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Perijovum 11 – an Jupiter vorbei


Videocredit und -rechte: NASA, Juno, SwRI, MSSS, Gerald Eichstadt; Musik: Mondscheinsonate (Ludwig van Beethoven)

Beschreibung: Hier kommt Jupiter! Die robotische NASA-Raumsonde Juno setzt ihre 53-tägigen stark elliptischen Bahnen um den größten Planeten unseres Sonnensystems fort. Dieses Video stammt von Perijovum 11 Anfang 2018, als Juno zum elften Mal seit ihrer Ankunft Mitte 2016 nahe an Jupiter vorbeiflog.

Dieser farbverstärkte Zeitrafferfilm umfasst etwa vier Stunden und wechselt zwischen 36 Bildern der JunoCam. Das Video beginnt mit Jupiters Aufgang, als sich Juno vom Norden her nähert. Als Juno ihre nächstmögliche Ansicht erreicht – ungefähr 3500 Kilometer über Jupiters Wolkenoberflächen – zeigt die Raumsonde den gewaltigen Planeten ungeheuer detailreich. Juno passiert helle Zonen und dunkle Wolkengürtel, die den Planeten umschließen, sowie zahlreiche wirbelnde kreisrunde Stürme, viele davon größer als Wirbelstürme auf der Erde.

Nach dem Perijovum verschwindet Jupiter in der Ferne und zeigt nun die ungewöhnlichen Wolken, die über Jupiters Süden auftreten. Um die erwünschten wissenschaftlichen Daten zu erhalten, zischt Juno so nahe an Jupiter vorbei, dass ihre Instrumente sehr hohen Strahlungsdosen ausgesetzt sind.

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In der Wolfshöhle

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Bildcredit und Bildrechte: Charlie Bracken, Mladen Dugec, Max Whitby

Der rätselhafte, blaue Reflexionsnebel, der in Katalogen als VdB 152 oder Ced 201 eingetragen ist, wirkt sehr blass. Er liegt an der Spitze des langen Dunkelnebels Barnard 175. Der staubige Komplex, in dem sich die beiden befinden, wird Wolfshöhle genannt. Die kosmischen Erscheinungen in der Weitwinkel-Teleskopansicht sind fast 1400 Lichtjahre entfernt. Sie liegen in der nördlichen Milchstraße im königlichen Sternbild Kepheus.

Die Region liegt am Rand einer großen Molekülwolke. Taschen aus interstellarem Staub verdecken das Licht der Sterne dahinter, oder sie streuen das Licht heller Sterne, die darin eingebettet sind. Das verleiht dem Nebel seine typische blaue Farbe.

Das schwache rötliche Leuchten im Staub des Nebels stammt vermutlich vom UV-Licht eines Sterns. Zwar entstehen Sterne in Molekülwolken. Doch dieser Stern wanderte anscheinend zufällig in die Region, denn seine gemessene Geschwindigkeit im Weltraum weicht stark vom Tempo der Wolke ab.

LDN 1221 ist ein weiterer undurchsichtiger Dunkelnebel. Er ist rechts oben im Bild. Unter der Mitte liegt der farbigere planetarische Nebel Dengel-Hartl 5. Von rechts unten nach links oben erkennt man blasse, rötliche Emissionen. Sie stammen vom urzeitlichen Überrest einer Supernova vor dem staubreichen Komplex im Kepheus.

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Aufbereitung von Kassiopeia A

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Bildcredit: Röntgen – NASA, CXC, SAO; Optisch – NASA, STScI

Beschreibung: Massereiche Sterne in unserer Milchstraße haben ein eindrucksvolles Leben. Ihre Kernschmelzöfen, die durch den Kollaps gewaltiger kosmischer Staubwolken entstehen, entzünden sich und erzeugen in ihrem Inneren schwere Elemente. Nach wenigen Millionen Jahren wird die angereicherte Materie in den interstellaren Raum zurückgestoßen, wo die Sternbildung erneut beginnen kann.

Diese expandierende Trümmerwolke ist als Cassiopeia A bekannt und ein Beispiel für die Schlussphase im Lebenszyklus eines Sterns. Das Licht der Explosion, bei der dieser Supernovaüberrest entstand, wäre erstmals vor etwa 350 Jahren am Himmel des Planeten Erde zu sehen gewesen, doch dieses Licht brauchte ungefähr 11.000 Jahre, um zu uns zu gelangen.

Dieses Falschfarbenbild wurde aus Röntgen- und optischen Bilddaten des Chandra-Röntgenobservatoriums und des Weltraumteleskops Hubble zusammengesetzt. Es zeigt die immer noch heißen Fasern und Knoten im Überrest. In der geschätzten Entfernung von Cassiopeia A ist das Bild zirka 30 Lichtjahre breit. Energiereiche Röntgenemissionen bestimmter Elemente wurden farbcodiert: Silizium rot, Schwefel gelb, Kalzium grün und Eisen violett. Diese Farbcodierung hilft Astronomen, die Wiedergewinnung des Sternstaubs in unserer Galaxis zu untersuchen.

Die äußere, immer noch expandierende Druckwelle ist in blauen Farbtönen abgebildet. Der helle Fleck nahe der Mitte ist ein Neutronenstern – der unglaublich dichte kollabierte Überrest des massereichen Sternkerns.

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Magellans große Wolke

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Bildcredit und Bildrechte: Alessandro Cipolat Bares

Beschreibung: Der portugiesische Seefahrer Ferdinand Magellan und seine Besatzung hatten im 16. Jahrhundert bei der ersten Umsegelung des Planeten Erde viel Zeit, um den südlichen Himmel zu erforschen. Daher sind zwei verschwommene wolkenähnliche Objekte, die für Himmelsbeobachterinnen auf der Südhalbkugel leicht sichtbar sind, als die Magellans Wolken bekannt. Heute versteht man diese als Begleitgalaxien der viel größeren spiralförmigen Milchstraßengalaxie.

Auf diesem äußerst detailreichen, farbenprächtigen Bild ist die Große Magellansche Wolke (GMW) zu sehen. Sie liegt ungefähr 160.000 Lichtjahre entfernt im Sternbild Schwertfisch. Mit einem Durchmesser von ungefähr 15.000 Lichtjahren ist sie die massereichste unter den Begleitgalaxien der Milchstraße und war Schauplatz der nächstliegenden Supernova der Neuzeit: SN 1987A. Der auffällige Fleck unter der Mitte ist 30 Doradus, auch bekannt als der prächtige Tarantelnebel, eine riesige, etwa 1000 Lichtjahre große Sternbildungsregion.

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Der Spinnennebel in Infrarot

Von links dringt ein gelbgrün schimmernder Nebel ins Bild, der von rechts beleuchtet wird. Der Hintergrund ist voller Sterne, einige davon sehr hell, die meisten weniger hell. Einige Sterne stechen hervor, unter anderem ein Stern rechts mit Zacken, der anscheinend den Nebel beleuchtet.

Bildcredit: NASA, JPL-Caltech, Weltraumteleskop Spitzer, 2MASS

Fängt die Spinne jemals die Fliege? Nicht, wenn es zwei große Emissionsnebel im Sternbild Fuhrmann (Auriga) sind. Die spinnenförmige Gaswolke links ist ein Emissionsnebel mit der Bezeichnung IC 417. Die kleinere Wolke rechts hat die Form einer Fliege. Sie wird als NGC 1931 bezeichnet und ist sowohl Emissionsnebel als auch Reflexionsnebel. Beide Nebel sind ungefähr 10.000 Lichtjahre entfernt und enthalten junge offene Sternhaufen. Zur Größenordnung: Der kompaktere NGC 1931 (die Fliege) ist ungefähr 10 Lichtjahre groß.

Dieses Bild in wissenschaftlich zugeordneten Infrarot-Farben kombiniert Bilder des Weltraumteleskops Spitzer und der Durchmusterung Two Micron All Sky Survey (2MASS). Spitzer feiert sein 16. Jahr in einer Bahn um die Sonne in Erdnähe.

APOD ist in den Weltsprachen Arabisch, Bulgarisch, Chinesisch (Peking), Chinesisch (Taiwan), Deutsch, Englisch (GB), Französisch (Frankreich), Hebräisch, Indonesisch, Japanisch, Katalanisch, Kroatisch, Montenegrinisch, Niederländisch, Polnisch, Portugiesisch (Brasilien), Russisch, Serbisch, Slowenisch, Spanisch, Syrisch, Taiwanesisch, Tschechisch, Türkisch, Türkisch und Ukrainisch verfügbar.

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