Galileos Europa

Bilddaten der Raumsonde Galileo von Europa aus den 1990er-Jahren wurden mit verbesserter Kalibrierung überarbeitet.

Bildcredit: NASA, JPL-Caltech, SETI Institute, Cynthia Phillips, Marty Valenti

Beschreibung: Als die Raumsonde Galileo in den späten 1990er-Jahren ihre Bahnen durchs Jupitersystem zog, schickte sie atemberaubende Ansichten von Europa und lieferte Hinweise, dass sich unter der eisigen Oberfläche des Mondes wahrscheinlich ein tiefer globaler Ozean verbirgt. Europas Bilddaten von Galileo wurden mit verbesserter Kalibrierung überarbeitet. So entstand ein Farbbild, das dem entspricht, was ein menschliches Auge sehen könnte.

Die langen, gekrümmten Risse auf Europa sind Hinweise auf flüssiges Wasser unter der Oberfläche. Die Gezeitenkräfte, denen der große Mond auf seiner elliptischen Bahn um Jupiter ausgesetzt ist, liefern die Energie, um den Ozean flüssig zu halten.

Noch spannender ist jedoch die Möglichkeit, dass dieser Prozess auch ohne Sonnenlicht genug Energie für die Entstehung von Leben liefern könnte, was Europa zu einem der aussichtsreichsten Orte für die Suche nach Leben außerhalb der Erde macht. Welche Art von Leben könnte es in einem tiefen, dunklen Ozean unter der Oberfläche geben? Denkt an extreme Krustentiere auf dem Planeten Erde.

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Start des IXPE-Observatoriums

Start einer Falcon 9-Rakete von SpaceX am Kennedy-Raumfahrtzentrum in Florida mit dem Imaging X-ray Polarimetry Explorer IXPE an Bord.

Bildcredit und Bildrechte: Jordan Sirokie

Beschreibung: Vögel fliegen nicht so hoch. Flugzeuge sind nicht so schnell. Die Freiheitsstatue wiegt weniger. Keine andere Art als die menschliche begreift, was hier vor sich geht, und vor nur einem Millennium hätten auch Menschen es sich nicht vorstellen können. Ein Raketenstart ins All ist ein eindrucksvolles, schwer zu beschreibendes Ereignis.

Hier seht ihr, wie zu Beginn des Monats eine Falcon 9-Rakete von SpaceX am Kennedy-Raumfahrtzentrum in Florida startete. An Bord befand sich der Imaging X-ray Polarimetry Explorer (IXPE). IXPE soll energiereiche Objekte wie Neutronensterne, Schwarze Löcher und die Zentren ferner Galaxien beobachten, um die Physik und Geometrie, die sie erzeugen und kontrollieren, besser zu verstehen.

Aus dem Stand hob die mehr als 300 Tonnen schwere Rakete mit IXPE ab, um die Erde zu umkreisen, wo die Außenluft zu dünn zum Atmen ist. An vielen Orten auf der Erde starten heutzutage alle paar Tage Raketen ins All.

Neues zum Start des James-Webb-Weltraumteleskops
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Meteore und Polarlichter über Island

Geminiden-Meteore über dem Kirkjufell in Island bei Grundarfjörður.

Bildcredit und Bildrechte: James Boardman-Woodend; Beschriftung: Judy Schmidt

Beschreibung: Was passiert hinter diesem Berg? So manches. Der Berg ist der Kirkjufell, er ist ziemlich alt und liegt im Westen von Island in der Nähe der Stadt Grundarfjörður. Vor dem steil abfallenden Bergmassiv liegt ein Fjord, der gerade zufror, als dieses Bild Mitte Dezember 2012 fotografiert wurde. Die schönen Farben der Polarlichter im Hintergrund waren zwar ziemlich blass für das freie Auge, wurden aber auf der 25 Sekunden belichteten Aufnahme deutlich sichtbar.

Was dieses Bild besonders interessant macht, sind die Streifspuren von Meteoren der Geminiden. Diese Meteore würden vielleicht nicht auffallen, wenn das Polarlicht deutlich heller gewesen wäre. Links verläuft das weit entfernte Band unserer Milchstraße, während Sterne im lokalen Teil der Milchstraße über den Hintergrund ausgebreitet sind.

Morgen Nacht erreicht der Strom der GeminidenMeteore wieder seinen Höhepunkt, manchen Himmelsbeobachterinnen und -beobachtern bietet er vielleicht unvergessliche visuelle Erfahrungen.

Verschoben: Führung im Sterngarten Georgenberg, Wien: Himmelsbeobachtung bei Schönwetter am Samstag, 18. Dezember, 17 Uhr mit APOD-Übersetzerin Maria Pflug-Hofmayr (Anmeldung erforderlich)

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Eine hohe Klippe auf dem Kometen Tschurjumow-Gerassimenko

Klippe auf dem Kometen Tschurjumow-Gerassimenko, fotografiert von der Raumsonde Rosetta.

Bildcredit und Lizenz: ESA, Raumsonde Rosetta, NAVCAM; Weitere Bearbeitung: Stuart Atkinson

Beschreibung: Diese hohe Klippe befindet sich weder auf einem Planeten noch auf einem Mond, sondern auf einem Kometen. Die Klippe ist Teil des dunklen Kerns des Kometen, sie wurde von Rosetta entdeckt, einer von der ESA gestarteten Roboter-Raumsonde, die 2014 ein Rendezvous mit dem Kometen Tschurjumow-Gerassimenko (TG) im Sonnenorbit hatte.

Diese zerklüftete Klippe wurde 2014 von Rosetta fotografiert. Obwohl sie etwa einen Kilometer hoch aufragt, wäre es wegen der geringen Oberflächengravitation des Kometen TG wahrscheinlich leicht möglich hinaufzuklettern, und man könnte wohl sogar einen Sprung von der Klippe überleben. Am Fuß der Klippe ist relativ glattes Gelände, das von bis zu 20 Meter großen Felsen übersät ist.

Die Daten von Rosetta lassen vermuten, dass das Eis des Kometen TG einen deutlich anderen Deuteriumanteil hat als das Wasser in den Ozeanen der Erde – und daher wahrscheinlich einen anderen Ursprung. 2016 endete Rosettas Mission mit einem kontrollierten Aufschlag auf dem Kometen TG. Soeben vollendete Komet TG eine weitere enge Annäherung an die Erde, noch ist er mit einem kleinen Teleskop weiterhin sichtbar.

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Wasserfall und Milchstraße

Wasserfall in der Provinz Hunan in China mit Milchstraße und Sommerdreieck.

Bildcredit und Bildrechte: Xie Jie

Beschreibung: Das Ziel war, Wasserfall und Milchstraße gemeinsam zu fotografieren. Dazu gehörte die Suche nach einem guten Kamerastandort, eine effektvolle künstliche Beleuchtung für den Wasserfall und das umliegende Tal, zahlreiche Vordergrund- und Hintergrundaufnahmen, außerdem die Sorge, dass Leuchtkäfer zu sehr ablenken würden. Der Fotograf musste die Kamera trocken halten und vermeiden, auf eine Schlange zu treten.

Hier seht ihr das Ergebnis, es wurde Mitte Juli nach Mitternacht fotografiert und digital zu einem Weitwinkelpanorama kombiniert. Der Wasserfall ist der malerische Zhulian-Wasserfall im Luoxiao-Gebirge im Osten der Provinz Hunan in China. Über den Himmel wölbt sich das zentrale Band unserer Milchstraße mit vielen dunklen Staubfasern und farbigen Nebeln. Helle Sterne sprenkeln das Firmament, darunter das Sommerdreieck mit der hellen Wega über dem Bogen der Galaxis; sie alle liegen in der nahen Milchstraße.

Nachdem der Fotograf alle 78 Einzelaufnahmen für euch fotografiert hatte, genoss er mit seinen Freunden die Aussicht für den Rest der Nacht.

Forschung + Öffentlichkeitsarbeit: Doktoranden-Forschungsstelle für APOD
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Lucy fliegt zu acht Asteroiden

Start der Raumsonde Lucy an Bord einer mächtigen Atlas V-Rakete am Cape Canaveral in Florida.

Bildcredit und Bildrechte: John Kraus

Beschreibung: Warum führt diese Mission bis zum Jupiter, besucht ihn dann aber nicht? Lucys Plan ist, anderen Hinweisen über den Ursprung unseres Sonnensystems nachzugehen, als bei Jupiter zu finden wären – wo derzeit Juno ihre Bahnen zieht.

Jupiter ist ein so massereicher Planet, dass seine Gravitation zahlreiche Asteroiden einfängt, welche vor oder hinter ihm um die Sonne kreisen. Diese trojanischen Asteroiden sind im gesamten Sonnensystem entstanden, manche bleiben vielleicht Milliarden Jahre dort gefangen. Wenn man an diesen trojanischen Asteroiden vorbeifliegt und sie untersucht, kann man sie als Fossilien betrachten, die wahrscheinlich einzigartige Hinweise über unser frühes Sonnensystem bereithalten.

Lucy wurde nach einem berühmten fossilen Skelett benannt, das wiederum seinen Namen von einem berühmten Lied erhielt. Die Raumsonde soll zwischen 2025 und 2033 acht Asteroiden besuchen. Letzte Woche wurde Lucys Start an Bord einer mächtigen Atlas-V-Rakete am Cape Canaveral in Florida in den USA wurde mit Reflexion fotografiert.

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Feuerkugel über Lake Louise

Feuerkugel über dem Lake Louise in Alberta (Kanada).

Bildcredit und Bildrechte: Hao Qin

Beschreibung: Was macht einen Meteor zur Feuerkugel? Zunächst einmal sind sich alle einig, dass eine Feuerkugel ein besonders heller Meteor ist. Außerdem definiert die Internationale Astronomische Union, dass eine Feuerkugel ein Meteor mit einer scheinbaren Helligkeit von mehr als -4 ist, was (grob) bedeutet, dass er heller ist als jeder Planet – und hell genug, um einen von Menschen wahrnehmbaren Schatten zu werfen.

Auf diesem Bild fotografierte ein Astrofotograf bei einer Langzeitaufnahme des Himmels zu Beginn des Monats zufällig den hellsten Meteor, den er je gesehen hat. Es war eindeutig eine Feuerkugel. Das zerfallende Weltraumgestein erzeugte eine Spur, die so hell war, dass sie etwa zwei Sekunden lang die Nacht zum Tag machte. Die Feuerkugel wurde auf diesem Bild künstlich abgeblendet, um den Lake Louise in Alberta (Kanada) im Vordergrund zur Geltung zu bringen.

Obwohl Feuerkugeln selten sind, hatten schon viele Menschen das Glück, eine zu sehen. Wenn ihr eine Feuerkugel seht, könnt ihr sie melden. Hat mehr als eine Person ein Bild fotografiert, kann die Feuerkugel eventuell zu dem Körper im Sonnensystem zurückverfolgt werden, von dem sie abgestoßen wurde.

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Verlauf der Wirbelstürme auf dem Planeten Erde

Die Pfade der größten großen Wirbelstürme von 1985 bis 2005.

Bildcredit: Nationales Wirbelsturmzentrum, NOAA, NASA; Bearbeitung: Nilfanion (via Wikipedia)

Beschreibung: Wohin ziehen Wirbelstürme auf der Erde? Diese Karte zeigt die Pfade aller großen Stürme von 1985 bis 2005, im Atlantik werden sie als Hurrikane bezeichnet und im Pazifik als Taifune. Die Grafik zeigt anschaulich, dass Zyklone meist über Wasser entstehen, was plausibel ist, da verdunstendes Wasser ihnen Energie verleiht.

Außerdem zeigt die Karte, dass Wirbelstürme nur selten am Äquator auftreten und diesen niemals kreuzen, weil die Corioliskraft dort gegen null geht und Zyklone die Corioliskraft brauchen, um zu rotieren. Die Corioliskraft führt auch dazu, dass sich die bogenförmigen Pfade der Wirbelstürme vom Äquator entfernen.

Langfristige Trends werden weiterhin beforscht, doch es gibt Hinweise, dass Wirbelstürme im Nordatlantik in den letzten 30 Jahren im Durchschnitt mächtiger wurden und ihre Stärke weiterhin zunimmt.

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Reflektierter Nachthimmel

Nachthimmel mit Milchstraße, Großer und Kleiner Magellanscher Wolke in Mostardas in Südbrasilien.

Bildcredit und Bildrechte: Egon Filter

Beschreibung: Was ist da im Spiegel? Auf diesem Bild des dunklen Südhimmels sind die drei hellsten Galaxien der Nacht leicht zu erkennen. Es sind von links beginnend die Kleine Magellansche Wolke (KMW), die Große Magellansche Wolke (GMW) und ein Teil des Zentralbandes unserer Milchstraße. Alle drei spiegeln sich auch in einem seichten Teich. Doch was zeigt der Spiegel, den der verspielte Astrofotograf positionierte? Ihr seht darin die Staubwolken beim Zentrum der Milchstraße – und den Planeten Jupiter.

Das Komposit wurde sorgfältig geplant und aus Bildern erstellt, die Mitte 2019 mit derselben Kamera am selben Ort in einer einzigen Nacht in Mostardas in Südbrasilien fotografiert wurden. Es belegt den ersten Platz in der Sparte „Verbindung mit der Dunkelheit“ beim Wettbewerb „Erfasse die Finsternis“ 2021 der internationalen Gesellschaft für dunklen Nachthimmel.

Quiz: Was zeigt die Doppelreflexion unter dem Spiegel?

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Dämmerung im nördlichen Sommer

Leuchtende Nachtwolken nördlich von Forrest in Manitoba in Kanada reflektieren etwa um Mitternacht das Licht der Sonne unter dem Horizont.

Bildcredit und Bildrechte: Justin Anderson

Beschreibung: Wenn sich im Norden die Sommersonnenwende nähert, werden die Nächte kürzer und die Tage länger. Normalerweise treten in hohen nördlichen Breiten in den Sommermonaten leuchtende Nachtwolken auf. Solche eisigen Wolken, die am Rand des Weltraums etwa 80 Kilometer über der Erdoberfläche schweben, reflektierten am 14. Juni noch das Sonnenlicht.

Obwohl die Sonne im Norden von Forrest in Manitoba (Kanada) unter dem Horizont stand, wurden die Wolken etwa um Mitternacht am dämmrigen Himmel auf einer Einzelaufnahme festgehalten. Mehrere Aufnahmen des Vordergrundes zeigen das Aufblitzen von Glühwürmchen in geringer Höhe, eine weitere flüchtige Erscheinung, die in der Sommernacht leuchtet.

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Teufelshörner aus einem Feuerring

Die partielle Phase der ringförmigen Sonnenfinsternis wurde hier bei Neumond bei Belmar in New Jersey an der Ostküste der USA fotografiert.

Bildcredit und Bildrechte: Madhup Rathi

Beschreibung: Diese Teleskopansicht des Sonnenaufgangs am Atlantik vom 10. Juni zeigt, wie die Sonnenscheibe durch die Brechung in der Atmosphäre abgeflacht und verzerrt wurde.

Die Szene wurde während der ringförmigen Sonnenfinsternis dieser Saison bei Neumond fotografiert, und zwar bei Belmar in New Jersey an der Ostküste der USA. Die partielle Silhouette des Mondes verleiht der aufgehenden Sonne ihre Sichelform, die manche an die Hörner des Teufels erinnert (oder vielleicht ein fliegendes Kanu…).

Doch während ihrer vollständig ringförmigen Phase sah die verfinsterte Sonne wie ein Feuerring am Himmel aus. Die ringförmige Sonnenfinsternis vom Juni folgte der totalen Mondfinsternis des Vollmondes Ende Mai. Diese totale Mondfinsternis war eine dramatische rote Blutmondfinsternis.

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