Im Zentrum der Spiralgalaxie NGC 3521

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Bildcredit: ESA/Hubble, NASA und S. Smartt (Queen’s University Belfast); Danksagung: Robert Gendler

Beschreibung: Diese riesige, wirbelnde Masse aus Sternen, Gas und Staub liegt im Zentrum einer nahe gelegenen Spiralgalaxie. Die prächtige Spirale NGC 3521 befindet sich etwa 35 Millionen Lichtjahre entfernt im Sternbild Löwe. Auf diesem dramatischen Bild, das aus Daten des Weltraumteleskops Hubble erstellt wurde, ist ihre etwa 50.000 Lichtjahre große Zentralregion dargestellt. Die Nahaufnahme zeigt die typischen mehrfachen, fleckigen, unregelmäßigen Spiralarme dieser Galaxie, die von Staub und Haufen junger, blauer Sterne gesäumt sind. Viele andere Spiralen präsentieren hingegen gewaltige, ausladende Arme. Die Galaxie NGC 3521 ist am Himmel des Planeten Erde relativ hell und mit kleinen Teleskopen gut sichtbar, wird aber von Amateurfotografen zugunsten anderer Spiralgalaxien im Löwen – wie M65 und M66 – oft übergangen.

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Dunkle Sandkaskaden auf dem Mars

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Bildcredit: HiRISE, MRO, LPL (U. Arizona), NASA

Beschreibung: Sie sehen aus wie Bäume auf dem Mars, aber es sind keine. Der Mars Reconnaissance Orbiter fotografierte Gruppen dunkler brauner Schlieren auf schmelzenden rosaroten Sanddünen, die von hellem Frost bedeckt sind. Das obige Bild wurde im April 2008 auf dem Mars in der Nähe des Nordpols fotografiert. Dabei wurde immer mehr dunkler Sand aus dem Inneren der marsianischen Sanddünen sichtbar, als die Frühlingssonne das hellere Kohlendioxideis wegschmolz. Wenn das in der Nähe einer Düne geschieht, kann dunkler Sand die Düne hinabrutschen, welcher auf der Oberfläche dunkle Schlieren hinterlässt, die auf den ersten Blick wie Bäume vor helleren Bereichen aussehen, die keine Schatten werfen. Dieses Bild zeigt einen Ausschnitt von einem Kilometer Breite mit 25 Zentimeter großen Details. Detailaufnahmen mancher Bildteile zeigen wogende Wolken – ein Hinweis, dass die Sandrutschungen sogar während der Aufnahme des Bildes auftraten.

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Rosetta und Komet fliegen ab

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Bildcredit und Bildrechte: Damian Peach/SEN

Beschreibung: Der Komet 67P/Tschurjumow-Gerassimenko ist keiner von den hellen, er zieht inzwischen in der Morgendämmerung langsam in der Nähe der Planetenreihe in der Ekliptik über den irdischen Himmel. Dieses Komposit aus Teleskopbildern zeigt die Entwicklung des Kometen ab Ende September (links) bis Ende November (ganz rechts), während er von der Sonne weg hinter die Marsbahn wandert. Seine blassen, ausgedehnten Schweife und die Koma liegen vor dem farbenprächtigen Sternenhintergrund am östlichen Rand des Sternbildes Löwe. Vor einem Jahr war der Komet vor seinem Periheldurchgang jedoch weniger aktiv. Damals gelang die historische Landung der Sonde Philae der Mission Rosetta, als sie die Oberfläche des Kometenkerns berührte.

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Das Lächeln der Gravitation

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Bildcredit: Röntgen – NASA / CXC / J. Irwin et al.; Optisch – NASA/STScI

Beschreibung: Albert Einsteins allgemeine Relativitätstheorie, die diesen Monat vor 100 Jahren veröffentlicht wurde, sah den Gravitationslinseneffekt vorher. Dieser Effekt verleiht fernen Galaxien diese launige Erscheinung, die durch den Spiegel der Weltraumteleskope Chandra und Hubble im Röntgenbereich und sichtbarem Licht zu sehen sind. Die beiden großen elliptischen Galaxien der Gruppe, die den Spitznamen Grinsekatzen-Galaxiengruppe trägt, sind von vielsagenden Bögen umrahmt. Die Bögen sind optische Bilder ferner Hintergrundgalaxien, welche durch die Verteilung der gesamten Gravitationsmasse der Vordergrundgruppe gekrümmt werden, worin Dunkle Materie vorherrscht. Die beiden großen elliptischen „Augen“-Galaxien – die hellsten Mitglieder ihrer Galaxiengruppe – verschmelzen. Ihre jeweilige Stoßgeschwindigkeit von fast 1350 Kilometern pro Sekunde erhitzt Gas auf Millionen Grad, dabei entsteht das violett gefärbte Röntgenlicht. Neugierig auf die verschmelzende Galaxiengruppe? Die Grinsekatzen-Gruppe lächelt 4,6 Milliarden Lichtjahre entfernt im Sternbild Großer Bär.

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Planeten des Morgens

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Bildcredit und Bildrechte: Yuri Beletsky (Carnegie Las Campanas Observatory, TWAN)

Beschreibung: Der Horizont des Planeten Erde breitet sich über diesem aktuellen Gruppenbild des Sonnensystems aus, das auf der Südhalbkugel am Las-Campanas-Observatorium entstand. Es wurde in der Morgendämmerung fotografiert und zeigt die Ekliptik mit einer Aufreihung, die Frühaufstehern im November vertraut ist. Im Osten stehen die Planeten Venus, Mars und Jupiter sowie Regulus, der Alphastern im Sternbild Löwe.

Natürlich sind die Planeten in das zarte Leuchten des Zodiakallichtes gehüllt, das sich an dem dunklen Orten in einem Winkel über dem Horizont erhebt. Es ist kein Zufall, dass sowohl Zodiakallicht – manche kennen es als falsche Dämmerung – als auch die Planeten in der Ekliptik liegen. Alle Planeten des Sonnensystems, das aus einer verflachten protoplanetaren Scheibe hervorging, kreisen nahe der ekliptischen Ebene, während der Staub in der Ebene das Sonnenlicht streut – die Quelle des zarten Zodiakallichtes.

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Ungewöhnliche Vertiefungen auf Pluto entdeckt

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Bildcredit: NASA, Johns Hopkins U. APL, SwRI

Beschreibung: Warum gibt es diese ungewöhnlichen Gruben auf Pluto? Die Einkerbungen wurden im Juli beim Vorbeiflug der Raumsonde New Horizons an dem Zwergplaneten entdeckt. Die größten Vertiefungen sind einen Kilometer groß und reichen zig Meter in einen See aus gefrorenem Stickstoff hinab. Dieser See breitet sich über Sputnik Planum aus, diese ist ein Teil der berühmten, hellen herzförmigen Region, die als Tombaugh Regio bezeichnet wird. Die meisten Vertiefungen im Sonnensystem entstehen durch Einschlagkrater, doch diese Senken sehen anders aus – manche sind ähnlich groß, dicht gedrängt und aneinander ausgerichtet. Es wird eher vermutet, dass diese speziellen Bereiche aus Eis sublimieren und verdampfen. Der Mangel an darüberliegenden Einschlagkratern lässt sogar den Schluss zu, dass diese Gruben erst vor kurzer Zeit entstanden sind. Die Sonde New Horizons steuert inzwischen ein neues Ziel an, doch sie schickt weiterhin neue Bilder und Daten dieser dramatischen Begegnung mit Pluto zur Erde zurück.

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Polarlichter über Wolken

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Bildcredit und Bildrechte: Daniele Boffelli

Beschreibung: Polarlichter treten normalerweise hoch über den Wolken auf. Ein Polarlicht entsteht, wenn schnelle, von der Sonne ausgestoßene Teilchen auf die Magnetosphäre der Erde treffen, die geladenen Teilchen die Erdmagnetfeldlinien entlangschrauben und auf Atome und Moleküle hoch in der Erdatmosphäre treffen. Ein Sauerstoffatom zum Beispiel erzeugt das grüne Licht, in dem ein Polarlicht typischerweise leuchtet, nachdem es bei einer solchen Kollision angeregt wurde. Der niedrigste Teil eines Polarlichtes tritt meist in einer Höhe von 100 Kilometern und darüber auf, während die meisten Wolken normalerweise unterhalb von etwa 10 Kilometern auftreten. Die jeweilige Höhe von Wolken und Polarlichtern erkennt man sehr schön auf diesem Bild aus Dyrhólaey in Island. Dort widerstand ein unbeirrter Astrofotograf starken Winden und einem zunächst bewölkten Himmel, weil er Polarlichter über einem pittoresken Leuchtturm fotografieren wollte und ihm unterwegs zufällig dieses Bild gelang.

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Orion, 212 Stunden belichtet

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Bildcredit und Bildrechte: Stanislav Volskiy, überlagerte Beschriftung: Judy Schmidt

Beschreibung: Das Sternbild Orion ist viel mehr als drei Sterne in einer Reihe. Es ist eine Richtung im Weltraum mit vielen beeindruckenden Nebeln. Um diese bekannte Himmelsschneise zu würdigen, wurde in den Jahren 2013 und 2014 im Laufe vieler klarer Nächte eine extrem lange Belichtung erstellt. Nach 212 Stunden Kamerazeit und einem weiteren Jahr der Bearbeitung entstand die hier gezeigte Collage aus 1400 Bildern, die mehr als den 40-fachen Winkeldurchmesser des Mondes zeigt.

Unter den vielen interessanten sichtbaren Details ist die Barnardschleife besonders augenfällig – es ist der helle rote runde Bogen, der sich von der Mitte nach unten krümmt. Der Rosettennebel ist nicht der riesige rote Nebel am oberen Bildrand – dieser ist der größere, aber weniger bekannte Nebel Lambda Orionis. Der Rosettennebel ist jedoch sichtbar: Es ist der rot-weiße Nebel links oben. Der helle orangefarbene Stern über der Bildmitte ist Beteigeuze, der helle blaue Stern rechts unten ist Rigel.

Weitere berühmte sichtbare Nebel sind der Hexenkopfnebel, der Flammennebel, der Fuchsfellnebel und – wenn man weiß, wo man suchen muss – der vergleichsweise kleine Pferdekopfnebel. Die berühmten drei Sterne, die den Gürtel des Jägers Orion kreuzen, sind auf diesem belebten Bild schwierig zu erkennen, doch ein scharfes Auge findet sie rechts unter der Bildmitte.

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Phobos, der verlorene Marsmond

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Bildcredit: HiRISE, MRO, LPL (U. Arizona), NASA

Beschreibung: Dieser Mond ist dem Untergang geweiht. Mars, der nach dem römischen Kriegsgott benannte Rote Planet, hat zwei winzige Monde, Phobos und Deimos, deren Namen von den griechischen Begriffen für Furcht und Schrecken abgeleitet sind. Diese Marsmonde könnten eingefangene Asteroiden aus dem Hauptasteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter oder aus noch ferneren Bereichen des Sonnensystems sein. Phobos, der größere Mond, ist auf diesem faszinierenden Farbbild der Robotersonde Mars Reconnaissance Orbiter ein kraterübersätes, asteroidenähnliches Objekt, die Auflösung beträgt etwa sieben Meter pro Bildpunkt. Doch Phobos kreist so nahe um Mars – nur 5800 Kilometer über der Oberfläche, unser Mond im Vergleich dazu kreist in einer Entfernung von 400.000 Kilometern – dass die Gezeitenkräfte ihn hinunterziehen. Eine aktuelle Untersuchung der langen Rillen lässt die Vermutung zu, dass sie durch eine den ganzen Körper erfassenden Gezeitenstreckung entstanden sind – durch den Kräfteunterschied der Marsgravitation an entgegengesetzte Enden von Phobos. Diese Rillen sind somit vielleicht ein Hinweis auf eine frühe Phase von PhobosAuflösung in einen Ring aus Trümmern um den Mars.

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Wiederverwertung in NGC 5291

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Bildcredit und Bildrechte: CHART32 Team, Bearbeitung – Johannes Schedler

Beschreibung: Bei einer urzeitlichen Kollision zweier Galaxien, die 200 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt sind, wurden die Trümmer der gasreichen Galaxie NGC 5291 weit in den intergalaktischen Raum geschleudert. NGC 5291 und der wahrscheinliche Eindringling, auch als „Muschel“-Galaxie bekannt, wurden nahe der Mitte dieser spektakulären Szene fotografiert. Das scharfe, mit einem erdgebundenen Teleskop fotografierte Bild zeigt den Galaxienhaufen Abell 3574 im südlichen Sternbild Zentaur. Entlang der 100.000 Lichtjahre langen Gezeitenschweifen sind Klumpen von Zwerggalaxien verteilt, die einander ähneln, mit einem Mangel an alten Sternen und einem offensichtlichen Überfluss junger Sterne und aktiver Sternentstehungsgebiete. Die Zwerggalaxien, die ungewöhnlich viele Elemente enthalten, die schwerer sind als Wasserstoff und Helium, entstanden wahrscheinlich im intergalaktischen Raum, wo sie die angereicherten Reste von NGC 5291 aufbereiteten.

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Leoniden und Freunde

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Bildcredit und Bildrechte: Malcolm Park (North York Astronomical Association)

Beschreibung: Diese Woche regneten auf den Planeten Erde die Meteore der Leoniden, dem jährlichen Strom von Staub und Teilchen aus der Bahn des Kometen 55P/Tempel-Tuttle. Die Leoniden ziehen über dieses Nachthimmelskomposit von einer Gartensternwarte im Süden Ontarios. Die Einzelbilder wurden mit einer auf Stativ fixierten Kamera fotografiert und zeigen die helle Meteoraktivität, welche die ganze Nacht von 16. auf 17. November andauerte, etwa einen Tag vor dem sehr mittelmäßigen Höhepunkt des Stroms. Die Einzelbilder sind auf das Sichtfeld fixiert, daher sind nicht alle Meteorspuren am Sternfeld im Hintergrund ausgerichtet, das an jenem Abend fotografiert wurde, als Orion über dem Horizont im Süden stand. Daher laufen die Spuren nicht beim Radianten des Meteorstroms im Löwen zusammen, der links außerhalb des Bildes liegt. Einige der Strichspuren sind jedoch Meteore der Tauriden, ein ebenfalls im November aktiver Strom, oder sogar spontane Meteore, zum Beispiel eine helle Feuerkugel mit Reflexionen nahe dem Horizont.

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