Der Schweif des Kometen Garradd

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Bildcredit und Bildrechte: Gregg Ruppel

Beschreibung: Komet Garradd (C/2009/P), ein gutes Ziel für Ferngläser und kleine Teleskope, leuchtet derzeit am Abendhimmel des Planeten Erde und ist ein beständiger Darsteller, der jedoch gerade nicht mit bloßem Auge sichtbar ist. Teleskopbilder wie dieses Komposit vom 15. Oktober zeigen den Kometen vor einem Hintergrund aus zarten Sternen mit einer lieblichen grünen Koma und mehreren Schweifen. Das Sichtfeld umfasst mehr als 1 Grad oder etwa 2 Vollmonde an der südlichen Grenze des Sternbildes Herkules. P1 Garrad, der jetzt etwa 16 Lichtminuten (2 Astronomische Einheiten) entfernt ist, ist ein wirklich großer Komet, der jedoch weder der Erde noch der Sonne besonders nahe kommen wird, während er durch das innere Sonnensystem streift. Daher wird der Komet, der langsam über den Himmel wandert und im Laufe der nächsten Monate im Herkules bleibt, wahrscheinlich nur ein Anblick für Teleskopaugen bleiben.

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Draconiden-Meteore über Spanien

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Bildcredit und Bildrechte: Juan Carlos Casado (TWAN)

Beschreibung: Was sind diese Streifen am Himmel? Es sind Meteore des Draconiden-Meteorstroms, der zu Beginn dieses Monats seinen Höhepunkt erreichte. Das obige Kompositbild zeichnete 90 Minuten lang zahllose Meteorstreifen vor den keltischen Ruinen von Capote in der spanischen Provinz Badajoz auf.

Die Teilchen, die diese Meteore erzeugten, hatten meist die Größe eines Kieselsteins und fielen vor langer Zeit vom Kern des Kometen 21P/Giacobini-Zinner ab. Die meisten oben gezeigten Meteore können zu einem einzigen Radianten zurückverfolgt werden, der im Sternbild Drache (Draco) liegt. Berichte vom diesjährigen Meteorstrom zeigen, dass die Draconiden ungewöhnlich gut zu beobachten waren, die Aktivität konzentrierte sich auf den 8. Oktober auf 20h UT.

Die intensivsten Draconiden-Meteorschauer in jüngster Geschichte ereigneten sich 1933 und 1946, als Tausende Meteore pro Stunde beobachtet wurden, während die Erde durch besonders dichte Ströme von Kometentrümmern pflügte. Obwohl die Draconiden jedes Jahr im Oktober zu beobachten sind, ist es üblicherweise schwierig zu sagen, wie aktiv der Meteorschauer im jeweiligen Jahr sein wird.

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Film: sich der Lichtgeschwindigkeit nähern


Bildcredit und Bildrechte: Antony Searle und Craig Savage (ANU)

Beschreibung: Wie würde es aussehen, wenn man mit annähernd Lichtgeschwindigkeit reist? Seltsame visuelle Effekte wie in der obigen, relativistisch genauen Animation würden auftreten. Erstens würden durch die relativistische Aberration Objekte vor Ihnen scheinbar Gruppen bilden. Zweitens würden durch den Dopplereffekt die Farben von vor Ihnen liegenden Objekten ins Blaue und Farben von Dingen hinter Ihnen ins Rote verschoben. Auf ähnliche Weise würde sich die Welt vor Ihnen scheinbar ungewöhnlich schnell bewegen, während es zugleich aussehen würde, als würde die Welt hinter Ihnen verlangsamt. Objekte an den Seiten würden scheinbar gedreht, was es ermöglichen würde, dass normalerweise verborgene Oberflächen sichtbar wären. Da die konstante Bewegung relativ ist, würden dieselben Effekte auftreten, wenn Sie unbewegt wären und die ganze Welt auf Sie zurasen würde.

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MACS 1206: Eine Galaxienhaufen-Gravitationslinse

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Bildcredit: NASA, ESA, M. Postman (STScI) und das CLASH-Team

Beschreibung: Es ist schwierig, eine Galaxie hinter einem Galaxienhaufen zu verstecken. Die Gravitation des näheren Haufens verhält sich wie eine riesige Linse und zieht Bilder der fernen Galaxie an den Seiten herum und verzerrt sie stark. Genau dies wurde beim obigen, kürzlich veröffentlichten Bild der CLASH-Durchmusterung mit dem Weltraumteleskop Hubble beobachtet. Der Haufen MACS J1206.2-0847 besteht aus vielen Galaxien und verzerrt das Bild einer gelbroten Hintergrundgalaxie zu dem riesigen Bogen auf der rechten Seite. Eine genaue Untersuchung des Bildes zeigt mehrere weitere verzerrte Hintergrundgalaxien – viele davon erscheinen als längliche Büschel. Der Vordergrundhaufen kann nur dann solche glatten Bögen erzeugen, wenn ein Großteil seiner Masse gleichmäßig verteilte Dunkle Materie – und somit nicht in den sichtbaren Haufengalaxien konzentriert – ist. Eine Analyse der Positionen dieser gravitativen Bögen bietet Astronomen auch eine Methode, um die Verteilung der Dunklen Materie in Galaxienhaufen abzuschätzen und daraus Rückschlüsse zu ziehen, wann sich diese riesigen Galaxienansammlungen zu bilden begannen.

APOD-Rückblick: die besten Galaxienhaufen
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Ein malerischer Venustransit

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Bildcredit und Bildrechte: David Cortner

Beschreibung: Der seltene Durchgang der Venus vor der Sonne im Jahr 2004 war eines der am besten fotografierten Ereignissen der Himmelsgeschichte. Eine Flut an sowohl wissenschaftlichen als auch künstlerischen Bildern entstand in Gegenden, wo man den Transit sehen konnte: in Europa und großen Teilen Asiens, Afrikas und Nordamerikas. Wissenschaftlich gesehen bestätigten Sonnenfotografen, dass das Tropfenphänomen tatsächlich eher mit der Abbildungsqualität der Kamera oder des Teleskops zusammenhängt als mit der Atmosphäre der Venus. Künstlerisch gesehen könnten die Bilder in mehrere Kategorien aufgeteilt werden. Eine Art zeigt den Transit vor einer sehr detailreichen Sonne. Eine andere Kategorie hält Doppelzufälle fest, zum Beispiel die Venus und ein Flugzeug gleichzeitig als Silhouette vor der Sonne, oder Venus und die Internationale Raumstation im niedrigen Erdorbit. Eine dritte Bildkategorie zeigt ein zufälliges Arrangement interessant aussehender Wolken, wie zum Beispiel das obige Bild, das in North Carolina in den USA aufgenommen wurde. Der nächste Transit der Venus vor der Sonne findet im Juni 2012 statt.

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NGC 4565, eine von der Seite sichtbare Galaxie

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Bildcredit und Bildrechte: Bob Franke

Beschreibung: Die prächtige Spiralgalaxie NGC 4565 ist von der Erde aus von der Seite zu sehen. Die helle NGC 4565, die wegen ihrem schmalen Profil auch als Nadelgalaxie bekannt ist, ist eine Station bei vielen Teleskopreisen am nördlichen Himmel im blassen, aber gepflegten Sternbild Coma Berenices. Dieses scharfe, farbenprächtige Bild zeigt den gebeulten Zentralkern, der von undurchsichtigen Staubspuren geteilt ist, welche die dünne galaktische Ebene von NGC 4565 säumen. Eine Auswahl an Hintergrundgalaxien ist ebenfalls in diesem hübschen Sichtfeld enthalten, darunter die benachbarte Galaxie NGC 4562 rechts unten. NGC 4565 selbst ist etwa 40 Millionen Lichtjahre entfernt und umfasst ungefähr 100.000 Lichtjahre. Da sie leicht mit kleinen Teleskopen zu sehen ist, meinen Himmelsfreunde, dass NGC 4565 ein markantes himmlisches Kunstwerk ist, das Messier übersah.

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MAGIC-Sternspuren

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Bildcredit und Bildrechte: Babak Tafreshi (TWAN)

Beschreibung: Farbenprächtige Sternspuren kurven auf dieser surrealen Zeitraffer-Himmelslandschaft, die am Roque de los Muchachos-Observatorium auf der kanarischen Insel La Palma aufgenommen wurde, durch die Nacht. Als Widerspiegelung der täglichen Rotation der Erde um ihre Achse werden die Sternspuren auch von dem Paar der aus mehreren Spiegeln bestehenden MAGIC-Teleskope mit einem Durchmesser von 17 Metern gespiegelt. Das MAGIC- (Major Atmospheric Gamma Imaging Cherenkov) Teleskop selbst soll Gammastrahlen aufspüren – Photonen mit mehr der 100-milliardenfachen Energie von sichtbarem Licht. Wenn die energiereichen Gammastrahlen auf die obere Atmosphäre treffen, erzeugen sie Luftschauer aus energiereichen Teilchen. Eine schnelle Kamera, welche die aus mehreren Spiegeln bestehende Oberfläche überwacht, zeichnet detailreich kurze Blitze im sichtbaren Licht auf, sogenanntes Tscherenkow-Licht, das von den Luftschauer-Teilchen erzeugt wird. Astronomen können dann die sichtbaren Blitze mit kosmischen Quellen, die extreme Gammastrahlen emittieren, in Verbindung bringen.

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Die Farbe von IC 1795

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Bildcredit und Bildrechte: Bob und Janice Fera (Fera Photography)

Beschreibung: Dieses gestochen scharfe kosmische Porträt zeigt leuchtendes Gas und undurchsichtige Staubwolken in IC 1795, einer Sternbildungsregion im nördlichen Sternbild Kassiopeia. Die bemerkenswerten Details des auch als NGC 896 katalogisierten Nebels sind in dominanter roter Farbe abgebildet und wurden mit einer empfindlichen Kamera bei langen Belichtungszeiten aufgenommen, teilweise mit einem Schmalbandfilter. Der Schmalbandfilter ist nur für H-Alpha-Licht durchlässig – das rote Licht von Wasserstoffatomen. Ein Wasserstoffatom strahlt, wenn es vom Ultraviolettlicht energiereicher junger Sterne angeregt wird, das charakteristische H-Alpha-Licht ab, wenn ein einzelnes Elektron wieder eingefangen wird und ein niedrigeres Energieniveau einnimmt. IC 1795, am Himmel nicht weit vom berühmten Doppelsternhaufen im Perseus entfernt, steht als Teil eines Sternbildungskomplexes am Rand einer großen Molekülwolke auch nahe bei IC 1805, dem Herznebel. Der größere Sternbildungskomplex, der weiter als 6000 Lichtjahre von uns entfernt ist, breitet sich entlang des Perseus-Spiralarms unserer Galaxis, der Milchstraße, aus. In der entsprechenden Entfernung würde dieses Bild eine Länge von etwa 70 Lichtjahren in IC 1795 einnehmen.

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Saturn: Schatten einer jahreszeitlichen Sonnenuhr

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Credit: Cassini Imaging Team, ISS, JPL, ESA, NASA

Beschreibung: Saturns Ringe bilden eine der größeren Sonnenuhren, die wir kennen. Diese Sonnenuhr zeigt jedoch nur die Jahreszeiten Saturns, nicht aber die Tageszeit. 2009, während Saturns letzter Tag- und Nachtgleiche, warfen Saturns dünne Ringe fast keinen Schatten auf Saturn, da die Ringebene direkt auf die Sonne gerichtet war. Während Saturn auf seinem Umlauf um die Sonne nun weiterzieht, werden die Ringschatten zunehmend breiter und wandern weiter nach Süden. Diese Schatten sind nicht leicht von der Erde aus zu sehen, weil von unserem Blickwinkel nahe der Sonne aus gesehen die Ringe immer die Schatten verdecken. Dieses Bild wurde im August von der robotischen Raumsonde Cassini fotografiert, die derzeit um Saturn kreist. Die Ringe selbst erscheinen rechts im Bild als senkrechter Balken. Die Sonne leuchtet von oben rechts durch die Ringe und wirft faszinierend komplexe Schatten auf die Südhalbkugel Saturns, die sich links im Bild befindet. Cassini erforscht Saturn, seine Ringe und Monde seit 2004 und voraussichtlich weiterhin mindestens bis zur maximalen Ausbreitung der Saturnschatten im Jahr 2017.

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NGC 7635: Der Blasennebel

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Bildcredit und Bildrechte: Larry Van Vleet

Beschreibung: Blase kontra Wolke. NGC 7635, der Blasennebel, wird von den Sternwinden des massereichen Zentralsterns BD+602522 aufgeblasen. Nebenan gibt es jedoch eine riesige Molekülwolke, die rechts zu sehen ist. An diesem Ort im Raum trifft die unwiderstehliche Kraft auf interessante Weise auf ein unverrückbares Objekts. Die Wolke kann die Aufweitung des Blasengases enthalten, wird jedoch von der heißen Strahlung des Zentralsterns der Blase vernichtet. Die Strahlung heizt dichte Regionen der Molekülwolke auf und bringt sie zum Leuchten. Der Blasennebel wurde oben in wissenschaftlichen Farben abgebildet, um den Kontrast zu verstärken. Er hat einen Durchmesser von etwa 10 Lichtjahren und ist Teil eines viel größeren Komplexes aus Sternen und Hüllen. Der Blasennebel ist mit einem kleinen Teleskop im Sternbild der Königin von Äthiopien (Kassiopeia) zu sehen.

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Ein seltsamer Sonnenaufgang über Argentinien

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Bildcredit und Bildrechte: Luis Argerich

Beschreibung: Warum könnte die aufgehende Sonne so seltsam aussehen? Das ist noch nicht klar. Sicher ist, dass dieser ungewöhnliche Sonnenaufgang letzten Monat in Buenos Aires in Argentinien aufgenommen wurde. Das Gewässer im Vordergrund ist der Rio de La Plata, der von vielen für den breitesten Fluss der Welt gehalten wird. Obwohl dieses Bild eigentlich ein Komposit aus einer normal und einer sehr kurz belichteten Aufnahme ist, um eine Überbelichtung der hellen Sonne zu vermeiden, sah der Fotograf diese ungewöhnliche Struktur mit eigenen Augen, was vermuten lässt, dass dieser Effekt weder durch Reflexionen noch durch Verzerrungen in der Kamera oder der Linse auftrat. Was bei dieser Monster-Illusion wie Arme aussieht, könnten zum Beispiel tief stehende Wolken sein, die gerade dick genug waren, um Sonnenlicht zu streuen, ohne jedoch die Sonne komplett abzudecken. Zusätzlich könnte die Verzerrung, die im unteren Teil des Sonnenbildes zu sehen ist, die Illusion einer etruskischen Vase oder einer Fata Morgana sein, die vielleicht durch eine seltsame brechende Luftschicht über dem Wasser entstand. Die Beobachtung ungewöhnlicher atmosphärischer Phänomene ist immer wieder aufregend, und obwohl die meisten davon auf bekannte Phänomene zurückgeführt werden können, bleiben andere aus Mangel an genügend Daten ein Rätsel.

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