Die Erde bei Nacht

Das Bild zeigt die Kontinente in Dunkelblau, umgeben von einem schwarzen Meer. Die Lichter der Städte kennzeichnen Ansiedlungen von Menschen.

Bildcredit: NASA, NOAA NGDC, Suomi-NPP, Earth Observatory, Daten und Bearbeitung: Chris Elvidge und Robert Simmon

Findet ihr euer Lieblingsland oder eure Lieblingsstadt? Die Beleuchtung der Städte machen das auf dieser nächtlichen Weltkarte möglich. Die Lichter der Menschen zeigen vor allem dicht bevölkerte Regionen auf der Erdoberfläche. Dazu gehören die Küsten von Europa, den östlichen USA und Japan.

Viele große Städte liegen an Flüssen oder Meeren, um Güter billig per Schiff zu tauschen. Sehr dunkle Bereiche sind die zentralen Gebiete von Südamerika, Afrika, Asien und Australien.

Dieses Komposit entstand aus Bildern des Satelliten Suomi-NPP. Er kreist in einer polaren Umlaufbahn um die Erde. Die Bilder entstanden von April bis Oktober 2012. Der Satellit Suomi-NPP kreist etwa 824 Kilometer über der Oberfläche der Erde. In wolkenfreien Zeiten sammelt er mit seiner Visible Infrared Imaging Radiometer Suite (VIIRS) Daten.

Zur Originalseite

Konjunktion zur Sonnenwende über Budapest

Die Altstadt von Budapest spiegelt sich im Wasser der Donau. Darüber posieren die Venus und der Sichelmond in der Morgendämmerung. Noch weiter oben schimmern leuchtende Nachtwolken.

Bildcredit und Bildrechte: György Soponyai

Bevor am 21. Juni zur Sonnenwende die Sonne aufging, posierten die gleißende Venus und der alte Sichelmond in der Morgendämmerung. Diese Himmelslandschaft wurde in Ungarn in Budapest fotografiert. Die Aussicht blickt über die Donau von Buda bis Pest zum Dom und den Giebeln des ungarischen Parlaments.

In der Dämmerung stehen die Silhouetten niedriger Wolken am Himmel. Doch über dem östlichen Horizont leuchtet an diesem Sonnwendmorgen eine jahreszeitliche Erscheinung. Es sind leuchtende Nachtwolken. Sie steht hoch genug, um das Sonnenlicht einzufangen. Man sieht sie im Sommer in hohen Breiten, entweder vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang. Diese Wolken entstehen in der kalten Atmosphäre am Rand zum Weltraum, wenn Wasserdampf auf Meteorstaub oder Vulkanasche kondensiert.

Zur Originalseite

Rote Kobolde über dem Kanal

Rote Kobolde leuchten bei einem Gewitter über dem Ärmelkanal. So detailreiche Bilder des Phänomens gelingen nur selten.

Bildcredit und Bildrechte: Stephane Vetter (Nuits sacrees, TWAN)

Rote Kobolde sind rätselhaft und unglaublich kurz. Man sieht sie hoch über großen Gewittern auf dem Planeten Erde. Sie wurden auch schon im niedrigen Erdorbit und in hoch fliegenden Flugzeugen fotografiert. Hier sehen wir von einem Berggipfel in Nordfrankreich auf die tanzenden, blitzartigen Ereignisse. Sie wurden auf Videobildern festgehalten.

Das Bild zeigt die sehr klare, freie Sicht auf ein Frontgewitter. Es tobte in der Nacht vom 28. Mai etwa 600 Kilometer entfernt über dem Ärmelkanal. Rote Kobolde dauern nur ein paar Millisekunden. Es ist bekannt, dass sie mit Gewittern einhergehen. Doch vieles über die flüchtigen Erscheinungen bleibt ein Rätsel. Dazu gehört, wie sie mit anderen Blitzphänomenen in der oberen Atmosphäre zusammenhängen, zum Beispiel blaue Strahlblitze oder terrestrische Gammablitze, die von Satelliten gemessen wurden.

Zur Originalseite

Feuerfall im Mondlicht im Yosemite-Nationalpark

Von der dunklen Felswand, die über einem Gewässer aufragt, stürzt ein beleuchteter Wasserfall. Er wird vom Mond beleuchtet, der außerhalb des Bildes untergeht. Oben leuchtet der Sternenhimmel.

Bildcredit und Bildrechte: Rogelio Bernal Andreo (Deep Sky Colors)

Im Yosemite-Nationalpark sieht man an manchen Tagen im Februar bei Sonnenuntergang ein flüchtiger Feuerfall. Dazu müssen das Wetter und die Richtung der untergehenden Sonne passen. Der Horsetail Firefall wird oft von unten fotografiert. Er leuchtet isoliert im Schatten der steilen Wände von El Captain. Dort wird er noch von Sonnenstrahlen beleuchtet, die von der schrägen Felswand daneben reflektiert werden. Das verleiht dem Wasserfall für kurze Zeit eine dramatische feurige Erscheinung.

Doch nur selten wird der Feuerfall am Horsetail bei Monduntergang und sternklarem Himmel fotografiert. Im Mondlicht ist der Feuerfalleffekt noch flüchtiger. Aber man sieht ihn, wenn der Himmel klar ist und ein heller Mond im Westen in der passenden Richtung untergeht.

Als dieses gut geplante Foto entstand, beleuchtete der Dreiviertelmond den Horsetail Firefall, als er am 9. Mai am frühen Morgen unterging. Der Himmel war klar und die Sterne strahlten hell.

Zur Originalseite

Einsturz in Hebes Chasma auf dem Mars

In einer Senke auf dem Mars steht ein Tafelberg, von dem vorne eine hufeisenförmige Vertiefung abgerutscht ist. Doch das abgerutschte Material verschwand scheinbar.

Bildcredit und Lizenz: ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)

Was passierte bei Hebes Chasma auf dem Mars? Hebes Chasma ist eine Senke. Sie liegt nördlich der riesigen Schlucht Valles Marineris. Die Senke ist nicht mit anderen Strukturen auf der Oberfläche verbunden. Daher ist nicht klar, wohin das Material aus dem Inneren verschwand. In Hebes Chasma befindet sich Hebes Mensa. Das ist 5 Kilometer hoher Tafelberg, bei dem es offenbar einen ungewöhnlichen Teileinsturz gab. Dieser Einsturz ist vielleicht aufschlussreich.

Das Bild stammt von der robotischen ESA-Raumsonde Mars Express. Sie umkreist derzeit den Mars. Wir sehen großartige Details der Schlucht und die ungewöhnliche, hufeisenförmige Einkerbung mitten im Tafelberg. Das Material des Tafelbergs floss anscheinend abwärts. Am unteren Ende sammelte sich eine dunkle Schicht, die aussieht wie Tinte.

Eine aktuelle Hypothese lautet, dass einige der tieferen Schichten in Hebes Chasma aus salzigem Gestein bestehen. Das Salz löste sich in geschmolzenem Eis auf. Diese Ströme aus geschmolzenem Eis flossen durch Löcher in eine Grundwasserschicht ab, die unter der Oberfläche liegen könnte.

Zur Originalseite

Himmel mit Zodiakallicht über der Horseshoe Bend

Der türkisblaue Colorado River zieht eine bildgewaltige Schleife in einer tiefen Schlucht aus rotem Gestein, es ist die Horsehoe Bend. Darüber entfaltet sich ein atemberaubender sternklarer Himmel mit Zodiakallicht, Barnardschleife, Milchstraße und Sternen.

Bildcredit und Bildrechte: David Lane

Ein ungewöhnlicher weißer Lichtstrahl steigt mitten am Horizont auf. Wie entstand er? Es ist Staub, der die Sonne umkreist. Zu bestimmten Jahreszeiten sieht man vor Sonnenaufgang dieses markante Staubband. Es befindet sich im Sonnensystem und reflektiert das Licht der Sonne. Man nennt es Zodiakallicht. Der Staub stammt großteils von blassen Kometen der Jupiterfamilie. Er schraubt sich langsam zur Sonne hin.

Vor dem Zodiakallicht zieht der Colorado River eine spektakuläre Schleife. Es ist die Horseshoe Bend. Weit dahinter strahlt ein atemberaubender Himmel mit vielen hellen Sternen. Einer davon ist Sirius. Mehrere blaue Sternhaufen leuchten, unter anderem die Plejaden. Auch eine Auswahl roter Nebel schmückt das Bild, zum Beispiel die Barnardschleife im Orion.

Das Komposit aus 30 Bildern wurde Anfang des Monats bei fast vollständiger Dunkelheit fotografiert. Der Ort war nur sechs Zoll vom Rand einer gefährlichen Klippe entfernt.

Zur Originalseite

Ein Gewitter zieht über die USA

Videocredit: NOAA, NASA, Lockheed Martin, GOES-16, GLM

Ein riesiges Gewitter zieht über den Osten der USA. Der mächtige Sturm verursachte unterwegs große Schäden und leider auch einige Sterbefälle. Dieses Zeitraffervideo wurde letzten Monat vom Geostationary Lightning Mapper (GLM) gefilmt, der sich an Bord des Satelliten GOES-16 im Weltraum befindet. Es zeigt die kurzen Blitze des Gewitters.

Tagsüber ist der Umriss von Nordamerika klar erkennbar, nachts erkennt man die hellen Blitzschläge deutlich. Das Video zeigt viele Blitze am vorderen Ende des riesigen Schweifs des wirbelnden Sturms. Blitze treten häufig vor den heftigsten Auswirkungen eines Sturms auf. Daher versprechen die Blitzdaten von GLM bei künftigen Stürmen weniger Schäden für Menschen.

Zur Originalseite

Planet Polarlicht

Hinter dem Canadarm2 der Internationalen Raumstation ISS schimmert die Erde grünlich. Über dem Horizont verläuft ein breites Band aus Polarlicht in kräftigem Rot.

Bildcredit: Scott Kelly, Expedition 44, NASA

Welcher seltsame fremde Planet ist das? Es ist natürlich die Erde. Auf der Internationalen Raumstation ISS ist sie hinter dem schimmernden Leuchten von Polarlichtern zu sehen. Die Station im Orbit kreist etwa 400 Kilometer über der Erde. Sie befindet sich in den oberen Bereichen der Polarlichter. Sie leuchten in den unverkennbaren Farben angeregter Moleküle und Atome mit geringer Dichte, wie sie in extremer Höhe vorkommen.

Emissionen von atomarem Sauerstoff prägen diese Ansicht. Das schaurige Leuchten ist in geringer Höhe grün. Doch über dem Horizont der Raumstation verläuft ein rötliches Band. Die Polarlichtschau war auch auf der Oberfläche des Planeten zu sehen. Sie begann nach einem geomagnetischen Sturm, der von einem koronalen Massenauswurf im Juni 2015 ausgelöst wurde und auf die Magnetosphäre der Erde traf.

Zur Originalseite