CG4: Globule und Galaxie

Im Bild schnappt scheinbar eine Staubwolke nach einer Galaxie. Tatsächlich handelt es sich um eine zufällige Anordnung. Die Staubwolke ist von leuchtend roten Nebeln umgeben, das Bild ist voller Sterne.

Bildcredit: CTIO, NOIRLab, DOE, NSF, AURA; Bearbeitung: T. A. Rector (U. Alaska Anchorage/NOIRLab des NSF), D. de Martin und M. Zamani (NOIRLab des NSF)

Kann eine Gaswolke eine Galaxie verschlingen? Ganz und gar nicht. Die „Klaue“ dieser seltsam aussehenden „Kreatur“ auf dem vorgestellten Foto ist eine Gaswolke, die als Kometare Globule bekannt ist. Diese Globule ist jedoch gerissen.

Kometare Globule sind typischerweise durch staubige Köpfe und längliche Schwänze gekennzeichnet. Diese Merkmale verleihen den Globulen visuelle Ähnlichkeiten mit Kometen, aber in Wirklichkeit sind sie sehr unterschiedlich. Diese Globulen sind häufig die Geburtsstätten von Sternen, und viele zeigen sehr junge Sterne in ihren Köpfen. Der Grund für den Riss im Kopf dieses Objekts ist noch nicht bekannt.

Die Galaxie links neben der Globule ist riesig, sehr weit entfernt und nur durch zufällige Überlagerung in der Nähe von CG4 zu finden.

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Der Große Carina-Nebel

Bildfüllend leuchtet ein roter Nebel mit einem dunklen V aus Staubwolken in der Mitte.

Bildcredit und Bildrechte: Demison Lopes

Der Große Carina-Nebel ist ein Juwel des Südhimmels und wird auch als NGC 3372 bezeichnet. Er ist eine der größten Sternentstehungsregionen unserer Galaxie und erstreckt sich über 300 Lichtjahre. Wie der kleinere, nördlichere Große Orionnebel ist auch der Carina-Nebel mit bloßem Auge gut sichtbar. Mit einer Entfernung von 7500 Lichtjahren liegt er jedoch etwa 5 Mal weiter entfernt.

Diese atemberaubende Teleskopaufnahme zeigt bemerkenswerte Details der glühenden Fäden aus interstellarem Gas und dunklen Molekülwolken in dieser Region. Der Carina-Nebel beherbergt junge, extrem massereiche Sterne, darunter den immer noch rätselhaften Veränderlichen Eta Carinae, einen Stern mit der weit über 100-fachen Masse der Sonne. Eta Carinae ist der helle Stern oberhalb der zentralen dunklen Kerbe in diesem Feld und links vom staubigen Schlüssellochnebel (NGC 3324).

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Porträt von NGC 1055

Inmitten von lose verteilten kleinen Sternen und einigen hellen Gestirnen schwebt eine Spiralgalaxie mit ausgeprägten Staubbahnen, die wir von schräg oben sehen.

Bildcredit und Bildrechte: Dave Doctor

Die große, wunderschöne Spiralgalaxie NGC 1055 ist das dominierende Mitglied einer kleinen Galaxiengruppe, die sich in nur 60 Millionen Lichtjahren Entfernung in Richtung des aquatischen Sternbilds Walfisch (Cetus) befindet. Von der Seite betrachtet erstreckt sich das Inseluniversum über mehr als 100.000 Lichtjahre und ist damit etwas größer als unsere eigene Galaxie, die Milchstraße.

Die farbenfrohen, mit Strahlen versehenen Sterne, die dieses kosmische Porträt von NGC 1055 schmücken, befinden sich im Vordergrund, weit innerhalb der Milchstraße. Die verräterischen rosafarbenen Sternentstehungsgebiete sind jedoch über verschlungene Staubspuren entlang der dünnen Scheibe der fernen Galaxie verstreut.

Neben einigen noch weiter entfernten Hintergrundgalaxien zeigt das Tiefenbild auch einen kastenförmigen Halo, der sich weit über und unter der zentralen Ausbuchtung und Scheibe von NGC 1055 erstreckt. Der Halo selbst ist von schwachen, schmalen Strukturen durchzogen und könnte die gemischten und verstreuten Überreste einer Satellitengalaxie darstellen, die vor etwa 10 Milliarden Jahren von der größeren Spirale zerrissen wurde.

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M102: Scheibengalaxie, von der Kante gesehen

Die Galaxie in der Bildmitte hat eine helle Wölbung und ist exakt von der Kante sichtbar. Quer durch die Wölbung verläuft ein markenterr Staubwulst.

Bildcredit: NASA, ESA, Hubble; Bearbeitung: Ehsan Ebahimian

Welche Art von Himmelsobjekt ist das? Es handelt sich um eine relativ normale Galaxie – aber von der Kante gesehen. Viele Scheibengalaxien sind tatsächlich so dünn wie die hier abgebildete sogenannte Spindelgalaxie NGC 5866. Doch die meisten sind von unserem Blickwinkel aus nicht von der Kante zu sehen. Eine bekanntere Kantengalaxie ist unsere eigene, die Milchstraße.

Die Spindelgalaxie, auch als M102 bezeichnet, weist zahlreiche komplexe Staubspuren auf. Sie erscheinen dunkel und rötlich, während viele der hellsten Sterne in der Scheibe einen bläulichen Schein produzieren. Die blaue Scheibe aus jungen Sternen dehnt sich in diesem Hubblebild weit über den Staub der extrem dünnen galaktischen Ebene aus.

Es gibt Hinweise darauf, dass die Spindelgalaxie in der vergangenen Milliarde Jahren kleinere Galaxien verschlungen hat: mehrere Ströme aus schwachen Sternen, dunkler Staub, der sich von der Hauptebene der Galaxie ins All erstreckt und eine Gruppe von umgebenden Galaxien (nicht im Bild zu sehen). Viele Scheibengalaxien werden dünn, weil das Gas, aus dem sie entstehen, beim Rotieren um das Gravitationszentrum mit sich selbst kollidiert.

Die Spindelgalaxie befindet sich in etwa 50 Millionen Lichtjahren Entfernung im Sternbild des Drachen (Draco).

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Im Zentrum des Carina-Nebels

Das Bild ist voller dramatisch aufgewühlter Nebel, die rot und blau leuchten. In der Mitte sind Staubbahnen, die sonst dunkel sind, daneben ein gelbes Leuchten.

Bildcredit und Bildrechte: Carlos Taylor

Was passiert im Zentrum des Carinanebels? Sterne entstehen, vergehen und hinterlassen eine eindrucksvolle Tapisserie dunkler Staubfasern. Der ganze Carinanebel ist als NGC 3372 katalogisiert. Er ist mehr als 300 Lichtjahre breit, etwa 8500 Lichtjahre entfernt und befindet sich im Sternbild Schiffskiel (Carina).

Der Nebel besteht vorwiegend aus Wasserstoff, der das überall vorhandene rote und orangefarbene Leuchten abstrahlt, das vorwiegend im Zentrum dieses detailreichen Bildes leuchtet. Das blaue Licht an den Außenbereichen entsteht hauptsächlich durch Spuren von leuchtendem Sauerstoff. Neue, massereiche Sterne im Zentrum des Nebels stoßen Staub aus, wenn sie als Supernovae explodieren.

Eta Carinae, der energiereichste Stern im Zentrum des Nebels, war in den 1830er-Jahren einer der hellsten Sterne am Himmel, verblasste aber beträchtlich.

Himmelsüberraschung: Welches Bild zeigte APOD zum Geburtstag? (Ab 1995, deutsch ab 2007)

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Hubble zeigt den Kegelnebel

Vor einem mattblau leuchtenden Nebel mit einigen gezackten Sternen türmt sich eine dunkle Staubwolke auf, die oben hell beleuchtet ist.

Bildcredit und Bildrechte: Hubble-Vermächtnisarchiv, NASA, ESABearbeitung und Lizenz: Judy Schmidt

Diese gigantische Staubsäule ist der Kegelnebel. In seinem Inneren entstehen Sterne. In Gebieten mit Sternbildung gibt es Kegel, Säulen und majestätische, fließende Formen. Darin werden die ursprünglichen Gas- und Staubwolken von den energiereichen Winden der jungen Sterne weggeblasen. Der Kegelnebel ist ein bekanntes Beispiel dafür. Er liegt in der hellen galaktischen Sternbildungsregion NGC 2264.

Diese Nahaufnahme zeigt den Kegelnebel so detailreich wie nie zuvor. Sie wurde aus mehreren Beobachtungen des Hubble-Weltraumteleskops zusammengesetzt. Der Kegelnebel ist etwa 2500 Lichtjahre entfernt und liegt im Sternbild Einhorn. Er ist etwa 7 Lichtjahre lang. Die Region um den stumpfen Kopf des Kegels, die man hier sieht, ist nur 2,5 Lichtjahre breit. In unserer Gegend in der Galaxis ist diese Distanz etwas mehr als der halbe Weg von unserer Sonne zu ihren nächsten stellaren Nachbarn. Er liegt im Sternsystem Alpha Centauri.

Der massereiche Stern NGC 2264 IRS wurde 1997 von Hubbles Infrarotkamera aufgenommen. Er verströmt wahrscheinlich den Wind, der den Kegelnebel formt. NGC 2264 IRS liegt oben außerhalb des Bildes. Der rötliche Schleier des Kegelnebels entsteht durch Staub und leuchtenden Wasserstoff.

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NGC 1893 und die Kaulquappen von IC 410

Siehe Beschreibung. Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit und Bildrechte: Sander de Jong

Diese kosmische Ansicht zeigt den eher schwachen Emissionsnebel IC 410, der unter klarem niederländischen Himmel mit einem Teleskop und Schmalbandfiltern aufgenommen wurde. Rechts über der Mitte kann man zwei bemerkenswerte Bewohner des interstellaren Teichs aus Gas und Staub erkennen, die als Kaulquappen von IC 410 bekannt sind. Der Nebel selbst ist teilweise vom Staub im Vordergrund verdeckt und umgibt NGC 1893, einen jungen galaktischen Sternhaufen. Er entstand vor nur 4 Millionen Jahren in der interstellaren Wolke. Die sehr heißen, hellen Sterne des Haufens regen das glühende Gas an.

Die Kaulquappen, die aus dichterem, kühlerem Gas und Staub bestehen, sind etwa 10 Lichtjahre lang und wahrscheinlich Schauplätze der laufenden Sternentstehung. Durch stellare Winde und Strahlung geformt, sind ihre Köpfe von hellen Graten aus ionisiertem Gas umrandet, während ihre Schwänze sich von den zentralen jungen Sternen des Haufens entfernen. IC 410 und der darin eingebettete NGC 1893 liegen etwa 10.000 Lichtjahre entfernt in Richtung des nebelreichen Sternbilds Auriga.

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NGC 1365: Majestätisches Inseluniversum

Mitten im Bild schwebt eine Spiralgalaxie mit einem Balken und ausgeprägten Spiralarmen. Über das Zentrum verlaufen Staubbahnen, an den Spiralarmen sind Sternbildungsgebiete.

Bildcredit und Bildrechte: BearbeitungJean-Baptiste Auroux, DatenMike Selby

Die Balkenspiralgalaxie NGC 1365 ist ein majestätisches Inseluniversum. Es hat einen Durchmesser von rund 200.000 Lichtjahren und ist nur 60 Millionen Lichtjahre entfernt. NGC 1365 liegt im Sternbild Chemischer Ofen (Fornax) und ist ein markantes Mitglied im gut erforschten Fornax-Galaxienhaufen.

Das scharfe Farbbild zeigt intensiv rötliche Gebiete mit Sternbildung an den Enden des Zentralbalkens der Galaxie und in ihren Spiralarmen. Staubbahnen verlaufen über die helle Mitte der Galaxie. Im Zentrum liegt ein sehr massereiches Schwarzes Loch.

Forschende gehen davon aus, dass der markante Balken von NGC 1365 eine wichtige Rolle in der Entwicklung der Galaxie spielt, indem er Gas und Staub in einen Strudel mit Sternbildung zieht und Materie in das Schwarze Loch im Zentrum speist.

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