Schwarze Sonne und invertiertes Sternenfeld

Die Sonne erinnert hier an eine Heidelbeere. Das Bild wurde in H-alpha-Licht aufgenommen, farbinvertiert und blau gefärbt. Dahinter ist ein Sternenfeld eingefügt.

Bildcredit und Bildrechte: Jim Lafferty

Wirkt diese seltsame dunkle Kugel irgendwie vertraut? Vielleicht, denn es ist unsere Sonne. Die detailreiche Ansicht wurde 2012 in einer speziellen Farbe des roten Lichts fotografiert. Das Bild wurde schwarz-weiß gefärbt und farbinvertiert. Danach wurde ein Negativ eines Sternenfeldes hinzugefügt.

Auf der Sonne verlaufen lange helle Fasern und dunkle Regionen. Protuberanzen ragen über den Rand. Darunter liegt ein strömender Teppich aus heißem Gas. Die Oberfläche der Sonne kann sehr belebt sein, besonders um ein Maximum an Sonnenaktivität. Dann ist das Magnetfeld an ihrer Oberfläche stark verwickelt. Nicht nur eine aktive Sonne kann malerisch wirken, sondern auch das ausgestoßene Plasma, wenn es auf das Magnetfeld der Erde trifft und Polarlichter hervorruft.

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Schichtkuchensonnenuntergang

Hinter dunklen Wolken geht die Sonne unter, sie ist dicht gestreift und vertikal verzerrt.

Bildcredit und Bildrechte: Yuri Beletsky (Carnegie Las Campanas Observatory, TWAN)

Dieser Schnappschuss entstand am 18. Jänner. Er zeigt die Sonne, kurz bevor sie den Horizont berührte und über dem Pazifik unterging. Davor war sie scheinbar in viele waagrechte Schichten unterteilt. Hier sehen wir den Blick vom Berggipfel, auf dem das chilenische Las-Campanas-Observatorium steht.

Die rötlichen Farbtöne sind gefiltertes Sonnenlicht. Sie entstanden in der langen Sichtlinie der dunstigen Atmosphäre. Die auffälligen Schlieren entsprechen schmalen Schichten in der Atmosphäre. Jede Schicht besitzt eine andere Temperatur und Dichte. Diese Schichten liegen in der Sichtlinie.

Die Sonnenstrahlen wurden auf dem langen Pfad in jeder Luftschicht unterschiedlich stark gebrochen. So entstanden unterschiedliche Bilder und Luftspiegelungen von Abschnitten der Sonne, als sie unterging.

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Spuren der Sonne

Videocredit und -rechte: György Bajmóczy

Die Sonnenwende im Dezember dieses Jahres ist heute, also am 21. Dezember um 11:44 MEZ. Es ist der erste Tag des Winters im Norden und des Sommers im Süden. Seht zur Feier des Tages dieses erstaunliche Zeitraffervideo aus Ungarn an. Es zeigt die scheinbare Sonnenbewegung im Laufe eines Jahres.

Eine fix montierte Videokamera fotografierte ein ganzes Jahr lang jede Minute ein Bild. So entstanden insgesamt 116.000 Aufnahmen. Sie zeigen die Position der Sonne im Sichtfeld. Es begann mit der Sonnenwende am 21. Juni 2015 und endet mit der Sonnenwende am 20. Juni 2016.

Unten verläuft die Sonnenwende am 22. Dezember 2015. Aus den Einzelbildern wurden Zeitrafferabläufe konstruiert. Sie zeigen zu Beginn die Bewegung der Sonne im Laufe eines Tages. Dann folgen die Spuren der Sonnenposition während der Tage eines Jahres, und zwar von einer Sonnenwende bis zur nächsten. Die Lücken in den Tageskurven entstehen durch Wolkendecken.

Am Ende zeigt das Video atemberaubende Animationsserien von Analemmata. Ein Analemma ist die 8-förmige Schleife, die entsteht, wenn man die Sonne ein Jahr lang täglich zur gleichen Zeit fotografiert, während sie am Himmel des Planeten Erde höher steigt und wieder absinkt.

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Verkehrte Stadt unter den Wolken

Siehe Erklärung. Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit und Bildrechte: Mark Hersch

Warum steht diese Stadt auf dem Kopf? Die Stadt ist Chicago. Sie stand eigentlich richtig herum. Doch sie warf kurz vor Sonnenuntergang lange Schatten auf den nahen Michigansee. Diese Schatten führten in Kombination mit der Reflexion dazu, dass die Gebäude verkehrt erscheinen.

Das faszinierende, verwirrende, schöne Bild entstand 2014. Der Fotograf befand sich in einem Flugzeug, das sich dem O’Hare International Airport in Chicago näherte. Die Sonne leuchtet über und unter der Wolkendecke und unten als Reflexion im ruhigen See. Wenn ihr genau hinseht – es ist ziemlich schwierig -, entdeckt ihr als Zugabe ein weiteres Flugzeug. Es steuert wahrscheinlich denselben Flughafen an.

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Sonnenaufgang bei Edmontonhenge

Am Ende einer Häuserschlucht aus Stahl und Glas geht die Sonne auf. Die Straße ist die Jasper Avenue in Edmonton im kanadischen Alberta.

Bildcredit und Bildrechte: Luca Vanzella

Am 18. September leuchtete die aufgehende Sonne auf beide Seiten der großen Ziegel- und Stahlschlucht. Sie ist als Jasper Avenue bekannt und läuft durch das Zentrum von Edmonton im kanadischen Alberta. Dieser gelungene Schnappschuss wurde in der Straßenmitte fotografiert. Er zeigt die Ausrichtung ähnlich wie bei Stonehenge.

In Edmonton verlaufen die Straßen in einem Raster, das fast genau an den Himmelsrichtungen ausgerichtet ist. Daher leuchten Sonnenaufgänge und -untergänge dort zweimal pro Jahr in die Straßen, die ungefähr von Osten nach Westen verlaufen. Das passiert um das Äquinoktium herum.

Heute* ist Tag- und Nachtgleiche. Die Sonne kreuzt um 14:21 UT den Himmelsäquator. Die Sonne geht heute im Osten auf und im Westen unter.* Daher sind für Bewohner des Planeten Erde Tag und Nacht ungefähr gleich lang. Das September-Äquinoktium markiert auf der Nordhalbkugel den astronomischen Beginn des Herbstes. Auf der Südhalbkugel beginnt der Frühling.

* Tatsächlich ist es etwa komplizierter. (Anm. d. Übers.)

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50.000 Kilometer über der Sonne

Die Sonne ist auf diesem Bild scheinbar von einem gefaserten orangefarbenen Teppich überzogen. Das Bild zeigt einen Ausschnitt rechts oben, in der Mitte verläuft der Sonnenrand, über den nach rechts Protuberanzen aufsteigen. Der Hintergrund ist weiß.

Bildcredit und Bildrechte: Pete Lawrence

Was geschieht am Rand der Sonne? Was hier abgebildet ist, scheint wie ein tobendes Ungeheuer. Doch es ist nur eine riesige Protuberanz. Das ist eine Hülle aus dünnem Gas, die vom Magnetfeld der Sonne über der Oberfläche gehalten wird. Das Sonnenereignis wurde letztes Wochenende mit einem kleinen Teleskop fotografiert. Das Bild wurde invertiert und gefärbt.

Die Linien zeigen, dass die Protuberanz mehr als 50.000 Kilometer über die Sonnenoberfläche aufragt. Im Vergleich dazu wirken sogar die 12.700 Kilometer klein, die dem Durchmesser der Erde entsprechen.

Unter der riesigen Protuberanz liegt die Aktive Region 12585. Über einem fließenden Sonnenteppich aus Fibrillen schweben helle Filamente, das sind Protuberanzen. Fibrillen werden auch als Spikulen bezeichnet. Beide liegen vor der Sonnenscheibe. Energiereiche Ereignisse wie dieses werden nun seltener, denn die Sonne nähert sich einem Minimum an Flecken in ihrem 11-jährigen Aktivitätszyklus.

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Finsternis bei Sonnenuntergang

Zwei Steintürme und ein grasbedeckter Hügel zeichnen sich unten als Silhouetten ab. Der Himmel verläuft von Zartorange bis Dunkelblau und ist glasklar. Von rechts oben nach links unten verlaufen diagonal Bilder der Sonne, die schrittweise vom Mond bedeckt und später wieder freigegeben werden.

Bildcredit und Bildrechte: Luc Perrot (TWAN)

Dieses Zeitraffer-Komposit entstand aus 68 Bildern. Es zeigt die ringförmige Sonnenfinsternis im September. Ab 13h Ortszeit wurde alle vier Minuten ein Bild aufgenommen. Das Ergebnis zeigt die Bewegung des Neumondes vor der Sonnenscheibe. Die Serie wurde auf der Zentrallinie des schmalen Finsternispfades fotografiert. Es endet beim goldenen Sonnenuntergang.

Vorne stehen sorgfältig austarierte Steinmännchen auf einem Strand in der Nähe von L’Étang-Salé. Es liegt auf der Südseite der Insel La Réunion im Indischen Ozean. Sonne und Mond sind auf dem Planeten Erde scheinbar fast gleich groß. Daher wirkt es sehr dramatisch, wenn der Mond die Sonne verfinstert. Bei einer ringförmigen Finsternis ist die Silhouette des Mondes so klein, dass zum Maximum der Finsternis ein schmaler Feuerring der Sonne um den Mond verläuft.

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Finsternis auf La Réunion

Neben dramatisch wirkenden Wolken leuchtet rechts oben die Sichel der Sonne, die fast vom Mond verdeckt ist.

Bildcredit und Bildrechte: Stephane Moser

Am 1. September kreuzte der dunkle Schatten des Neumondes den Planeten Erde. Doch die Silhouette des Mondes bedeckte die Sonne nicht ganz. Daher war eine ringförmige Sonnenfinsternis zu sehen. Der schmale Pfad der Totalität war zum Maximum der Finsternis etwa 100 km breit. Er begann im Südatlantik, zog nach Osten über Afrika und endete im Indischen Ozean.

Viele warteten auf der Insel La Réunion im Indischen Ozean, um die Finsternis zu beobachten. Ihre Aussicht lag knapp nördlich der Zentrallinie der Finsternis. Die ringförmige Phase dauerte gerade ein paar Minuten. Wolken dräuen neben der fast verfinsterten Sonne. Doch die partielle Phase wirkt auf diesem Komposit, das aus Aufnahmen mit Weitwinkel- und Teleobjektiv entstand, sehr dramatisch. Das Komposit stammt von der Nordseite der 50 km großen Insel.

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