Schalengalaxien in den Fischen (Pisces)

Im Bild sind wenige zarte Sterne verteilt, ein paar größere und viele kleine Galaxien sowie zwei hellere Sterne mit Beugungsspitzen.

Bildcredit und Bildrechte: Stephen Leshin

Diese kosmische Himmelslandschaft zeigt ein seltsames Galaxiensystem. Es ist als Arp 227 katalogisiert und etwa 100 Millionen Lichtjahre entfernt. Arp 227 liegt im Sternbild Fische (Pisces). Es besteht aus den beiden markanten Galaxien links, der merkwürdigen Schalengalaxie NGC 474 und ihrer blauen Nachbarin NGC 470 mit Spiralarmen.

Die blassen, weiten Bögen oder Schalen von NGC 474 sind vielleicht durch eine gravitative Wechselwirkung mit der Nachbarin NGC 470 entstanden. Alternativ bildeten sich die Schalen vielleicht durch Verschmelzung mit einer kleineren Galaxie. Die Verschmelzung rief möglicherweise einen Effekt hervor, der ähnlich ist wie Wellen auf einem Teich.

NGC 467 ist die große Galaxie rechts im Bild. Sie ist anscheinend ebenfalls von zarten Schalen umgeben. Das ist ein Hinweis auf ein weiteres wechselwirkendes Galaxiensystem. Hinten sind viele weitere Galaxien verteilt. Vorne befinden sich gezackte Sterne in unserer Milchstraße. Das Sichtfeld ist am Himmel 25 Bogenminuten breit. Das ist etwa 1/2 Grad oder ein Vollmonddurchmesser.

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NGC 4449: Nahaufnahme einer kleinen Galaxie

Vor einer weiß leuchtenden Sternansammlung sind magentafarben leuchtende Nebel verteilt, sie wirken wie Wolkenfetzen. Die Nebel sind links und in der Mitte, die rechte obere Bildecke ist dunkel.

Credit: Daten: Hubble-Vermächtnisarchiv, ESA, NASA; Bearbeitung: Robert Gendler

Beschreibung: Große Spiralgalaxien ernten scheinbar oft die ganzen Lorbeeren. Ihre jungen blauen Sternhaufen und rosaroten Sternbildungsregionen in ausladenden Spiralarmen erregen garantiert Aufmerksamkeit. Doch kleine, irreguläre Galaxien bilden ebenfalls Sterne, wie etwa die zirka 12 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie NGC 4449.

Das kleine Inseluniversum mit einem Durchmesser von weniger als 20.000 Lichtjahren ist ähnlich groß wie eine Begleitgalaxie der Milchstraße, die Große Magellansche Wolke GMW und wird oft mit dieser verglichen.

Diese Nahaufnahme des Weltraumteleskops Hubble zeigt die gut erforschte Galaxie. Das Bild wurde überarbeitet, um das verräterische rötliche Leuchten von Wasserstoff zu betonen. Das Gas folgt den weit verstreuten Sternbildungsregionen von NGC 4449, von denen manche sogar größer sind als jene in der GMW. Kurzlebige, massereiche Sterne blähen riesige interstellare Bögen und Blasen auf.

NGC 4449 gehört zu einer Galaxiengruppe im Sternbild Jagdhunde (Canes Venatici). Wahrscheinlich gab es Wechselwirkungen mit Galaxien in der Nähe, welche die Sternbildung in NGC 4449 beeinflussten.

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Nahaufnahme der Spiralgalaxie NGC 2841

Der Blick fällt von schräg oben auf das Zentrum einer Galaxie mit sehr hellem Kern, die von dunklen spiralförmigen Wolken umgeben ist.

Credit: NASA, ESA und das Hubble-Vermächtnis (STScI / AURA) – ESA / Hubble-Zusammenarbeit

Beschreibung: Die Spiralgalaxie NGC 2841 ist etwa 46 Millionen Lichtjahre entfernt und befindet sich im nördlichen Sternbild Ursa Major. Diese scharfe Ansicht des prächtigen Inseluniversums zeigt einen auffällig gelben Kern und eine galaktische Scheibe.

In die ungleichmäßigen, eng gewundenen Spiralarme sind Staubbahnen, kleine rosarote Sternbildungsgebiete und junge, blaue Sternhaufen eingebettet. Im Kontrast dazu zeigen viele andere Spiralgalaxien gewaltige, ausladende Arme mit riesigen Sternbildungsregionen.

NGC 2841 ist breiter als 150.000 Lichtjahren. Sie ist sogar größer als unsere Milchstraße. Diese Hubble-Nahaufnahme zeigt etwa 34.000 Lichtjahre im inneren Bereich der Galaxie. Bilder im Röntgenbereich lassen vermuten, dass Winde und Sternexplosionen ganze Schwaden aus heißem Gas erzeugen. Diese Schwaden reichen bis in den Hof um NGC 2841.

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Hanny’s Voorwerp

Siehe Erklärung. Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Credit: NASA, ESA, W. Keel (Univ. Alabama) et al., Galaxy-Zoo-Team

Beschreibung: Hanny’s Voorwerp ist niederländisch und bedeutet „Hannys Objekt“. Das Objekt ist riesig: Es ist etwa so groß wie unsere Galaxis. Das geheimnisvolle Voorwerp befindet sich auf dieser Ansicht des Weltraumteleskops Hubble unter der Spiralgalaxie IC2497 und leuchtet stark in grünlichem Licht, das von ionisierten Sauerstoffatomen abgestrahlt wird. Galaxie und Objekt sind etwa 650 Millionen Lichtjahre entfernt, man findet sie im unscheinbaren Sternbild Kleiner Löwe (Leo Minor).

Man vermutet nun, dass die gewaltige grüne Wolke Teil eines Gezeitenschweifes aus Materie ist, die von einem Quasar erhellt wird, der sich im Zentrum von IC 2497 befindet. Dieser Quasar wird von einem massereichen schwarzen Loch mit Energie versorgt. Er erlosch jedoch plötzlich und hinterließ nur die Galaxie und das leuchtende Voorwerp, das mit Teleskopen im sichtbaren Licht beobachtet werden kann.

Das scharfe Hubblebild zeigt auch eine gelbe Sternbildungsregion im Voorwerp. Sie befindet sich an dem Ende, das näher bei IC 2497 liegt. Diese Region wurde wahrscheinlich durch einen Gasstrom aus dem Kern der Galaxie komprimiert.

Das geheimnisvolle Objekt wurde 2007 von der niederländischen Schullehrerin Hanny van Arkel entdeckt, als sie am Online-Projekt Galaxy Zoo teilnahm. Galaxy Zoo ruft Freiwillige zur Mitarbeit auf. Dabei werden Galaxien klassifiziert, die mit der Sloan Digital Sky Survey oder später im detailreichen Hubble-Bildmaterial gefunden wurden.

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Die Strudelgalaxie in infrarotem Staub

Im Bild breitet sich eine detailreiche, von oben sichtbare Spiralgalaxie aus, mit vielen Staubbahnen, rosa Sternbildungsgebiten und einem hellen gelblichen Zeitrum. Darüber ist eine rötliche Aufnahme in Infrarotlicht gelegt.

Credit: Infrarot: NASA, ESA, M. Regan und B. Whitmore (STScI) und R. Chandar (U. Toledo); Sichtbares Licht: NASA, ESA, S. Beckwith (STScI) und das Hubble-Vermächtnis-Team (STScI/AURA)

Beschreibung: Wie bilden Spiralgalaxien Sterne? Um das herauszufinden, fotografierte das Weltraumteleskop Hubble die nahe gelegene, fotogene Spirale M51 im Infrarotlicht, um den Staub zu betonen, der dem dichten Gas folgt, aus dem am ehesten Sterne entstehen. Um den Staub weiter zu isolieren, wurde auch ein Großteil von dem optischen Licht der Sterne digital entfernt. Das einzigartige Bild, das dabei entstand, zeigt im großen Maßstab wirbelnde, komplexe Muster und in kleineren Maßstäben viele helle Klumpen offener Sternhaufen, die zuvor versteckt waren.

Wenn ihr den Mauspfeil über das Bild schiebt, seht ihr zum Vergleich ein detailreiches Bild im sichtbaren Licht. Jeder* kann mit einem guten Fernglas die Strudelgalaxie im Sternbild Jagdhunde (Canes Venatici) sehen. M51 ist etwa 30 Millionen Lichtjahre entfernt. Dieses Bildfeld ist von oben bis unten zirka 15.000 Lichtjahre hoch. Astronomen vermuten, dass die Spiralstruktur von M51 durch die gravitative Wechselwirkung ihrer kleineren Nachbargalaxie beeinflusst wird.

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Polarring-Galaxie NGC 660

Mitten im Bild schwebt eine seitlich sichtbare, verkrmmte Polarringgalaxie, die von einem Ring aus Sterntrümmern gekreuzt wird. Darum sind Sterne lose verteilt.

Bildcredit und Bildrechte: Stephen Leshin

NGC 660 liegt mitten in dieser Himmelslandschaft im Sternbild Fische. Sie ist mehr als 20 Millionen Lichtjahre entfernt. Ihre seltsame Erscheinung kennzeichnet sie als Polarring-Galaxie. Mitglieder dieser seltenen Galaxienart besitzen eine beträchtliche Population an Sternen, Gas und Staub, die in Ringen kreisen, welche fast senkrecht zur galaktischen Scheibe stehen.

Diese bizarre Anordnung entstand vielleicht, indem die Scheibengalaxie aus einer Galaxie, die zufällig vorbeizog, Materie einfing. Dabei wurden die eingefangenen Trümmer zu einem rotierenden Ring auseinandergezogen. Mit der Polarring-Komponente kann die Form des Hofes aus Dunkler Materie erforscht werden, der eigentlich unsichtbar ist. Dazu berechnet man den gravitativen Einfluss der Dunklen Materie auf den Ring und die Scheibe.

Der Ring von NGC 660 ist breiter als die Scheibe, er ist etwa 40.000 Lichtjahre breit.

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Vergangene und künftige Sterne von Andromeda

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Credit und Bildrechte: ESA/Herschel/PACS/SPIRE/J.Fritz(U.Gent) / XMM-Newton/EPIC/W.Pietsch(MPE)

Beschreibung: Die große, schöne Andromedagalaxie hat die Katalognummer M31. Die Spiralgalaxie ist 2,5 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Für dieses Kompositbild von Andromeda in Wellenlängen außerhalb des sichtbaren Lichts wurden Bilder zweier Weltraumteleskope kombiniert. Diese Ansicht zeigt Orte vergangener und künftiger Sterne in der Galaxie.

Rötliche Töne zeigen die Bilddaten des großen Infrarotteleskops Herschel. Es sind riesige Staubbahnen, die von den Sternen in Andromedas Spiralarmen erwärmt werden. Der Staub und das interstellare Gas der Galaxie sind das Rohmaterial für künftige Sternbildung.

Die Röntgen-Daten des Teleskops XMM-Newton sind blau dargestellt, sie zeigen Andromedas Röntgen-Doppelsternsysteme. Diese Systeme enthalten wahrscheinlich Neutronensterne oder sterngroße schwarze Löcher. Diese wiederum sind die Endstadien der Sternentwicklung.

Die Andromedagalaxie ist mehr als doppelt so groß wie unsere Milchstraße, sie hat einen Durchmesser von mehr als 200.000 Lichtjahren.

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Nahaufnahme von NGC 3521

Vor uns breitet sich ein dunkler Wirbel einer Spiralgalaxie aus, der zu einem helle Zentrum in der Bildmitte führt.

Credit: Daten: Hubble-Vermächtnisarchiv, ESA, NASA; Bearbeitung: Robert Gendler

Beschreibung: Die prächtige Spiralgalaxie NGC 3521 ist etwa 35 Millionen Lichtjahre entfernt und befindet sich im Sternbild Löwe. Ihre Zentralregion reicht über etwa 50.000 Lichtjahre. Dieses dramatische Bild entstand aus Daten des Hubble-Vermächtnisarchivs.

Die Nahaufnahme betont die charakteristischen ungleichmäßigen, irregulären Spiralarme der Galaxie, die von Staub und den Haufen junger, blauer Sterne gesäumt werden. Im Kontrast dazu besitzen viele andere Spiralgalaxien große, ausladende Arme.

NGC 3521 ist am Himmel des Planeten Erde eine relativ helle Galaxie, man findet sie leicht mit kleinen Teleskopen, sie wird aber neben den anderen Spiralgalaxien im Löwen, etwa M66 oder M65, seltener fotografiert.

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