Das Zentrum von Auriga

Leuchtend rote Nebel und blaue Sternhaufen an der Grenze der Sternbilder Stier und Fuhrmann sind hier abgebildet: Simeis 147, IC 410, M36, M38 und NGC 1893.

Bildcredit und Bildrechte: Rogelio Bernal Andreo (Deep Sky Colors)

Das antike Sternbild Fuhrmann (Auriga) ist reich an Sternhaufen und Nebeln. Es reitet hoch am nördlichen Winternachthimmel. Diese detailreiche Mosaik-Teleskopansicht wurde im Jänner fotografiert. Am Himmel ist sie fast 24 Vollmonde (12 Grad) breit. Sie zeigt einige Ansichten im Fuhrmann, die bei kosmischen Touristen sehr beliebt sind. Das dicht gedrängte Feld reicht über die Ebene der Milchstraße in die Richtung gegenüber dem Zentrum der Galaxis.

Möchtet ihr eine Wegbeschreibung? Der helle, bläuliche Stern Elnath am unteren Bildrand liegt an der Grenze zwischen Fuhrmann und Taurus, dem Stier. Er ist sowohl als Beta Tauri als auch Gamma Aurigae bekannt. Links bedecken die verschlungenen Fasern des Supernovarestes Simeis 147 etwa 150 Lichtjahre. Simeis 147 ist fast 300 Lichtjahre entfernt. Rechts findet ihr den Emissionsnebel IC 410. Er ist wesentlich weiter entfernt, nämlich ungefähr 12.000 Lichtjahre.

In IC 410 entstehen Sterne. Der junge Sternhaufen NGC 1893 ist darin eingebettet. Bekannt sind auch kaulquappenförmige Wolken aus Staub und Gas. Der Flammensternnebel IC 405 ist nur ein wenig weiter entfernt. Seine roten, verschlungenen Wolken aus leuchtendem Wasserstoff werden vom heißen O-Stern AE Aurigae angeregt. Zwei offene Sternhaufen, M36 und M38 nach Charles Messier, sind oben im Sternfeld aufgereiht. Sie werden oft mit Fernglas betrachtet.

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Herz- und Seelennebel

Das BIld zeigt den Herz- und Seelenebel im Sternbild Kassiopeia. Beide haben einen roten Umriss. Auch Sternhaufen sind im Bild verteilt.

Bildcredit und Bildrechte: Leonardo Orazi

Liegen Herz und Seele unserer Galaxis in der Kassiopeia? Wohl nicht, aber dort befinden sich zwei helle Emissionsnebel mit dem Spitznamen Herz und Seele. Der Herznebel hat die offizielle Bezeichnung IC 1805. Er ist in der vergrößerbaren Ansicht rechts. Seine Form erinnert an ein klassisches Herzsymbol.

Beide Nebel leuchten hell im roten Licht von angeregtem Wasserstoff. Mehrere junge offene Sternhaufen bevölkern das Bild. Sie sind oben in Blau abgebildet, wie auch das Innere der Nebel.

Licht braucht von diesen Nebeln bis zu uns etwa 6000 Jahre. Zusammen sind die Nebel ungefähr 300 Lichtjahre breit. Wenn man Sterne und Haufen wie im Herz– und Seelennebel untersucht, erfährt man, wie massereiche Sterne entstehen und wie sie ihre Umgebung beeinflussen.

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NGC 6188 und NGC 6164

Im Bild sind schwach leuchtende dunkelrote Wolken verteilt, in der Mitte ist eine heller leuchtende bläuliche Wölbung. Das Bild ist voller schwach leuchtender Sterne.

Bildcredit und Bildrechte: Harel Boren und Tal Faibish

Fantastische Formen lauern in den leuchtenden Gaswolken in NGC 6188. Sie sind etwa 4000 Lichtjahre entfernt. Der Emissionsnebel im südlichen Sternbild Altar befindet sich am Rand einer großen Molekülwolke. Sie ist in optischen Wellenlängen unsichtbar.

In die Molekülwolke sind die massereichen jungen Sterne der Ara-OB1-Sternassoziation eingebettet. Sie entstanden vor wenigen Millionen Jahren in der Region. Mit ihren Sternwinden prägten sie die dunklen Formen. Ihre intensive Ultraviolettstrahlung lieferte die Energie für das Leuchten des Nebels.

Vor Kurzem sind dort Sterne entstanden. Das wurde wahrscheinlich durch Winde und Supernovaexplosionen früherer Generationen massereicher Sterne ausgelöst. Diese Winde fegten das Molekülgas zusammen und komprimierten es.

Neben NGC 6188 liegt auf dieser kosmischen Leinwand der ungewöhnliche Emissionsnebel NGC 6164. Auch er wurde von einem massereichen O-Stern in der Region erzeugt. Die auffällig symmetrische gasförmige Hülle um NGC 6164 und der blasse Halo umgeben seinen hellen Zentralstern beim unteren Rand. Der Halo sieht ähnlich aus wie ein planetarischer Nebel,

Das weite Sichtfeld breiter als 3 Grad (sechs Vollmonde). In der geschätzten Entfernung von NGC 6188 entspricht das mehr als 200 Lichtjahren. Das natürlich wirkende Farbkomposit wurde mit Schmalband-Bilddaten ergänzt. Daher stammen die tiefroten Emissionen von Wasserstoff- und Schwefelatomen und das blaugrüne Licht von Sauerstoffatomen.

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Der Möwennebel

Im von Sternen gesprenkelten Bild leuchten rote Nebel, die an eine Möwe erinnern. Der Kopf oben erinnert seinerseits an einen Papagei.

Bildcredit und Bildrechte: Michael Miller

Eine ausgedehnte Weite aus leuchtendem Gas und Staub zeigt dem Planeten Erde ein vogelähnliches Gesicht. Daher heißt er landläufig Möwennebel. Das Porträt des kosmischen Vogels zeigt einen 1,6 Grad breiten Abschnitt in der Ebene der Milchstraße, etwa in Richtung von Sirius, dem Alphastern im Sternbild Großer Hund (Canis Major).

Die Region enthält auch weitere Objekte: den auffälligen NGC 2327, eine kompakte, staubhaltige Emissionsregion mit einem eingebetteten massereichen Stern, der den Vogelkopf bildet (er ist auch als Papageiennebel bekannt und liegt über der Mitte). Der Komplex aus Gas- und Staubwolken mit hellen, jungen Sternen wird vom rötlichen Leuchten atomaren Wasserstoffs bestimmt. In der geschätzten Entfernung von 3800 Lichtjahren ist das Gebiet breiter als 100 Lichtjahre.

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NGC 7293 – der Helixnebel

Mitten im Bild leuchtet ein ringförmiger Nebel. In der Mitte ist eine dunkelblaue Scheibe, darum herum ist ein fliederfarbener Nebel mit starken karmesinroten Rändern.

Bildcredit und Bildrechte: Don Goldman

Im Sternbild Wassermann vergeht ein sonnenähnlicher Stern. Er ist an die siebenhundert Lichtjahre von der Erde entfernt. In den letzten paar Tausend Jahren erzeugte er den Helixnebel (NGC 7293). Er ist ein gut untersuchtes und nahes Beispiel eines planetarischen Nebels. Der Helixnebel ist typisch für diese Schlussphase der Sternentwicklung.

Die Gesamtbelichtungszeit betrug 28,5 Stunden. Sie führte zu dieser detailreichen Ansicht des Nebels. Das Bild ist eine Kombination von Schmalband-Bilddaten. Es zeigt die Emissionslinien von Wasserstoffatomen in roten und Sauerstoffatomen in blaugrünen Farbtönen. In der hellen inneren Region der Helix mit einem Durchmesser von etwa 3 Lichtjahren zeigt es beachtliche Details. Es folgt auch den blasseren äußeren Strukturen im Halo. Mit dem Hof hat der Nebel eine Breite von mehr als sechs Lichtjahren.

Der weiße Punkt in der Mitte der Helix ist der heiße Zentralstern des planetarischen Nebels. Die Helix ist ein auf den ersten Blick einfacher Nebel. Neue Erkenntnisse zeigen eine überraschend komplexe Geometrie.

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Die Kaulquappen in IC 410

Das Nebelbild erinnert an einen Tümpel, in dem zwei Kaulquappen schwimmen. Der Hintergrund ist blau und wird links von nebelförmigen Ranken eingehüllt. Rechts unten schwimmen zwei geschlängelte Nebel mit Köpfchen.

Bildcredit und Bildrechte: Martin Pugh

Diese Nahaufnahme wurde mit einem Teleskop aufgenommen. Sie zeigt den sonst sehr blassen Emissionsnebel IC 410 in markanten Falschfarben. Rechts unter der Mitte schwimmen zwei Bewohner des kosmischen Tümpels aus Gas und Staub. Es sind die Kaulquappen von IC 410.

Das Bild wurde aus Bildern kombiniert, die mit Schmalbandfiltern fotografiert wurden. Die Schmalbanddaten zeigen Atome im Nebel: Emissionen von Schwefelatomen in Rot, die der Wasserstoffatome in Grün und der Sauerstoffatome in Blau. Der Nebel ist teilweise von Vordergrundstaub verdeckt. Er umgibt NGC 1893, einen jungen galaktischen Sternhaufen, der das leuchtende Gas anregt.

Die Kaulquappen bestehen aus dichterem, kühlerem Gas und Staub. Sie sind etwa 10 Lichtjahre lang. Möglicherweise entstehen darin Sterne. Ihre Schweife werden vom Wind und der Strahlung der Haufensterne geformt. Sie sind von der Zentralregion des Haufens fortgerichtet. IC 410 ist etwa 12.000 Lichtjahre entfernt. Er liegt im Sternbild Fuhrmann (Auriga).

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Der Pferdekopfnebel

Vor einer roten Nebelwand über einem dunklen Horizont zeichnet sich eine pferdekopfähnliche dunkle Wolke ab. Links unten leuchtet ein Stern mit grüner Umgebung.

Bildcredit und Bildrechte: John Chumack

Der Pferdekopfnebel ist einer der berühmtesten Nebel am Himmel. Er ist die dunkle Markierung im roten Emissionsnebel in der Bildmitte. Die Struktur des Pferdekopfes ist dunkel. Sie ist eine undurchsichtige Staubwolke, die vor dem hellen roten Emissionsnebel liegt.

Manche Wolken in der Erdatmosphäre haben zufällig eine erkennbare Form. Das trifft auch auf diese kosmische Wolke zu. In Tausenden Jahren werden die inneren Bewegungen der Wolke ihre Erscheinung verändern. Die rote Farbe des Emissionsnebels entsteht, wenn Elektronen mit Protonen rekombinieren und Wasserstoffatome bilden. Links unten im Bild ist ein grünlicher Reflexionsnebel. Er reflektiert vorwiegend das blaue Licht naher Sterne.

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Der Blasennebel

Umgeben fon einem Kranz schwach leuchtender kaminroter Wolken leuchtet eine zarte Blase in der Mitte. Im Bild sind wenige Sterne verteilt.

Bildcredit und Bildrechte: J-P Metsävainio (Astro Anarchy)

Diese interstellare Erscheinung wird von den Winden eines massereichen Sterns aufgebläht. Sie hat eine überraschend vertraute Form, die als NGC 7635 katalogisiert wurde. Sie ist auch als Blasennebel bekannt. Die Blase sieht zerbrechlich aus, doch sie hat einen Durchmesser von 10 Lichtjahren und weist Hinweise auf gewaltsame Vorgänge auf.

Rechts über der der Blasenmitte befindet sich ein heißer O-Stern. Er ist Hunderttausende Male leuchtstärker und etwa 45-mal massereicher ist als die Sonne. Der heftige Sternwind und die intensive Strahlung des Sterns sprengten das Gebilde aus leuchtendem Gas in das dichtere Material in der umgebenden Molekülwolke.

Der faszinierende Blasennebel ist etwa 11.000 Lichtjahre entfernt und liegt im überheblichen Sternbild Kassiopeia. Die natürlich wirkende Ansicht der kosmischen Blase wurde aus Schmalband-Bilddaten erstellt. Aus den Daten wurde auch ein 3D-Modell erstellt.

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