Thors Helm

Die faserartig leuchtende Blase erinnert an einen Helm mit Flügeln. Der Helm leuchtet blau, der Saum und die Flügel sind rot.
Bildcredit und Bildrechte: Josep Drudis, Christian Sasse

Der nordische Gott Thor hat nicht nur seinen eigenen Wochentag (den Donnerstag), sondern auch einen Helm am Himmel. Der Nebel NGC 2359 hat die Form eines Huts mit flügelartigen Ausläufern. Man nennt ihn auch als „Thors Helm“.

Mit einer Breite von etwa 30 Lichtjahren hat Thors Helm wahrhaft göttliche Maße. Eigentlich ist die kosmische Kopfbedeckung eine interstellare Blase. Sie wird vom schnellen Wind des hellen, massereichen Sterns mitten in Blase erzeugt. Der Zentralstern ist ein sogenannter Wolf-Rayet-Stern, also ein extrem heißer Riesenstern. Er hat vermutlich ein kurzes Stadium der Entwicklung erreicht, auf das bald die Explosion als Supernova folgt.

NGC 2359 ist etwa 15.000 Lichtjahre entfernt und liegt im Sternbild Großer Hund. Das scharfe Bild ist eine Kombination aus lang belichteten Einzelaufnahmen. Diese wurden im Licht von leuchtendem Wasserstoff (rot) und Sauerstoff (blau) aufgenommen. Man geht davon aus, dass der zentrale Stern in Thors Helm in den nächsten paar tausend Jahren als spektakuläre Supernova explodiert.

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Der Komet R3 PANSTARRS im Wandel der Zeit

Der Komet C/2025 R3 (PANSTARRS) zieht auf diesem Kompositbild von unten nach oben an den leuchtenden Nebeln im Sternbild Orion vorbei. Die Barnard-Schleife leuchtet rot, darin befinden sich der Orionnebel und viele weitere ionisierte Staubwolken. Rechts unten ist die markante V-Form der Hyaden im Sternbild Stier.
Bildcredit und Bildrechte: Jakub Kuřák und Martin Mašek (FZU der Tschechischen Akademie der Wissenschaften)

Wenn ein Komet ins innere Sonnensystem kommt, wird das normalerweise von großen Ankündigungen und Hoffnungen begleitet. Wird er besonders hell und fotogen? Doch was passiert, wenn der Komet das Sonnensystem wieder verlässt? Die Sonne erwärmt den Kometenkern nicht mehr so stark. Er stößt dann weniger Gas und Staub aus. Die Koma um den Kern schrumpft und verliert an Helligkeit, und der Kometenschweif wird kürzer.

Viele Kometen ziehen in die äußeren Bereiche des Sonnensystems. Von dort kehren sie oft erst nach Hunderten oder Tausenden Jahren wieder. Doch manche Kometen schleudert die Gravitation der Planeten hinaus. Sie verlassen dann das Sonnensystem für immer. Zu diesen Kometen gehört Komet C/2025 R3 (PANSTARRS).

Der Komet R3 (PANSTARRS) wurde für diese Aufnahme in vielen Nächten lange belichtet. Die Bilder entstanden in der ersten Mai-Hälfte nahe dem Cerro Paranal in Chile. Die oberen Aufnahmen entstanden später. Der Ionenschweif wird dort immer kürzer.

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Der Überrest der Vela-Supernova

In der Mitte ist ein Gewirr aus leuchtenden Stoßfronten in einem Gas. Es ist von rot leuchtenden Nebeln umgeben. Der Vela-Supernova-Überrest wurde vielleicht von Menschen zu Beginn der Geschichte beobachtet.
Bildcredit und Bildrechte: José Mtanous

Die Explosion ist vorbei, doch sie hinterließ Spuren. Vor etwa zwölftausend Jahren explodierte ein ganz gewöhnlicher Stern im Sternbild Vela. Dabei erzeugte er einen seltsamen Lichtpunkt. Dür die Menschen, die zu Beginn der aufgezeichneten Geschichte lebten, war er für kurze Zeit sichtbar. Die äußeren Schichten des Sterns prallten auf das interstellare Medium. Dabei lösten sie eine Stoßwelle aus, die man heute noch sieht.

Das Bild entstand in der Khomas-Region in Namibia. Es zeigt einen Teil dieser gewaltigen Stoßwelle mit vielen Fasern im sichtbaren Licht. Die Aufnahme wurde insgesamt 60 Stunden lang belichtet. Emission von Wasserstoff (rot) und Sauerstoff (blau) betonen die feinen Details.

Das Gas fliegt vom explodierten Stern weg. Dabei zerfällt es und reagiert mit dem interstellaren Medium. So entsteht Strahlung in vielen verschiedenen Farben und Energiebereichen. Im Zentrum des Supernova-Überrests im Sternbild Vela (Segel des Schiffs) befindet sich ein Pulsar. Das ist ein Stern, der so dicht ist wie Kernmaterie. Er dreht sich mehr als zehnmal pro Sekunde um sich selbst.

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Der Kristall

Der Nebel, der beinahe das Bild füllt, erinnert an eine Kristallkugel. Innen ist er weiß wie Bergkristall, außen umgibt ihn ein blauer Rand, der einen leichten Hof hat. Um den Stern sind wenige Sterne verteilt.
Bildcredit: Internationales Gemini-Observatorium/NOIRLab/NSF/AURA; Bildbearbeitung: J. Miller und M. Rodriguez (Internationales Gemini-Observatorium/NSF NOIRLab), T.A. Rector (Universität von Alaska Anchorage/NSF NOIRLab), D. de Martin und M. Zamani (NSF NOIRLab); Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Was seht ihr in dieser Kristallkugel? Das Bild zeigt NGC 1514, den man als Kristallkugelnebel kennt. Er wurde mit dem Teleskop Gemini Nord auf dem Mauna Kea beobachtet, der zu Hawaiʻi gehört. NGC 1514 ist 1500 Lichtjahre entfernt. Er wurde 1790 von Wilhelm Herschel entdeckt.

Ein planetarischer Nebel entsteht, wenn ein Stern zu einem Roten Riesen wird und seine äußeren Gashüllen abstößt. Der Kern des Sterns erhitzt die ausgeworfene Hülle aus Gas auf Temperaturen, die heißer sind als die Oberfläche unserer Sonne. Das bringt das Gas zum Leuchten und erzeugt Bilder wie dieses.

Die leicht asymmetrische Form des Kristallkugelnebels verrät sein Geheimnis: Der helle Stern in der Mitte hat einen Begleiter. Die beiden Sterne umkreisen einander mit einer Umlaufzeit von etwa neun Jahren und formen dabei das Gas um sie herum. In etwa 10.000 – 25.000 Jahren lösen Sternwinde den Nebel auf.

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Der Kopfhörer-Nebel PK 164 +31.1

Eine ovale, fast runde Blase mit rot leuchtendem Rand schwebt zwischen wenigen Sternen. Innen leuchtet sie in blassem Türkis. An den schmalen Seiten sind innen zwei helle Ausbuchtungen nach innen gewölbt.
Bildcredit und Bildrechte: Bernard Miller; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Was machen Kopfhörer am Himmel? Dieses Bild zeigt den planetarischen Nebel PK 164 +31.1 oder Jones-Emberson 1. Er wird manchmal auch Kopfhörer-Nebel genannt. Dabei handelt es sich um den Überrest eines vergehenden sonnenähnlichen Sterns.

Der Nebel ist sehr lichtschwach und befindet sich im Sternbild Luchs. Seine Winkelbreite am Himmel beträgt etwa ⅕ des Vollmondes. Die roten und bläulich-grünen Farben zeigen die Atome von Wasserstoff und Sauerstoff. Der zentrale Weiße Zwerg im Nebel ionisiert sie und regt ihr Leuchten an.

Die Form der Kopfhörer entsteht durch zwei Blasen aus Wasserstoff. Sie dringen in den inneren Bereich mit Sauerstoff. Damit landet dieses Objekt auf einer langen Liste seltsam geformter Nebel. Die Struktur der seltsamen Nebel lässt vermuten, dass der vergehende Stern im Zentrum einen stellaren oder planetaren Begleiter hat. Dieser Begleiter wirbelt durch das ausströmende Material.

Tipp: Hört euch die Hubble– und JWST–Sonifikationen von planetarischen Nebeln mit euren Kopfhörern an!

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Thackerays Globulen

Vor einem Hintergrund aus zartblau leuchtenden Gas mit rosa Streifen schweben dunkle Molekülwolken. Sie wirken wie Klumpen oder Fetzen und sind so dicht, dass darin Sterne entstehen können.
Bildcredit und Bildrechte: John Hayes

Was sind das für eigenartige Klumpen im Weltraum? Die Wolken aus interstellarem Staub sind undurchsichtig. Sie befinden sich in Regionen mit vielen Sternen und leuchtendem Wasserstoff. Diese Wolken sind so groß, dass darin Sternen entstehen können.

Die Molekülwolken schweben hier im Emissionsnebel IC 2944. Das helle Gebiet mit Sternbildung ist 5900 Lichtjahre entfernt und liegt im Sternbild Zentaur. 1950 entdeckte der südafrikanische Astronom A. D. Thackeray die größte dieser dunklen Globulen. Sehr wahrscheinlich handelt es sich dabei um zwei getrennte Molekülwolken, die sich überlappen. Jede davon ist etwa ein Lichtjahr groß.

Das Bild entstand am El-Sauce-Observatorium in Chile. Bei der Aufnahme wurden die Filter der Hubble-Palette verwendet. Wir finden im Bild Hinweise, dass die starke ultraviolette Strahlung die Thackeray-Globulen verwirbelt und auflöst. Die UV-Strahlung stammt von heißen, jungen Sternen in der Nähe. Sie erwärmt auch den hellen Emissionsnebel und bringt ihn zum Leuchten. In Gebieten mit Sternbildung gibt es häufig dunkle Globulen. Durch die starke UV-Strahlung ereilt viele ein tragisches Schicksal: Sie schmelzen wie Klumpen aus kosmischer Butter in einer heißen Bratpfanne.

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Das Nebelreich von WR 134

Mitten in orange-roten Nebelschwaden leuchtet ein fragmentarischer runder blauer Nebel um den Wolf-Rayet-Stern 134.
Bildcredit und Bildrechte: Luigi Morrone

Der kosmische Schnappschuss zeigt ein Gebiet im Sternbild Schwan. Der Ausschnitt ist am Himmel doppelt so groß wie der Vollmond. Das Foto entstand mit Schmalbandfiltern. Es betont die Grenze des ringförmigen Nebels aus ionisiertem Wasserstoff und Sauerstoff.

In den weiten interstellaren Wolken liegen komplexe, gebogene Strukturen. Es ist Material, das der Sternenwind des Wolf-Rayet-Sterns WR 134 formte. WR 134 ist der hellste Stern mitten im Bild. Er ist ungefähr 6000 Lichtjahre von uns entfernt. Das bedeutet, dass der Bildausschnitt etwa 100 Lichtjahre breit ist.

Wolf-Rayet-Sterne verströmen besonders starke Sternwinde. Sie stoßen ihre äußersten Hüllen komplett ab. Wenn ihr Material für Kernfusion aufgebraucht ist, enden diese Sterne mit spektakulären Supernova-Explosionen. Ihre Sternwinde und das Material, das sie bei der finalen Supernova ausstoßen, reichern das Gas zwischen den Sternen mit schweren Elementen an. Dieses Gas bildet neue Generationen von Sternen.

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NGC 2170: Der Engelnebel

Der Nebel im Bild erinnert an einen Engel. Er besteht aus Gas und Staub, das teils selbst leuchtet, teils dunkel ist oder das Licht von Sternen reflektiert.
Bildcredit und Bildrechte: Jason Marriott

Ist das ein Gemälde oder ein Foto? Diese himmlische abstrakte Kunst ist wie mit einem kosmischen Pinsel gemalt. Der staubige Nebel ist als NGC 2170 katalogisiert. Man nennt ihn auch Engelnebel. Er leuchtet rechts über der Bildmitte und reflektiert das Licht der heißen Sterne in der Nähe. Bläuliche Reflexionsnebel, rötliche Emissonsregionen, dunkle Absorptionsnebel und ein Hintergrund aus bunten Sternen begleitet NGC 2170.

Abstrakte Maler wählen oft gewöhnliche Gegenstände im Haushalt. Auch Wolken aus Gas, Staub und heißen Sternen wie in dieser Szenerie kommen zusammen vor. Sie gehören zu einer riesigen Wolke mit Sternbildung im Sternbild des Einhorns (Monoceros). Die gigantische Molekülwolke Mon R2 ist nur etwa 2400 Lichtjahre von uns entfernt. In dieser Distanz wäre die Leinwand über 60 Lichtjahre groß.

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