All Hallows’ Eve und der Geisterkopfnebel

Die zwei hellen Flecken im Geisterkopfnebel sorgen dafür, dass NGC 2080 an ein Gesicht erinnert. Die schaurige Visage passt zum gruseligen Fest Halloween.

Bildcredit: NASA, ESA, Mohammad Heydari-Malayeri (Observatoire de Paris) et al.,

Der Ursprung von Halloween ist antik und astronomisch. Seit dem fünften Jahrhundert v. Chr. feiert man Halloween als Kreuzvierteltag. Er steht am Ende des Herbstes und am Beginn des Winterquartals. Dieser Tag liegt etwa in der Mitte zwischen dem Äquinoktium (gleicher Tag / gleiche Nacht) und der Sonnenwende. Auf der Nordhalbkugel ist es der kürzeste Tag mit der längsten Nacht.

Halloween findet zwar noch diese Woche zum Monatswechsel statt. Doch der wahre Quartalswechseltag ist im modernen Kalender erst eine gute Woche später. Ein anderer Kreuzvierteltag ist Mariä Lichtmess (in den USA ist es der „Murmeltiertag„). Der moderne Halloween-Brauch, bei dem man sich schaurig verkleidet, hat historische Wurzeln. Man wollte die Geister der Toten verscheuchen.

Zu diesem alten Feiertag passt das Bild des Geisterkopfnebels NGC 2080. Es wurde vom Weltraumteleskop Hubble aufgenommen. NGC 2080 sieht ähnlich aus wie ein fiktiver Geist. Doch er ist eine Region, in der Sterne entstehen, und liegt in der Großen Magellanschen Wolke, einer Satellitengalaxie der Milchstraße. NGC 2080 ist rund 50 Lichtjahre groß. Er wurde hier in repräsentativen Farben dargestellt.

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IC 1805: Der Herznebel

Mitten im Bild ist ein herzförmiger Nebel mit einem blauen Hintergrund. Rechts darüber ist der Fischkopfnebel.

Bildcredit und Bildrechte: Toni Fabiani

Was lädt den Herznebel auf? Beginnen beim großen Emissionsnebel links. Er ist als IC1805 katalogisiert und ähnelt ein bisschen einem menschlichen Herzen. Der Nebel leuchtet in einem hellen Rot, das vom Wasserstoff ausgesendet wird, der das häufigste Element im Nebel ist. Doch dieses lang belichtete Foto zeigt auch das Licht der Elemente Silizium (Gelb) und Sauerstoff (Blau).

Im Zentrum des Herznebels befinden sich die jungen Sterne des offenen Sternhaufens Melotte 15. Mit ihrer energiereichen Strahlung und Sternenwind tragen sie die Säulen aus Staub ab.

Der Herznebel ist 7500 Lichtjahre von uns entfernt. Er liegt in Richtung des Sternbildes Kassiopeia. Rechts oben sieht man den Fischkopfnebel, er liegt neben dem Herznebel. Das detailgetreue Foto zeigt deutlich, wie das leuchtende Gas den Herznebel in alle Richtungen umgibt.

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Ungewöhnliche Globule in IC 1396

Eine dunkle Staubwolke ragt von unten ins Bild, sie erinnert an einen einäugigen Zyklopen. Am Rand schimmert die Dunkelwolke rötlich. Im Bild sind Sterne verteilt.

Bildcredit und Bildrechte: Joachim Korb

Gibt es ein Monster in IC 1396? Die Sternenstehungsregion ist auch als Elefantenrüsselnebel bekannt und ist für manche eine gruselige Erscheinung. Teile der Gas- und Staubwolken scheinen sogar menschliche Formen anzunehmen. Doch das einzige Monster hier ist ein heller, junger Stern, der zu weit von der Erde entfernt ist, um bedrohlich für uns zu sein.

Das energiereiche Licht des jungen Sterns erodiert die kometenartige Staubhülle, die im oberen Teil des Bildes zu sehen ist. Strahlen und Ströme aus Teilchen, die von dem Stern hinausgeblasen werden, schieben zusätzlich das Gas und den Staub in der Umgebung weg. Die ganze Region von IC 1396 ist fast 3000 Lichtjahre entfernt und darum recht lichtschwach. Sie reicht aber über ein viel größeres Gebiet am Himmel, als es hier zu sehen ist. Dieses Gebiet hat einen scheinbaren Durchmesser von 10 Vollmonden.

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NGC 7380: Der Hexernebel

Die leuchtend rote Nebelgestalt hinter zart verteilten Sternen erinnert manche an einen Hexer mit spitzem Hut. Rechts hinter den dichten Wolken leuchtet eine bläuliche Region.

Bildcredit und Bildrechte: Nevenka Blagovic Horvat und Miroslav Horvat

Welche Kräfte wirken im Hexernebel? Gravitation, die ausreicht, um Sterne zu bilden. Dazu kommen Sternwinde und Strahlung, die so stark sind, dass sie Türme aus Gas bilden und wieder auflösen. Der Hexernebel ist nur 8000 Lichtjahre entfernt. Er umgibt den Sternhaufen NGC 7380, der sich entwickelt. Das optische Zusammenspiel von Sternen, Gas und Staub schuf eine Form, die manche an einen fiktiven mittelalterlichen Hexer erinnert.

Die aktive Region mit Sternbildung ist etwa 100 Lichtjahre groß. Damit erscheint sie größer als die Winkelbreite des Mondes. Ihr findet den Hexernebel mit einem kleinen Teleskop im Sternbild des Königs von Aithiopia (Kepheus). Obwohl der Nebel vielleicht nur ein paar Millionen Jahre besteht, könnten einige Sterne, die darin entstehen, länger existieren als unsere Sonne.

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NGC 6960: Der Hexenbesennebel

Vor einem dunklen Hintergrund voll schwacher Sterne erstrecken sich mehrere gewellte Stränge quer durch das Bild. Einige sind rot, einige sind blaugrün.

Bildcredit und Bildrechte: Brian Meyers

Noch vor Beginn der Geschichtsschreibung erschien vor zehntausend Jahren ein neues Licht am Nachthimmel. Es verblasste nach einigen Wochen wieder. Heute wissen wir, dass dieses Licht von einer Sternexplosion – einer Supernova – stammte. Der Überrest der Supernova heißt Schleiernebel. Er ist die sich ausbreitende Trümmerwolke der Explosion.

Diese scharfe, mit einem Teleskop gemachte Aufnahme zeigt den westlichen Teil des Schleiernebels. Er trägt die Katalogbezeichnung NGC 6960. Weniger förmlich ist er als Hexenbesen-Nebel bekannt. Bei der gewaltigen Explosion entstand eine Stoßwelle. Sie pflügt durch den Weltraum zwischen den Sternen. Dabei nimmt sie interstellares Material mit und bringt es zum Leuchten. Die leuchtenden Stränge sind mit Schmalbandfiltern aufgenommen. Sie ähneln Kräuselungen in einem fast von der Seite betrachteten Laken. Ihr könnt atomares Wasserstoffgas (rot) und Sauerstoffgas (blaugrün) erstaunlich gut getrennt erkennen.

Der gesamte Supernova-Überrest liegt etwa 1400 Lichtjahre entfernt in Richtung des Sternbilds Schwan (Cygnus). Dieser Hexenbesen ist rund 35 Lichtjahre lang. Der helle Stern im Bild ist 52 Cygni. Ihr könnt ihn mit bloßem Auge an einem dunklen Ort gut sehen. Er hat aber nichts mit dem alten Supernova-Überrest zu tun.

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NGC 6357: Kathedrale für massige Sterne

In dem blau hinterlegten Bild sind Sterne verteilt. Im unteren Teil und ganz rechts sieht man braune und ockerfarbige Nebelstrukturen.

Bildcredit: NASA, ESA, CSA, STScI, JWST; Bearbeitung: Alyssa Pagan (STScI); Überlagertes Bild: NASA, ESA, HST und J. M. Apellániz (IAA, Spain); Danksagung: D. De Martin (ESA/Hubble)

Wie massereich kann ein normaler Stern sein? Aufgrund der Entfernung, Helligkeit und sogenannten Standard-Sonnenmodellen wurde die Masse eines Sterns im offenen Sternhaufen Pismis 24 geschätzt. Seine Masse entspricht der 200-fachen Sonnenmasse. Das macht ihn zu einem der massereichsten Sterne, die man kennt.

Dieser Stern ist das hellste Objekt in der oberen Bildhälfte. Er ist auch als Pismis 24-1 bekannt. Das Foto wurde mit dem James-Webb-Weltraumteleskop im infraroten Licht aufgenommen. Zum Vergleich ist ein Bild darüber gelegt, das vom Hubble-Weltraumteleskop im sichtbaren Licht aufgenommen wurde.

Bei genauerer Untersuchung der Bilder stellte sich heraus, dass Pismis 24-1 seine brillante Leuchtkraft nicht nur einem, sondern mindestens drei Sternen verdankt. Die einzelnen Sterne haben immer noch eine Masse von rund 100 Sonnenmassen. Damit gehören auch sie zu den massereichsten Sternen, die wir kennen.

Am unteren Bildrand befindet sich der dazugehörige Emissionsnebel NGC 6357. Dort bilden sich nach wie vor weitere Sterne. Es scheint, als würden die energiereichen Sterne nahe dem Zentrum aus ihrem spektakulärem Kokon herausbrechen und ihn beleuchten. Der himmlische Anblick erinnert stark an eine gotische Kathedrale.

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Der Komplex um NGC 6914

Zwischen zahlreichen Sternen sind rote Nebel verteilt, dazwischen befinden sich auch Dunkelnebel und blaue Reflexionsnebel.

Bildcredit und Bildrechte: Tommy Lease

Diese farbenfrohe Himmelslandschaft um NGC 6914 ist eine Studie an Kontrasten. Sie zeigt uns Sterne, Staub und leuchtendes Gas in der Umgebung. Die Ansammlung interstellarer Nebel ist etwa 6000 Lichtjahre entfernt. Sie befindet sich im Sternbild Schwan und in der Ebene unserer Milchstraße.

Wir sehen die Umrisse dunkler interstellarer Staubwolken. Rötliche Emissionsnebel und bläuliche Reflexionsnebel füllen die kosmische Leinwand. In der ausgedehnten Cygnus-OB2-Assoziation sind massereiche, heiße, junge Sterne. Ihre ultraviolette Strahlung ionisiert den Wasserstoff. Wenn die Elektronen und Protonen wieder zusammenfinden, leuchtet es dann in seinem typischen rötlichen Licht.

Die Sterne von Cygnus OB2 erzeugen auch das blaue Licht, das von den Staubwolken reflektiert wird. Das Bildfeld ist über ein Grad breit. In der Entfernung von NGC 6914 ist es etwa 100 Lichtjahre groß.

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Der große Eidechsen-Nebel

Der Eidechsen-Nebel im Bild leuchtet rot und wirkt sehr markant, doch am Himmel ist er schwer erkennbar, obwohl er ziemlich groß ist.

Bildcredit und Bildrechte: Ian Moehring und Kevin Roylance

Er ist einer der größten Nebel am Himmel. Warum ist er dann also nicht bekannter? Er hat ungefähr dieselbe Winkelbreite wie die Andromedagalaxie. Man findet den großen Eidechsen-Nebel im Sternbild Eidechse (Lacerta).

Der Emissionsnebel ist mit Weitwinkel-Ferngläsern schwer zu erkennen, weil er so lichtschwach ist. Aber auch mit einem großen Teleskop ist er nur schwer sichtbar, da er so ausgedehnt ist. Immerhin ist er am Himmel etwa drei Grad breit. Der Nebel steht als Sharpless 126 (Sh2-126) in den Katalogen. Seine Tiefe, Größe, seine Wellen und seine Schönheit kann man am besten auf einer Aufnahme mit langer Belichtungszeit erkennen und würdigen.

Dieses Bild ist so eine kombinierte Aufnahme. Sie wurde in drei Nächten im August unter dunklem Himmel bei Moses Lake im US-Bundesstaat Washington aufgenommen. Der Wasserstoff im großen Eidechsen-Nebel leuchtet rot, da es vom Licht des hellen Sterns 10 Lacertae angeregt wird. Er ist der helle blaue Sterne links vom Zentrum des rötlich leuchtenden Nebels. Die meisten Sterne und Nebel dieser Region sind rund 1.200 Lichtjahre entfernt.

Knobelspiel: Astronomie-Puzzle des Tages

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