Möwennebel über dem Pinnacles-Nationalpark

Über der dunklen Silhouette eines Berges mit einem markanten Gipfel schwebt am sternklaren Himmel ein roter Nebel, der an eine Möwe erinnert, der Möwennebel.

Bildcredit und Bildrechte: Dheera Venkatraman

Der Vogel ist größer als der Berg. Der Möwennebel, der seinen Namen aufgrund seiner vogelähnlichen Form bekommen hat, ist ein riesiger Emissionsnebel am Nachthimmel, der sich über 5 Vollmonddurchmesser oder über 200 Lichtjahre erstreckt.

Der Kopf des Nebels trägt im Katalog die Nummer IC 2177, der Sternhaufen unter seinem rechten Flügel die Nummber NGC 2343. Der Möwennebel besteht hauptsächlich aus rot leuchtendem Wasserstoff, hat einige Staubstreifen und bringt neue Sterne hervor.

Der Berg, über dem die Möwe zu fliegen scheint, ist im Pinnacles-Nationalpark in Kalifornien (USA).

Das Bild ist aus mehreren langzeitbelichteten Aufnahmen des Himmelshintergrundes und einer kurzzeitbelichteten Aufnahme des Vordergrundes zusammengesetzt, die alle mit derselben Kamera vom selben Beobachtungsort aufgenomnen wurden.

Beinahe Hyperraum: APOD-Zufallsgenerator

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Details im Rosetten-Feld

Ein belebtes Sternfeld enthält mehrere große rote Nebeln. Der Rosettennebel ist rechts unten. Der Nebel um den Kegelnebel links oben ist größer.

Bildcredit und Bildrechte: Olivier Bernard und Philippe Bernhard

Wo ist der Rosettennebel? Der große, rote, blumenförmige Nebel im linken oberen Bildausschnitt mag zwar die offensichtliche Antwort sein. Doch es ist nur diffuser Wasserstoffnebel, der den Konusnebel und den Fuchsfellnebel umgibt.

Der berühmte Rosettennebel befindet sich rechts unten. Er ist mit den anderen Nebeln durch unregelmäßige Filamente verbunden. Das Bild wirkt, als würde es noch weitere Blumen zeigen.

Das Zentrum des Rosettennebels wird als NGC 2237 bezeichnet. Es besteht aus dem offenen Sternhaufen NGC 2244, der aus hellen blauen Sternen besteht. Ihre Winde und ihr energiereiches Licht bringt das Zentrum des Nebels zum Leuchten.

Der Rosettennebel ist ungefähr 5000 Lichtjahre entfernt. Von der Erde aus gesehen ist er ungefähr 3 Vollmonde breit. Dieses Blumenfeld befindet sich im Sternbild Einhorn (Monoceros).

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Wenn Rosen nicht rot sind

Der Rosettennebel wird meist rot dargestellt, hier ist er blau abggebildet. In der Mitte ist eine dunkle Höhlung mit hellen Sternen.

Bildcredit und Bildrechte: Tommy Lease (Astronomische Gesellschaft Denver)

Natürlich sind nicht alle Rosen rot, doch sie können trotzdem hübsch sein. Ähnlich den roten Rosen werden Himmelsobjekte wie der prächtige Rosettennebel und andere Sternentstehungsgebiete in astronomischen Bildern meist hauptsächlich in Rottönen gezeigt. Zum Teil ist das darauf zurückzuführen, dass die dominierende Strahlung im Nebel von Wasserstoffatomen stammt. Die stärkste optische Emissionslinie von Wasserstoff, auch bekannt als H-alpha, liegt im roten Bereich des Spektrums. Doch die Schönheit eines Emissionsnebels sollte nicht unbedingt nur im roten Licht bewundert werden. Auch andere Atome im Nebel werden von energiereichem Sternenlicht angeregt und erzeugen ebenfalls Emissionslinien.

In dieser Nahaufnahme des Rosettennebels wurden Schmalbandaufnahmen in Breitbandfarben abgebildet. Das Bild zeigt Emissionen von Schwefel in rot, Wasserstoff in grün und Sauerstoff in blau. Dieses Farbschema, das die schmalen Emissionslinien der Atome (SHO) in Farben (RGB) umwandelt, kommt bei zahlreichen Hubble-Bildern von Emissionsnebeln zur Anwendung.

Die Aufnahme erstreckt sich über ca. 50 Lichtjahre quer durch das Zentrum des Rosettennebels. Der Nebel befindet sich in etwa 3000 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Einhorn (Monoceros).

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Im Zentrum des Carina-Nebels

Das Bild ist voller dramatisch aufgewühlter Nebel, die rot und blau leuchten. In der Mitte sind Staubbahnen, die sonst dunkel sind, daneben ein gelbes Leuchten.

Bildcredit und Bildrechte: Carlos Taylor

Was passiert im Zentrum des Carinanebels? Sterne entstehen, vergehen und hinterlassen eine eindrucksvolle Tapisserie dunkler Staubfasern. Der ganze Carinanebel ist als NGC 3372 katalogisiert. Er ist mehr als 300 Lichtjahre breit, etwa 8500 Lichtjahre entfernt und befindet sich im Sternbild Schiffskiel (Carina).

Der Nebel besteht vorwiegend aus Wasserstoff, der das überall vorhandene rote und orangefarbene Leuchten abstrahlt, das vorwiegend im Zentrum dieses detailreichen Bildes leuchtet. Das blaue Licht an den Außenbereichen entsteht hauptsächlich durch Spuren von leuchtendem Sauerstoff. Neue, massereiche Sterne im Zentrum des Nebels stoßen Staub aus, wenn sie als Supernovae explodieren.

Eta Carinae, der energiereichste Stern im Zentrum des Nebels, war in den 1830er-Jahren einer der hellsten Sterne am Himmel, verblasste aber beträchtlich.

Himmelsüberraschung: Welches Bild zeigte APOD zum Geburtstag? (Ab 1995, deutsch ab 2007)

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NGC 1893 und die Kaulquappen von IC 410

Siehe Beschreibung. Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit und Bildrechte: Sander de Jong

Diese kosmische Ansicht zeigt den eher schwachen Emissionsnebel IC 410, der unter klarem niederländischen Himmel mit einem Teleskop und Schmalbandfiltern aufgenommen wurde. Rechts über der Mitte kann man zwei bemerkenswerte Bewohner des interstellaren Teichs aus Gas und Staub erkennen, die als Kaulquappen von IC 410 bekannt sind. Der Nebel selbst ist teilweise vom Staub im Vordergrund verdeckt und umgibt NGC 1893, einen jungen galaktischen Sternhaufen. Er entstand vor nur 4 Millionen Jahren in der interstellaren Wolke. Die sehr heißen, hellen Sterne des Haufens regen das glühende Gas an.

Die Kaulquappen, die aus dichterem, kühlerem Gas und Staub bestehen, sind etwa 10 Lichtjahre lang und wahrscheinlich Schauplätze der laufenden Sternentstehung. Durch stellare Winde und Strahlung geformt, sind ihre Köpfe von hellen Graten aus ionisiertem Gas umrandet, während ihre Schwänze sich von den zentralen jungen Sternen des Haufens entfernen. IC 410 und der darin eingebettete NGC 1893 liegen etwa 10.000 Lichtjahre entfernt in Richtung des nebelreichen Sternbilds Auriga.

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Orion, wie man beinahe sieht

Hier ist das Sternbild Orion zu sehen, aber das Bild ist so detailreich, dass viele Nebel zu sehen sind, so dass die Gürtelsterne und der sie umgebende Stern kaum erkennbar sind. Das Rollover-Bild markiert die hellsten Sterne.

Bildcredit und Bildrechte: Michele Guzzini

Kennt ihr dieses Sternbild? Es ist eine der am besten erkennbaren Sterngruppen am Himmel. Doch hier ist Orion vollständiger, als ihr ihn sehen können. So präsentiert sich Orion nur, wenn man ihn mit einer Digitalkamera lang belichtet und das Ergebnis bearbeitet.

Der kühle Rote Riese Beteigeuze ist der hellste Stern links oben. Er hat einen starken Orangestich. Die heißen blauen Sterne in Orion sind zahlreich: Der Überriese Rigel balanciert Betelgeuse rechts unten aus. Bellatrix leuchtet rechts oben. Im Gürtel des Orion befinden sich drei Sterne. Sie sind alle etwa 1500 Lichtjahre entfernt und stammen aus den gut untersuchten interstellaren Wolken des Sternbilds.

Direkt unter dem Orions Gürtel schimmert ein heller, aber unscharfer Fleck. Er kommt euch vielleicht ebenfalls bekannt vor. Es ist die Sternbildungsstätte, die man als Orionnebel kennt. Sehr auffällig ist auch die Barnardschleife, die mit bloßem Auge unsichtbar ist. Sie ist ein riesiger gasförmiger Emissionsnebel um den Orion-Gürtel und den Orionnebel. Der Pionier der Orion-Fotografie, E. E. Barnard, entdeckte ihn vor über 100 Jahren.

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Thors Helm

Ein türkiser Nebel leuchtet mit vielen weißen Schlieren, unten ist ein dunkles orange-braunes Element, nach unten verläuft ein diffuser türkiser Nebel, und nach links und rechts oben verlaufen flügelähnliche türkise Fortsätze.

Bildcredit und Bildrechte: Ritesh Biswas

Thor hat nicht nur seinen eigenen Tag, nämlich den Donnerstag, sondern auch einen Helm am Himmel. NGC 2359 wird im Volksmund Thors Helm genannt. Er ist eine hutförmige kosmische Wolke mit flügelartigen Anhängseln. Selbst für einen nordischen Gott hat Thors Helm heroische Ausmaße: Er hat einen Durchmesser von etwa 30 Lichtjahren.

In Wirklichkeit ist die kosmische Kopfbedeckung eher eine interstellare Blase. Sie wird von dem hellen, massereichen Stern nahe beim Zentrum der Blase von einem schnellen Wind aufgebläht. Der Zentralstern ist ein Wolf-Rayet-Stern. Das ist ein extrem heißer Riesenstern, von dem man annimmt, dass er sich in einem kurzen Entwicklungsstadium vor einer Supernova befindet.

NGC 2359 ist etwa 15.000 Lichtjahre entfernt und liegt im Sternbild Großer Hund. Dieses scharfe Bild ist ein gemischter Datencocktail aus Bildern, die mit Schmalbandfiltern aufgenommen wurden. Dadurch erscheinen die Sterne nicht nur natürlich, sondern es das Bild zeigt auch Details der fadenförmigen Strukturen im Nebel. Man erwartet, dass der Stern im Zentrum von Thors Helm in den nächsten paar tausend Jahren als spektakuläre Supernova explodiert.

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Trapez: Orions Zentrum

Mitten im Bild ist ein gräulicher Nebel mit einem Sternentrapez, nach rechts oben breitet sich ein rot leuchtender Nebelstreifen aus, auch nach unten reicht ein kleinerer rötlicher Nebelteil.

Bildcredit und Bildrechte: Fred Zimmer, Telescope Live

Das gestochen scharfe kosmische Porträt zeigt das Zentrum des Orionnebels. Mitten im Bild liegen vier heiße, massereiche Sterne. Sie bilden das Trapez und liegen in einer Region mit einem Radius von nur 1,5 Lichtjahren. Diese Sterne bestimmen den Kernbereich im dichten Sternhaufen im Orionnebel.

Die ionisierende ultraviolette Strahlung der Sterne im Trapez lässt die komplexe Sternbildungsregion im sichtbaren Licht leuchten. Sie stammt überwiegend von Theta-1 Orionis C. Er ist der hellste der vier Sterne. Der offene Sternhaufen im Orionnebel ist etwa drei Millionen Jahre alt. Früher war er noch kompakter.

Wenn man seine Dynamik untersucht, finden sich Hinweise, dass durch Sternkollisionen, bei denen Sterne aus dem Haufen geschleudert wurden, ein Schwarzes Loch entstanden sein könnte. Es hätte mehr als 100 Sonnenmassen. Ein Schwarzes Loch im Sternhaufen würde die hohen Geschwindigkeiten der Sterne im Trapez erklären. Da der Orionnebel nur etwa 1500 Lichtjahre von uns entfernt ist, wäre es eines der nächstgelegenen Schwarzen Löcher in der Nähe des Planeten Erde.

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