Das Hubble-Teleskop zeigt den Eiernebel

Ein Stern ist von dichtem Staub umhüllt. An seinen Polen strömen helle Materiestrahlen aus. Der Kern ist von zarten konzentrischen Hüllen umgeben.

Bildcredit und Bildrechte: ESA/Hubble und NASA, B. Balick (U. Washington)

Habt ihr euch schon einmal gefragt, wie es aussieht, wenn man die Sonne knackt? Der „Eiernebel„, ein sonnenähnlicher Stern am Ende seiner stabilen Phase, kann diese Frage beantworten. Der Nebel ist auch als RAFGL 2688 oder CRL 2688 bekannt. Das Bild zeigt eine Kombination von Aufnahmen des Nebels in sichtbaren und infraroten Wellenlängen. Sie stammen vom Weltraumteleskop Hubble.

Der Stern hat seine äußersten Hüllen bereits abgestoßen. Ein heller, heißer Kern (das „Eigelb“) beleuchtet nun die milchigen, „Eiweiß-ähnlichen“ äußeren Schichten aus Gas und Staub. Die zentralen Blasen und umgebenden Ringe bestehen aus Staub und Gas, die erst kürzlich ins All geschleudert wurden. Der Staub ist so dicht, dass er den Blick auf den Stern im Zentrum verdeckt. Lichtstrahlen aus dem Kern strömen durch Löcher in dieser Schicht. Diese werden von schnellen Materialströme, die kürzlich an den Polen ausgestoßen wurden, in die Staubhülle gerissen.

Astronom*innen untersuchen noch, welche Prozesse dafür verantwortlich sind, dass all die Scheiben, Blasen und Strahlstrukturen in dieser sehr kurzen (nur wenige tausend Jahre!) Phase der Sternentwicklung entstanden sind. Der Eiernebel ist so gesehen tatsächlich das Gelbe vom Ei, ein ei-nzigartiges Studienobjekt!

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Planetenparade über der Oper von Sydney

Bildcredit und Bildrechte: Prasun Agrawal

Wenn ihr diese Woche zum Himmel blickt, könnt ihr viele Planeten sehen. Dazu schaut ihr kurz nach Sonnenuntergang nach Westen. Dort findet ihr die Planeten Merkur, Venus, Saturn und Jupiter zusammen mit bloßem Auge. Wenn ihr ein Teleskop besitzt, könnt ihr zudem die Planeten Uranus und Neptun sehen.

Vom Horizont nach oben stehen diese Woche Venus (als hellste), Merkur, Saturn, Neptun, Uranus und Jupiter (als zweithellster). Es ist egal, wo auf der Erde ihr lebt. Diese abendliche Planetenparade seht ihr bei klarem Himmel überall. Die Planeten stehen scheinbar fast genau in einer Linie. Denn sie alle umrunden die Sonne in fast derselben Ebene: der Ekliptik.

Dieses Bild zeigt eine ähnliche Parade der Planeten aus dem Jahr 2022. Sie zeigte sich über der Oper von Sidney in Südaustralien. Die Planeten sind die ganze Woche über sichtbar. Aber an diesem Wochenende sind sie am besten zu beobachten.

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Plejaden: Der Sternhaufen der Sieben Schwestern

Der Sternhaufen der Plejaden ist von einer Staubwolke umgeben. Um die Sterne leuchten die Nebel blau. Die weiter entfernten Nebelwolken sind dunkel und braun. Sie füllen das ganze Bild.

Bildcredit und Bildrechte: Kamil Fiedosiuk

Habt ihr den Sternenhaufen der Plejaden schon mit eigenen Augen gesehen? Vielleicht – aber sicherlich nicht so groß und detailliert wie auf diesem Foto! Die Plejaden sind der wahrscheinlich berühmteste Sternhaufen am Nordhimmel. Die hellsten Sterne lassen sich schon mit freiem Auge leicht entdecken – selbst in einer lichtverschmutzten Stadt.

Wenn man an einem dunklen Ort eine Aufnahme lang belichtet, werden auch die Staubwolken deutlich sichtbar, welche die Sterne der Plejaden umgeben. Dieses Foto wurde 18 Stunden belichtet. Der Ort der Aufnahme war die Tucheler Heide in Polen. Das Bild zeigt eine Himmelsgegend, die etliche Male so breit ist wie der Vollmond.

Die Plejaden sind auch als die Sieben Schwestern oder M45 bekannt. Sie sind etwa 400 Lichtjahre von uns entfernt und liegen im Sternbild Stier (Taurus). Eine Legende – mit einer modernen Wendung – besagt, dass von den ursprünglich sieben hellen Sternen einer verblasste. Daher sind heute nur noch sechs zu sehen. Die tatsächliche Zahl der Sterne, die man mit freiem Auge in den Plejaden sieht, hängt jedoch davon ab, wie dunkel der umgebende Himmel und wie gut die Augen des Beobachters sind!

Himmlische Überraschung: Welches Bild zeigte APOD zum Geburtstag? (ab 1995, deutsch ab 2007)

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Der Schatten eines Marsroboters

Der Schatten des Marsrovers Opportunity fällt auf den Boden des Kraters Endurance auf dem Mars. Unten ragen seine Räder ins Bild. Um den Schatten der Kamera, die das Bild fotografierte, erkennt man den Oppositionseffekt.

Bildcredit: NASA, JPL, Mars Exploration Rover Mission (MER)

Wenn man auf dem Mars seinen Schatten sieht, und er ist nicht menschlich – dann stammt er vielleicht vom Rover Opportunity auf dem Mars. Opportunity erkundete den Roten Planeten von 2004 bis 2018. Dabei fand er Hinweise auf urzeitliches Wasser und schickte atemberaubende Bilder durchs innere Sonnensystem.

Dieses Bild zeigt Opportunity im Jahr 2004. Er blickte in Gegenrichtung der Sonne zum Krater Endurance und sah seinen Schatten. Unten ragen links und rechts zwei Räder ins Bild. Hinter dem Boden des ungewöhnlichen Kraters ragen seine Wände auf.

2018 geriet der Rover in einen Staubsturm. Im Jahr 2019 beendete die NASA alle Versuche, Opportunity zu kontaktieren. Damit erklärte sie die bahnbrechende Mission, die ursprünglich für nur 92 Tage geplant war, für vollendet.

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Dämmerung mit Mond und Planeten

Foto des Dämmerungshimmels über einer schneebedeckten Landschaft. Am Himmel steht die Mondsichel und drei helle Gestirne, die mit „Saturn“, „Mercury“ und „Venus“ beschriftet sind.

Bildcredit und Bildrechte: Tunc Tezel (TWAN)

Eine schmale Mondsichel steht auf dieser winterlichen Landschaft in der Dämmerung über dem westlichen Horizont. Das Bild entstand nur zwei Tage nach Neumond und nach der ringförmigen Sonnenfinsternis im Februar. Der Erdschein erhellt die Nachtseite des Mondes.

Der Abendhimmel über dem Dorf Kirazli in der Türkei war weitgehend klar. Der junge Mond steht bei drei hellen Planeten. Den inneren Planeten Venus seht ihr direkt über dem Horizont. Die strahlende Venus steht mitten im Bild im warmen Leuchten des Sonnenuntergangs. Sie beginnt derzeit ihre Vorstellung als Abendstern im Jahr 2026.

Direkt über der Venus könnt ihr den sonnennächsten Planeten Merkur leicht erkennen. Er steht bemerkenswert hoch über dem Horizont, auch wenn es schon dunkel wird. Den äußeren Planeten Saturn findet ihr links neben der Mondsichel, die von der Sonne beleuchtet wird. Er ist der entfernteste Planet, den ihr mit bloßem Auge sehen könnt.

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B93: Ein dunkler interstellarer Geist

Vor rosa und fliederfarbenen Nebeln, die mit Sternen gespickt sind, zieht eine dunkle Wolke. Sie erinnert an einen Tropfen Tusche, der in ein Glas Wasser fällt.

Bildcredit und Bildrechte: Christian Bertincourt; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

„Ein Geist in der Milchstraße …“ nannte es Christian Bertincourt. Der Astrofotograf schuf dieses beeindruckende Bild von Barnard 93 (B93). Dieser 93. Eintrag in Barnards Katalog dunkler Nebel liegt in der Kleinen Sagittarius-Sternwolke Messier 24. Seine Dunkelheit bildet einen starken Kontrast zu den hellen Sternen und dem Gas dahinter. In gewisser Weise ist B93 tatsächlich wie ein Geist, denn er besteht aus Gas und Staub. Beides entstand beim Niedergang von Sternen, zum Beispiel durch Supernovae.

B93 wirkt wie eine dunkle Leere, aber nicht, weil es dort tatsächlich leer ist. Stattdessen verdeckt der Staub das Licht der Sterne und leuchtenden Gase, die weiter entfernt sind. Wie bei anderen dunklen Nebeln kondensiert auch ein Teil des Gases in B93 irgendwann durch die Schwerkraft. Sobald es dicht und massereich genug ist, entstehen neue Sterne. Wenn das geschieht und die Sterne zünden, verwandelt sich B93 von einem dunklen Geist in einen leuchtenden Ort mit jungen Sternen.

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IC 2574: Coddingtons Nebel

Die Zwerggalaxie im Bild ist verzerrt und klein. Doch die vielen rötlichen Regionen darin sind klare Hinweise auf aktive Sternbildung.

Bildcredit und Bildrechte: Dane Vetter

Große Spiralgalaxien ernten scheinbar oft den ganzen Ruhm, denn sie stellen ihre jungen, hellen, blauen Sternhaufen in schönen symmetrischen Spiralarmen zur Schau. Doch auch in kleinen, irregulären Galaxien entstehen Sterne. Die Zwerggalaxie IC 2574 enthält Regionen aus leuchtendem Wasserstoff. Sie sind klare Zeichen intensiver Sternbildung und haben einen typisch rötlichen Farbton.

Sternwinde und Supernova-Explosionen wühlen die turbulenten Gebiete der Sternbildung in IC 2574 auf. Das ist genau wie in Spiralgalaxien. Dabei wird Material in das interstellare Medium der Galaxie geschleudert. Das löst wiederum weitere Sternbildung aus.

IC 2574 ist nur 12 Millionen Lichtjahre entfernt gehört zur M81-Galaxiengruppe. Diese liegt im nördlichen Sternbild Großer Bär (Ursa Major). Die lichtschwache, aber faszinierende Universumsinsel ist auch als Coddington-Nebel bekannt. Sie ist etwa 50.000 Lichtjahre breit. Im Jahr 1898 entdeckte sie der amerikanische Astronom Edwin Coddington.

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Orion in Nebeln

Das Sternfeld im Bild ist voller Gas, das rot leuchtet. Rechts schimmert ein blauer, komplexer Nebel. Links wölbt sich ein langer Bogen aus rotem Gas, der um Orion verläuft. Es ist die Barnardschleife.

Bildcredit: Piotr Czerski

Im Orion entstehen junge Sterne. Sie sind in Wasserstoff gehüllt, der rot leuchtet. Diese Gebiete mit Sternbildung sind etwa 1500 Lichtjahre entfernt und liegen am Rand des großen Orion-Molekülwolkenkomplexes. Das detailreiche Bild ist etwa 12 Grad breit und zeigt das Zentrum des bekannten Sternbilds. Rechts unten liegt der große Orionnebel. Er ist das nächstgelegene große Gebiet, in dem Sterne entstehen. Oben in der Mitte schimmern der Flammennebel und der Pferdekopfnebel.

Das Bild ist ein Mosaik aus mehreren lang belichteten Fotos. Einzelne Aufnahmen, die mit einem H-alpha Filter entstanden sind, tragen weitere Strukturen bei. Dazu gehören die zarten Ranken aus atomarem Wasserstoff, der angeregt wurde, sowie Teile der Barnardschleife, die außen herum verläuft. Der Orionnebel und viele Sterne im Orion sieht man leicht mit freiem Auge. Das Licht des großflächigen interstellaren Gases im nebelreichen Komplex ist viel schwächer. Daher erkennt man es auch beim Blick durch ein Teleskop nur schwer.

Himmlische Überraschung: Welches Bild zeigte APOD zum Geburtstag? (ab 1995, deutsch ab 2007)

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