Webb zeigt den Sternhaufen IC 348

Ein stark gefaserter, lila leuchtender Nebel umgibt zahlreiche helle Sterne mit Zacken.

Bildcredit: NASA, ESA, CSA, STScI und K. Luhman (Penn State U.) und C. Alves de Oliveira (ESA)

Manchmal sind genau die Sterne am interessantesten, die am schwierigsten zu beobachten sind. IC 348 ist ein junger Sternhaufen. Er beleuchtet den faserartigen Staub in seiner Umgebung. Das Bild stammt vom Weltraumteleskop Webb und wurde kürzlich veröffentlicht. Der strähnige Staub schimmert rosig. Im sichtbaren Licht reflektiert er hauptsächlich blaues Licht. Das verleiht dem umliegenden Material den typischen blauen Schimmer eines Reflexionsnebels.

Neben hellen Sternen entdeckte man in IC 348 auch mehrere kalte Objekte. Man sieht sie hier, weil sie in Infrarot hell sind. Sie sind vermutlich Braune Zwerge mit wenig Masse. Ein Indiz dafür ist der Nachweis einer unbekannten Substanz in ihrer Atmosphäre. Wahrscheinlich handelt es sich um einen Kohlenwasserstoff. Diese Substanz fand man zuvor schon in der Atmosphäre des Planeten Saturn. Die Masse dieser Objekte ist wohl ein wenig größer als die von bekannten Planeten, also einige Jupiter-Massen.

Zusammen sind diese Indizien ein Hinweis, dass der junge Sternhaufen etwas Beachtliches enthält: junge Braune Zwerge, die etwa die Masse von Planeten haben, und die nicht um einen Stern kreisen, sondern sich frei bewegen.

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Die Phasen der Venus

Viele Abbildungen der Venus bilden einen nach links gerichteten Bogen vor schwarzem Hintergrund. Oben in der Mitte ist die Venus klein und rund, nach links bis unten in der Mitte wird sie auf den Abbildungen immer größer und sichelförmiger, unten in der Mitte ist nur ein schmaler Splitter zu sehen.

Bildcredit und Lizenz: Stéphane Gonzales

Die Venus zeigt Phasen. So wie unser Mond kann der Planet Venus als volle Scheibe, als dünne Sichel oder alles dazwischen erscheinen. Die Venus ist am Himmel nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang oft das hellste Objekt. Sie ist so klein, dass man ein Fernglas oder ein kleines Fernrohr braucht, um ihre aktuelle Phase eindeutig zu sehen.

Das Bild zeigt eine Bildfolge aus dem Jahr 2015. Sie wurden im Laufe von 6 Monaten in Surgères im französischen Charente-Maritime aufgenommen. Nicht nur verändert die Venus ihre Phasen, sondern auch ihre scheinbare Größe.

Wenn die Venus von der Erde aus gesehen gegenüber der Sonne steht, ist ihr scheinbarer Durchmesser am kleinsten, aber ihre Phase ist dann fast voll. Doch wenn sich Venus und Erde auf der gleichen Seite der Sonne befinden, erscheint die Venus zwar größer, aber als Sichel. Im Jänner 2024 geht Venus vor der Morgendämmerung in zunehmender halber Phase auf.

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Jupiter und der Geminid

Ein gleißend heller, grün-türkiser Meteor blitzt schräg durch das Bildfeld, im Hintergrund leuchten zarte Sterne, unter der Feuerkugel sind die Plejaden und die Hyaden erkennbar, rechts leuchtet der helle Planet Jupiter.
Bildcredit und Bildrechte: Gaurav Singh

Für einen kurzen Moment strahlte der Meteor am Nachthimmel heller als der Planet Jupiter. Das Bild gelang am 14. Dezember durch Zufall. Eine Kamera nahm Bilder in Zeitraffer auf, als sie am kalten, klaren Himmel von Kanada Sternschnuppen jagte. Der Meteorstrom der Geminiden erreichte seinen Höhepunkt.

Die Sternschnuppen der Geminiden sind das jährliche Geschenk des Asteroiden 3200 Phaethon im Dezember. Der Regen aus Meteoren stammt von Staub, den der mysteriöse Asteroid auf seiner Bahn um die Sonne verliert. Die Staubteilchen fallen mit 22 Kilometern pro Sekunde in die oberen Schichten der Erdatmosphäre.

Die Sternschnuppen der Geminiden strömen scheinbar aus einem Punkt im Sternbild Zwillinge. Er liegt links unten außerhalb des Bildes. Rechts leuchtet der helle Jupiter. Mitten im Bild funkelt der Sternhaufen der Plejaden. Darunter liegt der Sternhaufen der Hyaden. Er ist das nach links gedrehte V. Beide sind klassische Himmelsobjekte einer Dezembernacht.

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Betelgeuse verfinstert

Zwei Abbildungen des Sternbildes Orion, links leuchtet Betelgeuse hell, rechts ist er während der Bedeckung durch einen Asteroiden sehr schwach.

Bildcredit und Bildrechte: Sebastian Voltmer

Am 12. Dezember zog der Asteroid 319 Leona vor dem hellen Stern Betelgeuse vorbei. Dabei warf er einen Schatten auf den Planeten Erde. Um zu sehen, wie er den allseits beliebten Roten Riesen verdunkelte, musste man auf der zentralen schmalen Schattenlinie stehen. Sie begann in Zentralmexiko und zog nach Osten über den Süden von Florida, den Atlantischen Ozean, Südeuropa und Eurasien. 

Das Himmelsereignis war nur von der Erde aus sichtbar. Diese beiden Bilder, die es zeigen, wurden in Almodovar del Rio in Spanien aufgenommen. Das linke Bild entstand vor der Sternbedeckung durch den Asteroiden, das rechte Bild während der Bedeckung. 

Auf beiden Bildern leuchtet der Stern Betelgeuse links oben an der Schulter des bekannten Sternbilds Orion. Seine Helligkeit nahm während der äußerst seltenen Bedeckung merklich ab. Der Riesenstern wurde ein paar Sekunden lang von dem ungefähr 60 Kilometer großen Asteroiden bedeckt.

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Orion und der Ozean der Stürme

Unten ist ein Teil der Raumsonde Orion, im Hintergrund ist der Mond mit glatten Flächen, in denen einige Krater verteilt sind. Links unten sind mehr Krater, rechts oben ist der Strahlenkrater Kepler.

Bildcredit: NASA, Artemis 1

Am 05. Dezember 2022 machte eine Kamera an Board der besatzungslosen Raumsonde Orion dieses Bild. Sie war schon auf dem Rückweg, als sie beim Mond vorbeikam.

Hinter einem von Orions Sonnensegel liegt die dunkle, glatte Oberfläche am westlichen Ausläufer des Ozeans der Stürme (Oceanus Procellarum). Das markante Meer der Stürme liegt auf der Seite des Mondes, die zu uns zeigt. Es ist eines der größeren Meere auf dem Mond, die von Lava geflutet wurden.

Am linken Rand verläuft der Terminator. Er ist die Grenze zwischen Licht und Schatten – oder Tag und Nacht. Der Krater Marius befindet sich oben in der Mitte. Er ist 41 Kilometer groß. Am rechten Rand sieht man gerade noch den Strahlenkrater Kepler. Die hellen Strahlen des Kraters ragen nach Westen und Nordwesten in den Ozean der Stürme.

Am 11. Dezember 2022 kehrte die Raumsonde Orion zu ihrer Heimatwelt zurück. Die historische Mission Artemis 1 endete erfolgreich mit einer Wasserlandung im Pazifischen Ozean.

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Andromeda über den Alpen

Am Nachthimmel über einem verschneiten Berg leuchtet eine riesige Spiralgalaxie - die Andromedagalaxie.

Bildcredit und Bildrechte: Dzmitry Kananovich

Hast du die Andromeda-Galaxie schon einmal gesehen? Obwohl M31 dem freien Auge nur als schwacher, nebeliger Fleck erscheint, ist das Licht, das wir sehen, über zwei Millionen Jahre alt und damit mit hoher Wahrscheinlichkeit das älteste Licht, das wir direkt sehen können.

Der Fotograf des Bildes hat das Sternbild Andromeda letztes Jahr kurz vor ihrem Untergang hinter den Schweizer Alpen eingefangen. Es ist natürlich cool, die Nachbargalaxie unserer eigenen Milchstraße mit den eigenen Augen zu beobachten, aber eine Langzeitbelichtung kann noch mehr schwache und atemberaubende Details zu Tage befördern.

Das Bild ist aus Bildern des Vorder- und Hintergrundes zusammengesetzt, die nacheinander mit derselben Kamera und vom gleichen Standort aus aufgenommen wurden. Neuere Daten haben ergeben, dass unsere Milchstraße mit der Andromeda-Galaxie in ein paar Milliarden Jahren zusammenstoßen und verschmelzen wird.

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M1: Der Krebsnebel

Der Krebsnebel M1 wurde vom Weltraumteleskop James Webb abgebildet. Das Rollover-Bild zeigt denselben Krebsnebel, diesmal jedoch vom Weltraumteleskop Hubble. Das Webb-Bild wurde im nahen Infrarot aufgenommen, das Hubble-Bild im sichtbaren Licht.

Bildcredit: NASA, ESA, CSA, STScI; Tea Temim (Princeton-Universität)

Der Krebsnebel trägt auch die Katalogbezeichnung M1, das erste Objekt, das Charles Messier in seine berühmte Liste von Himmelsobjekten, die definitiv keine Kometen sind, eingetragen hat.

Heutzutage wissen Astronom*innen, dass der Krebsnebel ein Supernovaüberrest ist, Reste der Todesexplosion eines massereichen Sternes, die im Jahr 1054 von Astronomen beobachtet wurde. Dieses scharfe Bild, das von NIRCam (Near-Infrared Camera) und MIRI (Mid-Infrared Instrument) des James Webb Space Telescope aufgenommen wurde, untersucht im Infrarotlicht das gespenstischen Leuchten und die fragmentierten Stränge der noch immer expandierenden Wolke kosmischer Trümmer.

Eines der exotischten Objekte, das Astronom*innen heutzutage kennen, der Crab-Pulsar (ein Neutronenstern, der sich 30 mal pro Sekunde um seine Achse dreht), ist in der Nähe des Zentrums sichtbar. Wie ein kosmischer Dynamo treibt der kollabierte Überrest des Kern des Sterns die Emissionen des Krebsnebels im gesamten elektromagnetischen Spektrum an.

Der Krebsnebel hat eine Ausdehnung von 12 Lichtjahren und befindet sich im 6.500 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Stier.

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Doris Vickers

Doris Vickers
  • Geb. 1980 in Wien
  • Studium der Klassischen Philologie und Digital Humanities
  • Forschungsschwerpunkte: Astronomie des 17. und 18. Jahrhunderts, Sternnamen, Entwicklung astronomischer Fachterminologie
  • Seit 1996 in der astronomischen Volksbildung

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