Mars und Praesepe unter einem Polarlicht

Mars leuchtet hell. Er steht mitten im Sternhaufens Praesepe (M44) am Horizont. Über ihm breitet sich am Himmel ein prächtiges Polarlicht aus, das an einen Schleier aus Licht erinnert. Vorne säumen dunkle Bäume und ein Fluss die Szene.
Bildcredit und Bildrechte: Petr Horálek (Institut für Physik in Opava), Josef Kujal, Vojan Höfer

Was für ein kosmischer Zufall! Auf dem heutigen Bild gesellt sich Mars zum offenen Sternhaufen Praesepe (M44) – unter einem Vorhang aus Polarlichtern und über einem Horizont aus heiteren kleinen Bäumchen in der Nähe von Lansjärv in Schweden.

Ein koronaler Massenauswurf der Sonne erreichte die Erde am 10. Oktober 2026 und löste starke Störungen im Erdmagnetfeld aus. Energiereiche Teilchen dieses Ausbruchs kollidieren mit den Molekülen der Erdatmosphäre und regen sie an. Diese geben die überschüssige Energie schließlich in Form der hier eingefangenen farbenprächtigen Polarlichter wieder ab.

Polarlichter, auf Nordsamisch guovssahasat genannt, werden von den indigenen Samen in Schweden und anderen arktischen Regionen traditionell mit großem Respekt betrachtet.

Rein zufällig stand der Mars genau zu diesem Zeitpunkt dem Zentrum des Bienenkorb-Sternhaufens am Himmel am nächsten. Obwohl Bienen tatsächlich schon im Weltraum waren, handelt es sich beim Bienenkorbhaufen in Wirklichkeit um einen Schwarm junger Sterne. Ihre Rotationsperioden haben der Menschheit geholfen zu verstehen, wie Sterne im Laufe der Zeit langsamer rotieren, wenn sie durch ihre Sternwinde an Masse verlieren.

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Smörgåsbord mit Saturn-System

Saturn liegt schräg im Bild, umgeben von vielen seiner größeren Monde, die beschriftet sind.
Bildcredit und Bildrechte: Tom Williams

Wie wurde das Saturn-System so detailreich abgebildet? Der Astrofotograf Tom Williams bannte die feinen Details, weil die Bedingungen der Atmosphäre fast perfekt waren. Das bedeutet mehr, als der Himmel wolkenlos war. Luftschichten können unterschiedliche Temperatur und Dichte haben. Wenn sie in Bewegung geraten, brechen sie das Licht auf dem Weg durch die Atmosphäre der Erde. Das verzerrt astronomische Fotos. Die Qualität der Durchsicht nennt man Seeing (astronomische Luftruhe). Wenn in der Luft weniger Bewegung ist, sorgt das für schärfere Bilder.

Wenn das Seeing das Licht verzerrt, fällt das bei Objekten im Sonnensystem wie dem Saturn besonders ins Gewicht. Am Nachthimmel erscheinen diese Körper kleiner als Nebel und Galaxien. Daher brauchen wir eine stärkere Vergrößerung, um sie im Detail zu beobachten. Das vergrößert gleichzeitig auch die Störeffekte des Seeings.

Der Astrofotograf verringerte den Einfluss des Seeings mit der Methode des Lucky Imagings. Dabei nimmt eine Hochgeschwindigkeits-Kamera nacheinander sehr viele Bilder auf, die nur sehr kurz belichtet werden. Davon werden nur die schärfsten Einzelbilder gestapelt und kombiniert. Das nennt man Stacking.

Welches Objekt in diesem bunten Smörgåsbord fasziniert dich am meisten? Sind es die Seen auf Titan oder die eisigen Streifen auf Enceladus? Oder sind es eher die Lücken und Speichen in Saturns Ringen?

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Der gesamte Sharpless-Katalog: 313 Nebel

Das Mosaik zeigt alle 313 Objekte des Sharpless-Katalogs. Die Bilder wurden im Osten von China und in der inneren Mongolei fotografiert.
Bildcredit: Bing Xin; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Was braucht es, um Hunderte Nebel zu fotografieren? Dieses Bild zeigt den ganzen Sharpless-Katalog der H-II-Regionen mit insgesamt 313 Objekten. Vergrößere es und mach eine Entdeckungsreise! Vielleicht findest du beliebte Klassiker wie den Adlernebel (Sh2-49), den Herznebel (Sh2-190) oder den Orionnebel (Sh2-281).

Trotz des Namens enthält dieser Katalog mehr als nur das Leuchten von ionisiertem Wasserstoff, aus dem typische H-II-Regionen bestehen. Auch planetarische Nebel sind gelistet, etwa den Medusa-Nebel Sh2-274. Schließlich finden sich auch Überreste von Supernovae wie den Spaghetti-Nebel Sh2-240 im Katalog.

Der Astrofotograf Bing Xin reiste zum dunklen Nachthimmel im Osten von China und der Inneren Mongolei. Dort fotografierte er alle Nebel. Dazu verwendete er Schmalbandfilter, die durchlässig sind für das Licht von ionisiertem Wasserstoff und Sauerstoff, sowie Rot-Grün-Blau-Filter (RGB). Jedes Objekt wurde zwei bis sechs Stunden belichtet. Für den ganzen Katalog brauchte der Fotograf rund 800 Stunden! Welches Objekt ist dein Favorit?

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Sh2-188: Der Garnelennebel

Eine rosafarbene, dicht gewobene Nebelschlinge füllt das Bild. Sie biegt sich nach links oben. Die Form entsteht, indem sie sich durchs All bewegt und auf Widerstand stößt.
Bildcredit und Bildrechte: Pawel Piechnik

Was verursacht den Wirbel im Garnelennebel? Seine hohe Geschwindigkeit ist sehr wahrscheinlich der Grund dafür. Sicher ist, dass Sh2-188, gemessen an seiner Winkelbreite, zu den größeren planetarischen Nebeln am Nachthimmel zählt. Er ist etwa halb so breit wie der Mond.

Zudem bewegt sich der Kern aus einem Weißen Zwerg (das Überbleibsel des sonnenähnlichen Sterns, der seine äußere Hülle abgestoßen hat) ungewöhnlich schnell durch den interstellaren Raum. Dadurch entsteht eine Stoßwelle (Bow Shock), die oben links am deutlichsten zu sehen ist und an ein Boot erinnert, das durchs Wasser pflügt.

Der Garnelennebel ist zwar sehr lichtschwach. Doch er leuchtet zusätzlich auf, indem er das Gas an seiner Vorderkante komprimiert und aufhellt. Hier wurde der Garnelennebel im Licht von Wasserstoff, Schwefel und Sauerstoff fotografiert. Diese Aufnahme entstand mit einem Amateurteleskop in einem Garten in Krakau (Polen). Danach wurde sie digital bearbeitet, um sie den echten Farben des Nebels anzunähern.

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Der Kokonnebel im Weitwinkelbild

Rechts unten leuchtet ein heller, rosaroter Nebel mit einem schmalen zartblauen Rand mitten in Nebeln, die zart grau und rot leuchten. Die grauen Nebel ziehen sich nach links oben. Dadurch erinnert der helle Nebel an einen Kometen mit Schweif.
Bildcredit und Bildrechte: Piotr Czerski

Wann sieht ein Nebel wie ein Komet aus? Das dichte Sternfeld im Sternbild Schwan (Cygnus), das hoch am Himmel steht, ist mehr als zwei Grad breit. Darin zieht der kosmische Kokon-Nebel den Blick auf sich. Rechts unten setzt er einen Akzent im kompakten Sternbildungsgebiet. Sein Nebel leuchtet hell in Emission und Reflexion. Doch nach links zieht sich ein langer Schweif aus interstellaren Staubwolken. Dadurch wirkt der gesamte Komplex beinahe wie ein Komet.

Der helle zentrale Kopf des Nebels ist als IC 5146 katalogisiert. Er misst etwa 10 Lichtjahre. Der dunkle, staubige Schweif ist fast 100 Lichtjahre lang. Beide sind rund 2.500 Lichtjahre von uns entfernt. Ein heller Stern nahe beim Zentrum des farbigen Nebels liefert wahrscheinlich die Energie für das Leuchten und trägt dazu bei, ihn auszuhöhlen.

Die Aufnahme wurde im sichtbaren Licht fotografiert. Darauf sind die langen, staubigen Filamente im Schweif dunkel. Doch sie verbergen Sterne, die gerade eben entstehen. Das Bild entstand im Juli im Death Valley in Kalifornien (USA).

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Totale Sonnenfinsternis über Spanien

Über der Basílica del Pilar in Zaragoza (Spanien) leuchtet die Korona, weil die Sonne vom Mond verdeckt ist. Die Basilika hat mehrere pittoreske Türme. Finsternis und Basilika spiegeln sich vorne im Wasser des Ebro.
Bildcredit und Bildrechte: Ruiyu Zhang; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Am 12. August 2026 verdunkelte der Mond die Sonne ganz. Seinen Schatten zog über Sibirien, Grönland, Island, Spanien und Portugal. Das Bild zeigt zwei totale Sonnenfinsternisse aus Zaragoza in Spanien: einmal über der Basílica del Pilar und eine Spiegelung im Ebro. Für einen kurzen Moment erlebte Spanien seine erste große totale Sonnenfinsternis seit 1905.

Während der Totalität spürt man eine plötzliche Kühle in der Luft. Die Vögel verstummen, Insekten zirpen verwirrt und viele Menschen staunen gemeinsam. Wenn der Mond die helle Sonnenscheibe verdeckt, schlägt die Stunde der Korona.

Die Korona ist Millionen Grad heißer als die Sonnenoberfläche. Wenn Forschende eine Sonnenfinsternis beobachten, wollen sie herausfinden, warum das so ist. Alle können sich an den Studien beteiligen. Interessant ist, wie sich Tiere verhalten, man kann die Korona fotografieren oder die Temperatur der Luft und die Bewölkung beobachten.

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Speichen in Saturns B-Ring

Auf Saturns Ringen wandern Schatten vor und zurück, die es so eigentlich nicht geben dürfte. Wir sehen die Ringe seitlich, die Cassini-Teilung ist ein markanter Spalt.
Videocredit und -rechte: Brad Croslin; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Lasst euch nicht von Saturns gespenstischen Speichen erschrecken! Heute zeigen wir einen Zeitraffer von Saturn und seinen Ringen, der fast zwei Stunden zusammenfasst. Er läuft vorwärts und rückwärts in einer Schleife. Ein Tag auf dem Saturn dauert nur 10 Stunden. Daher decken zwei Beobachtungsstunden schon einen beträchtlichen Teil seiner Rotation ab.

Wenn ihr genau hinschaut, erscheint ein unheimlicher Schatten, während sich Saturns B-Ring dreht, und verschwindet wieder. Die Sonden Voyager 2, Cassini und Hubble beobachteten viele Jahrzehnte die Ringe. Dabei zeigte sich, dass sich das Erscheinungsbild von Saturns Speichen mit den Jahreszeiten verändert.

Saturns Rotationsachse ist zu seiner Umlaufbahn um die Sonne geneigt, wie auch die der Erde. Wenn auf Saturn Tag-und-Nacht-Gleiche (Äquinoktium) ist, sind die Ringe weniger stark zur Sonne geneigt. Dadurch fällt das Sonnenlicht in einem flacheren Winkel auf die Ringe.

Vielleicht entstehen Saturns Speichen aus elektrisch geladenem Staub und Eis, den elektromagnetische Kräfte vorübergehend über die Ringe hinausschleudern. Genaues weiß man nicht. Doch folgende Dinge beeinflussen vielleicht das Plasma der Ringe und die Ladungsumgebung: Veränderliche UV-Beleuchtung, Einschläge von Meteoroiden oder indirekte Effekte von Wechselwirkungen zwischen dem Sonnenwind und dem Magnetfeld des Planeten.

Hinweis: Der Originaltext wurde überarbeitet.

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Molekülwolke bei der Südlichen Krone und der Kronleuchter-Haufen

Dichte und gefaserte Wolken ziehen durch die linke Seite des Bildes. Helle Sterne leuchten durch den Nebel. Wenige Sterne leuchten heller als der Rest. Rechts oben leuchtet ein dichter Sternhaufen. Der Hintergrund ist voller Sterne.

Bildcredit: DES/DOE/FNAL/DECam/CTIO/NOIRLab/NSF/AURA; Bildbearbeitung: T.A. Rector (UAA/NOIRLab), R. Colombari und M. Zamani (NOIRLab); Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Die Südliche Krone (Corona Australis) bezaubert mit einer Fülle aus jungen und uralten Juwelen. Eines davon ist die Corona-Australis-Wolke. Sie ist eine Ansammlung von Reflexions- und Emissionsnebeln und liegt links im Bild.

Die Wolke ist 430 Lichtjahre von uns entfernt. Damit ist sie eine der Regionen mit Sternbildung, die der Erde am nächsten liegen. Sie enthält Gas, das kalt genug ist, um zu Protosternen zu kollabieren. Die Temperatur beträgt etwa −–260 Grad Celsius. Sterne, die erst kürzlich entstanden sind, verleihen der Wolke blaue Farbtöne, denn ihr Licht wird vom umgebenden Material reflektiert.

Das Doppelsternsystem R Coronae Australis vollführt einen Tanz, der den Nebel NGC 6729 in Bewegung bringt. Der jüngere der beiden Sterne ionisiert das Gas in der Nähe mit seinem ultravioletten Licht und bringt es so zum Leuchten.

Rechts oben baumelt der Kugelsternhaufen NGC 6723. Er ist auch als Kronleuchter-Haufen bekannt. Doch er ist Zehntausende Lichtjahre weiter entfernt als seine scheinbare Nachbarregion, in der Sterne entstehen. NGC 6723 durchlief mehrere Phasen der Sternbildung, in denen etwas jüngere Sterne entstanden. Doch im Kronleuchter funkeln auch Sterne, die fast so alt sind wie das Universum.

Portal ins Universum: APOD-Zufallsgenerator

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