Sharpless 249 und der Quallennebel

Links oben schimmert ein magentafarbener Nebel, der von dunklen Staubwolken unterbrochen wird. Rechts unten ist ein fliederfarbener Nebel, der an eine Qualle erinnert. Die beiden helleren Sterne im Bild sind My und Eta Geminorum.

Bildcredit und Bildrechte: Katelyn Beecroft

Der Quallennebel ist meist blass und nur schwer zu erkennen. Dieses faszinierende Teleskopbild ist eine Langzeitbelichtung. Darauf treibt der Nebel im interstellaren Meer. Rechts und links rahmen ihn zwei helle Sterne, My und Eta Geminorum, die am Fuß der himmlischen Zwillinge leuchten. Der Quallennebel ist der hellere, gebogene Emissionsgrat rechts neben der Bildmitte, an dem Tentakel hängen.

Die kosmische Qualle ist Teil des blasenförmigen Supernova-Überrests IC 443. Er ist die Trümmerwolke eines massereichen Sterns, der bereits explodiert ist. Sie dehnt sich aus. Das Licht der Explosion erreichte die Erde vor über 30.000 Jahren. Sein astrophysikalischer Cousin ist der Krebsnebel. Auch er ist ein Supernova-Überrest. Wie dieser enthält auch der Quallennebel einen Neutronenstern. Das ist der übrig gebliebene ultradichte Überrest des kollabierten Sternkerns.

Ein Emissionsnebel ist als Sharpless 249 katalogisiert. Er füllt das Feld oben links aus. Der Quallennebel ist ca. 5000 Lichtjahre von uns entfernt. Der Bereich im Bild ist etwa 300 Lichtjahre breit.

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B93: Ein dunkler interstellarer Geist

Vor rosa und fliederfarbenen Nebeln, die mit Sternen gespickt sind, zieht eine dunkle Wolke. Sie erinnert an einen Tropfen Tusche, der in ein Glas Wasser fällt.

Bildcredit und Bildrechte: Christian Bertincourt; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

„Ein Geist in der Milchstraße …“ nannte es Christian Bertincourt. Der Astrofotograf schuf dieses beeindruckende Bild von Barnard 93 (B93). Dieser 93. Eintrag in Barnards Katalog dunkler Nebel liegt in der Kleinen Sagittarius-Sternwolke Messier 24. Seine Dunkelheit bildet einen starken Kontrast zu den hellen Sternen und dem Gas dahinter. In gewisser Weise ist B93 tatsächlich wie ein Geist, denn er besteht aus Gas und Staub. Beides entstand beim Niedergang von Sternen, zum Beispiel durch Supernovae.

B93 wirkt wie eine dunkle Leere, aber nicht, weil es dort tatsächlich leer ist. Stattdessen verdeckt der Staub das Licht der Sterne und leuchtenden Gase, die weiter entfernt sind. Wie bei anderen dunklen Nebeln kondensiert auch ein Teil des Gases in B93 irgendwann durch die Schwerkraft. Sobald es dicht und massereich genug ist, entstehen neue Sterne. Wenn das geschieht und die Sterne zünden, verwandelt sich B93 von einem dunklen Geist in einen leuchtenden Ort mit jungen Sternen.

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NGC 147 und NGC 185

Die beiden Zwerggalaxien NGC 147 (links) und NGC 185 stehen im Bild nebeneinander. Der Hintergrund ist dicht mit Sternen gefüllt. Beide Galaxien wirken elliptisch und verschwommen.

Bildcredit und Bildrechte: Chuck Ayoub

Die Zwerggalaxien NGC 147 (links) und NGC 185 stehen hier nebeneinander. Sie sind Begleitgalaxien von M31, der berühmten Spiralgalaxie Andromeda. Ihr Licht braucht ungefähr 2,5 Millionen Jahre, bis es uns erreicht. Das Bild wurde mit einem Teleskop aufgenommen und lang belichtet.

Die beiden kleinen Begleitgalaxien liegen im Sternbild Kassiopeia. Der Abstand zwischen den beiden beträgt am Himmel weniger als 1 Grad. Das entspricht in der Distanz von Andromeda etwa 35.000 Lichtjahren. Die große Andromedagalaxie liegt weit außerhalb des Bildes. M32 und M110 sind hellere und bekanntere Begleiterinnen von Andromeda. Sie liegen sehr viel näher an der großen Spirale.

NGC 147 und NGC 185 wurden als Doppelgalaxien erkannt. Sie bilden ein gravitativ stabiles Doppel-System. Anscheinend gehört auch die blasse Zwerggalaxie Cassiopeia II zu diesem System. Sie wurde erst kürzlich entdeckt. Die drei bilden eine gravitativ gebundene Gruppe. Sie liegt in einer Population kleiner Satellitengalaxien von Andromeda.

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NGC 1333: Sternbildung im Perseus

In einem Meer aus dunkelbraunen Staubwolken schimmert ein blauer Nebel. Darüber leuchten rötliche Flecken. Sie sind Hinweise auf Sternbildung.

Bildcredit und Bildrechte: Robert Eder

NGC 1333 ist im sichtbaren Licht ein Reflexionsnebel. Die bläulichen Farbtöne, die ihn prägen, sind typisch für interstellaren Staub, der das Licht von Sternen reflektiert. Der Nebel ist 1000 Lichtjahre entfernt. Er liegt im heroischen Sternbild Perseus am Rande einer großen Molekülwolke, in der Sterne entstehen.

Diese Nahaufnahme entstand mit Teleskop. Sie ist am Himmel zwei Vollmonde breit. Das entspricht in der geschätzten Entfernung von NGC 1333 etwas mehr als 15 Lichtjahren. Das Bild zeigt viele Details in der staubigen Region. Es gibt klare Hinweise auf kontrastreiche rote Emissionen von Herbig-Haro-Objekten. Das sind Strahlströme mit erschüttertem, leuchtendem Gas. Sie strömen von kürzlich entstandenen Sternen aus.

NGC 1333 enthält Hunderte Sterne, die weniger als eine Million Jahre alt sind. Die meisten kann man wegen des allgegenwärtigen Sternenstaubs mit optischen Teleskopen noch nicht sehen. Die chaotische Umgebung ähnelt vielleicht jener, in der unsere Sonne vor mehr als 4,5 Milliarden Jahren entstanden ist.

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Der planetarische Nebel Abell 7

Der kugelförmige planetarische Nebel Abell 7 schimmert mitten im Bild in roten und blauen Farben. Dahinter sind wenige Sterne verteilt.

Bildcredit und Bildrechte: Martin Pugh

Der planetarische Nebel Abell 7 ist sehr blass. Er ist ca. 1800 Lichtjahre von uns entfernt und liegt – von der Erde aus gesehen – südlich von Orion im Sternbild Hase (Lepus). Dahinter sind Sterne in der Milchstraße verstreut. Er hat eine einfache, kugelförmige Gestalt mit einem Durchmesser von ca. 8 Lichtjahren.

Der Fotograf verstärkte die schönen, komplexen Formen in der kosmischen Wolke, indem er die Aufnahme lange belichtete. Dabei verwendete er Schmalbandfilter, um die Emissionen der Atome von Wasserstoff und Sauerstoff aufzuzeichnen. Abell 7 ist viel zu schwach, um ihn mit bloßem Auge wahrzunehmen.

Ein planetarischer Nebel gilt als eine sehr kurze Endphase in der Entwicklung von Sternen. Unsere Sonne durchläuft diese Phase in 5 Milliarden Jahren. Der zentrale Stern im Nebel war einst ähnlich wie die Sonne und wirft seine äußeren Schichten ab. Abell 7 ist geschätzt 20.000 Jahre alt. Sein Zentralstern ist ein verblassender Weißer Zwerg und schon 10 Milliarden Jahre alt.

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NGC 7023: Der Irisnebel

Mitten in einer Staubwolke schimmert ein blauer Reflexionsnebel, der an die Blüte einer Iris erinnert. Dahinter sind Sterne dicht verteilt.

Bildcredit und Bildrechte: Justus Falk

Die kosmischen Wolken in NGC 7023 sind 1300 Lichtjahre entfernt. Sie entstanden in den reichhaltigen Feldern im Sternbild Kepheus. Man nennt NGC 7023 auch Irisnebel. Er ist nicht der einzige Nebel, der an Blumen erinnert. Dieses lang belichtete Teleskopbild zeigt die Farben und Symmetrien des Irisnebels. Er ist in Felder aus interstellarem Staub eingebettet.

Im Irisnebel umgibt staubiges Nebelmaterial einen heißen, jungen Stern. Die markante Farbe des helleren Reflexionsnebels ist Blau. Das ist typisch für Staubkörner, die das Licht von Sternen reflektieren. Die zentralen Fasern im Reflexionsnebel leuchten mit einer schwachen rötlichen Photolumineszenz, denn einige Staubkörner wandeln die unsichtbare UV-Strahlung des Sterns in sichtbares rotes Licht um.

Beobachtungen in Infrarot zeigen Hinweise auf komplexe Kohlenstoffmoleküle im Nebel. Man bezeichnet sie als PAK. Die staubigen blauen Blütenblätter im Irisnebel breiten sich über etwa sechs Lichtjahre aus.

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NanoSail-D2

Die Bilder von NanoSail-D2 entstanden mit einem händisch nachgeführten Teleskop. Obwohl das Objekt sehr weit entfernt ist, sind viele Details erkennbar.

Bildcredit und Bildrechte: Ralf Vandebergh

Am 20. Januar 2011 entfaltete die NASA mit NanoSail-D2 ein sehr dünnes und stark reflektierendes Segel im All. Es war 10 Quadratmeter groß. Damit schuf man das erste Raumfahrzeug mit Sonnensegel in einer erdnahen Umlaufbahn. Das Segeln durch den Weltraum wurde oft als Science-Fiction angesehen. Es wurde bereits vor 400 Jahren vom Astronomen Johannes Kepler vorgeschlagen. Er beobachtete, wie der Sonnenwind Kometenschweife antrieb.

Moderne Raumfahrzeuge mit Sonnensegel nutzen den geringen, aber stetigen Druck des Sonnenlichts als Antrieb. Dazu zählen NanoSail-D2, Japans interplanetares Raumfahrzeug IKAROS oder Lightsail A der Planetary Society.

Das Sonnensegel von NanoSail-D2 glitzerte im Sonnenlicht, als es die Erde umkreiste. Es war regelmäßig hell und mit bloßem Auge sichtbar. Diese sehr detaillierten Bilder entstanden, indem der Fotograf das umlaufende Raumschiff mit Sonnensegel mit einem kleinen Teleskop händisch verfolgte.

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Montes Caucasus werfen lange Schatten

Die Nahaufnahme zeigt, wie in den Montes Caucasus die Sonne aufgeht. Die Schattengrenze läuft mitten durch das Mondgebirge. Links sind zwei Kraterwände gerade schon in der Sonne. Die Berge rechts werfen riesige, lange Schatten. Die Böden der Krater sind noch dunkel.

Bildcredit und Bildrechte: Guy Bardon

Bei zunehmendem Halbmond geht die Sonne von der Mondoberfläche aus gesehen bei den Montes Caucasus auf. Auf der Teleskop-Aufnahme wirft die Mondgebirgskette majestätische, turmartige Schatten. An diesem Tag verläuft der Terminator auf dem Mond genau durch diese Region. Der Terminator ist die Grenze zwischen Nacht und Tag.

Die Montes Caucasus wurden nach dem Kaukasus auf der Erde benannt. Die zerklüfteten Gipfel sind bis zu 6 Kilometer hoch. Sie liegen zwischen dem glatten Mare Imbrium im Westen und dem Mare Serenitatis im Osten. Das Licht der aufgehenden Sonne trifft schon die Einschlagskrater links (im Westen) an ihren äußeren, östlichen Kraterwänden. Diese liegen großteils noch im Schatten der Mondlandschaft.

Die Phase „zunehmender Halbmond“ wird gelegentlich auch „erstes Viertel“ genannt. Das bezieht sich auf den ganzen Zyklus der Mondphasen. Er wird in vier Viertel eingeteilt. Jedes Viertel dauert ca. eine Woche. Mit jedem Tag ändert sich die Beleuchtung auf dem Mond ein wenig.

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