Schichten am Südpol auf dem Mars

Der Südpol des Planeten Mars ist von einer weißen Schicht bedeckt, die abgestuft ist.
Bildcredit und Bildrechte: ESA/DLR/FU Berlin; Bill Dunford

Was liegt unter dem geschichteten Südpol des Mars? Bei einer aktuellen Messung mit Bodenradar des Satelliten Mars Express der ESA entdeckte man eine helle Reflexionsschicht. Sie passt zu einem See aus salzigem Wasser unter dem Boden. Die Reflexion kommt aus einer Tiefe von etwa 1,5 km. Der Bereich, den sie abdeckt, ist 200 km breit.

Flüssiges Wasser verdunstet rasch auf der Oberfläche des Mars. Doch ein begrenzter salziger See, den die Radar-Reflexion andeutet, besteht vielleicht viel länger. Er könnte ein Ort für Leben sein, zum Beispiel für Mikroben. Mars Express nahm dieses Bild des Südpols auf dem Mars im Jahr 2012 in Infrarot, Grün und Blau auf. Es zeigt eine komplexe Mischung aus Schichten von Schmutz, gefrorenem Kohlendioxid und Wassereis.

Zur Originalseite

Mondfinsternis über Rio

Rechts neben dem "Zuckerhut" am Botafogo-Strand in Rio de Janeiro leuchtet der rote Mond bei einer totalen Mondfinsternis. Rechts oben strahlt Mars, der Rote Planet.
Bildcredit: Carlos ‚Kiko‘ Fairbairn

Wenn der Mond aufgeht, sieht das normalerweise nicht so interessant aus. Zum einen ist der Vollmond sonst nicht so dunkel. Aber letzten Freitag ging der Mond so auf, weil er gerade durch den Erdschatten zog. Außerdem leuchtet der Mond meist nicht so rot. Doch an diesem Abend beleuchtete ihn der rote Anteil des Sonnenlichtes, das die Erdatmosphäre bevorzugt bricht.

Für gewöhnlich geht der Mond nicht neben einem Planeten auf. Weil aber der Mars gleichzeitig fast gegenüber der Sonne stand, sah man den Roten Planeten rechts über dem Vollmond. Und schließlich geht der Mond aus Sicht der meisten Menschen nicht über Rio de Janeiro in Brasilien auf. Dort war es aber ein aufregender Anblick.

Diese Finsternis bei Sonnenuntergang war eine außergewöhnliche totale Mondfinsternis bei MikroBlutmond. Sie wurde am Botafogo-Strand in Rio fotografiert. Dort sah auch eine ungewöhnlich große Menge an Schaulustigen zu.

Zur Originalseite

Die Reise zum Mittelpunkt der Galaxis

Videocredit: ESO/MPE/Nick Risinger (skysurvey.org)/VISTA/J. Emerson/Digitized Sky Survey 2

Welche Wunder warten im Zentrum der Milchstraße? Ein Klassiker der Science-Fiction ist die „Reise zum Mittelpunkt der Erde„. Darin beschreibt Jules Verne viele seltsame und aufregende Abenteuer, die Professor Liedenbrock und seine Begleitung finden.

Astronomys kennen einige seltsame Objekte im Zentrum der Galaxis. Dazu zählen gewaltige kosmische Staubwolken, helle Sternhaufen und wirbelnde Ringe aus Gas. Auch ein extrem massereiches Schwarzes Loch fand man dort. Im sichtbaren Licht ist ein Großteil des galaktischen Zentrums hinter Staub und Gas verborgen. Doch wir können es in anderen Wellenlängen der elektromagnetischen Strahlung erforschen.

Für dieses Video wurde das Zentrum der Milchstraße digital sondiert. Es beginnt mit Bildern der Digitisierten Durchmusterung des Himmels im sichtbaren Licht. Später im Film verschiebt sich das Spektrum zu Infrarot, das durch Staub dringt. Es zeigt, wie Gaswolken in das zentrale Schwarze Loch stürzen – man entdeckte sie 2013.

Im Mai 2018 wurde beobachtet, wie ein Stern nahe am zentralen Schwarzen Loch der Milchstraße vorbeizog. Man sah dabei zum allerersten Mal eine Rotverschiebung durch Gravitation im Licht des Sterns. Das war laut Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie zu erwarten.

Zur Originalseite

Eine Nacht, ein Teleskop, eine Kamera

Vor dem Dreiviertelmond sind Bilder fast aller Planeten mit ihren Monden angeordnet. Auch Pluto und die ISS sind dargestellt. Alle Bilder wurden im selben Maßstab fotografiert.
Bildcredit und Bildrechte: Fernando Cabrerizo (Centro Astronomico de Tiedra)

Diese Postkarten zeigen unser Sonnensystem. Sie entstanden alle in derselben Nacht am selben Ort mit demselben Teleskop. Alle sind im gleichen Maßstab gezeigt. So kann man die scheinbare Größe auf interessante Weise vergleichen.

Der Mond ist ein Mosaik aus sechs Bildern. Am Himmel ist er etwa ½ Grad breit. Die anderen Bilder wurden digital kombiniert oder einzeln fotografiert. Die echte Entfernung der Objekte steht bei jedem Einschub unten. Die Fotos zeigen die meisten Planeten im Sonnensystem mit ihren helleren Monden. Auch Pluto ist dabei. Nur der schwer fassbare Merkur fehlt, denn am Horizont standen Wolken. Dafür ist die Internationale Raumstation ISS abgebildet.

Die Bilder entstanden nachts am 21. Juli. Das Teleskop und die Kamera standen im Centro Astronómico de Tiedra in Spanien.

Zur Originalseite

Marsopposition

Zwei Bilder des Mars wurden mit dem Weltraumteleskop Hubble aufgenommen. Das linke Bild entstand bei der Opposition 2016, die Oberfläche ist klar. Das rechte Bild entstand vor ein paar Tagen, die Oberfläche ist verschwommen wegen eines Staubsturms.
Bildcredit und Bildrechte: NASA, ESA und STScI

Schaut heute Abend in die Richtung, die am Himmel gegenüber der Sonne liegt. Dort seht ihr den Mars so hell wie sonst fast nie. In ein paar Tagen erreicht er seine größte Nähe zur Erde. Mars geht auf, wenn die Sonne untergeht. Auch mit Teleskop sieht man ihn am hellsten und besten, wenn man davon absieht, dass immer noch ein Staubsturm den Roten Planeten einhüllt.

Diese beiden Bilder stammen vom Weltraumteleskop Hubble. Sie vergleichen die Erscheinung des Mars zu den Oppositionen 2016 und 2018. 2016 war die Marsatmosphäre klar. Das Bild von 2018 entstand vor 2 Tagen. Es zeigt fast dieselbe Seite des Mars. Doch die Details der Oberfläche sind vom Staub verdeckt. Der Südpol des Planeten ist in Wolken gehüllt. Er ist stärker zur Sonne geneigt. Im Frühling und Sommer steigt auf der Südhalbkugel die Temperatur. Das löst wahrscheinlich die planetenweiten Staubstürme aus.

Wenn ihr heute Abend zum Himmel schaut, seht ihr den Mars nahe beim Vollmond. Außerhalb von Nordamerika steht der Rote Planet auch noch neben einem roten Mond. Heute ist eine totale Mondfinsternis.

Zur Originalseite

Barnard 228, der Wolf-Dunkelnebel in Lupus

Im Sternbild Wolf verdecken dunkle Staubwolken die hellen Sterne dahinter. In ihrem Inneren entstehen neue Sterne mit geringer Masse, die wir nur in Infrarot sehen.
Bildcredit und Bildrechte: Gabriel Rodrigues Santos

Am Himmel sind dunkle Markierungen. Es sind Silhouetten, die sich vor einem dichten, leuchtenden Hintergrund aus Sternen abzeichnen. Hier sehen wir die undurchsichtigen Staubwolken im südlichen Sternbild Wolf (Lupus). Sie gehören zur Lupus-Molekülwolke, die ungefähr 500 Lichtjahre entfernt ist.

Innen kollabieren Kerne, aus denen innen Rudel an Sternen mit geringer Masse entstehen. Wir sehen sie nur in langen Wellenlängen von Infrarot. Bunte Sterne im Sternbild Wolf ergänzen die hübsche galaktische Landschaft am Himmel. Sie ist ungefähr 8 Grad breit und liegt nahe bei der zentralen Milchstraße.

Zur Originalseite

Die Kante der Spindelgalaxie

Durch eine Galaxie, die von der Seite zu sehen ist, verläuft ein dunkler Strich. Um den Strich herum ist sie heller, nach außen hin ist sie von eihem leuchtenden Flausch umgeben. Die Sterne im Vordergund sind dünn und ungleichmäßig verteilt.

Bildcredit und Bildrechte: Adam Block, Mt. Lemmon SkyCenter, U. Arizona

Was für ein Himmelsobjekt ist das? Es ist eine relativ normale Galaxie, aber wir sehen sie von der Seite. Eigentlich sind viele Scheibengalaxien so dünn wie NGC 5866, die hier gezeigt wird. Aber wir sehen sie aus unserem Blickwinkel nicht von der Seite. Eine Galaxie, bei der wir auf die Kante blicken und die wir gut kennen, ist unsere Galaxis.

Die Spindelgalaxie ist als M102 und NGC 5866 katalogisiert. Sie besitzt viele komplexe Staubbahnen, die dunkel und rot erscheinen. Die vielen hellen Sterne in der Scheibe verleihen ihr einen bläulichen Farbton. Die bläuliche Scheibe aus jungen Sternen ist deutlich breiter als der Staub in der extrem dünnen galaktischen Ebene.

Es gibt Hinweise, dass während der letzten Milliarde Jahre kleinere Galaxien in die Spindelgalaxie gestürzt sind. Ein Hinweis sind mehrere Ströme aus blassen Sternen und dunklem Staub, die von der Hauptebene der Galaxie ausgehen. Ein anderer Hinweis ist eine umgebende Galaxiengruppe, die wir hier nicht sehen.

Viele Scheibengalaxien sind dünn, weil das Gas, aus dem sie entstehen, mit sich selbst kollidiert, wenn es um das Schwerezentrum rotiert. Die Spindelgalaxie ist ungefähr 50 Millionen Lichtjahre entfernt. Wir sehen sie im Sternbild Drache (Draco).

Zur Originalseite

Wolken der Erde und des Himmels

Aus wabernden weißen Wolken ragen die Gipfel der Dolomiten in Italien. Oben füllt die Milchstraße mit ihren rot leuchtenden und dunklen Nebeln den Himmel.
Bildcredit und Bildrechte: Angelo Perrone

Vielleicht findet ihr hoch in den Bergen einen Hochsitz, der euch einen malerischen Blick auf die Wasserwolken der Erde und die Sternwolken der Milchstraße bietet. Das passierte letzten Monat einem Bergsteiger und Astrofotografen. Vorne ragen die Gipfel der Dolomiten aus den weißen Wolken. Sie stehen im Norden Italiens. Das Bild entstand aus mehreren Aufnahmen, die auf dem Lagazuoi in den Dolomiten fotografiert wurden.

Vor Hunderten Millionen Jahren waren die Dolomiten keine Berge, sondern Inseln. Tektonische Platten kollidierenden und hoben sie aus einem urzeitlichen Meer. Die Dolomiten haben eine wechselvolle Geschichte. Das erklärt die vielfältige Landschaft mit zerklüfteten Bergrücken und urzeitliche Fossilien aus dem Meer.

Über den Dolomiten kreuzt dunkler Staub die Ebene unserer Milchstraße. Helle rote Wolken aus leuchtendem Wasserstoff sprenkeln Sterne und Staub. Eine davon ist der Lagunennebel links über der Mitte.

Zur Originalseite