Chicagohenge: Äquinoktium in einer ausgerichteten Stadt

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Bildcredit und Bildrechte: Anthony Artese

Beschreibung: Manchmal ist Chicago eine Art modernes Stonehenge. Der Weg verläuft von Osten nach Westen, und die Zeit ist heute. Heute und bei jedem Äquinoktium geht die Sonne auf der ganzen Erde exakt im Westen unter. Daher geht die Sonne heute in Chicago genau hinter dem langen, äquatorial ausgerichteten Raster aus Straßen und Gebäuden unter – dem so genannten #chicagohenge.

Dieses ChicagohengeBild vom letzten Äquinoktium Mitte September 2017 überblickt einen Teil des Upper Wacker Drive. In vielen Städten gibt es Straßen oder andere Details, die an der Erdrotationsachse ausgerichtet sind. Daher ist es gut möglich, dass Ihre Lieblingsstraße ebenfalls von Osten nach Westen verläuft. Heute bei Sonnenuntergang können Sie das mit einem kurzen Blick herausfinden.

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Die Himmelsscheibe von Nebra

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Bildcredit: Dbachmann, Wikipedia

Beschreibung: Sie ist vermutlich die älteste bekannte Darstellung des Nachthimmels. Doch was genau zeigt sie, und warum wurde sie hergestellt?

Die Himmelsscheibe wurde 1999 von Schatzsuchern mit einem Metalldetektor in der Nähe von Nebra (Deutschland) inmitten mehrerer Waffen aus der Bronzezeit gefunden. Das urzeitliche Artefakt ist zirka 30 Zentimeter groß und wurde der Aunjetitzer Kultur zugeordnet, die 1600 v. Chr. Teile von Europa bewohnte.

Bei der Rekonstruktion wird angenommen, dass die Punkte Sterne und der Sternhaufen die Plejaden darstellen, der große Kreis und der Halbmond symbolisieren vermutlich Sonne und Mond. Der Zweck der Scheibe bleibt unbekannt – einige Hypothesen vermuten eine astronomische Uhr, ein Kunstwerk oder ein religiöses Symbol. Ihr Wert beträgt ungefähr 8,9 Millionen Euro, manche glauben, die Himmelsscheibe von Nebra wäre nur eine von zweien, und die zweite warte noch auf ihre Entdeckung.

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LRO zeigt den rotierenden Mond


Videocredit: LRO, Arizona State U., NASA

Beschreibung: Niemand sieht derzeit den Mond so wie hier rotieren, weil er an die Erde gebunden rotiert und ihr nur eine Seite zeigt. Mittels moderner digitaler Techniken wurde aus vielen detaillierten Bildern des Lunar Reconnaissance Orbiters (LRO) ein hoch aufgelöstes virtuelles Mondrotationsvideo erstellt.

Dieses Zeitraffervideo beginnt mit der normalen Erdansicht des Mondes. Bald rotiert das Mare Orientale, ein großer Krater mit dunklem Zentrum, das von der Erde aus schwer zu sehen ist, knapp unter dem Äquator ins Sichtfeld. Das Video zeigt einen ganzen Mondmonat, komprimiert auf 24 Sekunden. Man erkennt deutlich, dass die Erdseite des Mondes reich an dunklen Mondmeeren ist, während auf der erdabgewandten Seite hauptsächlich helle Mondgebirge vorkommen.

Derzeit werden in vier verschiedenen Ländern mehr als 20 neue Mondmissionen entwickelt, deren Start entweder dieses oder nächstes Jahr geplant ist.

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Die Krabbe aus dem All

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Bildcredit: NASA – Röntgen: CXC, Optisch: STSCI, Infrarot: JPL-Caltech

Beschreibung: Der Krebsnebel ist als M1 katalogisiert, er ist das erste Objekt auf Charles Messiers berühmter Liste von Dingen, die keine Kometen sind. Die Krabbe nun als Supernovaüberrest bekannt, wobei die Trümmer der Todesexplosion eines massereichen Sterns auseinanderfliegen. Dieses faszinierende Falschfarbenbild kombiniert Daten der Weltraumobservatorien Chandra, Hubble und Spitzer, um die Trümmerwolke in Röntgen (blau-weiß), sichtbarem Licht (violett) und Infrarot (rosarot) zu erforschen.

Der Krebsnebel ist eines der exotischsten Objekte, das zeitgenössische Astronomen kennen – ein Neutronenstern, der 30-mal pro Sekunde rotiert. Es ist der helle Punkt nahe der Bildmitte. Dieser kollabierte Überrest des Sternkerns liefert wie ein kosmischer Dynamo die Energie für die Strahlung der Krabbe, die im gesamten elektromagnetischen Spektrum leuchtet. Der Krebsnebel ist ungefähr 12 Lichtjahre groß und steht 6500 Lichtjahre entfernt im Sternbild Stier.

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Die Möwe und die Ente

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Bildcredit und Bildrechte: Raul Villaverde Fraile

Beschreibung: Diese Nebel werden als Möwe und Ente gesehen. Sie sind nicht die einzigen kosmischen Wolken, die an Flugbilder erinnern. Beide fliegen über diese ausgedehnte fast sieben Grad breite Himmelslandschaft im Sternbild Großer Hund am Nachthimmel des Planeten Erde.

Die ausladende Möwe (oben in der Mitte) besteht aus zwei bedeutenden katalogisierten Emissionsnebeln: Der helle NGC 2327 bildet den Kopf, der diffusere IC 2177 Flügel und Körper. Die eindrucksvolle Flügelspanne der Möwe beträgt in der geschätzten Entfernung des Nebels von 3800 Lichtjahren ungefähr 250 Lichtjahre.

Die Ente rechts unten erscheint viel kompakter und ist angesichts ihrer geschätzten Entfernung von 15.000 Lichtjahren nur etwa 50 Lichtjahre breit. Der Entennebel wird von den energiereichen Winden eines extrem massereichen, heißen Sterns nahe seiner Mitte aufgeblasen und ist als NGC 2359 katalogisiert. Der dicke Körper und die geflügelten Anhänge führen auch zu dem etwas dramatischeren beliebten Eigennamen Thors Helm.

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Katalogeintrag Nummer 1

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Bildcredit und Bildrechte: Bernhard Hubl (CEDIC)

Beschreibung: Jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt, und jeder Katalog einen ersten Eintrag. Die Bildfelder zeigen – in der chronologischen Reihenfolge der Erstveröffentlichung von links oben nach rechts unten – die ersten Einträge sechs bekannter Deep-Sky-Kataloge.

Der erste Eintrag in Charles Messiers Katalog aus dem Jahr 1774 ist das berühmte kosmische Krustentier M1 – der Supernovaüberrest Krebsnebel. J.L.E. Dreyers (nicht so neuer) New General Catalog wurde 1888 veröffentlicht. Sein NGC 1, eine Spiralgalaxie im Pegasus, befindet sich im nächsten Bildfeld. Im gleichen Bild befindet sich knapp darunter eine weitere Spiralgalaxie, die als NGC 2 katalogisiert ist. IC 1 in Dreyers nachfolgendem Index Catalog (nächstes Bildfeld) ist jedoch eigentlich ein blasser Doppelstern.

Der Dunkelnebel Barnard 1, der als Teil des Perseus-Molekülwolkenkomplexes erkannt wurde, eröffnet die untere Reihe mit einem Katalog dunkler Markierungen am Himmel von E.E. Barnard aus dem Jahr 1919. Abell 1 ist ein ferner Galaxienhaufen in Pegasus aus George Abells Catalog of Rich Clusters of Galaxies aus dem Jahr 1958. Das letzte Bild zeigt vdB 1 aus Sidney van den Berghs Studien im Jahr 1966. Dieser hübsche blaue galaktische Reflexionsnebel ist im Sternbild Kassiopeia zu finden.

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Höhepunkte des Sternenhimmels: März bis Mai

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Bildcredit und Bildrechte: Universe2go.com

Beschreibung: Was sehen Sie in den nächsten Monaten am Nachthimmel? Diese Grafik zeigt einige Höhepunkte. Wie auf einem halben Ziffernblatt, dessen Mitte unten liegt, sind links die Himmelsereignisse im März aufgefächert, April oben und Mai rechts. Relativ erdnahe Objekte sind näher an der Figur mit Teleskop unten in der Mitte abgebildet – obwohl fast alle dargestellten Ereignisse ohne Teleskop zu sehen sind.

Einige Himmels-Höhepunkte dieser Jahreszeit sind die helle Venus am Abendhimmel im März, der Meteorstrom der Lyriden im April sowie Jupiter, der im Mai den Abendhimmel betritt. Wie zu jeder Jahreszeit sehen Sie manchmal, wie die Internationale Raumstation (ISS) über den Himmel ziehen, wenn Sie wissen, wann Sie wohin blicken müssen.

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Die ganze galaktische Ebene: oben und unten

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Bildcredit und Bildrechte: Moophz Himself (Maroun Habib)

Beschreibung: Kann man die ganze Ebene unserer Galaxis auf einmal abbilden? Ja, aber nicht mit einer einzigen Aufnahme – und einiges an Planung war nötig, um es mit zwei Aufnahmen zu schaffen. Der obere Teil dieses Bildes ist der Nachthimmel über dem Libanon nördlich des Äquators. Das Bild wurde im Juni 2017 fotografiert, als das Zentralband der Milchstraße genau oben stand.

Die untere Hälfte wurde sechs Monate später in gleicher Weise auf der gegenüberliegenden Breite südlich des Erdäquators in Chile fotografiert. Jedes Bild zeigt somit den Nachthimmel exakt gegenüber dem anderen, und auf jedem war eine ganze Hälfte der galaktischen Ebene sichtbar. Die südliche Hälfte wurde mit Auto und allem gedreht und digital an die obere Hälfte angefügt, um das ganze Zentralband unserer Galaxis auf einem einzigen Bild als Kreis zu zeigen. Viele Sterne und Nebel sind sichtbar, die Große Magellansche Wolke ist in der unteren Hälfte des ganzen galaktischen Kreises besonders auffällig.

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Flug über die Erde bei Nacht II


Videocredit: NASA, Gateway to Astronaut Photography; Musik: The Low Seas (The 126ers)

Beschreibung: Wie wäre es, wenn man die Erde zu umkreisen könnte? Die Internationale Raumstation (ISS) tut das alle 90 Minuten, und die Astronauten an Bord fotografieren manchmal Bildfolgen, aus denen Videos erstellt werden.

Dieses Zeitraffervideo zeigt viele visuelle Naturschauspiele der dunklen Erde. Zu Beginn des Videos sind links oben grüne und rote Polarlichter über weißen Wolken zu sehen. Bald kommen Stadtlichter in Sicht, damit zeigt sich, dass die Raumstation über Nordamerika und schließlich über Florida fliegt. In der zweiten Abfolge fliegt sie über Europa und Afrika und zieht am Ende über den Nil. Kurze Lichtblitze beleuchten die Gewitter. Man sieht, wie weit entfernte Sterne hinter dem grünlich-goldenen Leuchten der Erdatmosphäre aufgehen.

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Partikelstrahlenduell in Herbig-Haro 24

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Bildcredit: NASA, ESA, Hubble Heritage (STScI/AURA)/Hubble-Europe Collaboration; Danksagung: D. Padgett (NASA’s GSFC), T. Megeath (U. Toledo), B. Reipurth (U. Hawaii)

Beschreibung: Diese beiden kosmischen Strahlen sehen vielleicht wie ein Lichtschwert mit Doppelklinge aus, doch sie strömen aus einem neu entstandenen Stern in einer Galaxie in Ihrer Nähe. Die faszinierende Szene wurde aus Bilddaten des Weltraumteleskops Hubble konstruiert. Sie zeigt ungefähr ein halbes Lichtjahr des Objekts Herbig-Haro 24 (HH 24), das etwa 1300 Lichtjahre entfernt ist und in den Sternentstehungsgebieten des Orion-B-Molekülwolkenkomplexes liegt.

Der zentrale Protostern in HH 24 ist nicht direkt sichtbar, sondern von kaltem Staub und Gas in einer abgeflachten, rotierenden Akkretionsscheibe umgeben. Wenn Materie aus der Scheibe auf das junge stellare Objekt fällt, wird sie aufgeheizt. Entlang der Rotationsachse des Systems werden einander gegenüberliegende Strahlen ausgeworfen. Die schmalen, energiereichen Strahlen schneiden durch die interstellare Materie in der Region und bilden in ihrer Schneise eine Serie leuchtender Stoßfronten.

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Mondphasen

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Bildcredit und Bildrechte: Jean-Francois Gout, Tom Polakis

Beschreibung: Wenn Sie jede Nacht den Mond beobachten, sehen Sie, wie sich sein von der Sonne beleuchteter Anteil schrittweise verändert. Ein Mondzyklus, auch Lunation genannt, verläuft in Phasen von Neumond über Vollmond wiederum zu Neumond und dauert etwa 29,5 Tage.

Diese Bilder zeigen von links oben nach rechts unten die Mondphasen einer fast vollständigen Lunation von 25 aufeinanderfolgenden Nächten ab 18. Januar. Die zwei Tage knapp nach und zwei Tage kurz vor Neumond wurden ausgelassen, weil die Mondphase bestenfalls eine sehr schwierig erkennbare schmale Sichel in der Nähe der Sonne war.

Um dieses Mondzyklusprojekt zu vollenden, waren der meist klare Nachthimmel über Arizona und die Hilfe eines Freundes nötig. In der ersten Lunationshälfte wurden die Bilder am frühen und späteren Abend fotografiert und in der zweiten Hälfte frühmorgens. Als Bonus wurde der Zyklus am Vollmond des 31. Januar ausgerichtet. Dieser war der zweite Vollmond im Januar, bei dem der Mond nahe dem erdnächsten Punkt der Mondbahn (Perigäum) stand und während einer totalen Mondfinsternis eine rötliche Farbe annahm.

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