Galaxie und Haufen erzeugen vier Bilder einer fernen Supernova

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Bildcredit: NASA, ESA und S. Rodney (JHU) und das FrontierSN-Team; T. Treu (UCLA), P. Kelly (UC Berkeley) und das GLASS-Team; J. Lotz (STScI) und das Frontier-Fields-Team; M. Postman (STScI) und das CLASH-Team; und Z. Levay (STScI)

Beschreibung: Was sind die ungewöhnlichen Flecken, die diese Galaxie umgeben? Sie sind allesamt Bilder derselben Supernova. Zum ersten Mal wurde beobachtet, wie eine einzige Supernovaexplosion durch Ablenkung mittels der Masse dazwischenliegender Gravitationslinsen in mehrere Bilder aufgeteilt wurde. In diesem Fall sind die Massen eine große Galaxie und ihr Heimat-Galaxienhaufen. Das dargestellte Bild wurde letzten November mit dem Weltraumteleskop Hubble im Erdorbit fotografiert. Die gelbfarbene, vierfach abgebildete Supernova Refsdal ereignete sich im frühen Universum weit hinter dem Haufen. Eine Vermessung der Orte und der Zeitverzögerung zwischen den Supernovabildern sollte es den Astrophysikern ermöglichen, den Anteil an Dunkler Materie in der Galaxie und dem Haufen zu ermitteln. Mit Geduld und Glück wird im Laufe der nächsten Jahre in der Nähe noch ein fünftes Bild der Supernova entdeckt.

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Sterne im galaktischen Zentrum

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Bildcredit: Susan Stolovy (SSC/Caltech) et al., JPL-Caltech, NASA

Beschreibung: Das Zentrum unserer Galaxis, der Milchstraße, ist durch Wolken aus verdunkelndem Gas und Staub vor den neugierigen Blicken optischer Teleskope verborgen. Doch auf dieser fantastischen Aussicht dringen die Infrarotkameras des Weltraumteleskops Spitzer durch einen Großteil des Staubs und enthüllen die Sterne der überfüllten galaktischen Zentralregion. Das detailreiche Falschfarbenbild – ein Mosaik aus vielen kleineren Schnappschüssen – zeigt ältere, kühlere Sterne in bläulichen Farbtönen. Rötlich leuchtende Staubwolken gehen mit jungen, heißen Sternen in Sternkrippen einher. Erst kürzlich entdeckte man, dass genau im Zentrum der Milchstraße neue Sterne entstehen können. Das galaktische Zentrum liegt etwa 26.000 Lichtjahre entfernt im Sternbild Schütze. In dieser Entfernung ist das Bild ungefähr 900 Lichtjahre breit.

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NGC 602 im Flugdrachennebel

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Bildcredit und Bildrechte: Don Goldman

Beschreibung: Am Rand der Kleinen Magellanschen Wolke, einer etwa 200.000 Lichtjahre entfernten Begleitgalaxie, liegt der 5 Millionen Jahre junge Sternhaufen NGC 602. Er ist von Geburtsgas und -staub umgeben und liegt unter der Mitte dieses Teleskopsichtfeldes, das am Himmel die gleiche Winkelgröße wie der Vollmond hat. Der Haufen selbst hat einen Durchmesser von etwa 200 Lichtjahren. Leuchtende, innen liegende Grate und zurückgefegte Formen lassen vermuten, dass die energiereiche Strahlung und die Stoßwellen der massereichen jungen Sterne in NGC 602 die staubhaltige Materie wegerodierten, was eine fortschreitende Sternbildung auslöste, die vom Zentrum des Haufens nach außen wanderte. Die verlängerten Flügel der Emissionen in der Region erinnern an einen gängigen Namen für das komplexe kosmische Umfeld: FlugdrachenNebel.

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Kometenartige Globule CG4

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Bildcredit und Bildrechte: CEDIC TeamBearbeitung: Christoph Kaltseis

Beschreibung: Die blasse, etwas bedrohlich wirkende kometenartige Globule CG4 reicht bis ins Zentrum dieser detailreichen südlichen Himmelslandschaft. Sie ist etwa 1300 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Achterdeck, ihr Kopf ist zirka 1,5 Lichtjahre groß, und ihr Schweif ungefähr 8 Lichtjahre lang. Damit ist sie viel größer als die Kometen des Sonnensystems, denen sie ähnlich sieht. Tatsächlich enthält die staubige Wolke genug Materie, um mehrere sonnenähnliche Sterne zu bilden, und wahrscheinlich findet darin fortlaufende Sternbildung statt. Wie ihre markante Form zustande kam, wird noch erörtert, doch ihr langer Schweif geht vom Vela-Supernovaüberrest nahe der Mitte des Gum-Nebels aus, während ihr Kopf den Abriss einer ursprünglich kugelförmigeren Wolke darstellen könnte. Doch die von der Seite sichtbare Spiralgalaxie in der Bildmitte wird nicht wirklich von CG4 bedroht. Die Galaxie liegt mehr als 100 Millionen Lichtjahre entfernt im Hintergrund.

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Farbverstärktes Caloris-Becken

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Bildcredit: NASA, Johns Hopkins Univ. APL, Arizona State U., CIW

Beschreibung: Das ausgedehnte Caloris-Becken auf Merkur ist eines der größten Einschlagbecken im Sonnensystem, das während der frühen Geschichte des Sonnensystems durch den Impakt eines asteroidengroßen Körpers entstand. Das vielfältige, rissige, etwa 1500 Kilometer große Becken ist auf diesem farbverstärkten Mosaik abgebildet. Das Mosaik entstand aus Bilddaten der Raumsonde MESSENGER im Merkurorbit. Caloris ist Merkurs jüngstes großes Einschlagbeckenund wurde anschließend mit Lavaschichten gefüllt, die im Mosaik orange dargestellt sind. Krater, die nach der Überflutung entstanden, hoben unter der Lavaoberfläche liegendes Material aus, das in kontrastierenden blauen Farbtönen dargestellt ist. Sie eröffnen wahrscheinlich einen Blick auf das Material, das ursprüngliche den Boden bedeckte. Analysen dieser Krater lassen den Schluss zu, dass die vulkanische Lavaschicht 2,5 bis 3,5 Kilometer dick ist. Die orangefarbenen Flecken im Umkreis des Beckens sind vermutlich vulkanische Öffnungen.

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Säulen und Strahlen im Pelikannebel

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Bildcredit und Bildrechte: Larry Van Vleet (LVVASTRO)

Beschreibung: Welche dunklen Strukturen entstehen im Pelikannebel? Der Pelikannebel, ein vogelförmiger Nebel im Sternbild eines Vogels (Cygnus, der Schwan), ist ein mit neu entstandenen Sternen gesprenkelter, aber von dunklem Staub verschmutzter Ort. Diese rauchgroßen Staubkörnchen entstehen in den kühlen Atmosphären junger Sterne und wurden von Sternwinden und Explosionen verteilt. Man sieht, wie ein Stern auf der rechten Seite eindrucksvolle Herbig-HaroStrahlen abstrahlt und dabei die ein Lichtjahr lange Staubsäule zerstört, die ihn enthält. Das gezeigte Bild wurde wissenschaftlich gefärbt, um jenes Licht zu betonen, das von kleinen Mengen an ionisiertem Stickstoff, Sauerstoff und Schwefel im Nebel abgestrahlt wird, der hauptsächlich aus Wasserstoff und Helium besteht. Der Pelikannebel (IC 5067 und IC 5070) ist etwa 2000 Lichtjahre entfernt und mit einem kleinen Teleskop nordöstlich des hellen Sterns Deneb zu finden.

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Ein Staubteufel auf dem Mars

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Bildcredit: HiRISE, MRO, LPL (U. Arizona), NASA

Beschreibung: Gegen Ende des nördlichen Marsfrühlings spionierte die HiRISE-Kamera an Bord des Mars Reconnaissance Orbiter diesen ortsansässigen Bewohner aus. Der Kern dieses wirbelnden Staubteufels, der 2012 über die flache, staubbedeckte Amazonis Planitia zog, hat einen Durchmesser von ungefähr 140 Metern. Seine Staubfahne, die Staub in die dünne Marsatmosphäre hochwirbelt, reicht etwa 20 Kilometer in die Höhe. Staubteufel, die in dieser Region des Mars häufig vorkommen, entstehen, wenn die Oberfläche von der Sonne erwärmt wird und warme, aufsteigende Luftströme zu rotieren beginnen. Bei Staubteufeln auf anderen HiRISE-Bildern treten Windgeschwindigkeitsspitzen von bis zu 110 Kilometern pro Stunde auf.

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Lenticularis, Mond, Mars, Venus

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Bildcredit und Bildrechte: Nuno Serrão

Beschreibung: Es passiert nicht alle Tage, dass eine so interessante Wolke Ihr Foto ruiniert. Der ursprüngliche Plan war, eine seltene Winkelbegegnung von Mars und Venus zu fotografieren, die vor eineinhalb Wochen auftrat, mit dem Zusatzbonus des Sichelmondes und der Internationalen Raumstation (ISS), die beide in der Nähe vorbeizogen. Dummerweise war es bei diesem Ereignis auf der Insel Madeira in Portugal bewölkt. Am nächsten Tag jedoch war vor Sonnenuntergang eine spektakuläre Lenticularis zu beobachten, daher schmiedete der fleißige Astrofotograf rasch einen neuen Plan. Ein genauer Blick auf das Ergebnisbild zeigt den Mond links im Bild, während zum unteren Bildrand hin die berühmten Planeten stehen – Venus ist heller. Die unerwartete Lenticularis, die ein bisschen wie ein futuristisches Raumschiff aussieht, stahl jedoch die Schau. Die untergehende Sonne beleuchtete die stationäre Wolke (und alles andere) von unten und arrangierte ein komplexes Muster aus Schatten, Schichten und hell erleuchteten Regionen, deren Entwicklung im dazugehörigen Video zu sehen ist. Mars und Venus stehen das nächste Mal Ende August so nahe beisammen, doch wir wissen noch nicht, ob sie an irgendeinem Ort auf der Erde hinter einer so fotogenen Wolke zu sehen sein werden.

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Im Inneren des Coma-Galaxienhaufens

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Bildcredit: NASA, ESA, Hubble Heritage (STScI/AURA);
Danksagung: D. Carter (LJMU) et al. und das Coma HST ACS Treasury Team

Beschreibung: Fast jedes Objekt auf diesem Bild ist eine Galaxie. Der oben abgebildete Coma-Galaxienhaufen ist einer der dichtesten Haufen, die wir kennen – er enthält Tausende Galaxien. Jede dieser Galaxien enthält Milliarden Sterne – genau wie unsere eigene Galaxis, die Milchstraße. Obwohl er im Vergleich zu den meisten anderen Haufen in unserer Nähe liegt, braucht das Licht des Coma-Haufens Hunderte Millionen Jahre, um uns zu erreichen. Der Coma-Haufen ist sogar so groß, dass Licht Millionen Jahre braucht, um von einem Ende zum anderen zu gelangen! Das oben gezeigte Bildmosaik eines kleinen Teils von Coma wurde 2006 mit dem Weltraumteleskop Hubble beispiellos detailreich fotografiert, um zu erforschen, wie Galaxien in reichhaltigen Haufen entstehen und sich entwickeln. Die meisten Galaxien in Coma und anderen Haufen sind elliptisch, obwohl manche der hier abgebildeten eindeutig Spiralen sind. Die Spiralgalaxie links oben ist auf diesem Weitwinkelbild zugleich die Galaxie mit dem stärksten Blauton. Im Hintergrund sind Tausende weit im Universum verstreute unzusammenhängende Galaxien zu sehen.

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