NGC 1579: Trifid im Norden

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Bildcredit und Bildrechte: Adam Block, Mt. Lemmon SkyCenter, University of Arizona

Beschreibung: Der farbenprächtige NGC 1579 sieht dem besser bekannten Trifidnebel ähnlich, liegt aber am Himmel des Planeten Erde viel weiter nördlich, und zwar im heroischen Sternbild Perseus. NGC 1579 ist etwa 2100 Lichtjahre entfernt, hat einen Durchmesser von 3 Lichtjahren und ist, ähnlich wie der Trifid, eine Studie an gegensätzlichen blauen und roten Farben mit markanten dunklen Staubstraßen in den Zentralregionen des Nebels. In beiden Fällen reflektiert Staub das Sternenlicht, um die schönen, blauen Reflexionsnebel zu bilden. Doch anders als beim Trifid ist das rötliche Leuchten in NGC 1579 keine Emission von Wolken aus leuchtendem Wasserstoff, der vom Ultraviolettlicht eines nahe gelegenen heißen Sterns angeregt wird. Stattdessen schwächt, rötet und streut der Staub in NGC 1579 das Licht eines eingebetteten, extrem jungen massereichen Sterns, der selbst eine starke Emissionsquelle des charakteristischen roten H-alpha-Lichts ist.

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Der Möwennebel

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Bildcredit und Bildrechte: Harel Boren

Beschreibung: Diese ausgedehnte Weite aus leuchtendem Gas und Staub präsentiert Astronomen vom Planeten Erde ein vogelähnliches Aussehen, was seine volkstümliche Bezeichnung nahelegt – Möwennebel. Dieses Porträt des kosmischen Vogels umfasst eine 1,6 Grad breite Schneise in der Ebene der Milchstraße, etwa in Richtung des Sirius, dem Alphastern des Sternbildes Großer Hund (Canis Major). Natürlich enthält die Region auch Objekte mit anderen Katalogbezeichnungen: etwa den markanten NGC 2327, eine kompakte, staubhaltige Emissionsregion mit einem eingebetteten, massereichen Stern, der den Vogelkopf bildet (alias Papageiennebel, über der Mitte). IC 2177 bildet den weitreichenden Bogen der Möwenflügel. Der Komplex aus Gas- und Staubwolken mit hellen, jungen Sternen wird vom rötlichen Leuchten des atomaren Wasserstoffs dominiert und umfasst in einer Entfernung von schätzungsweise 3800 Lichtjahren mehr als 100 Lichtjahre.

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Konjunktion über Réunion

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Bildcredit und Bildrechte: Luc Perrot

Beschreibung: Sie müssen sich nicht auf Réunion befinden, um die Planetenbegegnung dieser Woche zu sehen. Höchstens dann, wenn Sie auch diese pittoreske Küstenlandschaft sehen wollen. Um die Konjunktion irgendwo auf der Welt zu sehen, blicken Sie nach Sonnenuntergang Richtung Westen. Der erste Planet, den Sie vermutlich sehen, ist die Venus, das hellste Objekt am Westhimmel. Das zweithellste Objekt nach der Venus ist Jupiter. Der am schwersten erkennbare Planet ist Merkur, der nur kurz nach Sonnenuntergang als blasser Punkt knapp über dem Horizont zu sehen ist. Pittoreske Felsen führen von Réunion in den Indischen Ozean hinaus und sind über den Vordergrund des obigen Bildes verteilt. Als es letzte Woche fotografiert wurde, begleitete ein heller Sichelmond die fernen Planeten Venus und Jupiter. Dieser ist inzwischen weitergewandert.

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NGC 2170: Himmlisches Stillleben

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Bildcredit und Bildrechte: Leonardo Julio und Carlos Milovic (Astronomia Pampeana)

Beschreibung: Ist das ein Gemälde oder eine Fotografie? Auf diesem schönen, himmlischen Stillleben, das mit einem kosmischen Pinsel gemalt wurde, leuchtet nahe der Bildmitte der staubhaltige Nebel NGC 2170. Dieser Nebel reflektiert das Licht nahe gelegener heißer Sterne. NGC 2170 wird von weiteren bläulichen Reflexionsnebeln begleitet, außerdem von einer roten Emissionsregion, vielen dunklen Absorptionsnebeln und einer Kulisse aus farbenprächtigen Sternen. Wie gewöhnliche Haushaltsgeräte, welche von Stillleben-Malern häufig als Objekte für ihre Bilder gewählt werden, sind die oben dargestellten Wolken aus Gas, Staub und heißen Sternen zu dieser Szenerie angeordnet – einer massereichen, Sterne bildenden Molekülwolke im Sternbild Einhorn (Monoceros). Die gewaltige Molekülwolke Mon R2 liegt eindrucksvoll nahe, nur ungefähr 2400 Lichtjahre entfernt. In dieser Entfernung hätte die Leinwand einen Durchmesser von mehr als 60 Lichtjahren.

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Nachts über die Erde fliegen


Bildcredit: Gateway to Astronaut Photography, NASA; Zusammenstellung: Bitmeizer (YouTube); Musik: Freedom Fighters (Two Steps from Hell)

Beschreibung: Viele Wunder sind zu sehen, wenn man nachts über die Erde fliegt. Eine Zusammenstellung solcher visueller Schauspiele wurde kürzlich auf der Internationalen Raumstation (ISS) aufgenommen und stimmungsvoll vertont. Unterhalb ziehen weiße Wolken, orange Stadtlichter, Blitze in Gewittern und dunkle, blaue Meere vorbei. Am Horizont ist der goldene Schleier der dünnen Erdatmosphäre zu sehen, die im Lauf des Videos immer wieder von tanzenden Polarlichtern geschmückt ist. Die grünen Anteile der Polarlichter bleiben üblicherweise unterhalb der Raumstation, doch die Station fliegt mitten durch die roten und violetten Polarlichtspitzen. Die Solarpaneele der ISS sind an den Bildrändern zu sehen. Die ahnungsvolle, herannahende Lichtwelle am Ende jedes Abschnittes ist bloß die Dämmerung der sonnenbeleuchteten Erdhälfte – eine Dämmerung, die sich alle 90 Minuten wiederholt.

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Die gekrümmte Spiralgalaxie ESO 510-13

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Bildcredit: Hubble Heritage Team (STScI/AURA), C. Conselice (U. Wisconsin/STScI) et al., NASA

Beschreibung: Wie wurde die Spiralgalaxie ESO 510-13 so stark deformiert? Die Scheiben vieler Spiralen sind dünn und flach, aber nicht massiv. Spiralscheiben sind ein loses Gemisch aus Milliarden Sternen und diffusem Gas, und alles zusammen kreist, von Gravitation gelenkt, um das Galaxienzentrum. Eine flache Scheibe entsteht vermutlich durch wiederholte Kollisionen großer Gaswolken im frühen Entstehungsstadium einer Galaxie. Gekrümmte Scheiben sind jedoch nicht ungewöhnlich; sogar unsere eigene Galaxis, die Milchstraße, hat vermutlich eine leichte Krümmung. Die Ursachen der Spiralkrümmungen werden noch erforscht, aber manche Krümmungen sind vermutlich das Ergebnis von Wechselwirkungen oder sogar Kollisionen zwischen Galaxien. ESO 510-13, die oben digital geschärft abgebildet ist, ist zirka 150 Millionen Lichtjahre entfernt und hat einen Durchmesser von etwa 100.000 Lichtjahren.

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Ein weiterer Schweif für den Kometen Garradd

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Bildcredit und Bildrechte: Olivier Sedan (Sirene Observatory)

Beschreibung: Der auffällige Komet Garradd (C2009/P1) ist für zwei ausgeprägte Schweife bekannt. Vom Blickwinkel eines irdischen Beobachters aus sind die Schweife an entgegengesetzten Seiten seiner grünlichen Koma zu sehen. Der klar erkennbare Staubschweif, der hier auf einer Teleskop-Ansicht zu sehen ist, fächert sich nach rechts auf. Er folgt dem Kometenkern auf seiner Umlaufbahn. Ein üblicher, bläulicher Ionenschweif verdampft auf der sonnenabgewandten Seite und weist nach links. Doch dem Kometen wächst anscheinend – zumindest vorübergehend – ein zweiter Ionenschweif, der auf diesem Bild vom 24. Februar zu sehen ist. Andere Kometenfotografen haben unlängst sich verändernde Strukturen in Garradds Ionenschweif fotografiert, die entstehen, wenn das Plasma von Magnetfeldern im Sonnenwind hin- und hergelenkt wird. Am 5. März erreicht der Komet Garradd, der jetzt schneller über den Nordhimmel wandert, den erdnächsten Punkt seiner Bahn, der etwa 10,5 Lichtminuten entfernt ist.

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Jupiter unplugged

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Illustrationscredit und -rechte: Frédéric Burgeot

Beschreibung: Aus fünf handgezeichneten Skizzen von Jupiter wurde diese schöne, detailreiche, flache Karte der turbulenten Wolkenoberflächen des größten Gasriesen hergestellt. Die Originalzeichnungen wurden mit Buntstiften am Okular eines 16-Zoll-Teleskops erstellt. Sie haben einen Durchmesser von etwa 12,5 Zentimetern. Die gezeichnete Planetenkarte misst 40×20 Zentimeter. Der Astronomie-Künstler Fred Burgeot beobachtete an verschiedenen Tagen im November und Dezember 2011, dabei setzte er auf Jupiters Rotation, um den gesamten Umfang des Planeten abzudecken. Der Digitaltrickfilm-Spezialist Pascal Chauvet übersetzte Burgeots Zeichnungen außerdem in ein faszinierendes Video (vimeo), erstellte eine künstliche Teleskopansicht des rotierenden Planeten mit Neigung und Phase, die der Ansicht an den Beobachtungstagen entspricht. Das Video zeigt auch die galileischen Monde, wie sie sich auf ihren Bahnen bewegen, angefangen mit Ganymed und Io, die Schatten werfen, während sie vor Jupiter vorbeigleiten, gefolgt von Europa und Callisto, die hinter der gestreiften Planetenscheibe passieren.

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Vielfarbige Venus

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Bildcredit und Bildrechte: Sean Walker (SkyandTelescope.com, MASIL Astro-Imaging)

Beschreibung: Die gleißende Venus leuchtet derzeit bei Dämmerung am Westhimmel. Der Planet ist als markanter Abendstern zu sehen und sogar für Gelegenheits-Sterngucker ein reizendes Himmelslicht. Im Teleskop ist die Venus ein sogar weniger befriedigender Anblick. Der Planet ist in reflektierende Wolken gehüllt, die im Okular hell, aber strukturlos erscheinen. Aber durch sorgfältiges Abbilden mit einer Farbfilterserie, wie sie für diese Kompositbilder verwendet wurden, kann man zarte Wolkenmuster aufzeigen. Die Bilder wurden Anfang letzten Monats in einer Gartensternwarte in Manchester (New Hampshire, USA) aufgenommen und wurden aus Bildern erstellt, die mit einer Videokamera aufgenommen wurden. Die Bilddaten wurden mit Filtern für nahes Ultraviolettlicht, grünes und nahes Infrarotlicht (links) sowie für rotes, grünes und blaues Licht aufgenommen, während die Venus kurz vor Sonnenuntergang hoch über dem westlichen Horizont stand. Die Abendsichtbarkeit der Venus ist für Beobachter auf der Nordhalbkugel die beste seit 7 Jahren. Sie wird schließlich am 5./6. Juni mit einem Sonnentransit des Planeten enden – dem letzten, der zu Ihren Lebzeiten stattfinden wird.

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