Verona Rupes: die höchste bekannte Klippe im Sonnensystem

Die Klippen rechts im Bild sind die höchsten im ganzen Sonnensystem, die wir kennen. Es sind Verona Rupes auf dem Uranusmond Miranda.

Bildcredit: Voyager 2, NASA

Kann man einen Sprung von der höchsten Klippe im Sonnensystem überleben? Ziemlich wahrscheinlich. Verona Rupes auf dem Uranusmond Miranda ist schätzungsweise 20 km tief. Das ist zehnmal so tief wie der Grand Canyon auf der Erde.

Mirandas Gravitation ist sehr gering. Daher dauert es etwa 12 Minuten, bis eine waghalsige Sportlerin den Boden erreicht, wenn sie von oben hinunterfällt. Unten hätte sie die Geschwindigkeit eines Rennautos, das sind ungefähr 200 km/h. Trotzdem könnte sie den Sturz mit einem passenden Schutz durch ein Prallkissen überleben.

Das Bild von Verona Rupes wurde 1986 beim Vorbeiflug der Roboterraumsonde Voyager 2 aufgenommen. Der Ursprung der gewaltigen Klippe ist nicht bekannt. Vielleicht entstand sie bei einem großen Einschlag oder durch eine tektonische Bewegung der Oberfläche.

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Io vor Jupiter von Voyager 1

Vor Jupiters wirbelnden Wolken ist der Mond Io erkennbar. Das Bild entstand aus vielen Einzelaufnahmen. Auf Io sind runde Strukturen erkennbar, die sich später als Vulkane entpuppten.

Bildcredit: NASA, JPL-Caltech, Voyager 1; Bearbeitung: Alexis Tranchandon, Solaris

1979 flog die NASA-Raumsonde Voyager 1 an Jupiter und seinen Monden vorbei. Das Mosaik zeigt den Mond Io vor dem Hintergrund der diffusen, wirbelnden Wolkenbänder des Gasriesen Jupiter. Die Bilder dafür nahm Voyagers Kamera aus einer Entfernung von ungefähr 8,3 Millionen km auf. Das Bild von Io im Mosaik ist vielleicht das erste, auf dem man seltsame runde Strukturen mitten auf Ios Oberfläche erkennt. Sie sind mehr als 60 km groß. In der Mitte sind sie dunkel und haben helle Ränder.

Diese Strukturen sind, wie wir nun wissen, vulkanischen Ursprungs. Damals hielt man sie für Impaktkrater, die im ganzen Sonnensystem häufig auf Gesteinskörpern vorkommen. Doch als Voyager sich Io weiter näherte, zeigten Nahaufnahmen eine bizarre Welt ohne Einschlagkrater. Stattdessen wird Ios Oberfläche häufig durch Vulkanaktivität erneuert.

Anfang des Jahres begann Juno, um Jupiter zu kreisen. Juno ist eine neue Roboter-Raumsonde der NASA. Die Sonde kam Jupiters Wolken bei einem Vorbeiflug letzte Woche näher als 5000 km. In den nächsten zwei Jahren hofft man, mit Juno Neues über Jupiter herauszufinden, zum Beispiel, was sich in Jupiters Innerem befindet.

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Heliopause Electrostatic Rapid Transit System (HERTS)

Links ist die beleuchtete Sichel der Erde. Vor der dunklen Nachtseite breitet ein Raumschiff seinen futuristischen Antrieb aus.

Bildcredit: NASA, Marshall-Raumfahrtzentrum

Möchtet ihr schnell mal zum Rand des Sonnensystems gelangen? Dann wäre vielleicht eine Reise mit einem Heliopause Electrostatic Rapid Transit System (HERTS) interessant. Das Konzept wird derzeit getestet.

Die Reise wäre weiter als 100 Astronomische Einheiten (AE), das sind 15 Mrd. km und würde etwa 10 bis 15 Jahren dauern. Das ist schnell, wenn man es mit der Reisezeit der aktuell fernsten Raumsonde der Menschheit vergleicht. Die Raumsonde ist Voyager 1, sie brauchte 35 Jahre bis zur Heliopause, das ist die äußere Grenze, wo der Einfluss des Sonnenwindes endet.

HERTS verwendet ein modernes elektrisches Sonnensegel. Es hat mehrere positiv geladene Drähte, die etwa 20 km lang und 1 mm dünn sind. Sie sind von einer rotierenden Raumsonde ausgebreitet. Dabei wird eine elektrostatische Kraft erzeugt, die schnelle Protonen im Sonnenwind abstößt. So entsteht Schub.

Ein Sonnenlichtsegel ist ein weiteres treibstoffloses Antriebssystem für den fernen Weltraum. Anders als ein reflektierendes Sonnenlichtsegel könnte das elektrische Sonnenwindsegel auch in größerer Entfernung zur Sonne weiter beschleunigen und immer noch Schub generieren, während es zu den äußeren Planeten reist.

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Zwei Stunden vor Neptun

Über der blauen Oberfläche von Neptun schweben weiße Wolken, die Schatten auf die tiefer liegenden blauen Wolken werfen. Das Bild stammt von der Raumsonde Voyager 2.

Bildcredit: Voyager 2, NASA

1989 fotografierte die Roboter-Raumsonde Voyager 2 dieses Bild. Es entstand zwei Stunden vor der größten Annäherung an Neptun. Erstmals sah man lange, helle Federwolken hoch oben in Neptuns Atmosphäre. Die Schatten der Wolken fallen auf tiefer den liegenden Wolkenschichten.

Neptuns Atmosphäre besteht großteils aus Wasserstoff und Helium. Beide Gase sind unsichtbar. Die blaue Farbe auf Neptun stammt von kleineren Mengen Methan in der Atmosphäre. Dieses Gas absorbiert bevorzugt rotes Licht.

Auf Neptun wehen die schnellsten Winde im Sonnensystem. Dort gibt es Böen mit einer Windgeschwindigkeit von bis zu 2000 km/h. Es gibt Vermutungen, dass in der dichten, heißen Umgebung unter den Wolkenoberflächen von Uranus und Neptun Diamanten entstehen.

26 Jahre ist es nun her, dass dieses Bild aufgenommen wurde. Nun bereitet sich die NASA-Sonde New Horizons darauf vor, im Juli als erste Raumsonde an Pluto vorbeizurasen.

Fast Hyperraum: APOD-Zufallsgenerator

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Porträt des Sonnensystems

Das Mosaik entstand aus Bildern der Raumsonde Voyager 1. Es zeigt die Planeten des Sonnensystems bis auf Merkur und Mars. Details sind in den Bildeinschüben gezeigt.

Bildcredit: Voyager-Projekt, NASA

Vor 25 Jahren blickte die Raumsonde Voyager 1 am Valentinstag ein letztes Mal zurück. Dabei fotografierte sie dieses allererste Familienporträt des Sonnensystems. Die Sonde war damals 43 Astronomische Einheiten (AE) von der Sonne entfernt. Das ganze Porträt ist ein Mosaik aus 60 Bildern. Sie wurden aus einem Winkel von 32 Grad über der Ekliptik fotografiert.

Die Bilder von Voyagers Weitwinkelkamera tasten links das innere Sonnensystem ab. Rechts reicht das Bild bis zum Gasriesen Neptun. Er ist der äußerste Planet im Sonnensystem. Die Buchstaben zeigen die Positionen von Venus, Erde, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Die Sonne ist der helle Fleck mitten im Kreis der Bildfelder. Die Bildeinschübe für jeden der Planeten stammen von Voyagers Schmalbildkamera.

Merkur fehlt auf diesem Porträt. Er ist für die Beobachtung zu nahe an der Sonne. Auch Mars ist leider im Sonnenlicht verborgen, das vom optischen System der Kamera gestreut wurde. Der kleine, blasse Pluto war zu dieser Zeit näher an der Sonne als Neptun. Seine Position wurde nicht erfasst.

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Vorbeiflug am Neptunmond Triton


Bildcredit: Voyager 2, JPL, NASA; Digitale Zusammenstellung: Paul Schenk (LPI, USRA)

Was sieht man, wenn man an Triton vorbeifliegt? Triton ist der größte Mond des Planeten Neptun. Nur eine Raumsonde hat das je getan. Am 25. August 1989 raste die Raumsonde Voyager 2 mit klickender Kamera durch das Neptunsystem. Nun wurden erstmals Bilder dieser Begegnung zu einem Film kombiniert.

Triton ist etwas kleiner als der Erdmond, doch er hat Eisvulkane und eine Oberfläche, die mit gefrorenem Stickstoff angereichert ist. Der erste Teil im Video zeigt Voyagers Annäherung an Triton. Trotz des ungewöhnlich grünen Farbtons erscheint er annähernd in Echtfarben. Das rätselhafte Gelände unter der Raumsonde wurde dunkel, nachdem unten die Schattenlinie zur Nacht vorbeizog. Nach der engsten Begegnung schwenkte Voyager und entfernte sich. Der Mond ist als schrumpfende Sichel zu sehen.

Wenn alles gut geht, macht die Roboter-Raumsonde New Horizons nächsten Juli einen ähnlichen Vorbeiflug an Pluto. Diese Kugel ist ähnlich groß wie Triton.

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Jupiters Großer Roter Fleck von Voyager 1

Das Mosaikbild entstand aus Aufnahmen der Raumsonde Voyager. Es zeigt den großen Roten Fleck auf der Oberfläche des Gasplaneten Jupiter, umgeben von gelben und ockerfarbenen Wolken. Rechts unter dem Roten Fleck ist ein weißes Oval.

Bildcredit: NASA, JPL; Digitalbearbeitung: Björn Jónsson (IAAA)

Was wird aus dem großen Roten Fleck auf Jupiter? Seit den 1930er-Jahren beobachten wir das Schrumpfen des Roten Flecks, doch in den letzten Jahren schwindet er anscheinend schneller.

Der große Rote Fleck ist ein Wirbelsturm. Er ist größer als die Erde und besteht schon mindestens so lange, wie er mit Teleskopen beobachtet wird. Wie die meisten astronomischen Phänomene wurde der Rote Fleck weder vorhergesagt, noch verstand man seine Natur gleich nach der Entdeckung. Anscheinend spielen kleine Wirbel eine Rolle, die das Sturmsystem speisen. Eine bessere Erklärung der gewaltigen Sturmwolke bleibt Gegenstand der Forschung. Das könnte auch zu einem besseren Verständnis des Wetters auf der Erde führen.

Dieses digital kontrastverstärkte Bild zeigt Jupiter. Es wurde 1979 von der Raumsonde Voyager 1 fotografiert, als diese am größten Planeten des Sonnensystems vorbeizog. Die NASA-Raumsonde Juno steuert derzeit in Richtung Jupiter und erreicht diesen 2016.

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Hubbles zeigt Jupiters stark schrumpfenden Roten Fleck

Der Gasriesenplanet Jupiter ist bildfüllend von Hubble dargestellt. Rechts unten prangt der Rote Fleck immer noch relativ markant. Er ist aber seit seiner Entdeckung dramatisch geschrumpft. Der Planet ist von hellen und rötlichbraunen Wolkenbändern gestreift.

Credit: NASA, ESA und Amy Simon (Goddard-Raumfahrtzentrum) et al.

Der Gasriese Jupiter hat etwa die 320-fache Masse des Planeten Erde. Damit ist er die größte Welt im Sonnensystem. Bekannt ist er auch für ein gewaltiges wirbelndes Sturmsystem, den großen Roten Fleck. Er ist auf dieser scharfen Hubble-Aufnahme vom 21. April zu sehen.

Der große Rote Fleck ist in Wolkenbänder eingebettet, die Jupiter umschließen. Er könnte leicht die Erde verschlucken. Doch er ist in letzter Zeit geschrumpft. Die aktuellsten Hubble-Beobachtungen zeigten, dass der Fleck einen Durchmesser von etwa 16.500 Kilometern hat. Das ist der kleinste Durchmesser, der je von Hubble gemessen wurde.

Besonders dramatisch ist der Vergleich mit den 23.335 Kilometern, die 1979 bei den Vorbeiflügen von Voyager 1 und 2 gemessen wurden. Historische Teleskopbeobachtungen aus dem 19. Jahrhundert lassen eine Breite in der Längsachse von etwa 41.038 Kilometern vermuten. Anscheinend beschleunigt sich das Schrumpfen des langlebigen Roten Flecks.

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