Im Bann des Kepheus-Flares

In einem Gewirr voller matter bräunlicher Nebel schimmert ein helles Licht, das von einem blauen Schein umgeben ist. In den Wolken erkennt man mit etwas Phantasie spukhafte Geister, die zu Halloween passen.
Bildcredit und Bildrechte: Mirko Tondinelli

Passend zu Halloween schweben hier gespenstische Gestalten durch die Nacht. Sie spuken in einer staubigen Region am Himmel, die im königlichen Sternbild Kepheus liegt. In Wirklichkeit sind es kosmische Staubwolken, die wenig Sternlicht reflektieren und so schwach sichtbar werden. Ihr Bereich ist am Himmel fast so breit wie sechs Vollmonde. Die Aufnahme entstand mit Teleskop und kurzer Brennweite.

Die Wolken liegen über der Ebene der Milchstraße am Rande von komplexen Molekülwolken, die man als Kepheus-Flare bezeichnet. Sie sind etwa 1200 Lichtjahre entfernt, also weit von unserer kosmischen Nachbarschaft entfernt.

Der Geisternebel ist in Katalogen als vdB 141 und Sh2-136 gelistet. Er ist heller als die meisten anderen gruseligen Erscheinungen und mehr als 2 Lichtjahre breit. Im Bild liegt er rechts unten. Rötliche Farben im Inneren des Geisternebels sind in Anzeichen für dichte Kerne. Sie gelten als frühe Stadien der Sternentstehung und fallen gerade in sich zusammen.

NGC 7023 heißt auch Irisnebel. Er reflektiert das bläuliche Licht heißer junger Sterne. Links neben der Bildmitte zeichnet er sich deutlich von der Dunkelheit ab und verleiht dem interstellaren Staub eine schaurige Färbung.

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Elefantenrüssel in Kepheus

Ein rötlicher Nebel vor einem Sternenhintergrund, in dem sich dunkle Strukturen abzeichnen. Der Nebelkomplex ähnelt einem Elefantenrüssel.
Bildcredit und Bildrechte: Eddie Sgarbossa

Der Elefantenrüsselnebel sieht aus wie eine Illustration aus einer Genau-so-Geschichte. Er ist auch als vdB 142 bekannt. Hier schlängelt er sich durch einen Emissionsnebel und einen jungen Sternhaufen. Die Objekte stehen als IC 1396 im Index-Katalog galaktischer Nebel, Sternhaufen und Galaxien. Sie liegen im Sternbild Kepheus.

Der Elefantenrüsselnebel ist mehr als 20 Lichtjahre lang. Dieser detaillierte Anblick zeigt ihn durch ein Teleskop. Die hellen, verwehten Grate und Bereiche aus kühlem Staub und Gas liegen zwischen vielen Sternen. Die dunklen Wolken sind wie Ranken geformt. Sie enthalten das Rohmaterial, aus dem Sterne entstehen. Darin verstecken sich Protosterne.

Der Komplex IC 1396 ist vergleichsweise blass. Er ist rund 3000 Lichtjahre entfernt und bedeckt einen großen Bereich am Himmel, der mehr als 5 Grad breit ist. Von oben nach unten misst diese rüsselartige Form fast 1 Grad. Das ist etwas weniger als die Winkelbreite von 2 Vollmonden.

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LDN 1622: Dunkler Nebel im Orion

Die Astronomin Beverly Turner Lynds katalogisierte die dunkle Wolke im Bild als LDN 1622. Sie hat den Spitznamen Butzemann-Nebel und liegt vor einer Wolke aus leuchtendem Wasserstoff.

Bildcredit und Bildrechte: Chris Fellows

Die Silhouette einer dunklen Wolke prägt diese kosmische Szene. LDN 1622 (Lynds‚ dunkler Nebel 1622) liegt vor einer sanft leuchtenden Wolke aus Wasserstoff. Man erkennt ihn erst auf lang belichteten Aufnahmen deutlich. Im Gegensatz dazu findet man den helleren Reflexionsnebel vdB 62 leichter: Er liegt knapp über der dunklen Wolke.

LDN 1622 befindet sich in der Scheibe unserer Milchstraße nahe bei einer Gegend am Himmel, die als Barnards Schleife bekannt ist. Diese große Wolke umgibt die vielen Emissionsnebel im Gürtel und Schwert des Sternbilds Orion. Der Staub der dunklen Wolke LDN 1622 ist wahrscheinlich ähnlich weit von uns entfernt, nämlich ungefähr 1500 Lichtjahre. Die Wolke ist im Bild 3 Grad breit. In ihrer Entfernung beträgt ihr Durchmesser daher ganze 100 Lichtjahre! Im Staub sind junge Sterne versteckt. Sie wurden mit der Infrarotkamera des Weltraumteleskops Spitzer beobachtet.

Dank ihrer gespenstischen Erscheinung erhielt die Wolke LDN 1622 den Spitznamen Butzemann-Nebel (Boogeyman Nebula).

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Staubformen im Geisternebel

Aus einer Nebelwolke, die von hinten beleuchtet ist, ragen Gestalten auf, die an Gespenster mit erhobenen Armen erinnern. Das Bildfeld ist von Sternen gespickt. Im Bild ist VdB 141 im Kepheus dargestellt, er wird auch als Sh2-136 bezeichnet.

Bildcredit und Bildrechte: Kent Wood

Gibt es Formen in diesem interstellaren Feld aus Sternen und Staub, die ins Auge springen? Eine juwelenbesetzte Weite mit zarten Wolken, die das Sternenlicht reflektieren, schwebt durch die Nacht. Diese geisterhaften Gestalten lauern im königlichen Sternbild Kepheus. Sie liegen weit weg vom Planeten Erde in einer Entfernung von 1200 Lichtjahren. Dort findet man sie in der Ebene der Milchstraße am Rand der Molekülwolke Kepheus-Flare.

In der Mitte des Bildes ist VdB 141 oder auch Sh2-136 zu sehen. Der Nebel ist auch als Geisternebel bekannt. Er ist heller als die anderen gespenstischen Chimären und etwa 2 Lichtjahre groß. Innerhalb des Reflexionsnebels finden sich verräterische Anzeichen auf dichte, kollabierende Kerne. Sie entsprechen einem frühen Stadium der Sternentwicklung.

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LDN 1235: Der Hainebel

Graubraune Staubwolken breiten sich in dieser Himmelslandschaft aus. Dazwischen befinden sich einige blaue Reflexionsnebel. Im Hintergrund sind viele zarte und einige größere Sterne verteilt.

Bildcredit und Bildrechte: Timothy Martin

Der Hainebel – kein Gewässer dieser Erde wäre groß genug, ihn zu beherbergen. Diese räuberische Erscheinung stellt jedoch keine Gefahr für uns dar, da sie nur aus Gas und Staub besteht.

Der dunkle Staub erinnert etwas an Zigarettenrauch, er ist aber in den kühlen Atmosphären von Riesensternen entstanden. Das von ihnen ausgestoßene Gas wird meist Teil einer neuen Gas- und Staubwolke. Die Gravitation in diesen Wolken verdichtet das Material und lässt neue massereiche Sterne entstehen.

Deren energiereiches Licht und die schnellen Sternenwinde meißeln regelrecht die faszinierendsten Gebilde in ihre Entstehungswolke. Die dabei erzeugte Hitze verdampft die trüben Molekülwolken, verteilt den Wasserstoff in der Umgebung und lässt ihn rot leuchten. Wenn die Molekülwolken nach und nach zerfallen, erkennen wir Menschen vertraute Formen in diesen prächtigen Wolken – ganz so, wie wir es mit den irdischen Wolken machen.

Gemeinsam mit den kleineren Staubnebeln Van den Bergh 149 und 150 erstreckt sich der auch als LDN 1235 bekannte Hainebel über etwa 15 Lichtjahre. Er ist in einer Entfernung von ungefähr 650 Lichtjahren im Sternbild Kepheus, dem König des einstigen Aithiopia, zu finden.

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Überlegungen zu VdB 31

Vor einem dichten Sternenteppich liegt ein Nebel. Er besteht aus dunklen Knoten und blauen Reflexionsnebeln.

Bildcredit und Bildrechte: Roberto Marinoni

Der schöne, blaue VdB 31 im Sternbild Auriga ist das 31. Objekt in Sidney van den Berghs Katalog der Reflexionsnebel, der 1966 erschien. VdB 31 teilt dieses gut komponierte Himmelsstillleben mit den dunklen, undurchsichtigen Wolken B26, B27 und B28. Sie sind in Edward E. Barnards Katalog der dunklen Markierungen am Himmel aus dem Jahr 1919 aufgeführt.

Bei allen handelt es sich um interstellare Staubwolken. Im Falle der Barnard’schen Dunkelnebel blockieren sie das Licht der Hintergrundsterne. Bei VdB 31 reflektiert der Staub vorzugsweise das bläuliche Sternenlicht des eingebetteten, heißen, veränderlichen Sterns AB Aurigae.

Die Erforschung der Umgebung von AB Aurigae mit dem Hubble-Weltraumteleskop hat ergeben, dass der mehrere Millionen Jahre junge Stern selbst von einer abgeflachten Staubscheibe umgeben ist. Sie enthält Hinweise auf die laufende Bildung eines Planetensystems. AB Aurigae ist etwa 470 Lichtjahre entfernt. Bei dieser Entfernung würde sich diese kosmische Leinwand über etwa acht Lichtjahre erstrecken.

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Der Elefantenrüssel im Kepheus

Ein dunkler Nebel in einer Umgebung aus Schwaden und kleinen, dicht verteilten Sternen ist von rot leuchtenden Nebeln umgeben.

Bildcredit und Bildrechte: Giorgio Ferrari

Wie eine Illustration in einer galaktischen „Just So Story“ (Erklärungsfabel) windet sich der Elefantenrüsselnebel durch die Emissionsregion und den jungen Sternhaufenkomplex IC 1396 im weit entfernten Sternbild Kepheus. Dieser kosmische Elefantenrüssel wird auch als vdB 142 bezeichnet. Er ist über 20 Lichtjahre lang.

Die detaillierte Teleskopansicht zeigt die hellen, nach hinten geschwungenen Grate und Taschen mit kühlem interstellarem Staub und Gas, die in dieser Region reichlich vorhanden sind. Die dunklen, rankenförmigen Wolken enthalten Rohmaterial für Sternentstehung und verbergen darin Protosterne.

Der relativ schwache IC 1396-Komplex ist fast 3000 Lichtjahre entfernt. Er bedeckt eine große Region am Himmel, die sich über mehr als 5 Grad erstreckt. Diese Darstellung ist jedoch nur ein 1 Grad breit, das entspricht etwa der Winkelgröße von 2 Vollmonden.

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Das Helle, das Dunkle und das Staubige

Rechts unten ist das Bild sternklar, links oben ist es voller dunkler und dunkelroter Nebel mit wenigen hellen Sternen. In der MItte sind hellrote Ranken.

Bildcredit und Bildrechte: Gábor Galambos

Diese farbige Landschaft ist am Himmel etwa so breit wie drei Vollmonde. Sie liegt in einem nebelreichen Sternfeld in der Ebene unserer Galaxis, der Milchstraße im königlichen nördlichen Sternbild Kepheus.

Mitten im Bild liegt die helle rötliche Emissionsregion Sharpless (Sh)2-155. Sie liegt am Rand der Molekülwolke in dieser Region und ist etwa 2400 Lichtjahre entfernt. Die Molekülwolke ist auch als Höhlennebel bekannt. Sie ist etwa 10 Lichtjahre breit. Die hellen Wände der kosmischen Höhle bestehen aus Gas, das vom ultravioletten Licht der heißen jungen Sterne in ihrer Umgebung ionisiert wird.

Die interstellare Leinwand zeigt auch staubige, bläuliche Reflexionsnebel wie vdB 155 (links) und dichte Staubwolken. Astronomische Untersuchungen förderten Anzeichen von Sternbildung zutage. Dazu zählt der helle rötliche Fleck von Herbig-Haro (HH) 168 links oben. Er stammt von der energiereichen Strahlung eines neu entstandenen Sterns.

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