Der Medulla-Nebel, ein Supernovaüberrest

Der Supanovaüberrest CTB-1 im Sternbild Kassiopeia heißt wegen seiner gehirnähnlichen Form auch Medulla-Nebel.

Bildcredit und Bildrechte: Russell Croman

Was liefert die Energie, die den ungewöhnlichen Nebel CTB-1 zum Leuchten bringt? CTB-1 ist eine Gashülle, die sich ausdehnt. Sie blieb zurück, als vor ungefähr 10.000 Jahren im Sternbild Kassiopeia ein massereicher Stern explodierte. Es passierte wohl, als die Elemente um den Kern des Sterns, die durch Kernfusion einen stabilisierenden Druck aufbauten, zur Neige gingen. Bei der Explosion entstand ein Supernovaüberrest, dessen Form an ein Gehirn erinnert. Daher trägt er den Beinamen Medulla-Nebel.

Der Supernovaüberrest dehnt sich aus und kollidiert mit dem interstellaren Gas, das ihn umgibt. Dabei entsteht Hitze, die dafür sorgt, dass der Nebel immer noch in sichtbarem Licht leuchtet. Warum er auch in Röntgenlicht leuchtet, ist ein Rätsel. Man vermutet, dass auch ein Pulsar entstand, der den Nebel durch einen schnellen Wind, den er verströmt, mit Energie versorgt. Man dieser Spur und entdeckte dabei kürzlich in den Wellenlängen von Radio einen Pulsar. Der wurde anscheinend bei der Explosion der Supernova mit mehr als 1000 Kilometern pro Sekunde fortgeschleudert.

Der Medulla-Nebel ist zwar am Himmel so groß wie der Vollmond. Doch er leuchtet so schwach, dass für dieses Bild man 130 Stunden Belichtungszeit brauchte. Es entstand mit zwei kleinen Teleskopen in New Mexico in den USA.

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Supernovaüberrest Simeis 147

Der Supernovaüberrest Simeis 147 ist auch als Sharpless 2-240 katalogisiert und trägt den Spitznamen Spaghettinebel.

Bildcredit und Bildrechte: Georges Attard

Beschreibung: Leicht verirrt man sich, wenn man auf diesem detailreichen Bild des Supernovaüberrests Simeis 147 den verschlungenen Schleifen folgt. Er ist auch als Sharpless 2-240 katalogisiert und trägt den Spitznamen Spaghettinebel. Ihr seht ihn an den Grenzen der Sternbilder Stier und Fuhrmann. Am Himmel hat er einen Durchmesser von fast 3 Grad oder 6 Vollmonden. In der geschätzten Entfernung der Sterntrümmerwolke von 3000 Lichtjahren entspricht das ungefähr 150 Lichtjahren.

Dieses Komposit entstand aus Bilddaten, die mit Schmalbandfiltern aufgenommen wurden. Die rötlichen Emissionen ionisierter Wasserstoffatome und die blaugrünen Farbtöne doppelt ionisierter Sauerstoffatome markieren das erschütterte, leuchtende Gas.

Der Supernovaüberrest hat ein geschätztes Alter von 40.000 Jahren, was bedeutet, dass das Licht der mächtigen Sternexplosion vor 40.000 Jahren erstmals die Erde erreichte. Doch der expandierende Überrest ist nicht alles, was zurückblieb. Die kosmische Katastrophe hinterließ auch einen rotierenden Neutronenstern oder Pulsar, dieser ist als Einziges vom ursprünglichen Sternkern übrig.

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Die Fasern des Cygnusbogens

Waagrecht zieht eine orangefarbene zarte Struktur durchs Bild. Sie ist von wenigen Sternen umgeben.
Bildcredit: ESA/Hubble und NASA, W. Blair; Danksagung: Leo Shatz

Was liegt am Rand einer Supernova, die sich ausdehnt? Dieses Bild stammt vom Weltraumteleskop Hubble. Die Bänder aus erschüttertem interstellarem Gas wirken fein und zart. Sie sind Teil einer Explosionswelle, die am äußeren Rand einer gewaltigen Sternexplosion liegt und sich ausdehnt. Man kennt sie als Cygnusbogen oder Schleiernebel. Menschen im Jungpaläolithikum konnten sie vor etwa 20.000 Jahren leicht mit bloßem Auge sehen.

Die faserartige Stoßfront wandert mit ungefähr 170 km/s zum oberen Rand. Ihr Licht wird von angeregten Wasserstoff-Atomen abgestrahlt. Mit der Mission Gaia erkannte man kürzlich, dass die Entfernung zu Sternen, die vermutlich mit dem Cygnusbogen wechselwirken, ungefähr 2400 Lichtjahre beträgt.

Der ganze Cygnusbogen ist am Himmel sechs Vollmonde breit. Das entspricht etwa 130 Lichtjahren. Teile davon sieht man mit einem kleinen Teleskop im Sternbild Schwan (Cygnus).

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M1: Der unglaubliche wachsende Krebsnebel


Bildcredit und Bildrechte: Detlef Hartmann

Beschreibung: Sind Ihre Augen gut genug, um zu erkennen, wie der Krebsnebel wächst? Der Krebsnebel ist als M1 katalogisiert, er ist der erste Eintrag in Charles Messiers berühmter Liste an Dingen, die keine Kometen sind.

Heute ist der Krebsnebel als Supernovaüberrest bekannt, er ist die wachsende Trümmerwolke der Explosion eines massereichen Sterns. Die gewaltsame Entstehung des Krebsnebels wurde 1054 von Astronomen beobachtet. Der Nebel ist heute ungefähr 10 Lichtjahre groß und expandiert immer noch mit einer Geschwindigkeit von mehr als 1000 Kilometern pro Sekunde.

In den letzten 10 Jahren wurde seine Ausdehnung in diesem Zeitraffervideo dokumentiert. Jedes Jahr – von 2008 bis 2017 – entstand mit derselben Kombination aus Teleskop und Kamera ein Bild an einer entlegenen Sternwarte in Österreich. Die 10 Bilder, die eine Gesamtbelichtungszeit von 32 Stunden darstellen, wurden zu diesem Zeitrafferfilm kombiniert. Die scharfen bearbeiteten Einzelbilder zeigen sogar die dynamische energiereiche Strahlung des unglaublich expandierenden Krebses.

Der Krebsnebel liegt ungefähr 6500 Lichtjahre entfernt im Sternbild Stier.

Lehrer: APOD im Klassenzimmer
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N63A: Supernovaüberrest im sichtbaren Licht und Röntgen

Die leuchtende Wolke ist der Überrest eines Sterns, der explodierte. Darin befindet sich eine Struktur, die an einen Firefox erinnert (das Logo des Internet-Browsers).

Bildcredit: NASA, ESA, Hubble, Chandra; Bearbeitung und Lizenz: Judy Schmidt

Wie entstand diese Supernova? In der Großen Magellanschen Wolke (GMW) explodierte einst ein massereicher Stern. Vor erst 2000 Jahren erreichte ihr Licht erstmals den Planeten Erde.

Die GMW ist eine galaktische Nachbarin unserer Milchstraße. Die heftige Explosionsfront wandert auswärts und zerstört oder verdrängt dabei die umgebenden Gaswolken. Dabei entstehen relativ dichte Knoten aus Gas und Staub. Übrig bleibt N63A. Er ist einer der größten Supernovaüberreste in der GMW. Viele der dichten Knoten, die übrig bleiben, wurden komprimiert. Sie schrumpfen vielleicht weiter und bilden neue Sterne. Einige davon explodieren später wieder als Supernova und führen den Kreislauf fort.

Dieses Bild von N63A wurde aus Röntgendaten des Weltraumteleskops Chandra und Aufnahmen in sichtbarem Licht von Hubble kombiniert. Der markante Knoten aus Gas und Staub rechts oben wird informell Firefox genannt. Er leuchtet in sichtbarem Licht sehr hell. Dagegen strahlt der größere Supernovaüberrest am stärksten in Röntgenlicht.

N63A ist mehr als 25 Lichtjahre breit. Er ist ungefähr 150.000 Lichtjahre entfernt und liegt im südlichen Sternbild Schwertfisch.

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NGC 6995, der Fledermausnebel

Siehe Erklärung. Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit und Bildrechte: Josep Drudis

Beschreibung: Sehen Sie die Fledermaus? Sie spukt auf dieser kosmischen Nahaufnahme des östlichen Schleiernebels. Der Schleiernebel ist ein großer Supernovaüberrest – die expandierende Trümmerwolke der Todesexplosion eines massereichen Sterns.

Die Form des Schleiers ist annähernd kreisförmig und bedeckt am Himmel im Sternbild Schwan (Cygnus) fast 3 Grad. NGC 6995, der Schleiernebel, umfasst hingegen nur 1/2 Grad, das entspricht ungefähr der scheinbaren Größe des Mondes. Somit misst er in der geschätzten Entfernung des Schleiernebels 12 Lichtjahre, doch er ist beruhigende 1400 Lichtjahre vom Planeten Erde entfernt.

Auf dem Komposit aus Bilddaten, die mit Breit- und Schmalbandfiltern aufgenommen wurden, sind Emissionen von Wasserstoffatomen im Überrest rot abgebildet, die starken Emissionen von Sauerstoff- und Stickstoffatomen sind in blauen Farbtönen dargestellt. Im westlichen Teil des Schleiers liegt eine weitere jahreszeitliche Erscheinung: der Hexenbesennebel.

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Supernovaüberrest Simeis 147

Siehe Erklärung. Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit und Bildrechte: David Lindemann

Beschreibung: Leicht verirrt man sich, wenn man auf diesem detailreichen Bild des Supernovaüberrestes Simeis 147 den komplex verschlungenen Fasern folgt. Er ist auch als Sharpless 2-240 katalogisiert und trägt den beliebten Namen Spaghettinebel. Man sieht ihn an der Grenze der Sternbilder Stier und Fuhrmann, wo er fast 3 Grad oder 6 Vollmonde am Himmel am Himmel abdeckt. Das sind in der geschätzten Entfernung der Trümmerwolke von 3000 Lichtjahren ungefähr 150 Lichtjahre.

Dieses Komposit entstand aus Bilddaten, die mit Schmalbandfiltern aufgenommen wurden. Rötliche Emissionen von ionisierten Wasserstoffatomen und doppelt ionisierte Sauerstoffatome in zarten blau-grünen Farbtönen markieren das erschütterte, leuchtende Gas. Das Alter des Supernovaüberrestes wird auf etwa 40.000 Jahre geschätzt. Das bedeutet, dass das Licht von der Explosion des massereichen Sterns die Erde erstmals vor 40.000 Jahren erreichte.

Doch der expandierende Überrest ist nicht das einzige Nachleuchten. Die kosmische Katastrophe hinterließ auch einen rotierenden Neutronenstern oder Pulsar – er ist alles, das vom Kern des ursprünglichen Sterns übrig blieb.

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Der geisterhafte Schleiernebel

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Bildcredit und Bildrechte: Anis Abdul

Beschreibung: Diese Überreste aus erschüttertem leuchtendem Gas sind eine geisterhafte Fratze in kosmischen Dimensionen. Sie spuken am Himmel des Planeten Erde im Sternbild Schwan (Cygnus) und bilden den Schleiernebel. Dieser Nebel ist ein großer Supernovaüberrest – eine sich ausdehnende Wolke, die bei der Todesexplosion eines massereichen Sterns entstand. Das Licht der ursprünglichen Supernovaexplosion erreichte die Erde wahrscheinlich vor mehr als 5000 Jahren.

Der Schleiernebel ist auch als Cygnus-Schleife bekannt. Am Himmel ist er fast 3 Grad breit, das sind etwa 6 Vollmonddurchmesser. Somit ist er in seiner geschätzten Entfernung von 1500 Lichtjahren mehr als 70 Lichtjahre breit. Der Schleiernebel ist so groß, dass seine helleren Teile als einzelne Nebel erkennbar sind, etwa der Hexenbesen (NGC 6960) rechts unter der Mitte. Links oben befindet sich der Geist von IC 1340. Wir wünschen einen fröhlichen Allerheiligen-Vorabend!

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