Staubig mit Aussicht auf Staub

Die rötlich-braune Landschaft im Bild ist verschwommen und wirkt nebelig, weil die Atmosphäre voller Staub ist.
Bildcredit: NASA, JPL-Caltech, MSSS, Marsrover Curiosity

Auf dem Mars ist es stürmisch. „Staubig mit Aussicht auf Staub“ lautet der Wetterbericht für den Krater Gale. Der Staubsturm wütet derzeit auf dem ganzen Planeten. Am 10. Juni fotografierte die Mastcam des Rovers Curiosity dieses Bild seiner Umgebung. Der Blick reichte zum ostnordöstlichen Rand des Kraters Gale, der etwa 30 km entfernt ist.

Der Rover Opportunity ist mehr als 2000 Kilometer entfernt und stellte inzwischen seine wissenschaftlichen Aktivitäten ein. Der Sturm wurde dort dichter. Der Standort des Rovers liegt am westlichen Rand des Kraters Endeavour. Er beendete seine Kommunikation und wartet das Ende des Sturms ab.

Curiosity bezieht seine Energie aus einem thermoelektrischen Generator, der mit Radioisotopen arbeitet. Doch der kleinere Rover Opportunity ladet seine Batterien mit Solarpaneelen auf. Der Mangel an Sonnenlicht wird immer ernster. Er führt dazu, dass seine Batterien leer werden.

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Sieben staubige Schwestern

Die Plejaden im Sternbild Stier sehen in Infrarot anders aus als im vertrauten sichtbaren Licht.

Bildcredit: WISE, IRSA, NASA; Bearbeitung und Bildrechte: Francesco Antonucci

Ist das wirklich der berühmte Sternhaufen der Plejaden? Sie sind für ihre markanten blauen Sterne berühmt. Dieses Bild zeigt sie in Infrarotlicht. Daher überstrahlt der umgebende Staub die Sterne. Drei Wellenlängen von Infrarot wurden in sichtbare Farben übersetzt: Rot in 24, Grün in 12 und Blau in 4,6 Mikrometer. Die Ausgangsbilder stammen von der Raumsonde Wide Field Infrared Survey Explorer (WISE) der NASA im Erdorbit.

Die Plejaden sind als M45 katalogisiert. Man nennt sie die „Sieben Schwestern„. Der Sternhaufen liegt in einer Staubwolke, die zufällig vorbeizieht. Licht und Sternwinde der massereichen Plejadensterne stoßen bevorzugt kleinere Staubteilchen ab. Dadurch wird der Staub – wie man hier sieht – in Fasern geschichtet.

Die Plejaden liegen im Sternbild Stier (Taurus) und sind ungefähr 450 Lichtjahre entfernt. In dieser Distanz ist das Bild etwa 20 Lichtjahre breit.

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Gaias Milchstraße

Die ovale Abbildung zeigt unsere ganze Milchstraße. Sie entstand, indem der Satellit Gaia die Helligkeit, Farbe, Position und Distanz von 1,3 Milliarden Sternen präzise vermaß. Rechts unten sind die Magellanschen Wolken.

Bildcredit und Bildrechte: ESA, Gaia, DPAC

Dieses prachtvolle Panorama zeigt unsere Milchstraße und Galaxien in ihrer Nähe. Es ist kein Foto, sondern eine Karte. Dafür wurden fast 1,7 Milliarden Sterne einzeln vermessen. So entstand ein großer astronomischer Datensatz. Er ist die zweite Veröffentlichung von Daten des Satelliten Gaia, der den Himmel abtastet. Der Datensatz enthält präzise Angaben zu Position, Helligkeit, Farbe und parallaktischer Distanz für 1,3 Milliarden Sterne. Das sind etwa ein Prozent der Sterne in der Milchstraße.

Die Ebene der Milchstraße liegt flach im Sichtfeld von Gaias Karte der Sterndaten. Die meisten Sterne der Galaxis befinden sich in dieser Scheibe. Hohlräume und Risse in der galaktischen Ebene zeigen Staubwolken zwischen den Sternen und verdecken ihr Licht. Rechts unten schimmern die Große und Kleine Magellansche Wolke. Die beiden Nachbargalaxien liegen etwas unter der Milchstraße.

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NGC 3324, der Gabriela-Mistral-Nebel in Carina

Die helle Emissionsregion in der Mitte leuchtet blau, sie ist von einem Staubwall umgeben. Mit diesem Rand bekommt sie das Aussehen der chilenischen Nobelpreisträgerin Gabriela Mistral.

Bildcredit und Bildrechte: Martin Pugh

Sternwinde und die Strahlung junger heißer Sterne brachten diese helle kosmische Wolke in Form. Die Sterne im offenen Haufen NGC 3324 liegen vor einer taschenförmigen Region aus leuchtendem atomarem Gas, in der Sterne entstehen. Staubwolken zeichnen sich als Schemen ab. Die Region ist ungefähr 35 Lichtjahre breit und 7500 Lichtjahre entfernt. Sie liegt im nebelreichen südlichen Sternbild Schiffskiel (Carina).

Das Bild entstand aus Aufnahmen mit Teleskop und Schmalbandfiltern. Die Filter waren durchlässig für die typischen Wellenlängen ionisierter Atome von Schwefel, Wasserstoff und Sauerstoff. Die Einzelbilder sind in roten, grünen und blauen Farbtönen kartiert. Das sind die Farben der beliebten Farbpalette von Hubble.

In der himmlischen Landschaft leuchten helle Nebelwolken. Rechts sind sie von kühlem, undurchsichtigem Staub begrenzt. Manche erkennen hier das Gesicht einer bekannten Person im Profil. Daher heißt die Region Gabriela-Mistral-Nebel. Gabriela Mistral ist eine chilenische Dichterin und Nobelpreisträgerin.

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Hinweis: Der Text wurde nachträglich gegendert

NGC 253: Staubiges Inseluniversum

Waagrechts liegt eine Galaxienscheibe im Bild, wir sehen sie von schräg oben. Sie ist von vielen Staubwolken durchzogen, ihre Spiralarme sind schwach ausgeprägt.

Bildcredit und Bildrechte: Stefano Cancelli, Paul Mortfield

Die glänzende Spiralgalaxie NGC 253 ist eine der hellsten, die wir sehen. Sie ist auch eine der staubigsten Galaxien. Wegen ihrer Erscheinung in kleinen Teleskopen nennen manche sie Silberdollargalaxie. Ein anderer Name ist Sculptor-Galaxie, weil sie im südlichen Sternbild Bildhauer (Sculptor) liegt.

Im Jahr 1783 entdeckte Caroline Herschel das staubige Inseluniversum. Sie war Mathematikerin und Astronomin. NGC 253 ist etwa 10 Millionen Lichtjahre entfernt und 70.000 Lichtjahre breit. Damit ist sie die größte Galaxie in der Sculptor-Gruppe. Diese Galaxiengruppe ist in der Umgebung unserer Lokalen Gruppe am nächsten gelegen.

Neben ihren spiralförmigen Staubbahnen steigen anscheinend Staubranken aus der Scheibe der Galaxie auf. Die Scheibe ist auf diesem scharfen Farbbild von jungen Sternhaufen und Regionen mit Sternbildung übersät. Der hohe Anteil an Staub führt zu hektischer Sternbildung. Daher bezeichnet man NGC 253 als Sternbildungsgalaxie.

NGC 253 ist auch eine starke Quelle energiereicher Röntgen- und Gammastrahlung. Wahrscheinlich stammt sie von einem massereichen Schwarzen Loch im Zentrum der Galaxie. Dieses Video zeigt eine fiktive Reise durch den extragalaktischen Raum um NGC 253.

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Farbige Nachthimmellichtbänder um die Milchstraße

Die Milchstraße mit ihren dunklen Staubnebeln verläuft diagonal über den Himmel. Links und rechts wabern farbige Wellen aus Nachthimmel am sternklaren Himmel.

Bildcredit und Bildrechte: Xiaohan Wang

Was leuchtet am Himmel wie ein riesiger Regenbogen, der sich wiederholt? Es ist Nachthimmellicht. Die Luft leuchtet zwar die ganze Zeit, aber normalerweise ist das nur schwer zu erkennen. Doch eine Störung – etwa ein aufziehender Sturm – kann zu merklichen Wellen in der Erdatmosphäre führen. Solche Schwerewellen sind Schwingungen in der Luft. Man kann es mit Wellen vergleichen, die entstehen, wenn ein Stein in ruhiges Wasser fällt.

Rotes Nachthimmellicht entsteht wahrscheinlich durch OH-Moleküle, wenn sie in einer Höhe von etwa 87 km durch ultraviolettes Sonnenlicht angeregt werden. Orangefarbenes und grünes Nachthimmellicht stammen vermutlich von Atomen von Natrium und Sauerstoff in etwas größerer Höhe.

Als der Fotograf eine Fahrt in der Nähe des Krummsees in der chinesischen Provinz Qinghai machte, fiel ihm zuerst vor allem das prächtige zentrale Band der Milchstraße auf. Als er anhielt und es fotografierte, verliefen auf dem detailreichen Bild, das dabei entstand, überraschende Bänder von Nachthimmellicht auf, die ziemlich markant waren. Sie bedeckten den ganzen Himmel. Das Bild wurde digital bearbeitet, um die Farben noch lebendiger zu machen.

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AE Aurigae und der Flammensternebel

In einer Umgebung von braun leuchtenden Nebeln schimmert hinten wie durch eine Öffnung ein blauer Nebel mit einem helleren Stern in der Mitte hervor.

Bildcredit und Bildrechte: Martin Pugh

Warum nennt man AE Aurigae den Flammenstern? Der Nebel IC 405 um den Stern heißt Flammensternnebel, weil es in der Region scheinbar Rauch gibt, obwohl nichts brennt, auch nicht der darin liegende Stern AE Aurigae.

In der Regel definiert man Feuer als schnelle molekulare Aufnahme von Sauerstoff. Sie tritt nur dann auf, wenn genügend Sauerstoff vorhanden ist. In so einer Umgebung mit viel Energie und wenig Sauerstoff gibt es also kein Feuer. Das Material, das an Rauch erinnert, ist großteils interstellarer Wasserstoff. Er enthält aber dunkle Fasern aus kohlenstoffreichen Staubkörnern, die wie Rauch aussehen.

Der helle Stern AE Aurigae strahlt nahe beim Zentrum des Nebels. Er ist so heiß, dass er blau leuchtet. Sein Licht hat so viel Energie, dass es Elektronen aus den Atomen im Gas hinausstößt, das den Stern umgibt. Wenn ein Atom mit einem Elektron rekombiniert, wird Licht abgestrahlt. Das erzeugt den Emissionsnebel.

Der Flammensternnebel ist etwa 1500 Lichtjahre entfernt. Er ist mehr als 5 Lichtjahre breit. Mit einem kleinen Teleskop sieht man ihn im Sternbild Fuhrmann (Auriga).

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NGC 6946 ins Auge sehen

Die Galaxie NGC 6946 ist von oben sichtbar. An ihren Spiralarmen sind blaue Sternhaufen und rote Sternbildungsgebiete verteilt, in der Mitte leuchtet sie gelb.

Bildcredit: KompositbilddatenSubaru-Teleskop (NAOJ) und Robert Gendler; BearbeitungRobert Gendler

Von der Milchstraße aus sehen wir NGC 6946 von oben. Die prachtvolle Spiralgalaxie ist nur 10 Millionen Lichtjahre entfernt. Sie liegt im hohen, fernen Sternbild Kepheus hinter einem nahen Schleier aus Staub und Sternen.

Vom Kern aus ändern sich die Farben der Galaxie: Im Zentrum leuchtet das gelbliche Licht alter Sterne, weiter außen sind junge blaue Sternhaufen und rötliche Regionen mit Sternbildung an den losen, lückenhaften Spiralarmen verteilt. NGC 6946 leuchtet auch im Infrarotlicht hell. Sie enthält viel Gas und Staub und hat eine hohe Rate an Sternentstehung und Sternzerstörung. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckte man mindestens neun Supernovae in NGC 6946. Eine Supernova ist die finale Explosion eines massereichen Sterns.

NGC 6946 ist fast 40.000 Lichtjahre breit. Man kennt sie auch als Feuerwerksgalaxie. Dieses außergewöhnliche Porträt von NGC 6946 ist ein Komposit aus Bilddaten des Subaru-Teleskops. Es steht auf dem Mauna Kea und hat einen 8,2 Meter großen Spiegel.

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