Tutulemma: Sonnenfinsternis-Analemma

Über einem Strand ist der Himmel nur am Horizont dämmrig erhellt, der Himmel ist dunkel. Dort leuchtet die Korona der Sonne bei einer totalen Sonnenfinsternis. Nach oben und unten verläuft die 8-förmige Schleife eines Analemmas.

Bildcredit und Bildcredit: Cenk E. Tezel und Tunç Tezel (TWAN)

Wie ändert sich die Position der Sonne, wenn man jeden Tag zur selben Zeit hinausgeht und sie fotografiert? Mit viel Planung und Aufwand gelingt so eine Bildserie. Die Sonne folgt im Laufe des Jahres einer Schleife in Form einer Acht. Man nennt sie ein Analemma. Zur Wintersonnenwende auf der Nordhalbkugel der Erde erschien die Sonne am unteren Rand des Analemmas. Analemmata sehen auf unterschiedlichen Breiten jeweils anders aus. Auch Analemmata von verschiedenen Tageszeiten unterscheiden sich.

Mit mehr Planung und Aufwand enthält die Serie ein Bild mit einer totalen Sonnenfinsternis. Oben seht ihr ein Analemma mit Sonnenfinsternis. Der Fotograf prägte dafür das Wort Tutulemma. Es basiert auf dem türkischen Begriff für Finsternis. Die Bildfolge für das Komposit wurde ab 2005 in der Türkei fotografiert. Das Bild für den Vordergrund der Serie entstand bei der totalen Phase der Sonnenfinsternis am 29. März 2006 im türkischen Side. Bei der Totalität leuchtete rechts unten die Venus.

Wenn ihr ein Tutulemma in den USA fotografieren möchtet, das mit der totalen Sonnenfinsternis nächsten August endet, solltet ihr jetzt beginnen.

Zur Originalseite

Eine riesige Sonnenprotuberanz bricht aus

Videocredit: NASA – GSFC, SDO-AIA-Team

Manchmal explodieren Protuberanzen über der Sonne. Ende 2010 schwebte ein riesiges Filament länger als eine Woche über der Oberfläche der Sonne. Erst dann brach es aus. Das Solar Dynamics Observatory (SDO) kreist im Erdorbit. Es nahm die Bildfolge in einer Farbe des UV-Lichtes auf.

Die Explosion führte zu einem koronalen Massenauswurf. Dabei wurde sehr energiereiches Plasma ins Sonnensystem geschleudert. Doch die Plasmawolke verfehlte die Erde. Daher entstanden keine Polarlichter. Der Ausbruch zeigt, dass Bereiche auf der Sonne, die weit voneinander entfernt sind, manchmal gemeinsam agieren.

Solche Explosionen werden in den nächsten Jahren wohl seltener. Die magnetische Aktivität an der Oberfläche der Sonne erreicht nämlich ein Minimum.

Zur Originalseite

Analemma und die blaue Donau

Das Fischaugenbild zeigt ein Panorama vom Ufer der Donau in Budapest. Rechts zieht die Sonne eine Schleife in Form einer 8, ein Analemma. Das Basisbild entstand im Winter, als die Sonne sehr tief stand.

Bildcredit und Bildrechte: György Soponyai

Der jährliche Walzer der Sonne am Himmel des Planeten Erde bildet einen eleganten Bogen. Er ist als Analemma bekannt. Rechts steht die senkrechte Analemma-Schleife in Form einer 8. Die gut komponierte Ansicht entstand mit Fischaugenobjektiv im ungarischen Budapest. Die Sonnenposition wurde immer am selben Ort um 11:44 MEZ am westlichen Ufer der Donau fotografiert.

Die Einzelaufnahmen entstanden an Tagen zwischen dem 23. Juli 2015 und dem 4. Juli 2016. Zur Sommersonnenwende im Norden steht die Sonne am oberen Ende der Kurve. Zum Herbst- und Frühlingsäquinoktium findet man sie an den seitlichen Wendepunkten.

Das Basisbild für das Panoramakomposit wurde am 7. Jänner 2016 fotografiert. Es zeigt Schnee am Boden, den Schatten des Fotografen und die Tasche mit seiner Ausrüstung. Dieser Tag lag zeitlich kurz nach der Wintersonnenwende. An diesem Tag verließ die Sonne den unteren Rand der Kurve an der schönen blauen Donau.

Zur Originalseite

Sonnenaufgang zur Sonnenwende über Stonehenge

Aus dem Bodennebel ragen die Monolithe von Stonehenge auf. Darüber geht die Sonne am wolkigen Himmel auf. Das Bild vom Sonnenaufgang ist orange gefärbt.

Bildcredit und Bildrechte: Max Alexander, STFC, SPL

Heute erreicht die Sonne am Himmel des Planeten Erde den nördlichsten Punkt. Dieses Datum heißt Sonnenwende. Sie markiert traditionell einen Wechsel der Jahreszeit. Auf der Nordhalbkugel der Erde wechselt der Frühling zum Sommer und auf der Südhalbkugel der Herbst zum Winter.

Das Bild entstand zur Sommersonnwendwoche 2008 bei Stonehenge im Vereinigten Königreich. Es zeigt einen malerischen Sonnenaufgang mit Nebel, Bäumen und Wolken. Die Steine wurden vor etwa 4500 Jahren dort errichtet.

Der große, leuchtende Himmelskörper ist 4,5 Milliarden Jahre alt. Obwohl die Rotationsachse der Erde im Laufe der Jahrtausende von der Präzession betroffen ist, geht die Sonne immer noch auf eine astronomisch bedeutsame Art über Stonehenge auf.

Zur Originalseite

Merkurtransit in 3D

Im Bild sind zwei Abbildungen der Sonne, vor denen der Planet Merkur schwebt. Durch Schielen kann man die Bilder in Einklang bringen, dann sieht man die Anordnung dreidimensional.

Bildcredit und Bildrechte: Stefan Seip (TWAN)

Am 9. Mai zog der innerste Planet Merkur vor der Sonne vorbei. Die Bilder zeigen das Ereignis zwar in nur zwei Dimensionen. Doch das Stereopaar bietet einen freisichtigen dreidimensionalen Blick auf den Transit. Die Bilder wurden in einem zeitlichen Abstand von 23 Minuten fotografiert. Für die Darstellung wurden sie so gedreht, dass Merkurs Position auf den beiden Bildern waagrecht versetzt ist.

Durch Merkurs Bahnbewegung entstand eine übertriebene Parallaxe. Sie simuliert den Blick durch ein Fernglas. Merkurs Bahngeschwindigkeit beträgt 47,4 km pro Sekunde. Man kann sie durchaus als flott bezeichnen. Daher legte der Planet zwischen den beiden Aufnahmen mehr als 65.000 km zurück.

Wenn man die Augen entspannt, bis sich beide Bilder decken, sieht man Merkurs winzige Silhouette nach vorne gerückt. Probiert es aus! Es hilft, wenn man den Text unter dem Bild zur Deckung bringt.

Zur Originalseite

Merkurs Transit

Die orangefarbene Sonne ist teilweise abgebildet, links und unten sieht man ihren Rand. Beim rechten Rand steht der Planet Merkur, er ist ein winziger schwarzer Kreis. Die Sonne ist von dunklen und hellen Fäden überzogen.

Bildcredit und Bildrechte: Howard Brown-Greaves

Am 9. Mai kreuzte Merkurs zierliche Scheibe – von der Erde aus gesehen – vor der Sonne. Das dauerte etwa 7½ Stunden. Im 21. Jahrhundert finden 14 Transite des innersten Planeten im Sonnensystem statt. Dieser Transit war der dritte. Die winzige Silhouette wurde in Fulham in London auf dem Planeten Erde fotografiert. Auf dem scharfen Bild teilt sie sich die gewaltige Scheibe der Sonne mit Protuberanzen, Filamenten und aktiven Regionen.

Merkurs runde Scheibe steht beim linken Rand. Er ist scheinbar der einzige dunkle Fleck, obwohl auf der Sonne Sonnenflecken verteilt sind, die so groß wie Planeten sind. Das Bild wurde mit H-alpha-Filter fotografiert. Dieser ist nur für den schmalen Bereich des roten Lichts von Wasserstoffatomen durchlässig. Dieses Licht betont die Chromosphäre, die über die Photosphäre hinausreicht. Die Photosphäre ist die normalerweise sichtbare Sonnenoberfläche.

Normalerweise erscheinen Regionen mit Sonnenflecken dunkel. Auf H-alpha-Bildern der Chromosphäre werden sie von hellen Klecksen betont. Diese hellen Kleckse werden als Sonnenfackeln, aber auch als Faculae oder Plages bezeichnet.

Zur Originalseite

Merkurtransit-Musikvideo von SDO

Videocredit: NASAs Goddard-Raumfahrtzentrum, Genna Duberstein; Musik: Encompass von Mark Petrie

Ein kleiner schwarzer Punkt wandert über die Sonne – was ist es? Es ist der Planet Merkur. Anfang der Woche zog er vor der Sonne vorbei. Die klarste Sicht auf Merkur bot der Erdorbit. Das Solar Dynamics Observatory SDO hatte bei der Aufnahme eine Aussicht ohne Unterbrechung, und zwar nicht nur in sichtbarem Licht, sondern auch im UV-Spektrum.

Dieser vertonte Kompositfilm zeigt die Querung. Das Ereignis war wissenschaftlich erfolgreich, denn man konnte die Bestandteile von Merkurs ultradünner Atmosphäre besser bestimmen. Doch es war auch kulturell erfolgreich, weil Menschen auf der ganzen Welt ein seltenes astronomisches Phänomen beobachteten. Viele eindrucksvolle Bilder des Merkurtransits aus (und über) der ganzen Welt werden stolz gezeigt.

Zur Originalseite

Merkurtransit: Ein ungewöhnlicher Punkt auf der Sonne

Die Sonne schaut zwischen dunklen Wolken heraus. Man sieht nur einen kleinen Teil davon. Rechts unter einer Wolke ist ein winziger kreisrunder schwarzer Fleck. Es ist der Planet Merkur bei einem Merkurtransit.

Bildcredit und Bildrechte: David Cortner

Was ist der Punkt auf der Sonne? Wenn ihr genau hinseht, ist er fast perfekt rund. Der Punkt entstand 2006 bei einer ungewöhnlichen Sonnenfinsternis. Normalerweise verfinstert der Erdmond die Sonne. Diesmal war es der Planet Merkur.

Kurz vor einer Sonnenfinsternis wird der Mond eine immer dünnere Sichel. Das war auch bei Merkur der Fall, als er sich der Sichtlinie zur Sonne näherte. Am Ende sank Merkurs Phase auf null, und Merkur kreuzte als dunkler Fleck unseren Heimatstern.

Technisch gesehen ist das eine ringförmige Merkur-Sonnenfinsternis mit einem ungemein großen Feuerkranz. Auf den Ebenen auf Merkurs Nachtseite, die von Kratern übersät sind, hätte man die Erde in ihrer vollsten Phase gesehen.

Stunden später war Merkur auf seiner Bahn weitergezogen. Dann erschien wieder er wieder mit einer leichten Sichelphase. Dieses Bild entstand vor zehn Jahren. Die nächste Merkur-Sonnenfinsternis findet morgen statt.

NASA-Bericht: Merkur zieht morgen über die Sonne

Zur Originalseite