Monde, Ringe, Schatten, Wolken: Saturn (Cassini)

Auf dem Schwarz-Weiß-Bild ragt Saturn von links riesig ins Bild. Seine Ringe sind nur ein dunkler Streifen, doch ihre Schatten fallen auf die ganze obere Hälfte des Planeten. Über und unter den Ringen sind die Monde Mimas und Tethys.

Bildcredit: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute

Auf einer Reise um Saturn sollte man Ausschau halten nach bildgewaltigen Anordnungen von Monden, Ringen und Schatten. 2005 gab es eine malerische Anordnung. Sie wurde von der Raumsonde Cassini fotografiert, die damals um Saturn kreiste.

Dieses Bild zeigt die Monde Tethys und Mimas auf beiden Seiten der dünnen Saturnringe. Diese sehen wir fast genau von der Kante. Die eindrucksvoll komplexen dunklen Schatten der breiten Ringe fächern sich über die Oberseite von Saturn auf. Das Bild wurde in violettem Licht aufgenommen. Es zeigt die Struktur von Saturns Wolken im Hintergrund. Cassini umrundete Saturn von 2004 bis September letzten Jahres. Dann wurde die robotische Raumsonde auf Tauchgang in Saturn gelenkt. Das sollte verhindern, dass Monde kontaminiert werden.

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Die Silhouette von Enceladus

Oben liegt die dunkle Silhouette des Mondes Enceladus. Er verdeckt einen Teil der Ringe in der Mitte. Im Gegenlicht sieht man, wie Eisschwaden aus seinem Südpol strömen. Die Ringe sind zwei helle Streifen waagrecht in der Mitte. Unten ist der kleine Mond Pandora.

Bildcredit: Cassini-Bildgebungsteam, SSI, JPL, ESA, NASA

Dieses Bild der Raumsonde Cassini vom 1. November 2009 zeigt den Mond Enceladus. Er ist 500 km groß und eine der interessantesten Welten im Sonnensystem. Die Sonne beleuchtet ihn von hinten. Das dramatische Licht zeigt Schwaden, die ständig aus dem Südpol des Saturnmondes ins Weltall strömen.

Cassini entdeckte die eisigen Wolken 2005. Sie strömen wahrscheinlich aus einem Ozean unter der Eishülle von Enceladus. Das Material gelangt direkt in Saturns äußeren, zarten E-Ring und sorgt dafür, dass die Oberfläche von Enceladus so stark reflektiert wie Schnee. Im ganzen Bild streuen Saturns eisige Ringe Sonnenlicht zu Cassinis Kameras. Hinter den Ringen befindet sich die Nachtseite des 80 Kilometer großen Mondes Pandora. Das Licht von Saturn beleuchtet ihn schwach.

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Horizont in Blau und Rot

Hinter Bäumen und einem Spinatfeld leuchtet der Mond mit einem Hof, rechts ragt ein Vulkan aus den Volken, an dessen Gipfel rote Lava glüht.

Bildcredit und Bildrechte: Sergio Montúfar (Planetario Ciudad de La Plata)

Was passiert am Horizont? Hinter einem Spinatfeld in Guatemala stehen nicht nur Bäume. Darüber ragt ein großer Vulkan, der Volcán de Fuego (Feuervulkan). Das rote Leuchten auf dem Gipfel ist glühende Lava.

Doch vielleicht wandert euer Auge zum blauen Kreis links über dem Horizont. Er umgibt den Mond. Zusammen mit den anderen Farben bezeichnet man ihn als Korona. Eine Korona entsteht durch die Beugung von Licht – in diesem Fall Mondlicht – an kleinen Wassertröpfchen in der Erdatmosphäre.

In einer Lücke in den Wolken rechts glitzern Sterne und sogar der Planeten Saturn weit hinter dem Vulkan. Der Volcán de Fuego ist zwar häufig leicht aktiv. Doch der Astrofotograf hatte Glück, diese Szene bei einem Ausbruch Ende September fotografieren zu können.

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Cassinis letztes Ringporträt von Saturn

Wir blicken schräg von oben auf Saturn und seine Ringe. Der Planet wirft einen Schatten auf das Ringsystem. Die Sonne liegt hinter Saturn. So ein Bild kann nur eine Raumsonde machen.

Bildcredit: NASA, JPL-Caltech, Institut für Weltraumforschung, Mindaugas Macijauskas

Wie lautet Cassinis Abschied an Saturn? Die robotische Raumsonde Cassini tauchte auf Saturns Sonnenseite in den Planeten ein. Drei Tage zuvor zischte sie mit klickenden Kameras hinter Saturns Nachtseite vorbei. Ein erfahrener Laienforscher verarbeitete 36 Bilder zu einem letzten Porträt des Planeten mit ganzen Ringen. Dort hielt sich Cassini in den letzten 13 Jahren auf.

Die Sonne steht genau über dem Bild. Daher wirft Saturn einen dunklen Schatten auf die gewaltigen Ringe. Diese Schattenposition kann man von der Erde aus nicht abbilden. Wir sehen sie nicht mehr, bis wieder ein Raumschiff von der Erde den Ringriesen besucht. Cassinis Tauchgang in Saturns Atmosphäre am 15. September beendete die Mission. Die Daten und Bilder davon werden weiterhin analysiert.

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Cassinis letztes Bild

Das letzte Bild der Raumsonde Cassini zeigt ihren Einschlagsort, als er noch auf der Nachtseite des Planeten lag. Saturns Oberfläche wurde dort von den Ringen beleuchtet, die Sonnenlicht reflektieren.

Bildcredit: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute

Wie geplant tauchte die Raumsonde Cassini am 15. September in die obere Atmosphäre von Saturn. Davor erforschte sie 13 Jahre lang das Saturnsystem. Die Schubdüsen der Raumsonde feuerten bis zum Ende. Nach dem großen Finale – das war beispiellosen Serie von 22 Tauchgängen zwischen Saturn und den Ringen – stürzte die Sonde in die Atmosphäre.

Cassinis letztes Signal erreichte nach 83 Minuten den Planeten Erde und den Antennenkomplex Deep Space Network im australischen Canberra. Dort verlor man um 11:55 UT den Kontakt mit der Raumsonde. Für die Raumsonde war Saturn hell. Die Sonne stand oben, als Cassini mit 113.000 km/h in die wirbelnden Wolkenoberflächen des Gasriesen pflügte.

Cassinis letztes Bild zeigt den Ort des Einschlags Stunden früher, als er noch auf der Nachtseite des Planeten lag. Die Oberflächen der Wolken werden von den Ringen beleuchtet. Es ist Sonnenlicht, das von den Saturnringen reflektiert wird.

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Cassini nähert sich Saturn

Videocredit und -rechte: Cassini-Bildgebungsteam, ISS, JPL, ESA, NASA, S. Van Vuuren et al.; Musik: Adagio for Strings (New Yorker Philharmoniker)

Wie sieht es aus, wenn man in einem Raumschiff zu Saturn fliegt? Das muss man sich nicht bloß vorstellen. Die Raumsonde Cassini tat das 2004. Sie machte unterwegs Tausende Bilder. Seit sie in die Umlaufbahn eingetreten ist, entstanden Hunderttausende weitere.

Einige von Cassinis frühen Bildern wurden digital justiert, beschnitten und zu diesem eindrucksvollen Video verarbeitet. Es gehört zu einem größeren IMAX-Filmprojekt. Es trägt den Namen Outside In und entsteht gerade. Im ersten Abschnitt wird Saturn beim Anflug immer größer. Unten zischt der bewölkte Titan vorbei.

Als Nächstes fliegt Cassini über Mimas. Darauf ist der riesige Krater Herschel gut sichtbar, während Saturn im Hintergrund rotiert. Dann bieten Saturns majestätische Ringe eine Schau, wenn Cassini die dünne Ringebene kreuzt. Die dunklen Schatten der Ringe fallen auf Saturn. Schließlich taucht in der Ferne der rätselhafte Mond Enceladus mit seinen Eisgeysiren auf. Das ist das Ende des Kurzfilms.

Die Raumsonde Cassini hat nur noch wenig Treibstoff. Am Freitag bringt sie ihre Mission zu Ende. Dann wird sie so nahe an Saturn gelenkt, dass sie hineinfällt und schmilzt.

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Saturns Ringe von innen gesehen

Das Bild zeigt eine Animation des Tauchgangs der Raumsonde Cassini durch die Ringebene. Der Einschub zeigt, was die Sonde dabei filmte.

Videocredit: NASA, JPL-Caltech, Institut für Weltraumforschung

Wie sehen Saturns Ringe aus, wenn man sie von Saturn aus sieht? Die robotische Raumsonde Cassini nähert sich dem Abschluss ihrer Mission. Ihre Bilder bieten uns eine beispiellose Aussicht. Vor Cassinis großen letzten Umläufen wurden alle Bilder von Saturns majestätischem Ringsystem außerhalb der Ringe mit Blick nach innen fotografiert.

Der Einschub rechts zeigt ein außergewöhnliches Video. Die Animation außen zeigt die Positionen der Raumsonde. Der kurze Ablauf in Zeitraffer zeigt zu Beginn Details der komplexen Ringe. Am Ende erkennt man, wie papieren dünn die Ringe sind. Die Bilder entstanden am 20. August. Cassini hat nur noch wenige Umläufe um Saturn. Ab 15. September wird sie auf Tauchgang in den Riesenplaneten gelenkt.

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Saturn in Blau und Gold

Der Planet Saturn ist links blau und rechts golden. Die beleuchtete Hälfte ragt von unten ins Bild. Die Ringe sind nur ein schmaler Strich, doch die Schatten fallen nach links auf die Wolken und sind sehr komplex.

Bildcredit: Cassini-Bildgebungsteam, SSI, JPL, ESA, NASA

Warum ist Saturn teilweise blau? Dieses Bild von Saturn zeigt in etwa, was ein Mensch in der Nähe der riesigen Ringwelt sehen würde. Es wurde im März 2006 von der Roboter-Raumsonde Cassini im Orbit um Saturn fotografiert. Hier bilden Saturns majestätische Ringe eine dünne senkrechte Linie. Die dunklen Schatten links im Bild zeigen die komplexe Struktur der Ringe. Der große Fontänenmond Enceladus bei Saturn ist nur zirka 500 Kilometer groß. Er ist die Beule in der Ringebene.

Saturns Nordhalbkugel erscheint teilweise blau. Das hat den gleichen Grund, weshalb der Himmel der Erde blau erscheint. Moleküle in den wolkenlosen Teilen der Atmosphäre beider Planeten streuen blaues Licht besser als rotes. Blickt man jedoch tief in Saturns Wolken, so dominiert der natürliche goldene Farbton von Saturns Wolken. Wir wissen nicht, warum der südliche Saturn nicht den gleichen blauen Farbton hat. Eine Vermutung lautet, dass die Wolken dort höher hinaufreichen. Es ist auch nicht bekannt, warum Saturns Wolken golden gefärbt sind.

Nächsten Monat beendet Cassini ihre Mission. Die Sonde rast mit einem letzten dramatischen Tauchgang in die Atmosphäre von Saturn.

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