Massereiche Sterne in Westerlund 1

Der Sternhaufen Westerlund 1 im Sternbild Altar enthält viele Riesensterne und Wolf-Rayet-Sterne. Er ist relativ nahe. Im Bild leuchtet er als helle, blaue Sternansammlung.

Bildcredit: ESA/Hubble und NASA

Der Sternhaufen Westerlund 1 im südlichen Sternbild Altar enthält einige der größten und massereichsten Sterne, die wir kennen. Geführt wird er vom Stern Westerlund 1-26. Er ist ein roter Überriese. Wenn er im Zentrum unseres Sonnensystems stünde, würde er bis über die Jupiterbahn reichen.

Der junge Sternhaufen 3 enthält noch weitere rote Überriesen, 6 gelbe Hyperriesensterne, 24 Wolf-Rayet-Sterne und mehrere Sterne, die noch ungewöhnlicher sind. Sie werden weiterhin untersucht. Westerlund 1 ist 15.000 Lichtjahre entfernt. Das ist für einen Sternhaufen relativ nahe. Das bietet Astronominnen* ein gutes Labor, um die Entwicklung massereicher Sterne zu erforschen.

Dieses Bild von Westerlund 1 stammt vom Weltraumteleskop Hubble. Derzeit ist er als offener „Super“-Haufen klassifiziert. Doch er könnte sich in den nächsten Milliarden Jahren zu einem Kugelsternhaufen mit geringer Masse entwickeln.

Zur Originalseite

M13: Der goße Kugelsternhaufen im Herkules

Der dicht gedrängte innere Teil des Kugelsternhaufens M13 im Sternbild Herkules füllt das Bild. Er ist von rötlichen Riesensternen gesprenkelt.

Bildcredit und Bildrechte: Adam Block, Mt. Lemmon SkyCenter, U. Arizona

Im Jahre 1716 notierte der englische Astronom Edmond Halley: „Das ist nur ein kleiner Fleck, doch er zeigt sich dem bloßen Auge, wenn der Himmel heiter ist und der Mond abwesend.“ Heute kennen wir M13 weniger bescheiden als den großen Kugelsternhaufen im Herkules. Er ist einer der hellsten Kugelsternhaufen am nördlichen Himmel. Ansichten, die mit Teleskop aufgenommen wurden, zeigen eindrucksvolle Hunderttausende Sterne.

M13 ist 25.000 Lichtjahre entfernt. Seine Haufensterne sind in einer Region verteilt, die nur 150 Lichtjahre groß ist. Nahe beim Kern des Haufens enthält ein Würfel mit nur 3 Lichtjahren Kantenlänge bis zu 100 Sterne. Zum Vergleich: Der nächste Stern in der Umgebung der Sonne ist mehr als 4 Lichtjahre entfernt.

Auf diesem scharfen Farbbild sind die äußeren Bereiche von M13 zusammen mit dem dichten Kern des Haufens betont. Die älteren roten und blauen Riesensterne im Haufen haben gelbliche und bläuliche Farbtöne.

Zur Originalseite

Omega Centauri – der hellste Kugelsternhaufen

In der Mitte ist eine Sternkugel, in der unzählige feine Sterne geballt sind. Im Zentrum sind sie nicht mehr in Einzelsterne aufzulösen. Der Kugelsternhaufen heißt Omega Centauri.

Bildcredit und Bildrechte: Roberto Colombari

Diese riesige Sternkugel ist älter als unsere Sonne. Lange vor der Entwicklung der Menschheit, noch vor der Wanderung der Dinosaurier, ja sogar vor der Entstehung der Erde, haben sich urzeitliche Sternenkugeln verdichtet. Sie kreisten um die junge Milchstraße.

Etwa 200 Kugelsternhaufen haben bis heute überdauert. Omega Centauri enthält mehr als zehn Millionen Sterne. Damit ist er der größte Kugelsternhaufen. Er hat eine scheinbare Helligkeit von 3,9 und ist daher auch der hellste Kugelsternhaufen. Leute im Süden sehen ihn mit bloßem Auge.

Omega Centauri ist als NGC 5139 katalogisiert. Er ist mehr als 12 Milliarden Jahre alt und ungefähr 18.000 Lichtjahre entfernt. Sein Durchmesser beträgt 150 Lichtjahre. Anders als viele andere Kugelsternhaufen sind die Sterne in Omega Centauri unterschiedlich alt. Sie enthalten auch verschiedene chemische Bestandteile. Das ist ein Hinweis, dass der Kugelsternhaufen eine komplexe Geschichte hat.

Zur Originalseite

NGC 2419 – Intergalaktischer Wanderer

Rechts neben zwei hellen blauen Sternen mit Zacken leuchtet ein diffuser Kugelsternhaufen mit vielen rötlichen Sternen. Im Hintergrund sind nur wenige Sterne verteilt.

Bildcredit und Bildrechte: Bob Franke

Drei Objekte springen auf diesem gut geplanten Teleskopbild ins Auge. Es ist eine Ansicht im eher stillen Sternbild Luchs. Zwei helle Objekte mit Spitzen sind nahe Sterne. Das dritte Objekt ist der ferne Kugelsternhaufen NGC 2419. Er ist fast 300.000 Lichtjahre entfernt. NGC 2419 wird manchmal als intergalaktischer Wanderer bezeichnet. Der Titel passt gut, denn im Vergleich dazu ist die Große Magellansche Wolke (GMW) nur etwa 160.000 Lichtjahre beträgt. Die GMW ist eine Begleitgalaxie der Milchstraße.

NGC 2419 ähnelt anderen großen Kugelsternhaufen wie Omega Centauri. Er leuchtet hell, ist aber eine blasse Erscheinung, weil er so weit entfernt ist. NGC 2419 hat vielleicht tatsächlich einen extragalaktischen Ursprung. Er könnte der Rest einer kleinen Galaxie sein, die von der Milchstraße eingefangen und zerrissen wurde. Seine extreme Entfernung erschwert die Forschung. Man kann seine Eigenschaften nicht so leicht mit anderen Kugelsternhaufen im Halo unserer Milchstraße vergleichen.

Zur Originalseite

Der Kugelsternhaufen 47 Tucanae

Mitten im Bild drängen sich unzählige Sterne zum Kugelsternhaufen 47 Tucanae im Sternbild Tukan. Kugelsternhaufen. Nach außen hin sind die Sterne weniger dicht verteilt, dazwischen leuchten mehr rötliche, helle Sterne.

Bildcredit: NASA, ESA, Hubble-Vermächtnisteam (STScI / AURA) Danksagung: J. Mack (STScI) und G. Piotto (U. Padova)

Der Kugelsternhaufen 47 Tucanae ist ein Schmuckstück am Südhimmel. Er ist auch als NGC 104 bekannt. Zusammen mit mehr als 150 weiteren Kugelsternhaufen durchstreift er den Hof unserer Milchstraße. Er ist von der Erde aus gesehen der zweithellste Kugelsternhaufen. Der hellste ist Omega Centauri.

47 Tuc ist etwa 17.000 Lichtjahre entfernt. Man sieht ihn mit bloßem Auge in der Nähe der Kleinen Magellanschen Wolke im Sternbild Tukan. Der dichte Haufen besteht aus Hunderttausenden Sternen. Sie sind in einen Raum gepackt, der nur ungefähr 120 Lichtjahren groß ist.

Aktuelle Beobachtungen zeigten, dass die Weißen Zwerge in 47 Tucanae wegen ihrer geringen Masse durch Gravitation in die äußeren Bereiche des Haufens gedrängt werden. Andere farbige Sterne mit geringer Masse wie gelbliche Rote Riesen sind auf diesem scharfen Teleskopporträt an den Rändern des Haufens gut erkennbar. Dieses Bild des Weltraumteleskops Hubble wurde kürzlich veröffentlicht.

Zur Originalseite

M44: Praesepe

Der Sternhaufen M44 im Sternbild Krebs ist seit der Antike bekannt. Zwischen blau leuchtenden Sternen sind im Bild auch einige orangefarbene Rote Riesen verteilt.

Bildcredit und Bildrechte: Bob Franke

Der Sternhaufen M44 ist etwa 600 Lichtjahre entfernt. Er ist einer der nächstgelegenen Sternhaufen in der Umgebung unseres Sonnensystems. Man kennt ihn auch als Praesepe oder Bienenkorbhaufen. Seine Sterne sind ungefähr 600 Millionen Jahr alt. Im Vergleich zu den 4,5 Milliarden Jahren unserer Sonne ist er also jung. M44 und der noch näher gelegene Sternhaufen der Hyaden im Stier sind ähnlich alt und zeigen eine gemeinsame Bewegung im Raum. Daher vermutet man, dass sie gemeinsam in einer großen Molekülwolke entstanden sind.

Der offene Sternhaufen M44 ist an die 15 Lichtjahre breit. Er enthält rund 1000 Sterne. Am Himmel befindet er sich im Sternbild Krebs. Dort ist er so breit wie zirka 3 Vollmonde (1,5 Grad). M44 ist mit bloßem Auge sichtbar. Man kennt ihn seit der Antike. Im 18. Jahrhundert notierte ihn Charle Messier als 44 Eintrag in seinem Katalog. Schon viel früher wurde der Haufen als zarte Wolke oder himmlischer Nebel beschrieben. Bis Teleskope verfügbar waren, konnte man ihn nicht in Einzelsterne auflösen.

Der Haufen ist ein beliebtes Ziel für Leute mit Fernglas. Er besitzt wenige gelbliche kühle Roten Riesen. Auf diesem farbigen Schnappschuss der Sterngruppe sind sie zwischen seinen helleren, heißen blauen Hauptreihensterne verteilt.

Zur Originalseite

NGC 7789: Carolines Rose

Der Sternhaufen im Bild wurde von Caroline Herschel entdeckt. Er liegt mitten im Bild. Zusammen mit Sternen und dunklen Stellen erinnert er an eine Rose.

Bildcredit und Bildrechte: Albert Barr

Der Sternhaufen NGC 7789 liegt in den reichen Sternfeldern der Milchstraße im Sternbild Kassiopeia. Er ist etwa 8000 Lichtjahre entfernt. Der Haufen ist eine Himmelsentdeckung der Astronomin Caroline Lucretia Herschel aus dem späten 18. Jahrhundert. Er ist auch als Carolines Rose bekannt. Die namensgebende Erscheinung des Sternhaufens entsteht, weil er in einen Komplex aus Sternen und Lücken eingebettet ist.

Der galaktische Haufen ist nach aktuellen Schätzungen 1,6 Milliarden Jahre jung. Er zeigt auch sein Alter. Alle Sterne im Haufen entstanden wahrscheinlich gleichzeitig. Doch die helleren, massereicheren Sterne haben den Wasserstoff in ihrem Inneren schneller verbraucht. Sie entwickelten sich von Hauptreihensternen wie der Sonne zu einigen der vielen Riesensterne, die auf diesem hübschen Farbkomposit einen gelblichen Farbton haben. Durch Messung der Farbe und Helligkeit kann man ihre Masse und damit das Alter der Haufensterne modellieren, die gerade beginnen, die Hauptreihe zu verlassen und zu Roten Riesen werden.

Carolines Rose ist mehr als 50 Lichtjahre groß. Sie liegt in der Mitte dieses Weitwinkel-Teleskopbildes und ist etwa einen halben Grad lang. Das entspricht der Winkelgröße des Mondes.

Zur Originalseite

Der Kugelsternhaufen NGC 6752

Siehe Erklärung. Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit und Bildrechte: Damian Peach

Etwa 13.000 Lichtjahre entfernt im südlichen Sternbild Pfau zieht der Kugelsternhaufen NGC 6752 durch den Halo unserer Milchstraße. NGC 6752 ist älter als 10 Milliarden Jahre. Nach Omega Centauri und 47 Tucanae ist er der dritthellste Kugelsternhaufen am Nachthimmel des Planeten Erde. Er enthält mehr als 100.000 Sterne in einer Kugel mit einem Durchmesser von etwa 100 Lichtjahren.

Teleskopforschungen an NGC 6752 zeigten, dass ein beachtlicher Anteil an Sternen nahe dem Zentrum des Haufens Mehrfachsternsysteme sind. Es gibt dort auch Blaue Nachzüglersterne. Diese Sterne sind scheinbar zu jung und zu massereich, um in einem Kugelsternhaufen zu existieren, von dessen Sternen man erwartet, dass sie mindestens doppelt so alt sind wie die Sonne. Die Blauen Nachzügler entstehen vermutlich durch Sternverschmelzungen und Kollisionen in der dichten Sternumgebung im Kern des Haufens.

Dieses scharfe Farbkompositbild zeigt auch urzeitliche rote Riesensterne des Haufens in gelblichen Farbtönen.

Zur Originalseite