Sterne und Staub in der Corona Australis

Links unten ist ein Dunkelnebel, in der Mitte leuchten zwei Sterne, die von blauen Nebeln umgeben sind, und rechts oben ist ein Kugelsternhaufen.

Credit und Bildrechte: Andrey Oreshko

Das reichhaltige Sternfeld im weitläufigen Teleskopbild liegt an der nördlichen Grenze der Südlichen Krone (Corona Australis). Dort sind kosmische Staubwolken verteilt. Der dichteste Teil der Staubwolke ist wohl weniger als 500 Lichtjahre entfernt. Er ist etwa 8 Lichtjahre lang und verdeckt das Licht von Sternen der Milchstraße, die weiter entfernt sind.

Rechts oben liegt eine Gruppe hübscher Reflexionsnebel. Sie sind als NGC 6726, 6727, 6729 und IC 4812 katalogisiert. Die charakteristische blaue Farbe entsteht, wenn kosmischer Staub das Licht heißer Sterne reflektiert. Der kleinere gelbliche Nebel NGC 6729 umgibt den jungen veränderlichen Stern R Coronae Australis.

Rechts oben glänzt der prächtige Kugelsternhaufen NGC 6723. Er gehört scheinbar zur Gruppe, doch er ist fast 30.000 Lichtjahre entfernt und liegt weit hinter den Staubwolken der Corona Australis.

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IC 4592: ein blauer Pferdekopf

Die Form dieses blauen Reflexionsnebels mit einigen hellen Sternen erinnert an einen Pferdekopf.

Credit und Bildrechte: Rogelio Bernal Andreo

Dieser Komplex aus schönen staubhaltigen Reflexionsnebeln liegt im Sternbild Skorpion in der Ebene unserer Milchstraße. Seine Kontur erinnert an einen Pferdekopf, doch er bedeckt am Himmel eine viel größere Fläche als der bekannte Pferdekopfnebel im Orion.

Der Stern beim Auge des Pferdes in der Mitte ist in den blauen Reflexionsnebel IC 4592 eingebettet. Er ist mehr als 400 Lichtjahre entfernt. In dieser Distanz ist die 5 Grad große Ansicht fast 40 Lichtjahre breit.

Der Blick des Pferdes ist scheinbar auf Beta Scorpii gerichtet, der auch Graffias heißt. Es ist der helle Stern links unten. Rechts oben beim Ohr des Pferdes befindet sich der auffällig blaue Reflexionsnebel IC 4601. Der charakteristische blaue Farbton der Reflexionsnebel entsteht, weil der interstellare Staub blaues Sternlicht stärker streut.

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Dunkle Markierungen am Himmel

Das Bild zeigt einige kleine trichterförmige Nebel, zwei davon sind etwas größer. Vor den Sternen im Hintergrund windet sich der dunkle Nebel Barnard 7.

Credit und Bildrechte: Steve Cannistra (StarryWonders)

Der amerikanische Astronom Edward Emerson Barnard katalogisierte Anfang des 20. Jahrhunderts anhand von Weitwinkelaufnahmen dunkle Markierungen am Himmel. Barnards Flecken sind dunkle Nebel, also interstellare Wolken aus undurchsichtigem Staub und Gas. Ihre Formen sind kosmische Silhouetten, sie liegen vor dichten Sternfeldern und Sternbildungsregionen in der Ebene unserer Milchstraße.

Dieses detailreiche Teleskopbild entstand Anfang des 21. Jahrhunderts. Es zeigt eine hübsche Anordnung von Barnards Staubnebeln in der Taurus-Molekülwolke im Sternbild Stier. Die Taurus-Molekülwolke ist etwa 400 Lichtjahre entfernt. Das Bild ist fast 1 Grad breit. Rechts oben ist Barnard 7, das 7. Objekt im Katalog, neben einem bläulichen Reflexionsnebel. Der junge veränderliche Stern RY Tauri schält sich oben in der Mitte aus einem gelblichen Staubkokon.

Viele von Barnards dunklen Nebeln sind ungefähr ein Lichtjahr groß. Wahrscheinlich entstehen darin in Zukunft neue Sterne.

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Sternenstaub in NGC 1333 im Perseus

Um einen hellen Lichtfleck leuchtet ein blauer, wolkenartiger Nebel, nach links unten breitet sich ein dunkler Nebel mit roten Sternen darin aus.

Credit und Bildrechte: Stephen Leshin

NGC 1333 ist ein Reflexionsnebel, der im sichtbaren Licht zu sehen ist. Er wird von bläulichen Farbtönen bestimmt. Blau ist charakteristisch für Sternenlicht, das von Staub reflektiert wird. Der Nebel liegt etwa 1000 Lichtjahre entfernt am Rand einer riesigen Molekülwolke im heroischen Sternbild Perseus, in der Sterne entstehen.

Die plakative Nahaufnahme ist in der Entfernung von NGC 1313 etwa 4 Lichtjahre breit. Sie zeigt Details der staubhaltigen Region. Man findet Hinweise auf die Emissionen roter Gasströme und leuchtendes Gas von neu entstandenen Sternen. Sie bilden einen starken Kontrast zum blauen Nebel.

NGC 1333 enthält Hunderte Sterne. Sie sind weniger als eine Million Jahre alt. Die meisten davon sind vor optischen Teleskopen im überall vorhandenen Sternenstaub verborgen. Die chaotische Umgebung ist vielleicht ähnlich wie jene, in der vor mehr als 4,5 Milliarden Jahre unsere Sonne entstanden sind.

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M45, der Sternhaufen der Plejaden

Vor einem Hintergrund voller Sterne leuchten die Plejaden, deren Sterne von intensiv blauen Nebeln umgeben sind.

Credit und Bildrechte: Phillip L. Jones  / VisualUnivese.org

Die Plejaden sind der vielleicht berühmteste Sternhaufen am Himmel. Man sieht sie ohne Fernglas sogar mitten in einer lichtverschmutzten Stadt. Sie sind auch unter dem Namen Siebengestirn oder M45 bekannt. Der Sternhaufen der Plejaden ist einer der hellsten und nächstgelegen offenen Sternhaufen.

Die Plejaden enthalten mehr als 3000 Sterne. Sie sind etwa 400 Lichtjahre von uns entfernt und haben einen Durchmesser von nur 13 Lichtjahren. Ein bekanntes Teleskop und eine Autofirma haben den Namen des Sternhaufens übernommen. Im Bild sind die blauen Reflexionsnebel sehr gut zu sehen, den hellen Haufen umgeben. Auch massearme, lichtschwache Braune Zwerge wurden in den Plejaden gefunden.

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Eine Hexe im Sternlicht

Links blickt ein blassblaues Gesicht auf einen hellen blauen Stern auf der rechten Seite.

Credit und Bildrechte: Star Shadows Remote Observatory (Steve Mazlin, Jack Harvey, Rick Gilbert, Teri Smoot, Daniel Verschatse)

Beschreibung: Diese furchterregende Fratze leuchtet im Dunkeln im Sternenlicht. Das krumme Profil lässt an seinen gängigen Namen denken: Hexenkopfnebel. Dieses bezaubernde Teleskop-Porträt vermittelt den Eindruck, als fixierte die Hexe ihren Blick auf Orions hellen Superriesensterm Rigel. Die kosmische Staubwolke erstreckt sich über 50 Lichtjahre und reflektiert das blaue Licht des nahe gelegenen Sterns Rigel, was ihr die charakteristische Farbe eines Reflexionsnebels verleiht. Der Hexenkopfnebel ist als IC 2118 katalogisiert und etwa 1000 Lichtjahre entfernt. Natürlich könnten Sie in der heutigen Gruselnacht eine Hexe sehen, aber keine Panik! Wir wünschen einen sicheren und fröhlichen Abend vor Allerheiligen!

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Junge Sonnen in NGC 7129

In der Mitte des sternenübersäten Bildes ist ein bläulicher, verschwommener Nebel.

Credit und Bildrechte: Bob und Janice Fera (Fera-Fotofafie)

Im staubhaltigen Nebel NGC 7129 sind immer noch junge Sonnen versteckt. NGC 7129 ist etwa 3000 Lichtjahre entfernt und liegt im königlichen Sternbild Kepheus. Die Sterne darin haben ein relativ zartes Alter, sie sind wenige Millionen Jahre alt. Wahrscheinlich entstand unsere Sonne vor etwa fünf Milliarden Jahren in einer ähnlichen Sternschmiede.

Die hübschen bläulichen Staubwolken im Bild reflektieren das junge Sternenlicht. Die kleineren, tiefroten sichelförmigen Strukturen sind ebenfalls Hinweise auf energiereiche, junge stellare Objekte. Es sind Herbig-Haro-Objekte. Ihre Form und Farbe ist charakteristisch für leuchtenden Wasserstoff, der von den Ausströmungen junger Sterne komprimiert wird.

Am Ende werden Gas und Staub der Sternentstehung in der Region zerstreut und die Sterne driften auseinander, während der lose Haufen das Zentrum der Galaxis umrundet. Die Teleskopansicht ist in der geschätzten Entfernung von NGC 7129 etwa 40 Lichtjahre breit.

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M78 und reflektierende Staubwolken im Orion

Die beiden Reflexionsnebel gehören zur Orion-Molekülwolke, sie leuchten blau. Links befindet sich der kleinere NGC 2071, rechts Messier 78.

Credit und Bildrechte: Martin Pugh

Beschreibung: Ein unheimliches blaues Leuchten und düstere Säulen aus dunklem Staub prägen M78 und andere helle Reflexionsnebel im Sternbild Orion. Der dunkle, faserartige Staub absorbiert nicht nur Licht, sondern reflektiert auch das Licht einiger heller blauer Sterne, die vor kurzer Zeit in diesem Nebel entstanden sind.

Der berühmtere der beiden Reflexionsnebel im Bild ist M78 (rechts oben). NGC 2071 seht ihr links unten. Die gleiche Art von Streuung, die den Tageshimmel blau färbt, verstärkt auch hier für die blaue Farbe.

M78 hat einen Durchmesser von etwa fünf Lichtjahren und ist schon mit einem kleinen Teleskop zu sehen. Wir sehen M78 so wie vor 1600 Jahren, weil es so lange dauert, bis das Licht von dort zu uns kommt. M78 gehört zum größeren Orion-Molekülwolkenkomplex, zu dem auch der große Orionnebel und der Pferdekopfnebel gehören.

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