Phaethons Brut

In einem von Sternen gefüllten Bild ziehen zwei Meteore der Geminiden ihre Spur, links unten ist die kurze Strichspur des Asteroiden Phaethon.

Bildcredit und Bildrechte: Mikiya Sato (Nippon-Meteor-Gesellschaft)

Die Umlaufbahn des Asteroiden 3200 Phaethon (ausgesprochen FA-eh-thon) ist gut vermessen. Daher gilt er als Quelle des jährlichen Meteorschauers der Geminiden. Zwar stammen die meisten Meteorströme von Kometen. Doch 3200 Phaethon ist ein bekannter und genau beobachteter erdnaher Asteroid. Er hat eine Umlaufzeit von 1,4 Jahren und ist felsig und sonnenverbrannt. Sein Perihel liegt ein gutes Stück innerhalb der Umlaufbahn des innersten Planeten Merkur. Das Perihel ist der sonnennächste Punkt der Umlaufbahn.

In diesem Teleskop-Sichtfeld zog der schnelle Asteroid eine kurze Spur. Die schwachen Sterne im Hintergrund liegen im heroischen Sternbild Perseus. Die Belichtungszeit betrug insgesamt zwei Minuten. Die (schwachen) parallelen Streifen seiner meteorischen „Ableger“ blitzten viel schneller durch die Szene. Das Familienporträt entstand um den sehr aktiven Höhepunkt des Geminiden-Meteorschauers am 13. Dezember 2017. Das war nur drei Tage vor 3200 Phaethons historischem nahen Vorbeiflug an der Erde.

Dieses Jahr gibt in der Nacht des 13. Dezember wieder einen Höhepunkt des Meteorschauers der Geminiden. Doch das helle Licht des fast vollen Mondes überstrahlt schwache Meteore.

Aufgepasst: Der Geminiden-Meteorstrom

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LDN 1471: Eine vom Wind geformte Sternenhöhle

Um einen hellen Stern in der Bildmitte mit langen Zacken verläuft eine Stoßwelle nach links unten. Die Stoßwelle hat die Form eines Bogens, der in der Mitte breiter und heller ist.

Bildcredit: Hubble, NASA, ESA; Bearbeitung und Lizenz: Judy Schmidt

Wer oder was schuf diese parabolische Struktur? Diese beleuchtete Höhlung ist als LDN 1471 bekannt. Sie wurde von dem gerade entstehenden Stern geformt. Der Stern ist die helle Lichtquelle am Scheitel der Parabel. Dieser Protostern verströmt gerade einen starken Sternwind. Er wechselwirkt mit dem umgebenden Material in der Perseus-Molekülwolke und hellt es auf.

Wir sehen nur eine Seite der Höhlung. Die andere Seite liegt hinter dunklem Staub. Die parabolische Form kommt daher, dass sich der Sternwind kegelförmig aufweitet, während er mit der Zeit die Höhlung in die Wolke bläst.

Auf der anderen Seite des Protosterns gibt es zwei weitere Strukturen, es sind sogenannten Herbig-Haro Objekte. Auch sie entstehen durch die Wechselwirkung des Sternwinds mit dem Material in der Umgebung. Die Ursache für die Rillen an den Wänden des Hohlraums ist jedoch nach wie vor unbekannt.

Das Bild stammt vom Weltraumteleskop Hubble der NASA und ESA. Ursprünglich entdeckte das Weltraumteleskop Spitzer die Struktur.

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IC 348 und Barnard 3

Das Bild ist voller brauner Nebelwolken. In der Mitte leuchtet ein blauer Reflexionsnebel um einen hellen Stern, rechts oben ist ein rot leuchtender Nebel.

Bildcredit und Bildrechte: Ashraf Abu Sara

Dieses Bild mit kosmischen Kontrasten zeigt eine große Nebelregion nahe beim hellen Stern Omicron Persei. Der mit Teleskop eingefangene bunte Komplex aus Staub, Gas und Sternen reicht am Himmel am Rand der Perseus-Molekülwolke über etwa 3 Grad, etwa 1000 Lichtjahren entfernt.

Omicron Persei ist von einem bläulichen Halo aus Staub umgeben, der das Sternenlicht reflektiert. Er befindet sich links neben der Mitte. Gleich darunter liegt der faszinierende junge Sternhaufen IC 348. Er wurde kürzlich vom James Webb Space Telescope erforscht.

Rechts oben hebt sich die dunkle interstellare Staubwolke Barnard 3 von dem diffusen rötlichen Leuchten des Wasserstoffs ab und verdunkelt es. Natürlich neigt der kosmische Staub auch dazu, neu entstandene Sterne und junge stellare Objekte oder Protosterne vor neugierigen optischen Teleskopen zu verbergen. In der geschätzten Entfernung der Perseus-Molekülwolke wäre dieses Sichtfeld etwa 50 Lichtjahre breit.

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Der junge Sternhaufen NGC 1333

Ein Nebel leuchtet teils rötlicher, teils blaugrau, darin sind Sterne mit dem typischen Beugungsmuster des Weltraumteleskops Webb verteilt.

Bildcredit: ESA/Webb, NASA, CSA, A. Scholz, K. Muzic, A. Langeveld, R. Jayawardhana

Das dramatische Mosaik von NGC 1333 entstand aus Bildern des Weltraumteleskops James Webb. Es wirft einen Blick in das Zentrum des jungen Sternhaufens. NGC 1333 ist nur 1.000 Lichtjahre entfernt und liegt im heroischen Sternbild Perseus am Rand der großen Perseus-Molekülwolke.

Das Bild war Teil von Webbs eingehender Erkundung der Region auf der Suche nach braunen Zwergsternen mit wenig Masse und frei treibenden Planeten. Das kombinierte Sichtfeld des Weltraumteleskops zeigt einen Bereich im staubigen Sternhaufen, in dem Sterne entstehen. Er ist fast 2 Lichtjahre breit.

NGC 1333 enthält Sterne, die weniger als eine Million Jahre alt sind. Doch die meisten davon sind hinter dem allgegenwärtigen Sternenstaub vor optischen Teleskopen verborgen. Es kann sein, dass die chaotische Umgebung ähnlich ist wie jene, in der unsere Sonne vor über 4,5 Milliarden Jahren entstanden ist.

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GK Per: Nova und planetarischer Nebel

Ein kleiner, feuerwerksähnlicher Nebel ist von einem langen, ovalen roten Nebel umgeben. Der Hintergrund ist voller Sterne.

Bildcredit und Bildrechte: Deep Sky Collective

Das Sternsystem GK Per ist nur mit zwei der drei abgebildeten Nebel verbunden. Mit einer Entfernung von 1500 Lichtjahren war die Nova Persei 1901 (GK Persei) die zweitnächste Nova, die bisher aufgezeichnet wurde.

Im Zentrum befindet sich ein weißer Zwergstern. Er ist der überlebende Kern eines ehemaligen sonnenähnlichen Sterns. Dieser ist von dem kreisförmigen Feuerwerksnebel umgeben, der aus einem Gas besteht, das bei einer thermonuklearen Explosion auf der Oberfläche des Weißen Zwergs – einer Nova – im Jahr 1901 registriert wurde.

Das rot leuchtende Gas um den Feuerwerksnebel ist die Atmosphäre, die früher den Zentralstern umgab. Dieses Gas wurde vor der Nova ausgestoßen und erscheint als diffuser planetarischer Nebel. Das schwache graue Gas, das sich quer durch den Nebel zieht, ist eine interstellare Zirruswolke, die scheinbar zufällig vorbeizieht. Im Jahr 1901 wurde die Nova von GK Per heller als Beteigeuze.

Man erwartet, dass das Sternsystem T CrB noch in diesem Jahr in einer Nova ausbricht, aber wir wissen weder genau, wann noch wie hell sie werden wird.

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Webb zeigt den Sternhaufen IC 348

Ein stark gefaserter, lila leuchtender Nebel umgibt zahlreiche helle Sterne mit Zacken.

Bildcredit: NASA, ESA, CSA, STScI und K. Luhman (Penn State U.) und C. Alves de Oliveira (ESA)

Manchmal sind genau die Sterne am interessantesten, die am schwierigsten zu beobachten sind. IC 348 ist ein junger Sternhaufen. Er beleuchtet den faserartigen Staub in seiner Umgebung. Das Bild stammt vom Weltraumteleskop Webb und wurde kürzlich veröffentlicht. Der strähnige Staub schimmert rosig. Im sichtbaren Licht reflektiert er hauptsächlich blaues Licht. Das verleiht dem umliegenden Material den typischen blauen Schimmer eines Reflexionsnebels.

Neben hellen Sternen entdeckte man in IC 348 auch mehrere kalte Objekte. Man sieht sie hier, weil sie in Infrarot hell sind. Sie sind vermutlich Braune Zwerge mit wenig Masse. Ein Indiz dafür ist der Nachweis einer unbekannten Substanz in ihrer Atmosphäre. Wahrscheinlich handelt es sich um einen Kohlenwasserstoff. Diese Substanz fand man zuvor schon in der Atmosphäre des Planeten Saturn. Die Masse dieser Objekte ist wohl ein wenig größer als die von bekannten Planeten, also einige Jupiter-Massen.

Zusammen sind diese Indizien ein Hinweis, dass der junge Sternhaufen etwas Beachtliches enthält: junge Braune Zwerge, die etwa die Masse von Planeten haben, und die nicht um einen Stern kreisen, sondern sich frei bewegen.

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NGC 1499: Der Kaliforniennebel

Hinter einem Vorhang aus fein verteilten Sternen leuchtet ein roter, länglicher Nebel, der wenig gefastert und eher flächig ist und diagonal im Bild liegt. Rechts neben der Mitte leuchtet ein etwas hellerer Stern.

Bildcredit und Bildrechte: Steven Powell


Liegt die mythische Insel von Königin Calafia im All? Das vielleicht nicht, aber zufällig erinnert der Umriss dieser Molekülwolke an den des Bundesstaates Kalifornien in den USA. Unsere Sonne liegt im Orionarm der Milchstraße – nur etwa 1000 Lichtjahre vom Kaliforniennebel entfernt. Der Emissionsnebel wird auch als NGC 1499 bezeichnet. Er hat einen Durchmesser von circa 100 Lichtjahren.

Das Bild zeigt das typisch rote Leuchten im Kaliforniennebel. Es entsteht, wenn Wasserstoffatome mit Elektronen rekombinieren, die zuvor durch sehr energiereiches Sternenlicht aus ihrem Wasserstoffatom herausgelöst (ionisiert) wurden. Die Strahlung, die so viel Gas im Kaliforniennebel ionisiert, stammt wahrscheinlich vom hellen Stern Xi Persei. Der heiße, bläuliche Stern steht rechts neben dem Nebel.

In dunklen Nächten sieht man den Kaliforniennebel mit einem Teleskop, das ein großes Gesichtsfeld haben sollte, im Sternbild Perseus nahe bei den Plejaden. Dieser Rotlicht-Nebel ist ein beliebtes Motiv in der Astrofotografie.

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Euclid zeigt den Perseus-Galaxienhaufen

Das Bild zeigt viele Galaxien, einige davon sind in einem zentralen Balken zu sehen, der fast horizontal über das Bild verläuft.

Bildcredit und Lizenz: ESA, Euclid, Euclid-Konsortium, NASA; Bearbeitung: Jean-Charles Cuillandre (CEA Paris-Saclay) und Giovanni Anselmi; Text: Jean-Charles Cuillandre

Bühne frei für ein neues Weltraumteleskop: Euclid. Euclid ist mit zwei großen Weitwinkelkameras ausgestattet und beobachtet sowohl im sichtbaren Licht als auch im nahen Infrarot. Um die mehr als 1000 Galaxien des Perseushaufens in einer Entfernung von 250 Millionen Lichtjahren zu erfassen, musste Euclid mit seinem 1,20 Meter durchmessenden Hauptspiegel und seiner scharfen Optik fünf Stunden lang belichten. Mehr als 100.000 Galaxien sind im Hintergrund sichtbar, von denen einige bis zu 10 Milliarden Lichtjahre weit weg sind.

Das neuartige an Euclid ist die Kombination seines großen Gesichtsfelds von der doppelten Fläche des Vollmonds, seiner hohen Winkelauflösung (durch seine 620-Megapixel-Kamera) und der Nutzung des Infrarotbereichs, in dem sowohl Bilder als auch Spektren aufgenommen werden. Euclids erste Himmelsdurchmusterungen werden ein Drittel des Himmels abdecken und über 2 Milliarden Galaxien erfassen. Dadurch wird es möglich zu untersuchen, wie die Dunkle Materie und die Dunkle Energie das Aussehen unseres Universums geprägt haben.

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