Vollmond, Vollmars

Das Bild zeigt, wie der Vollmond am Horizont vor dem Planeten Mars vorbeizieht.

Bildcredit und Bildrechte: Tomas Slovinsky

Am 8. Dezember standen ein voller Mond und ein voller Mars nahe beisammen, beide leuchteten hell am Himmel des Planeten Erde gegenüber der Sonne. An einigen Orten in Europa und Nordamerika wurde der Mars sogar bedeckt und wanderte hinter dem Mond vorbei.

In Košice in der Ostslowakei fand die Bedeckung des Mars durch den Mond kurz vor Sonnenaufgang statt. Mit einem Teleskop wurde das faszinierende Spektakel auf dieser Zeitraffer-Abfolge dokumentiert. Als der letzte Vollmond des Jahres 2022 in warmen Farbtönen zum westlichen Horizont sank, brauchte der Rote Planet etwa eine Stunde, um zu hinter der Mondscheibe zu verschwinden und und dann wieder aufzutauchen.

Die nächste Bedeckung des hellen Planeten Mars durch den Mond findet am 3. Januar im neuen Jahr statt, wenn sich der Mond in einer zunehmenden Dreiviertelphase befindet. Mondbedeckungen sind nur auf Teilen der Erdoberfläche zu sehen. Die Bedeckung des Mars am 3. Januar 2023 ist in Teilen des Südatlantiks, im Süden von Afrika und dem Indischen Ozean sichtbar.

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Blutmond, Eisriese

Das Bild zeigt den rot gefärbten Mond der Mondfinsternis am 8. November, als er gerade den Planeten Uranus bedeckte.

Bildcredit und Bildrechte: Ryan Han

Am 8. November wurde der Vollmond blutrot, als er bei einer totalen Mondfinsternis durch den Erdschatten glitt. Beobachtende der Finsternis in Teilen von Asien, Japan und Alaska sahen außerdem, wie er während der Totalität den äußeren Planeten Uranus bedeckte.

Die beiden Bilder wurden kurz vor Beginn der Finsternis mit zwei unterschiedlichen Teleskopen und Kameras auf demselben Dach in Schanghai in China fotografiert. Sie zeigen eine Nahaufnahme und eine größere Ansicht des Ereignisses. Die winzige blasse, grünliche Scheibe des fernen Eisriesen ist normalerweise – verglichen mit einem Vollmond – sehr blass. Ihr seht sie links knapp neben dem Mondrand, wo sie gerade hinter dem abgedunkelten roten Mond verschwindet.

Mondbedeckungen von Planeten sind zwar nur an bestimmten Orten auf dem Planeten Erde sichtbar, aber trotzdem relativ häufig. Doch damit diese seltene „Mondfinsternisbedeckung“ stattfinden konnte, musste der äußere Planet während der totalen Finsternis sowohl in Opposition als auch sehr nahe an der ekliptischen Ebene stehen, sodass er in einer Linie mit Sonne, Erde und Mond stand.

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In Ganymeds Schatten

Das Bild zeigt Jupiter mit dem großen Roten Fleck und einen Transit des Mondes Io mit Schatten

Bildcredit und Bildrechte: Andrew McCarthy

Jupiter stand Ende des letzten Monats in Opposition, also am Himmel der Erde gegenüber der Sonne. Anfang des nächsten Jahres nähert er sich dem Perihel, das ist der sonnennächste Punkt auf seiner elliptischen Bahn. Damit ist Jupiter unserem schönen Planeten besonders nahe, das führt derzeit zu ausgezeichneten Sichtverhältnissen auf den größten Planeten im Solarsystem.

Am 27. September wurde dieses scharfe Bild von Jupiter mit einem kleinen Teleskop in einem Hinterhof in Florence (Arizona) aufgenommen. Die kombinierten Einzelbilder des Videos zeigen die massereiche Welt, die von planetenweiten Winden umkreist wird. Dunkle Gürtel und helle Zonen umspannen den Gasriesen, zusammen mit rotierenden ovalen Stürmen und dem charakteristischen Roten Fleck.

Rechts unten leuchtet der galileische Mond Ganymed. Der größte Mond im Sonnensystem zieht mit seinem Schatten über Jupiters südliche Wolkendecken.

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In Bewegung: Uranus und Monde


Videocredit: David Campbell (U. Hertfordshire), Bayfordbury-Observatorium

Beschreibung: Was bewegt sich hier am Himmel? Ein Planet, der etwas zu blass ist, um ihn mit bloßem Auge zu sehen: Uranus. Der Gasriese außerhalb von Saturn wurde zu Beginn dieses Monats nahe seiner Opposition beobachtet, als er der Erde am nächsten war und seine größte Helligkeit erreicht hatte.

Dieses Video wurde am BayfordburyObservatorium in Hertfordshire in GB fotografiert. Es ist ein Zeitraffervideo von vier Stunden und zeigt Uranus mit seinen vier größten Monden im Schlepptau: Titania, Oberon, Umbriel und Ariel. Die scheinbare Bewegung von Uranus vor den Hintergrundsternen wird großteils durch die Bahnbewegung der Erde um unsere Sonne hervorgerufen.

Das Kreuz um Uranus sind Beugungsspitzen, sie entstehen durch Licht, das an den vier Armen gebeugt wird, an denen einer der Teleskopspiegel befestigt ist. Die Rotation der Beugungsspitzen entstehen nicht durch die Rotation von Uranus, sondern im Wesentlichen durch die Rotation der Erde. In den nächsten Monaten seht ihr Uranus mit einem Fernglas, aber für die Monde braucht ihr – wie immer – ein Teleskop.

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Saturn und Jupiter im Sommer 2020

Opposition 2020 von Jupiter und Saturn in den Sternbildern Schütze und Steinbock.

Bildcredit und Bildrechte: Tunc Tezel (TWAN), Onur Durma

Beschreibung: In diesem nördlichen Sommer standen Saturn und Jupiter in Opposition, das ist am Erdhimmel gegenüber der Sonne. Dieses Panorama-Komposit zeigt ihre paarweise rückläufige Bewegung vom 19 Juni bis 28 August, als sie zusammen zwischen den Sternen im westlichen Teil des Steinbocks und im östlichen Teil des Schützen wanderten. So eine Begegnung findet etwa alle 20 Jahre statt.

Diesen Dezember rücken sie am Himmel noch näher zusammen. Jupiter und Saturn stehen jetzt nahe beisammen, es sind die hellen Himmelslichter, die ihr nach Sonnenuntergang im Westen seht. Am Sonnwendtag, dem 21. Dezember, erreichen sie ihre prächtige große Konjunktion, die alle 20 Jahre stattfindet. Dann beträgt der scheinbare Abstand zwischen den beiden größten Welten im Sonnensystem am Erdhimmel nur etwa ein Fünftel des scheinbaren Vollmonddurchmessers.

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Globale Karte: Mars in Opposition

Diese globale Karte des Roten Planeten wurde bei der Mars-Opposition 2020 am Observatorium auf dem Pic du Midi aufgenommen.

Bildcredit und Bildrechte: F. Colas / J.L. Dauvergne / G. Dovillaire / T. Legault / G. Blanchard / B. Gaillard / D. Baratoux / A, Klotz / S2P / IMCCE / OMP / Imagine Optic

Das ist eine der besten globalen Marskarten, die je mit einem Teleskop auf der Erde gelungen ist. Ein Team sammelte vom 8. Oktober bis 1. November sechs Nächte lang Bilddaten. Das Observatorium der Beobachtung steht auf dem Gipfel des Pic du Midi. Mars, der vierte Gesteinsplanet der Sonne, war damals nicht weit von der Opposition 2020 entfernt. Er leuchtete am Nachthimmel der Erde fast schon am größten und hellsten. Das Teleskop, das zum Einsatz kam, hat einen Durchmesser von einem Meter. Seine Brennweite beträgt 17 Meter. Seinerzeit unterstütze es die Apollo-Mondlandungen der NASA.

Die Daten wurden ungefähr 30 Stunden lang bearbeitet und dann montiert. So entstand die außergewöhnlich scharfe Ansicht der Marsoberfläche. Sie reicht bis ungefähr 45 Grad nördlicher Breite. Die Bilddaten wurden auch auf eine rotierende Kugel übertragen. Weiters gibt es rotierende Ansichten in Stereo. Erkennt ihr auf dieser beschrifteten globalen Ansicht des Roten Planeten eure Lieblingsstruktur?

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Marsannäherung 2020

Der Planet Mars nähert sich seiner Opposition.

Bildcredit: Jonathan T. Grayson

Beschreibung: Wenn wir heute Abend nach Sonnenuntergang nach Osten blicken, sehen wir einen sehr eindrucksvollen Mars. Heute Nacht erreicht der Mars seine größte und hellste Erscheinung des Jahres, wenn die Erde dem Roten Planeten näher kommt als sonst je in den letzten zwei Jahren – aber auch in den nächsten beiden Jahren.

In einer Woche ist der Mars fast genauso hell – aber in Opposition, was bedeutet, dass er direkt gegenüber der Sonne steht. Wegen der leicht ovalen Form der Bahnen von Mars und der Erde liegen die größte Annäherung und die Opposition ein paar Tage auseinander.

Diese Bildfolge zeigt, wie der Winkeldurchmesser des Mars während seiner Annäherung in den vergangenen Monaten größer wurde. Der merklich orangefarbene Mars ist nun fast die ganze Nacht sichtbar und  reflektiert mehr Sonnenlicht zur Erde als Saturn oder Jupiter. Doch sogar bei seiner größten Annäherung erscheint der Mars immer noch mehr als 100 Mal kleiner als der Vollmond.

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Solis Lacus: Das Auge des Mars

Solis Lacus, das Auge des Mars, beobachtet uns.

Bildcredit und Bildrechte: Damian Peach

Beschreibung: Während sich der Mars seiner Opposition am 13. Oktober 2020 nähert, wird er am Nachthimmel heller. Teleskope auf dem ganzen Planeten Erde beobachten ihn, doch auf dieser Ansicht vom 22. September sieht der Rote Planet aus, als würde er auch uns beobachten.

Für Teleskope auf der Erde hat die Marsscheibe schon fast das Maximum ihrer scheinbaren Größe erreicht, diese beträgt weniger als 1/80 des scheinbaren Vollmond-Durchmessers. Die jahreszeitlich schrumpfende Südpolkappe ist unten, und oben sind nebelige nördliche Wolken.

Links unter der Scheibenmitte befindet sich ein rundes, dunkles Albedomerkmal: Solis Lacus (der Sonnensee). Solis Lacus liegt in einer hellen Region südlich von Valles Marineris und sieht aus wie eine planetare Pupille, die als Auge des Mars bekannt ist.

An der Wende zum 20. Jahrhundert assoziierte der Astronom und passionierte Marsbeobachter Percival Lowell das Auge des Mars mit einem Knotenpunkt von Kanälen, die er auf seinen Zeichnungen des Roten Planeten eingezeichnet hatte. Anhand hoch aufgelöster Oberflächenbilder werden umfassende, sichtbare Veränderungen der Größe und Form des Marsauges heute als Staub betrachtet, der von Winden in der dünnen Marsatmosphäre transportiert wird.

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